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  • AutorenbildErnie - Ernst Scheiner

Speyside. The Making of Whisky

Aktualisiert: 23. März



Romantik pur


In das Licht der Whisky-Welt

rückte die abseits der Pfade arbeitende

Speyside Distillery erst vor wenigen Jahren.


Reprint Highland Herold Frühjahr 2021

mit Aktualisierungen im März 2024


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Speyside Distillery verlegt die Produktionsstätte nach Laggan


Die Speyside Distillers Company erhielt vom Planning Committee der Cairngorm National Park Authority im November 2023 die Erlaubnis in der Nähe des River Spey Staudamms bei Laggan eine Brennerei zu errichten. Nahe der Quelle des Spey werden zukünftig zwei Paare traditionelle Swan Neck Pot Stills den neuen Spey Gersten Spirit destillieren.


Ein Neubau wurde notwenig, weil die Pachtverträge der Spey Distillery an den Tromie Mills bei Drumguish, nahe Kingussie, nicht über 2025 hinaus verlängert. Hintergrund: Das in Glasgow ansässige Blending- und Vertriebsunternehmen Glasgow Whisky Ltd. hatte überraschend die Tromie Mills Distillery Ltd. übernommen und damit die Liegenschaft.


Ein Besucherzentrum mit Parkplätzen, ein Verwaltungsgebäude sowie drei Lagerhäusern werden am sich an den Ufern des Spey entlang der von General Wade Anfang des 18. Jhds veranlassten Old Military Road nahe Strathmashie ausbreiten. Das Investitionsvolumen liegt bei rund £ 20 Millionen Pfund. Die Wasserversorgung für die Produktion von 23 000 bis 33 000 Liter wöchentlich soll über zu bohrende Brunnen erfolgen.


Agenda item 6 Appendix 1 2023/0267/DET Plans



Park Authority Planning Officer, Katherine Donnachie sagte :

“The proposed development is considered to perform well against national, as well as our own planning policies, it will provide local employment, using natural resources productively and helping to minimise onward travel to the central belt.
The application seeks to replace and expand an existing distillery, securing its sustainable future and local jobs, which is to be welcomed.
The design and landscaping of the site will help the new development to sit well in the landscape with no adverse impacts on local cultural and historic assets.
Overall, the proposed development is considered acceptable and recommended for approval.”

Ausführliche Angaben hierzu unter Cairngorm National Park


Deutsch: „Es wird davon ausgegangen, dass die vorgeschlagene Entwicklung sowohl im Einklang mit der nationalen als auch mit unserer eigenen Planungspolitik gut abschneidet. Sie wird Arbeitsplätze vor Ort schaffen, natürliche Ressourcen produktiv nutzen und dazu beitragen, die Weiterreise in den Zentralgürtel zu minimieren.

Der Antrag zielt darauf ab, eine bestehende Brennerei zu ersetzen und zu erweitern und so deren nachhaltige Zukunft und Arbeitsplätze vor Ort zu sichern, was zu begrüßen ist.

Die Gestaltung und Landschaftsgestaltung des Geländes wird dazu beitragen, dass sich die neue Anlage gut in die Landschaft einfügt, ohne negative Auswirkungen auf lokale kulturelle und historische Vermögenswerte.

Insgesamt wird die vorgeschlagene Entwicklung als akzeptabel angesehen und zur Genehmigung empfohlen.“



Die Planungsunterlagen zur neuen Speyside Distillery können auf der Webseite des Planning Committee der Cairngorm National Park Authority im Detail eingesehen werden.

Sie hierzu die Bauanträge:


Agenda item 6 Appendix 1 2023/0267/DET Plans

 


The Story of the Old Spey Distillery

Hinter den ausgedehnten Insh-Marshes von Kingussie finden Besucher eine Perle: Versteckt hinter Bäumen liegt im Osten des River Spey die schmucke und bescheidene Speyside Distillery. Von 1895 bis 1905 (1911?) destillierten in diesem Dorf an der Perth-Inverness Railway Line schon einmal zwei große, mit Kohle direkt befeuerte Swan Neck Pot Stills einen Glen Gynack Single Malt Whisky, dem eine gute Qualität nachgesagt wurde.


Die frühere Brennerei in Kingussie. Photo Courtesy Bill Morgan.

Lediglich ein umgewidmetes Warehouse erinnert an die 1911 abgerissene Brennerei gleichen Namens. Der verschlungene Weg zur im Umland verborgen liegenden neuen Distillery unterhalb des versteckt auf dem Hügel in einem Wald liegenden Weilers von Drumguish führt auf einer Single Track Road an den berüchtigten Ruinen der Ruthven Baracks vorüber. Die militärische Festung der in den Highlands gehassten Red Coats thront drohend über der Spey-Ebene. Auf dem monolithischen Hügel erhob sich zuvor die Burg des grausamen und selbstherrlichen Wolf of Badenoch, der im Zorn 1390 die erhabene, gotisch dekorierte Kathedrale von Elgin brandschatzte und zerstörte. Bis heute ist die Ruine ein Denkmal des ungezügelten Zornes eines Highland Chiefs.


Tromie Mill was changed into a distillery production area

Am Ufer des Tromie, einem Nebenbach des Spey, verarbeiteten bis 1965 zwei (Quellen sprechen auch von drei im 16. Jhd.) Mühlen die Gerste und den Hafer der Crofter. Die Mühlsteine wurden mit dem abgezweigten Fließwasser des Tromie bewegt. Nach dem Umbau einer Mühle zur Brennerei schroteten die Mashmen die gemälzte Gerste anfangs mit einer elektrisch angetriebenen „two roller mill manufactured by Kaiser-Frazer“, heute verrichtet diese Arbeit eine sehr alte, klassische „four roller Boby Mill“. Im Obergeschoss des historischen Mill House befindet sich das Manager’s Office, von dort organisiert seit Sommer 2018 Allan Findlay das Geschäft. Er kam vom Abfüller Murray McDavid - ACEO. Zuvor überwachte der Einheimische die Produktionsabläufe der Tamnavulin Distillery im Glenlivet: milling, mashing, fermentation and distillation.


Allan teilte bis zu seinem Weggang im Oktober 2023 zur Balmaud Distillery das Office mit der Brand Managerin Susan Libeks. In der darunter liegenden, kleinen und gemütlichen Tasting Lounge können Gäste die Spey Drams begutachten. In diesem Raum holten einmal die Bauern ihre Jutesäcke gefüllt mit Schrot oder Mehl ab. Die dem Mühlengebäude gegenüberliegende Cottage wird heute von Jona McDonough als Kunstgalerie genutzt. Kein Wunder, dass die am Fuße der Cairgorms romantisch von Fließwasser, Wiesen und Wäldern umgebene Brennerei in der populären BBC-Family-Sitcom Monarch of the Glen (2000 bis 2005, 64 Episoden) ein Drehort der fiktiven Lagganmore Distillery war.


Along the River Tromie

The Beginning

Planung und Start der Speyside Distillery waren ein langwieriger Prozess, der um 1956 begann, als der ehemalige Marineoffizier und U-Boot-Kapitän George P. Christie neue Pläne entwickelte. Nach 1945 absolvierte er einen Lehrgang zum Master Mariner. Da er eine Familie zu ernähren hatte, arbeitete er zeitweise als Hilfskraft beim Glasgower Whisky Blender und Broker Gus Paterson. Mit dem Vater des weltbekannten Master Blenders von Whyte & MacKay Richard Paterson verband sich nicht nur ihr Dienst in der Royal Navy. Gus wurde sogar Taufpate von Christies Sohn Roderick -Ricky.


Die neuen Impulse fruchteten, statt der Marine zog Christie es vor, zunächst im Whiskyhandel zu bleiben, wo er mehr Geld verdienen konnte. Nach eigenen Angaben vertrieb er unter dem Label Speyside „the best whisky in the world“. Auf der Suche nach Whiskyfässern [für seine Blends] kam er in viele Brennereien und beschloss


„[…] one day I’m going to build one of these“.

Christies erste Distillery entstand allerdings in den Jahren 1957 bis 1958 im Green Belt der Lowlands. Die in Clackmannanshire in der Nachbarschaft der Cambus Distillery liegende Robert Knox Brewery ließ er in eine Malt- und Grain-Brennerei umbauen. Mit drei Coffey Continuous Column Stills produzierten die Stillmen in großen Mengen Single Grain Whiskys unter den Namen North of Scotland oder Alloa für Blended Scotch Whiskies wie Chivas, Ballantines und Teacher´s. Christie:


„I ended up making about three million gallons of whisky per year.“

In den 1960er-Jahren war Christie einer der „biggest warehouse keeper in the UK“, berichtet der ehemalige Speyside-Manager Andrew Shand, der mit George befreundet war. Absatzprobleme führten zur Einstellung der Produktion und schließlich 1982 zum Verkauf der Brennerei an die Distillers Company Limited (DCL) sowie dem späteren Abriss der Gebäude. Heute stehen dort Warehouses des DCL-Nachfolgers Diageo.


Mit seinem großen Fundus an Fässern blieb Christie dem Whiskyhandel jedoch treu und entwickelte sich zu einem erfolgreichen Whisky Broker und Blender:


„I eventually ended up with around 200000 casks,
covering about 25 acres […].“

Die Glasgower Firma Alexander McGavin & Co Ltd war die Muttergesellschaft seiner Bonhill-Handelsunternehmung in Dumbarton, die er von McGavigan übernommen hatte.


The Still House

Übrigens: Heute -Stand 2023 - vertreibt Christies Sohn Roderick mit der von seinem Vater 1957 gegründeten North of Scotland Distilling Company Single Malts wie auch Blended Whiskys unter dem Label The Wolf of Badenoch.


Für den Whiskyhandel hatte er vorausschauend im Oktober 1955 eine Speyside Distillery & Bonding Company gegründet:


„We were blenders and bottlers, with Speyside being our main brand as both a blend and a vatted malt and we did contract bottling.“

Robert Scott war sein Master Blender. Die Blending-Aktivitäten führten den umtriebigen Unternehmer oft in die Highlands und in die Speyside. „George war ein sehr reicher Mann, der sein Geld im Laufe der Jahre verdient hatte. In der Schweiz, die importierten Whisky flaschenweise besteuerte, machte er ein Vermögen. mit dem Verkauf von Whisky […] George verschiffte den Whisky in Fässern, reduzierte dadurch die Steuer und verkaufte ihn weiter, unterbot seine Konkurrenten und erreichte so den größten Marktanteil. Er fuhr jeden Winter in die Schweiz, sogar noch in seinen Achtzigern und kehrte mit einem Koffer voller Bargeld aus seinem Schweizer Tresor zurück,“ erzählt Andrew Shand, der ehemals die Speyside Distillery leitete.


Am Rande des Inch Forrest nahe der jetzigen Brennerei erwarb George Christie – ebenfalls 1955 – für 4250 Pfund das etwas heruntergekommene, aber stattliche Old Milton House sowie „640 acres farm land des Milton Estate“. In den am Tromie River gelegenen Mills setzte er seinen Traum von einer Brennerei endgültig in die Tat um.


1962 beauftragte er Alex Fairlie Reswallie mit dem Bau eines Produktionsgebäudes aus behauenen grauen Granitsteinen. In der Region war Reswallie bekannt als dry stane dyker von Weidetrockenmauern. Ab und an half Christie. Es sollte jedoch 17 Jahre dauern bis Alex das Gebäude 1987 fertigstellte, da er die Umbauarbeiten an der Getreidescheune der Tromie Mills nur in seiner Freizeit ausführte. Christie hatte Schwierigkeiten überhaupt eine Baugenehmigung zu erhalten, daher plante er zunächst einen Viehstall.


Nachdem der Nutzbau ein paar Jahre stand, beantragte er dessen Umwidmung in eine Brennerei. Edgar Struthers, ein früherer Mitarbeiter von North of Scotland organisierte den Umbau. Die Ikone der Speyside, Dennis Malcolm – zuletzt Managing Director von Glen Grant – konzipierte eine Destillationsanlage. Die Swan Neck Pot Stills kamen von den Spezialisten Forsyths in Rothes. „Die Mash Tun war die letzte während der Liquidation von Newmill Engineering in Elgin erstellte“, weiß Shand zu berichten. Wenige Tage nach Erhalt der Brennlizenz begann der junge Distiller Richard Beattie – heute bei Glenallachie – am 12. Dezember 1990 in den beiden indirekt beheizten, zwiebelförmigen Swan Neck Pot Stills den ersten New Make zu brennen. Nach ihm folgte 2001 Andrew Shand. Ab 2013 wirkte Sandy Jamieson, der im Juli 2018 zur neuen Highland Distillery Ardross in den Norden abwanderte.


Andrew Shand war der zweite Manager (heute Three Societies Distillery in Südkorea). Er folgte Richard Beattie (heute GlenAllachie Distillery)

International Commercial Manager Paul Dempsey:

„Die 1990er-Jahre waren eine schwierige Zeit für die Whiskyindustrie, da mehrere bekannte Brennereien wie Rosebank, Port Ellen und Bruichladdich eingemottet wurden.
Die Speyside Distillery jedoch ging voran, begann mit der Produktion von Single Malts und brachte eigene Marken-Single Malts unter den Labels The Speyside, Drumguish [First Release 1993] oder Glentromie heraus.“

Mittlerweile verließ Paul Dempsey die Speyside Distillery und wurde im April 2022 Sales & Marketing Director bei Brave Spirits Ltd. in Glasgow.


Gesucht. Gefunden. Diese Whiskies kamen ursprünglich aus der Speyside Distillery.


Der heute von der gleichnamigen Company vertriebene Cú Dhub (sic) – Gälisch für „schwarzer Hund“ – überraschte 2008 die Whisky Welt. Der kräftig mit Zuckerkulör E150 geschwärzte Whisky ohne Altersangabe inszenierte die Geistergeschichte um die Hexe von Laggan, die ein „schwarzes Herz“ hatte und nach einem blutigen Kampf mit schwarzen Hunden in den Forrest of Gaick in den Cairngorms floh. In den ersten Releases des dänischen Abfüllers Mac Y steckten Whiskys der Speyside Distillery, die Andrew Shand und sein Vorgänger destilliert hatten. Er erinnert sich:


„Cú Dhub was made by myself and Jim Gordon, the Speyside Managing Director for Mac Y, a Danish company. It was originally a birthday joke which went on to sell many cases.“

Der 1996 von Mannochmore veröffentlichte pechschwarze Single Malt Loch Dhu gab wohl die Anregung.


Eine eigene überraschend dunkle Variante aus der Speyside Distillery kam 2015 auf den Markt. Der Beinn Dubh – The Black Single Malt Scotch Whisky reift zeitlich nicht spezifiziert in Seasoned Port Casks aus der Tanoaria Josafer Lda. südlich von Porto. Mit ursächlich für die rubin-schwarze Farbe des „dunklen Bergs“ ist eine extrem lange zusätzliche Toastung der Tawny-Port-Dauben. Erst danach befüllte der Blender die portugiesischen Barris mit Whisky. Allerdings wird der Beinn Dubh wie sein Vorbild zusätzlich mit Zuckerkulör farblich eingestellt. Der Name erinnert an den Wissenschaftler John Norman Collie, der 1891 den höchsten Berg in den Cairngorms, den Ben Macdhui, als erstes alleine bestieg und sich dabei von einem „Big Grey Man“ verfolgt fühlte.


NB: Dunkle Wolken brachen nach Weihnachten 1996 plötzlich über die Speyside Distillery herein. Es war das Jahrzehnt in denen Whisky Scams die Grundmauern der idyllisch nahe dem Weiler Drumguish liegenden Speyside Distillery erschütterten. Das Management von Ricky Christie und Stuart Hendry kam unversehens und eigenes Verschulden in den Dunstkreis von Betrügern, die sie und den Speyside Spirit sowie ihre Warehouses für die durchtriebenen Geschäfte missbrauchten.




Unter der Federführung von Stephen Richard Jupe und Rupert Daulby von der fiktionalen Grandtully Distillery wurden rund 2 000 Fass-Käufer um vier Millionen Pfund betrogen (beide Betrüger wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt). Die hochgelobte Highland Distillery existierte nur als Firmenmantel und den Marshall Wineries Ltd. (beide Briefkästen in Edinburgh) sowie der Securitised Syndicated Investments Ltd. Die Gauner Louis (Lewis) Rupert Daulby, Lee Rosser und Julian Blee von Pearldene bzw. Cavendish Wine Merchants forcierten von 1993 bis 1997 ebenfalls den Verkauf von dreifach überpreisten Whisky-Fässern der Tobermory Distillery.


Weitere detaillierte Ausführungen erschienen in einem gesonderten Artikel in Whisky & Drinks The People behind the Label .



Restart

George Christie schied Ende 1995 aus gesundheitlichen Gründen aus der Geschäftsleitung aus. Die Schweizer Geschäftspartner Dr. Vital Hauser – ein Freund Christies – und die Scowis AG wurden bereits 1986 neue Gesellschafter. Ein weiterer Besitzerwechsel der Speyside Distillery und des Blending Centres in Rutherglen mit rund 100 Beschäftigten erfolgte Ende August 2000 an eine multinationale Investorengruppe, unter der Leitung des siebzigjährigen Sir James A. Aykroyd. Mit dem Geschäftsführer von Muir & Son in Glasgow, kamen zahlreiche Natural-Cask-Strength-Abfüllungen der Labels Scott’s Selection und Private Cask Selection in das Speyside-Portfolio. Verlegt wurden die Preziosen anfänglich vom Glasgower Blender Alexander Muir & Son und danach von Robert Scott & Co.


Laut Christies Sohn Rickey füllten sie die Serie in Glasgow in der Duchess Road im Ortsteil Rutherglen ab, wo sich Warehouse und Bottling Centre der Speyside Distillery befanden. Robert Scott war Christies ehemaliger Master Blender und Namensgeber der Marke. Die fruchtigen und milden Drumguish Single Malt Releases wurden von ihm verantwortet. Seine Blends erschienen in zahlreichen Variationen:


„We had 8 different 3 year old blends which were the same whisky under 8 different names and packages,“

erzählt Shand offen. Der Liebhaber exklusiver Champagner-Marken George Christie verstarb wohlhabend am 18. April 2011. Sein Grab befindet sich im St. Adamnan’s Burial Ground in Insh, Kincraig nördlich von Kingussie.


Der frühere Manager Andrew Shand präsentiert die ersten Distillery- und Scott-Abfüllungen


Einen fulminanten Aufschwung und Neubeginn erlebt die Speyside Distillery seit dem Kauf durch ihren früheren Kunden und alteingesessenen Blender Harvey’s of Edinburgh International Ltd. im September 2012 (Geschäftssitz in Georgetown, Cayman Islands). Das Konsortium mit jeweils einem taiwanesischen und amerikanischen Vertriebspartner schuf die finanzielle Plattform. Die Höhe des Kaufpreises ist nicht öffentlich. Harvey’s-CEO John McDonough betonte damals:


„Wir freuen uns, dass unsere Familie durch die Investition aus Taiwan nun den Traum von Alec Harvey, meinem Großvater, erfüllen kann, indem sie über die Speyside Distillery zur Whiskydestillation in Schottland zurückkehrt. […]
Durch diese Akquisition sind wir nun in der Lage, unsere Reichweite international zu erweitern und mit Partnern auf der ganzen Welt zusammenzuarbeiten, um die Marke Spey in Russland, Spanien und im Nahen Osten einzuführen."

John McDonough hatte 1990 einen wirtschaftlich erfolgreichen Handel mit Whiskys unter dem Label Spey in Taiwan unabhängig von der Speyside Distillery etabliert. In den folgenden Jahren bezog er Whiskys unter anderem von George Christie und ab 1993 insbesondere von der Speyside Distillery.


„Spey ist eine der größten Marken in Taiwan, aber in den letzten Jahren haben wir uns auch darauf konzentriert, unsere Präsenz weltweit und hier in Großbritannien auszubauen",

freut sich der Geschäftsführer McDonough.


Brand Ambassador Paul Dempsey blickt in die Familiengeschichte: „John ist die elfte Generation der Harvey-Destillerie-Dynastie. Sein Vorfahre John Harvey gründete 1770 in Glasgow die Destillerie Yoker und sein Enkel Thomas betrieb von 1822 bis 1903 die Dundashill Malt Distillery. Auf der Hebrideninsel Islay schuf Robert Harvey 1881 die Brennerei Bruichladdich, die bis heute Bestand hat. McDonough war schon vor dem Erwerb Kunde der Speyside Distillery. Die Marke SPEY hatte er einige Jahre zuvor in Taiwan etabliert.“


Daher verwundert es nicht, dass der taiwanesische Vertriebspartner sich maßgeblich am Kauf beteiligte und die Mehrheit der Direktoren im Gesellschafterausschuss stellt. Die Vertragsunterzeichnung erfolgte deshalb stilecht während der Whisky Live in Taipeh.


„Taiwan ist einer der größten Märkte für uns,“

erklärt Dempsey,

„unser Whisky ist nun in mehreren wichtigen und aufstrebenden Märkten erhältlich, darunter Deutschland, Russland, Australien, Frankreich und die Niederlande.
Wir beliefern jetzt die meisten Länder in Europa sowie Kanada, die USA und Australien. […] Mehr als 90 Prozent unserer Produktion gehen in den Export.“

2023 Erfolg. CEO John McDonough und der ehemalige Manager Allan Findlay. Photo Courtesy Spey Malt


In Taiwan ist der Spey Whisky sehr beliebt. Daher erscheinen dort spezielle vom Distributeur und Mitgesellschafter Spey Hoe International Ltd. entwickelte exklusive Produktlinien, darunter Vintage-Fassabfüllungen aus kleinen Fässern. Eine Picasso Serie in Zusammenarbeit mit der Picasso Group folgt Picassos Interpretationen der Liebenden. Die Spey Serie soll sieben Releases umfassen, die voraussichtlich alle bis 2025 auf den taiwanesischen Markt kommen.


Fotos Copyright Spey Taiwan.


 


Das in Glasgow ansässige Unternehmen erhielt 2016 von der Clydesdale Bank eine Kreditzusage über 2,3 Millionen Pfund, um auf die gestiegene weltweite Nachfrage nach Spey-Whiskys angemessen zu reagieren. Eine Handelsvereinbarung mit der Firma Luzhou Laojiao International Development im Jahr 2019 öffnete zudem die Tore zu einem der weltgrößten Spirituosenmärkte: China. Die Expansionsstrategien führen zu neuen Herausforderungen. John McDonough sagte damals stolz:


„Die Produktion wird von derzeit 600 000 Litern mittelfristig auf 1,2 bis 1,7 Millionen Liter steigen.
Wir haben bereits unsere gesamte Destillationsausrüstung bei Forsyths bestellt.“

Das Produktionsteam der Brennerei vergrößerte sich, ein Mehrschichtbetrieb wurde eingeführt.


NB: Die Gesellschaft Harvie's of Edinburgh Ltd. wurde über einen Solicitor am 23. Mai 2002 in England gegründet und hatte einen ersten Geschäftssitz in Durham. Als Direktoren wurden der in Durham wohnend gemeldete John McDonough und der Taiwanese Yu Hung Ho.

Eine Namensänderung zu Harvey's of Edinburgh Ltd. erfolgte am 6. Mai 2010.


Patricia Dillon, Managing Director bei Harvey’s of Edinburgh, schrieb im Januar 2021 in einer Pressenachricht: „Das vergangene Jahr war für uns eine Herausforderung, wie für die meisten Unternehmen, die mit Covid-19 zu tun haben. Da unsere Branche zudem mit dem zusätzlichen Problem der US-Zölle konfrontiert war, mussten wir unsere Strategie ändern, um neue und innovative Wege zu finden, die unser Geschäft weiterbringen. Im Jahr 2019 haben wir unsere Produktion vergrößert, um die steigende Nachfrage zu befriedigen. In diesem Jahr produzieren wir das Fünffache. Unsere Pläne für eine neue Brennerei werden sicherstellen, dass wir zukünftig die benötigten Mengen an Whisky destillieren können, die uns gleichzeitig Raum für eine weitere Expansion lassen.“ Demnach werden drei Millionen Liter angestrebt. Das ist mehr als McDonough mittelfristig im Jahr 2019 erreichen wollte.


In Taiwan zählen die Spey Malt Whiskys tatsächlich zu den Blockbustern. Sie sind sehr beliebt und werden von den Verbrauchenden sehr geschätzt.
Ihr Renommée erreicht dort das Niveau von The Macallan.



Wood Management

Der Wein- und Spirituosenfachmann Paul Dempsey vertrat die Speyside Distillery von Juni 2014 bis März 2022:


„Es gibt keine Lagerhaltung vor Ort in der Destillerie. Das Lagerhaus von George Christie befand sich in Rutherglen in Glasgow. Alle New Makes aus der Brennerei wurden per Tankwagen dorthin geschickt, wo sie mit 63,5 % vol in Fässer gefüllt wurden und in hohen Regalen lagerten.
Dieser Ort verfügte auch über eine Vatting- und Blending-Anlage. Im Jahr 2018 schlossen wir das Lagerhaus in Rutherglen.
Die reifenden Bestände von rund 16000 Fässern wurden in ein neues Lagerhaus – Rack-Format – nach Airdrie, östlich von Glasgow, verlegt. Derzeit wird die Abfüllung für Spey-Whiskys von Houston Bottling & Co-Pack in Dumbarton ausgeführt. […] Wir planen gegenwärtig keine eigene Abfüllanlage, da wir nicht das ganze Jahr über abfüllen.“

Im Whisky-Ort Aidrie produzierten einst die Destillerien Clydesdale 1825, The Gartloch 1900 und Glen Flagler 1965 Spirits. Neben Inverhouse sind dort andere Whisky-Firmen ansässig.


NB: Der Commerical Manager Paul Dempsey verließ 2022 den Betrieb Spey Malt und wechselte zum Glasgower Independent Bottler Brave New Spirits.


Andrea Caminneci vom früheren Importeur Schlumberger (bis 2022) und Paul Dempsey, damals Spey Malt. Der aktuelle deutsche Importeur ist Gerald Erdrich von Kammer-Kirsch in Karlsruhe.

Bezüglich der eingesetzten Reifefässer berichtete Dempsey: „Wir haben eine große Auswahl an Fässern im Einsatz. Ein Großteil davon sind amerikanische Ex-Bourbon-Barrels. Aber die Brennerei setzt auch Fässer aus Spanien ein. Diese stammen von Küfereien und speziellen Bodegas in Jerez – Sherry Casks – und Montilla. Gebinde aus Portugal werden am häufigsten für das Finishing der Spey-Tenné-Varianten verwendet. Ebenso benutzen wir Barriques aus Frankreich…Die Speyside Distillers arbeiteten auch mit Dr. Jim Swan zusammen. Der Wissenschaftler und Holzexperte beriet Kavalan, Penderyn, Kilchoman und viele andere neueren Brennereien in der Entwicklung eines Cask Managements, so auch uns. Wir setzen die von ihm entwickelte Methode der STR Casks ein, das heißt die Fässer werden einer speziellen Behandlungsmethode unterzogen: shaved, toasted and recharred. So wurde der zwölfjährige Spey aus dem Jahr 2014 in STR-Bourbon-Fässern gefinished. Leider verstarb der renommierte Whisky-Experte 2017.“


Whisky Selection

„Da wir nur noch Single Malt herstellen, werden die Proben - casks and marriages - vom Management-Team geprüft und für die Abfüllung freigegeben.
CEO John McDonough und andere Teammitglieder sind an diesem Verfahren beteiligt.
Die Verkostungsnotizen für die Abfüllungen werden in der Regel intern von John, Patricia Dillon oder mir verfasst, obwohl auch Dr. Jim Swan und Charles Maclean Verkostungsnotizen für einige Abfüllungen der Destillerie verfassten.
Bei Single Casks und Abfüllungen, die nur für bestimmte Länder exklusiv sind, erhalten auch die Distributoren in den jeweiligen Ländern Proben und wählen ihre eigenen Fässer für die Abfüllung aus“,

führte Paul weiter aus. Bis heute habe es Spey Single Cask Bottlings für die Importeure in Deutschland, den Niederlanden, Belgien, der Schweiz und Taiwan gegeben.


Das Kernportfolio der Speyside Distillery

Für das Jahr 2021 kamen laut Dempsey im Frühjahr zwei Cask Strength Bottlings der Spey-Varianten Fūmāre und Trutinā in die Regale der Fachhändler.


„Diese ähneln den vorherigen Batches des Cask Strength Trutina, dem Gewinner des World Whisky Award 2020 in der Kategorie NAS Speyside Single Malt, sowie dem Spey Tenné Cask Strength, der als Best Speyside Cask Strength bei den Scotch Whisky Masters 2019 ausgezeichnet wurde. "

 

Neue Herren und die Vorbesitzer


Mitte April 2021 war die Überraschung perfekt: Die Glasgow Whisky Ltd. - nicht zu verwechseln mit der Glasgow Whisky Distillery Co. und ihrer Brennerei in der Deans Road - erwarb die Tromie Mills Distillery Ltd. Diese Briefkastenfirma - No. 55290 - wurde am 16. Juni 2012 in das Register der Steueroase Guernsey eingetragen. Sie gilt nominell als Eigentümerin und Verwalterin des Grundstücks auf dem die Speyside Distillery seit 1990 Gin und Whisky destilliert. Vorgänger der Non Cellular Tromie Company waren die Gesellschaften Omega Utilites Limited (bis 6.12.2012) bzw. die Sonda Investment Limited (21.8.2020).


Die Suche nach dem tatsächlichen Grundstücksbesitzer gestaltete sich sehr schwierig bis hin zu undurchsichtig. Im November 2013 firmierte ein Robert Edward Bradley Speirs mit Wohnsitz in Monaco als Director. Hinter einer seiner Firmen Brackell Trading Limited verbirgt sich ein komplexes Geflecht von Dienstleistungsfirmen teilweise mit Briefkastensitz in Guernsey. Die erste Umfirmierung wurde von den WT Directors Limited (ein Konglomerat von unterschiedlichen Firmen) teilweise mit Sitz in Aberdeen und Guernsey (Briefkasten). Seit 14. April 2021 ist Stuart Fullarton Hendry als Director der Briefkastenfirma mit Sitz in Guernsey eingetragen.


Er und Graham Russell Taylor gründeten 2007 die Glasgow Whisky Blending- und Whisky-Transportfirma. Seit 2015 gehört Rory Taylor von der nächsten Generation dazu. Das Trio vertreibt die Whisky Blends Scottish Friend, Highland Cup, Auld Gate, Strathallan und Kelvin Bridge. Die Abfüller sind ebenfalls Markeninhaber der Speymhor Single Malt Collection (Markenrechte liegen bei Hendry), der Cailleach Master Edition und der Reihe The Munros (seit 2007).


Die Ankündigung von John Harvey McDonough, CEO der Speyside Distillers Company Ltd., vom Januar 2021 eine neue Produktionsstätte in der Region zu bauen ließ Aufhorchen und schürte von da an die Gerüchteküche.


Das Tromie Mühlengrundstück auf dem die Speyside Distillery steht gehörte laut Grundbucheintrag bis 2012 zur verfallenen Hill Sheep Farm The Dell of Killiehuntly, die früher ein Teil des von George Christie 1955 erworbenen Milton Estate war. Im Dezember 2002 war als Eigentümerin tatsächlich einmal Christies Frau Magdalene Susan eingetragen.


Das in der Folge abgetrennte Brennerei-Grundstück ging am 10. Oktober 2012 für

1 075 000 Pfund in den Besitz der Tromie Mills Distillery Ltd. über, so zu lesen im Kataster. Wer zu diesem Zeitpunkt der eigentliche Besitzer war, konnte noch nicht erschlossen werden.


Wer sind die Grundstücksbesitzer?


Einen weiteren Teil des Estates, rund 92 acres, verkauften nach Christies Tod 2011 seine Erben oder andere am 21. November 2012 für 414 00 Pfund an den Investmentberater und Fondsmanager Angus Tulloch. Im 16. Oktober 2012 hatte er zuvor für 706 000 Pfund das von George Christie und seiner Frau bewohnte Haus samt Nebengebäuden erstanden. Das renovierungsbedürftige Anwesen wollte der neue Besitzer baulich vergrößern und zu einem großzügigen herrschaftliches Lodge erweitern. Die im Detail einsehbaren Pläne wurden jedoch nicht umgesetzt. Seine Familie renovierte vielmehr den Bestand und vermietet das exklusive Holiday Lodge in dem zwölf Gäste ihre Highland Holidays und Jagdausflüge verbringen können.


Die Speyside Distillery und ihre tatsächlichen Besitzverhältnisse liegen irgendwie im Verborgenen.

Übrigens: Auf dem von George Christie erworbenen Old Milton Gelände befand sich die Ruine des Bauerngehöfts Dell of Killiehuntly, das der dänische ASOS-Mode-Milliardär Anders Holch Povlsen am 5. Oktober 2012 für 855 800 Pfund kaufte. Haus, Stallungen und Nebengebäude folgten am 12. Oktober 2012 für 295 592 Pfund (Summe 1 151 392 Pfund). Der Teilhaber der Onlineshops Zalando und Asos (UK) sowie der Betreiber der internationalen Bekleidungskette Bestseller ist zurzeit der größte Landgroßgrundbesitzer Schottlands.


Das Old Milton & Dell of Killiehuntly Grundstück auf dem die Speyside Distillery liegt zeigt folgenden Grenzverlauf.


Ein Jahr zuvor am 28. November nahm der Schneidersohn Povlsen das südlich südöstlich von der Speyside Distillery bei Drumguish liegende 4 000 acre große Killiehuntly Estate für zwei Millionen Pfund in Besitz. Zuvor hatte der ‚Estate Bagger‘ bereits 2006 das direkt daran sich anschließende riesige 42 000 acre Glenfeshie Estate in den Cairngorms für acht Millionen Pfund erstanden.


NB: Heute ist Povlsen mit seinen zwölf Estates und den 88 296 ha der größte Landbesitzer Schottlands. Er löste den bis 2012 reichsten schottischen Grundbesitzer, den Duke of Bucchleuch ab. Dieser herrscht nach Untersuchungen von Sachbuchautor Andy Wightman 2024 dennoch über 66 345 ha schottischen Boden. Seit 2012 trennte sich der Feudalherr aus den Lowlands von 36 % seines Landbesitzes. Der amerikanische Equity Fund Searchlight Capital mauserte sich zum drittgrößten Landbesitzer mit 55 775 ha. Searchlight Capital Partners hatte erst 2023 den drittgrößten Landbesitzer, die Aktiengesellschaft Gresham House plc. für 468,9 Millionen Pfund übernommen.

Nur 433 Personen und Companies besitzen 50 % des schottischen Grund und Bodens (Gesamt 3,2 Millionen Hektar).



Povlsens Gattin Anne verwandelte 2016 das auf Fundamenten von 1603 Mitte des 19. Jhds erbaute Killiehuntly Gehöft in exklusives Five Star Highland Lodge Hotel, dessen betuchte Gäste eine Inneneinrichtung mit skandinavischem Flair umgibt. An dem abgelegenen Ort der Highlands inspirierte den Engländer Sir Edwin Landseer die hügelige Landschaft mit ihrer Flora und Fauna zur Gestaltung des The Monarch of the Glen. Skizzen verhalfen ihm 1851 im Londoner Atelier zum populären Meisterwerk, einer Ikone der Scottish Highlands.


Repro. The Gateway to Distilleries. Edwin Landseer. Monarch of the Glen. Scottish National Gallery, Edinburgh.


Die bisherigen Pächter Speyside Distillers produzieren bis zum Auslaufen des Pachtvertrags im Frühling 2025 weiterhin den Spey Malt. Danach wird die Destillationsanlage mit den Brennblasen in eine neue größere in der Region noch zu bauende Brennerei verfrachtet (Ort war bei Drucklegung noch nicht bekannt, Gerüchte sprachen damals vom nördlich bei Coylumbridge gelegenen Rothiemurchus Estate der feudalen Grant Family). Sie bleiben weiterhin Rechteinhaber der Marke Spey und Speyside.


Neue Pächter und Eigentümer der Speyside Brennerei-Gebäude

An der Stelle der Tromie Mills soll nach dem Willen der neuen Grundstückseigentümer Graham R. Taylor und Stuart F. Hendry in den historischen Mühlengebäuden eine energie-optimierte Distillery entstehen. Hendry freute sich:

„Unsere Pläne für die Destillerie geben uns die Möglichkeit, einen etablierten und bekannten Standort zu feiern und ihn gleichzeitig in Bezug auf Destillationsinnovation, Nachhaltigkeit und Produktionsmethoden ins 21. Jahrhundert zu bringen."

Graham Russell Taylor und Stuart Fullerton Hendry gründeten 2007 die Glasgow Whisky Blending und Transport Firma. Seit 2015 gehört die nächste Generation mit Rory Taylor dazu. Das Trio vertreibt die Blends Scottish Friend, Highland Cup, Auld Gate, Strathallan und Kelvin Bridge. Die Abfüller sind ebenfalls Markeninhaber der Speymhor Single Malt Collection (Markenrechte liegen bei Hendry), der Cailleach Master Edition und The Munros (seit 2007).

Bleibt zu hoffen, dass die romantische Atmosphäre der Tromie Mühlengebäude nicht unter einer kühlen Industriearchitektur leidet. Weitere Informationen waren nicht zu erhalten.


Die Glasgow Whisky Ltd. ist hierzulande mit ihren Single Malts Speymhor in den Regalen bei Aldi Süd und Nord vertreten. Das umfangreiche Portfolio setzt sich aus Blends, jungen und alten Single Malts zusammen:


Fotos Courtesy Glasgow Whisky Ltd.


 

Die Speyside Whiskies sind bei Independent Bottling Agenturen beliebt.

 

Speyside Distillery Facts 2022


Rohstoffe (raw ingedients)

Wasser: eine Quelle des benachbarten Gaick Hunting Estate über den Tromie River| Getreide: Gerstenmalz aktuell Concerto von Crisp Malt in Portgordon, getorfte Version mit 25 ppm (2009 50 ppm), vor 2017 Chariot-Concerto-Mischung sowie Optic; nur Gerste aus Schottland | Hefe: Mauri Distillers Compressed Yeast (60kg pro Washback), Gerste 2023 ist die Sorte Laureate, ungetorft und peated 55 ppm


Malzmühle (malt mill)

Four Roller Boby Mill | Schrotmischung: Husk 25 %, Middles 70 %, Flour 5 %


Läuterbottich (lauter tun oder mash tun)

Semi-Lauter Mash Tun 4,2 t | 1st water 16500 Ltr. at 64,5 °C,

2nd water 6000 Ltr. at 78 °C, 3rd water 17,000 Ltr. at 85 °C; sehr klare Würze


Gärbottiche (fermenters oder washbacks)

6 Washbacks aus Stahl, Fassungsvermögen je 23000 Ltr. | Fermentation: 120 h (früher 60 h und am Wochenende 124 h), 2022 70 bis 120 Stunden, Würze 22 000 Ltr., Kühlung durch Wärmeplattentauscher auf Anstelltemperatur 22 °C abgekühlt, Ende der Gärung bei 34 °C, im Winter liegt die Pitching Temperature bei 25 °C | Alkoholkonzentration der Wash: um 8,5 % vol


Brennblasen (pot stills)

2 Swan Neck Stills, Onion Shape, mit Dampf jeweils mit steam kettle indirekt beheizt | Wash Still 11 000 Ltr.; absteigender Lyne Arm; erste Destillation 4 h, low wines strength: 23 % vol | Spirit Still 8000 Ltr.; aufsteigender Lyne Arm; Füllung mit 7000 Ltr. low wines and feints mix 28 % vol Alkohol, zweite Destillation

6 h, spirit flow nur 8 Ltr./min (sehr langsame Destillation); Cut Points über 72 % vol bis 62 % vol, Alkoholkonzentration des New Makes: 70–71 % vol | Ertrag pro Tonne Malz: 408–410 Ltr. r. A. (Stand 2018)

Ein rauchiger Spirit wird jährlich während zwei Wochen destilliert.

LPA 2019: 600 000 Ltr. (Litre Pure Alcohol)

LPA 2022: 850 000 Ltr. angestrebt



Distillery Manager Allan Findlay meinte zum Aromaprofil des Herzstücks:

„Der aktuelle New-Make, ob ungetorft oder getorft, ist zart, süß und blumig im Stil und harmoniert gut mit der großen Vielfalt an Fässern, die jetzt für die Reifung und das Finishing verwendet werden."

Allan Findlay

NB: Allan Findlay verließ im September 2023 die Spey Distillery und wechselte als Distillery Manager zur neu entstehenden Balmaud Distillery südlich von Banff in Aberdeenshire gelegen. Senior Distiller Raymie Mackay übernimmt bis zum Neubau in Laggan die Interimsleitung der Produktion.




Der ehemaliger Manager Sandy Jamieson schwärmte:

„Der New Make ist leicht, fein-fruchtig, blumig, sehr süß und nicht ölig.
Die rauchige Version zeigt am Ende erst die süßen Noten.“

Der erfahrene Sandy Jamieson wechselte im Juli 2018 als Manager zur neuerbauten Highland Distillery Ardross.


Sandy Jamieson

 


Impressionen



 

Deutscher Importeur war bis Frühjahr 2023 die Schlumberger Vertriebsgesellschaft mbH & Co KG mit Hauptsitz in Meckenheim.


Heute vertreibt die in Karlsruhe ansässige Kammer-Kirsch Gesellschaft mbH das Spey Portfolio in Deutschland.


 

Zum Autor

Ernie - Ernst J. Scheiner ist der Herausgeber des Portals The Gateway to Distilleries www.whisky-distilleries.net Er dokumentiert über 150 Destillerien fotografisch von innen und beschreibt detailliert die Produktion der Whiskies. Seit seinem Studium an der University of Edinburgh befasst er sich mit dem Thema Whisky und publiziert in Fachmagazinen

wie Irland Journal, die Kleinbrennerei, Whisky Passion und The Highland Herold. Features und Stories erschienen in den Blogs whiskyexperts, whiskyfanblog und whiskyintelligence. Als Leiter der VHS Ingelheim führte, und nun als Whisk(e)y-Botschafter leitet er Destillations-Kollegs, Studienreisen und Whisky-Kultouren zu den Quellen des Whiskys.

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