Glenfarclas. The Making of Whisky
- Ernie - Ernst Scheiner
- 23. Nov. 2021
- 25 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 21. Juli
Glenfarclas. Tal des grünen Grases
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von Ernie Scheiner
Update: July 2025
Für Distillery Manager Callum Fraser war das größte berufliche Erlebnis in seiner 35 jährigen Whisky-Karriere die Pflege und Abfüllung eines Glenfarclas Single Malts, der im Jahre 1953 destilliert wurde. Reifen durfte der Gerstenspirit in Oloroso Butts am Ort der Destillation in einem traditionellen Dunnage Warehouse.

2012 kam der passionierte Glasgow Rangers Supporter von der Deanston Brennerei nach Glenfarclas in die Speyside und ist seither für die Qualität sowie den Charakter der Glenfarclas Spirits verantwortlich.
Eine Brennerei entsteht. Ein Blick zurück.
Die Viehtreiber freuten sich, denn sie und ihre Highland-Rinder konnten hier für eine Nacht Erholung finden. Das Vieh trank Wasser und sie genossen usquebaugh. Das Wasser des Lebens der Recherlich Farm in der Nähe von Ballindalloch machte sie auf ihrem Weg zum Viehmarkt in die Bischofsstadt Elgin glücklich.
Der Ort lag günstig und war somit über Jahrhunderte für die aus den Glens der Cairngorms und der Speyside zusammenströmenden Drovers zu einer beliebten Übernachtungsstätte geworden. Sie liebten das Bier und den Whisky von Glenfarclas.

Neben der Zucht von Aberdeen-Angus-Rindern und Schafen beschäftigten sich die Recherlichs - ihr richtiger Name ist nicht belegt - auch mit dem Brennen von Gerstenbrand. Im Tal des grünen Grases sprudelte - damals - gutes weiches Wasser aus den Quellen des Hausbergs Ben Rinnes im Überfluss, Torf zur Befeuerung der Brennblasen gab es in den angrenzenden Hügeln reichlich und rund um die Farm gedieh die Sommergerste prächtig. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich bereits 1791 an den höher gelegenen südlichen Ufern des River Spey eine stattliche Brennerei in der Nachbarschaft des Ballindalloch Castle entwickelte.
Die Anfänge
Ein Aquarell aus jenem Jahr, das im Besucherzentrum der heutigen Glenfarclas Distillery zu sehen ist, dokumentiert die lange Historie. Die naïve Darstellung zeigt dem Betrachter ein Still House, die Malt Barns sowie zwei Dunnage Warehouses vor denen mehr als ein Dutzend Fässer liegen. Neben einem rauchenden Schornstein sind zwei Worm Tubs abgebildet, die den Betrieb einer Wash Still und einer Spirit Still belegen.
Insgesamt ist es eine eindrucksvolle Anlage über deren Betreiber es allerdings keine historisch belegten Fakten gibt. Sicher ist jedoch, dass diese Brennerei zu den ältesten in der Speyside und in Schottland zählt.

Vermutlich seit dem 14. Jahrhundert wurde Whisky in vielen landwirtschaftlichen Gehöften der Region nicht nur für den Hausgebrauch gebrannt. Die erstmalige Einführung einer Alkoholsteuer durch das Scottish Parliament im Jahre 1644 deutet auf einen blühenden Wirtschaftszweig in Schottland. Die Tenants und Crofters, die Landpächter und Kleinbauern der Highlands, konnten mit dem Verkauf von usquebaugh ihre spärlichen Einkünfte aufbessern. Aber der Act of Excyse drohte diese Einnahmen beträchtlich zu schmälern. „...everie pynt of aquavytie or strong watteris sold within the country...“ sollte versteuert werden. Als Konsequenz entzogen sie sich den ungeliebten Steuerabgaben und wurden zu Schwarzbrennern und Schmugglern. Die nur schwer zugänglichen Glens und Bens der Speyside förderten diesen einträglichen Betriebszweig.
1836 erscheint erstmals ein Name in den Annalen - ein gewisser Robert Hay hatte seine Recherlich-Brennerei offiziell lizensieren lassen. Als er 1865 verstarb, erwarb der Landwirt John Grant aus Blairfindy in Glenlivet - er ist nicht verwandt mit William Grant, dem Gründer der Glenfiddich Distillery in Dufftown - am 8. Juni die Farm und die Distillery-Gebäude für 511 Pfund. Das Landrecht - freehold - kauften die Grants allerdings erst 1930 vom feudalen Nachbarn Sir George Macpherson-Grant. Bis dahin mussten sie eine jährliche Pacht für die Nutzung des Grund und Bodens an den heute größten feudalen Großgrundbesitzer der Speyside entrichten.
Johns Sohn George war eher an der Aufzucht von Rindern als am Brennen von Whisky interessiert, so dass die Familie die Brennerei an ihren Nachbarn und Gründer der Glenlivet Distillery, John G. Smith, verpachtete. Nachdem dieser 1869 die Cragganmore Distillery erbaut hatte beendete er die Pacht. Vater und Sohn führten daraufhin die Whisky-Produktion der Farm-Distillery fort und gründeten die Firma John & George Grant Ltd.
Durch geschicktes Management gelang es dem Viehzüchter George Grant seinen Recherlich-Whisky unter dem Namen Glenfarclas als Marke zu etablieren. Schnell entwickelte sich der Single Malt zu einem von den Whisky-Blendern in Perth, Glasgow und Leith geschätzten und nachgefragten Produkt. Als der Whisky-Chronicler Alfred Barnard 1886 die Grants besuchte, lag die Jahresproduktion bei etwa 130 000 Litern reiner Alkohol. Dennoch betrieben noch mehrere Generationen der Grants weiterhin die Landwirtschaft und Viehzucht. Erst 1968 wurde beides aufgegeben, da die Whisky-Produktion ein schnelles Wachstum der Einkünfte versprach.
Distillery Boom
Im Jahr 1890 verstarb George Grant. Zu dieser Zeit war in Schottland der Whisky-Boom im vollen Gange. Scotch wurde in Großbritannien und dem damaligen Empire zum Modegetränk. Die Umsätze und Erträge der Brennereien und Blender stiegen sprunghaft an. Schottlands Whisky-Industrie blühte. Zwischen 1890 und der Jahrtausendwende wurden etwa 37 neue Brennereien gebaut.
Wash Still, Rummager, Distillation and Distillery Manager Callum Fraser.
Ohne den erfahrenen Lenker George Grant führte seine Witwe die Glenfarclas Distillery weiter. Die Geschäfte übernahmen allerdings seine beiden 16 und 17 Jahre alten Söhne George und John Grant. Binnen weniger Jahre schlitterten sie aufgrund ihrer Unerfahrenheit in den größten schottischen Whisky-Skandal, den Pattison Crash. Sie hatten 1896 fünfzig Prozent ihrer Glenfarclas-Anteile an die in Leith ansässigen windigen Whisky-Blender und -Broker Pattison übertragen. Mit dem erlösten Kapital wollten die jungen Grants ihre Brennerei modernisieren und die Produktion erhöhen. Die betrügerischen Aktivitäten von Robert und Walter Pattison führten 1898 viele Brennereien in den Ruin. Unbezahlte Whisky-Lieferungen, kriminelle Mehrfachbuchungen der angeblich verkauften Whiskys sowie ihr aufwendiger Lebensstil endeten für die Pattison Ltd. in einem fulminanten Bankrott. Die Schließung vieler Brennereien folgte. Aus diesem Strudel des Niedergangs konnten sich die Grant-Brüder nur mit viel Glück und Hartnäckigkeit herausziehen. Sie hatten vorsorglich im Übernahmevertrag mit den Pattisons eine Klausel vereinbart, die ihnen nach Tod oder Zahlungsunfähigkeit ihrer Partner den Rückkauf der Anteile ermöglichte. Genau das taten sie mit allergrößter Mühe und Anstrengung. Sie entzogen sich den Gläubigern. Mit ihren Rücklagen, den Einnahmen aus der Landwirtschaft sowie den Gewinnen aus dem Notverkauf von Lagerbeständen konnten sie die Schulden beim Konkursverwalter begleichen. 1905 gehörte die J & G Grant Ltd. wieder vollständig der Familie.
„Diese grenzwertige Erfahrung schweißte unsere Familie enger zusammen und bestärkte sie immer wieder, die Eigenständigkeit von Glenfarclas trotz aller wirtschaftlichen Widrigkeiten und Übernahmeversuche konsequent bis heute zu erhalten,“ betont der ehemalige Sales Director und heutige Managing Director (seit Januar 2025) sowie Chairman der G. S. Grant Limited (seit Juli 2023), George Grant.
„Mein Vater, mein Großvater und meine Urgroßväter formten diesen Mythos der Unabhängigkeit, den Spirit of Independence.“
Mittlerweile ist die Glenfarclas Distillery in der sechsten Generation im Familienbesitz. 2011 feierten drei Generationen das 175jährige Jubiläum ihrer Unabhängigkeit.

George Grant
Der 1976 in Aberdeen geborene George ist seit 2000 verantwortlich in das Familienunternehmen in verschiedenen Funktionen eingebunden. „Als Achtjähriger ging ich mit meinem Vater auf den Friedhof,“ erzählt er, “dort las ich mehrfach meinen Namen auf den Grabsteinen. Das setzte sich in den Lagerhäusern fort, auf jedem Fass stand mein Name. Das verpflichtet.“
Er wurde bodenständig erzogen, spielte mit Freunden im Mash House und ging zu Fuß in die nahegelegene Grundschule von Inveran. Standesgemäß folgte die private Junior School of Aberlour House im nicht weit von Glenfarclas liegenden Örtchen Charleston of Aberlour. Der Ableger des berühmten Internats von Gordonstoun führte den 13jährigen in die Nähe Elgins. „Diese Schule wurde von dem deutschen Pädagogen Kurt Hahn gegründet,“ erklärt der weltweit bekannte, aber bescheidene Whisky-Botschafter George Grant. Er unterlässt Hinweise auf berühmte ehemalige Schüler wie Prince Philip, den Duke of Edinburgh oder King Charles III. Es folgte jedoch kein Studium an einer der britischen Eliteuniversitäten.

"Mein Vater entschied sich gemäß der Familientradition für eine praxisnahe Ausbildung. Ich sollte das Whisky-Geschäft quasi von unten her erlernen,“ sagt George. Sein erster Praxiskontakt führte ihn in die Malz-Herstellung bei Muntons Ingredients. Weitere Stationen waren die Inverhouse Distilleries Balblair, Knockdhu, Old Pulteney und Speyburn. „Als Schichtarbeiter durchlebte ich die typischen Stationen der Whiskyherstellung. Stufenweise erarbeitete ich mir neue Einsichten und lernte die Tätigkeiten des Mashman, Stillman oder Warehouseman näher kennen und praktisch ausführen. Knockdhu war meine erste Brennerei.“ Von 1998 bis 2000 folgten weitere Praktika beim asiatischen Importeur Fine Vintages Ltd. In Hongkong erhielt er Einblicke in die Vermarktung der Inverhouse-Whiskys, aber auch der eigenen. „Für mich waren die Trainingsjahre in Asien eine sehr große Herausforderung, denn das Luxus-Produkt Whisky war in der damaligen Wirtschaftsflaute nur schwer zu verkaufen. Ich sammelte viele interkulturelle Erfahrungen, die mir heute beim Marketing unserer Whiskies enorm weiterhelfen.“
Das weltberühmte französische Weinhandelshaus der aus Holland stammenden Familie Mähler-Besse, mit dem die Familie Grant eine langjährige, nicht nur geschäftliche Freundschaft verbindet, ist seit 1976 der Alleinimporteur der Glenfarclas-Produkte in Frankreich. In Bordeaux setzte sich der Cabernet-Sauvignon-Liebhaber und Weinsammler George mit den Regeln des größten europäischen Whiskymarkts auseinander. In der harten Konkurrenz mit den anderen Whiskymarken wurde er für die Sonderstellung seines Glenfarclas Single Malt sensibilisiert. „Wir müssen mit jeder verkauften Flasche Geld verdienen, was dann natürlich bedeutet, dass wir als alleinstehende und unabhängige Brennerei weitaus weniger wettbewerbsfähig mit unseren Preisen für die Zehn- oder Zwölfjährigen sein können.
a very special collection
Aber was unsere älteren 21-, 25-, 30- oder 40-jährigen Malts betrifft können wir mit sehr guten Preisen agieren, weil wir schon früh vorausschauend damit begannen regelmäßig große Lagerbestände anzulegen.“ Schlüsselmärkte seien für ihn erstens Deutschland, danach Taiwan, Großbritannien, die USA und Frankreich.
„Die Deutschen lieben unseren Whisky besonders, weil sie qualitätsbewusst sind. Sie mögen eben diese ehrlichen körperreichen Sherry-Whiskies.“
Seine häufigen Besuche in Deutschland machten ihn zum gern gesehenen Gast auf Messen oder bei Tastings, wo er leidenschaftlich für seine Produkte warbt. Attraktionen waren die raren Glenfarclas-Family-Cask-Abfüllungen aus den fünfziger und sechziger Jahren. Im Laufe der Zeit wurde George umgekehrt zu einem Liebhaber des deutschen Gerstensafts:
“Ich freue mich immer wieder, wenn meine deutschen Freunde mir deutsches Bier mitbringen. Aber ich mag auch belgisches.“
Die Family Casks sind eine einzigartige Sammlung der besten, in der Destillerie gelagerten Fässer. 2007 erstmals in Cask Strength abgefüllt, umfasste die Sammlung zunächst 43 einzelne Fass-Abfüllungen, mit jeweils einem Fass aus jedem Jahr zwischen 1952 und 1994.“

Glenfarclas nimmt für sich selbst in Anspruch, einer der Pioniere der fassstarken Abfüllung von Whiskies zu sein, als sie bereits 1968 die Whisky World mit einem Cask Strength 105 überraschten. Die Grants waren in der Tat innovativ, sie öffneten als eine der ersten schottischen Brennereien bereits 1973 Touristen ihre Tore.
Seltene Jubiläumsabfüllung. 22 Jahre. 60 % vol. Beliebter Glenfarclas Single Malt. Es ist ein internationaler Bestseller.
Duncan Grant, der ehemalige Manager bei den Enterprise Holdings (ab 2018) kehrte 2022 zur Glenfarclas Distillery zurück und arbeitete zunächst als Distiller um Erfahrungen zu sammeln. Er begleitet seit September 2024 die Position als Head of Sales. Sein BA-Studium des Business Managements an der Southampton Solent University legte die Grundlagen für diesen betriebswichtigen Veranwortungsbereich.
2022 verkaufte die unabhängige Speyside Distillery rund 2,5 Millionen Flaschen Single Malt Whisky. Ingvar Ronde schreibt in seinem Malt Whisky Yearbook 2025: "...which puts it ahead of other well-known single malts such as Highland Park and Ardbeg."
Deutschland mit seiner stabilen Glenfarclas Fanbase zählt zu den größten Abnehmern.

Duncan Grant präsentierte einige Whiskies aus dem breiten Glenfarclas Portfolio während der Interwhisky 2024 in Wiesbaden.
Produktion
Heute verwendet Glenfarclas keine Gerste von den Feldern, die die Brennerei umgeben. Die vermälzte Gerste kommt von schottischen Industriemälzereien, aber auch von Muntons in North Yorkshire. In den Silos können zeitgleich 330 Tonnen Gerstenmalz aufbewart werden. Pro Woche verarbeiten die Mashmen 66 Tonnen Malz (Stand 2025). Eine imposante Five-Roller-Bühler-Schrotmühle schrotet seit 1975 das Malz. Täglich werden zwei Mal acht Tonnen Malz vom Glenfarclas Team verarbeitet.
2024 destillierten die Stillmen rund 2,9 Millionen Liter reinen Alkohol. Der "Spirit of Independence" reift in den eigenen Dunnage Warehouses nach der 150 jährigen Familien-Regel, was die Generation vorher anlegte, sollen die kommenden Generationen "ernten." George S. Grant, Vater des heutigen John Grant, begann 1952 mit einer neuen Firmenphilosophie. Damals wurden annähernd 96 % der Glenfarclas-Produktion an die Blender in Perth, Leith oder Glasgow verkauft. Er beschloß große Teile der Produktion in eigenen Fässern langfristig zu bevorraten. Es war die Grundlage für eine neue Entwicklung von Glenfarclas, die Anfang der 1960er Jahre einsetzte. Glenfarclas entfaltete sich unter George S mit verschiedenen Releases allmählich zur eigenen Single Malt Marke in nationalen und internationlen Märkten. Neben den 12 Jährigen Standards verkauften sie vermehrt 25-, 30- und 40-jährige Whiskies. Die erzielten Umsätze stabilisierten das unabhängige Familienunternehmen wie auch der wirkungsvolle Aufbau eines international agierenden Vertriebs von Importeuren Mitte der 1970er Jahre. Für ein kleines unabhängiges Familienunternehmen war das entstandene Vetriebsnetzwerk existenzerhaltend, denn sie suchten vorsorglich nach ebenfalls familiengeführten Handelsagenturen, die ihnen eine lange Vertriebspartnerschaft eröffneten. Die 1974 in Bremen gegründete Hanseatische Weinhandelsgesellschaft ist eine gutes Beispiel für diese ergebnisreiche Strategie.
Glenfarclas ist bekannt dafür, dass die Preisgestaltung für ihre Whiskies im Vergleich zu vielen anderen oft Shareholder-getriebenen Distilleries sehr moderat ist. Die Flaschen für alle Releases sind kostengünstig designed und klassich gestylt. Wichtig ist ihnen der Inhalt und nicht die Fassade einer opulent gestalteten Hülle fürs Verbraucherauge.
Das Produktionswasser kommt von einer natürlichen Quelle aus den Hängen des 841 m hohen Ben Rinnes. Sie gehört allerdings nicht der Grant Family, sondern ist im Besitz der feudalen Großgrundbesitzer Grant-MacPherson vom Ballidalloch Estate. Die Gentlemen Farmer wollten allerdings nach dem Ersten Weltkrieg, der Brennerei den Zugang beenden. Nach einer Vereinbarung von 1930 gestatteten sie dennoch Glenfarclas den Bezug des kostbaren Wassers unter der Bedingung, dass sie das Quellwasser nur mit einem Rohr mit maximalen Durchmessers von eight inches -20,32 cm - ableiteten.
Die Folge: bei extremer Trockenheit versiegt die Quelle und das in einem Reservoir vorsorglich für eine regelmäßige Produktion aufgestaute Wasser reicht über kurz oder lang nicht mehr für das Läutern aus So musste 2018 die Produktion im September wegen ausbleibender sommerlicher Niederschläge eingestellt werden, während andere am River Spey liegende Brennereien durchaus noch Wasser aus dem Fluß bei Niedrigstand saugen durften. 300 000 Liter reiner Alkohol fehlten in der Glenfarclas-Jahresstatistik. Wie heißt es oft bei schottischem Regen gegenüber nörgelnden Touristen mahnend: "Ohne Wasser kein Whisky."
Ballindalloch Castle. Die Ben Rinnes-Hügel sind ein natürliches Grundwasser-Reservoir, das mehrere Speyside Brennereien mit Produktionswasser versorgt.
Eine der größten in Schottland betriebenen 16,5 Tonnen Semi Lauter Tuns (10m Durchmesser) läutert die Würze, die in zwölf stainless steel washbacks mindestes 60 Stunden (106 Std sind jedoch die Regel) vergären. Das beer oder die wash erreicht eine Alkoholkonzentration von 7 bis 8 % vol. Pro Woche werden bei normaler Produktion zwölf bis dreizehn Maischevorgänge durchgeführt.
Daran anschließend erfolgt eine zweifache Destillation. Die direkt mit Gas befeuerte Rohbrandblase ist mit einem rotierenden rummager versehen, damit die Schwebteilchen nicht während der Gasflammenaufheizung am Kesselboden anbacken und somit abträgliche Brandaromen in den Low Wines präsentieren.

Foto: In der 29 600 Liter großen Wash Still werden 25 000 Liter des rund 7 - 8 % vol. „starken und trüben Bieres“ zum Dampfen gebracht. Wegen der Direktbefeuerung verhindert der sich ständig drehende „rummager“ eine Sedimentbildung und damit ein Anbrennen der Wash. Callum Fraser: „Die Rührwerke laufen ständig, auch beim Füllen und entleeren der Brennblase.“ Die Swan Neck Spirit Stills haben eine Kapazität von 21 200 Liter.
Entscheidend für die Qualität des Glenfarclas Whisky sind die Aromenstruktur des New Makes.
Unsere Destillationsabläufe generieren fruchtige Aromen von grünen Äpfel, Mistlezweigen sowie mineralische Noten. Küfer meinen ihre Fässer tragen 70 % des Geschmacks bei, das trifft bei Glenfarclas nicht zu, denn die New Make Noten sind ausschlaggebend und richtungsweisend.
betont Callum Fraser.

Im Mai 1981 kam es im Still House zu Katastrophen. Mit lautem Knall implodierte die Wash Still 1 so heftig, dass Kessel und Hals sich deformierten. Ursache war ein durch den Abtrieb der Alkoholdämpfe - ein Gemisch aus 80 % Wasser und 20 % Alkohol - entstandener Sog bedingte einen Unterdruck, ein Vakuum, als die Aufheizung des Kessels spontan unterbrach und abkühlte. Die Rohbrandblase zog sich zusammen, da der Luftdruck der Atmosphäre um ein Vielfaches höher lag. Eigentlich schützen am Hals angebrachte Sicherheitsventile vor dieser Zerstörung und Fehlsteuerung. Eine Woche später brannte sogar der Spirit Safe.
Exkurs: Sweetening the New Pot Stills
Glenfarclas Distillery reported in August 2022:
"During our annual summer shutdown our Still House has undergone major works to replace two wash stills. This culminated in Mrs Ishbel Grant (Company Director) and Callum Fraser (Production Manager) carrying out the traditional ceremony of sweetening the stills.
Mr Fraser and Mrs Grant can be seen filling a trug with heather and other flora that grow at the foot of Ben Rinnes, close to our natural water source the Green Burn. This natural spring (in the background where it looks to be a “cut” in the hillside) is fed from the melting snows of winter and rises up through granite and peat before making its way down the hillside to the distillery.
The traditional ceremony involved submerging the gathered herbs in boiling water with the purpose of taking the initial newness away from the copper before distillation takes place for the first time. The team have been excited to take part in this age old tradition which we hope future generations will carry forward. This morning, the direct gas fires underneath our wash stills were fired up for our first distillation since we closed for the silent season back in June."
Source: Facebook August 29th, 2022. Glenfarclas Distillery. Photos Courtesy by Glenfarclas Distillery.
Blending
Die Abfüllung eines Whiskies verantworten Fraser und der Distillery Managing Director Douglas Belford gemeinsam. Sie wählen die Fässer für ein neues Vattings aus. Für eine Ausmischung stehen ihnen je nach Abfüllmenge zwei Vats mit einem Fassungsvermögen von jeweils 12 500 Liter und zwei weitere mit jeweils 47 000 Liter in der Blending und Abfüllanlage von Broxburn Bottlers Ltd. zur Verfügung. Belford ist dort seit als Director 2020 Mitglied der Geschäftsleitung. Mitbesitzer der westlich von Edinburgh gelegenen Broxburn Bottlers sind ebenfalls Ian Macleod Distillers (Glengoyne, Tamdhu, Rosebank, Smokehead).
Bei der Selektion der Fässer kommen sowohl Whiskies aus first fill, second fill oder third fill casks in ein Vatting, je nachdem welche Aromenstruktur sich im fertigen zwölfjährigen Whisky ausprägen soll.
Warehousing
In 44 Dunnage Style Warehouses reift heute der Glenfarclas Single Malt in mehr als 103 000 ( 55 000 Stand 2014) Eichenholzfässern am Ort seiner Destillation, was bei vielen anderen schottischen Brennereien nicht mehr üblich ist. Die neue Lagerkapazität beträgt bis zu 105 000 Fässer. Ständig wird erweitert, die neuesten Lagerhäuser kamen 2022 und 2025 dazu. Aktuelle Baugenehmigungen erlauben den Bau von sechs weiteren Warehouses am Ort der Brennerei. So werden zukünftig in 50 Lagerhäusern in rund 120 000 Gebinden, vorwiegend 500 l Sherry Butts, aber auch 250 l Hogsheads, Glenfarclas Spirits zu Whiskies heranreifen.

Glenfarclas zählt wohl zu den schottischen Destillerien, die über das größte Repertoire an alten Whiskies verfügt. Was über Generationen gepflegt wurde, wird von der lebenden Generation ehrfurchstvoll mit Respekt erhalten. Es war ein Privileg, derartige alte Whiskies ohne Filter direkt genießen zu dürfen. Danke Callum!
Das vor dem Klimawandel in den Warehouses vorherrschende kühle Klima war indessen höchst freundlich für die Whisky Macher hinsichtlich der Menge des Angels' Share. Dieser lag auf der Hochebene lediglich bei 0,05 % des Füllvolumens der Sherry-Fässer, während die Mitbewerber jährliche Verluste von 2,5 % verbuchen mussten.
Die Geschichte wiederholt sich. Als Ende des 19. Jhds. die schottische Whisky-Industrie in eine Rezession geriet und viele Brennereien in Konkurs gingen "...verdoppelte Glenfarclas jedoch die Jahresproduktion und baute neue Warehouses, um die Produktionsmenge zu lagern," sagt Distillery Manager Callum Fraser, "...gleiches geschah Anfang der 1980er Jahre als John Grant 1976 die Zahl der Brennblasen von vier auf sechs erhöhte."
Baronial Ballindalloch Castle. Ben Rinnes, Weg zum Gipfel 841m.
„Die ältesten Fässer sind aus dem Jahre 1950. Aufgrund des lückenlosen Bestands brachte ich die Family Cask Edition 2007 aus immerhin 43 aufeinanderfolgenden Jahren auf den Markt. Sie macht Glenfarclas so einzigartig und verschafft uns ein Alleinstellungsmerkmal. Keine andere schottische Distillery kann so etwas in dieser Geschlossenheit umsetzen,“ betonte der ehemalige Brand Manager John Grant stolz. „Selbstverständlich werden sie in natürlicher Fass-Stärke, ohne Beigabe von Zuckerkulör und nicht kühlgefiltert in klaren Flaschen abgefüllt, damit der Kunde ihre natürliche Farbe sieht.“
Glenfarclas. Production Manager Callum Fraser, Jubilee Cask 150, two unique Seasoned Sherry cask

Die 10- bis 30jährigen Standardabfüllungen werden grundsätzlich nicht mit E 150 gefärbt. Allerdings sind sie kühlgefiltert, da sie nur mit 40 oder 46 % Vol. abgefüllt werden. „Bei kühlen Temperaturen wie auch durch eine mögliche Zugabe von Eis würde die daraus resultierende Trübung der Whiskys den Normalkunden irritieren.“ Glenfarclas Malts reiften fast ausschließlich in Sherry-Fässern aus Andalusien. In der Mehrzahl seien es Butts (500 Liter) oder Hogsheads (250 Liter) in denen vorher der trockene Sherry-Typ Oloroso oxidativ in andalusischen Bodegas ausgebaut wurde. Seit der 1980er Jahre, verstärkt seit 1990, kämen diese Fässer exklusiv aus der Toneleria José y Miguel Martin.
Jahre zuvor kamen die Sherry Shipping Casks von den Wein- und Sherry-Händlern in Glasgow, Leith u.a., den Pubs sowie anderen Quellen.
Heutzutage investiert Glenfarclas jährlich rund drei Millionen Pfund für die Anlieferung von neuen Fässern aus Jerez. Mittlerweile werden die Butts von der Toneleria José und Miguel Martin in der D.O. Jerez mit Sherry belegt. Statt 12 Monate Standard Seasoning, wie bei vielen Mitbewerbern üblich, "reifen" die Fässer aus amerikanischer oder spanischen Eichenholz geböttchert mit Sherries für 36 Monate in den Martin-Bodegas in Jerez oder Sanlúcar de Barrameda. Sie erhalten daher alle das seit 2016 das vom Consejo Regulador de Vinos de Jerez y Manzailla de Sanúcar de Barrameda verliehene Zertifikat, obwohl sie zum größten Teil in Bollullos par del Condado nahe der Stadt Huelva außerhalb der DO Jerez von Martin-Küfern geböttchert werden. Ein frisches Seasoned Sherry Butt kostet etwa 1 900 Pfund (Stand 2025).
„Our 12 year old Glenfarclas is a Vatting (Verschnitt) of 60 % first fill and second fill Sherry casks with 40% of third fill and fourth fill Sherry casks,“
erläutert George die Firmenphilosophie. In amerikanischen Bourbon-Fässern reife der Spirit weniger ausgewogen und werde darin zu ölig in seiner Konsistenz.
„Wir brauchen einen gleichen Qualitätsstandard, unser Whisky reift in den spanischen Fässern besser und entfaltet dort seine Aromen und seinen Geschmack, so wie wir ihn schätzen,“
lautet die klärende Aussage.
„Wir folgen keinen Trends, sondern machen nur das,
was mein Vater und meine Vorfahren machten.
Es gibt keine getorften Whiskys.“
Die von der Glenmorangie Distillery vor Jahren initiierte Nachreifung eines Whiskys in Weinfässern habe für Glenfarclas keine Bedeutung:
„We do not finish whisky!“
Seine Whiskys reiften grundsätzlich nur in einem Fass, seien es Sherry-, Portwein- oder Cognac-Fässer.
Rare Transport Sherry casks and very special antique tasting lounge
Family Tradition at its best.
Tradition lebt weiter
George und sein Vater John schaffen mit ihren Grundsätzen ein Alleinstellungsmerkmal in der schottischen Whisky-Industrie. Ein weiteres Fundament der Firmenphilosophie sind die in der Brennerei arbeitenden direkt beheizten Brennblasen. Wie bei Glenfiddich, Macallan und Springbank sind sie quasi Relikte einer längst vergangenen Epoche der schottischen Whisky-Technologie. 2013 wurden von den sechs direkt mit Gas beheizten Pot Stills rund 3,12 Millionen Liter reiner Alkohol gebrannt (2024 waren es 2,9 Millionen).
„Angesichts der kostenintensiven Beheizungsmethode und des Kostendrucks versuchten wir 1980 teure Energie zu sparen und installierten eine dampfbeheizte Spiralleitung im Bottich einer Spirit Still,“
berichtet George. Das Ergebnis der dreiwöchigen Testdestillation sei allerdings ernüchternd gewesen:
„The steam coils changed completely the flavour profile of our whisky.“
Auch eine vergleichende chemische Analyse der direkt und indirekt befeuert destillierten New Makes habe die unterschiedlichen sensorischen Eindrücke eindeutig empirisch nachgewiesen. „Mein Vater sagte, dies wäre kein typischer Glenfarclas mehr. Daher erklärte er das Experiment für gescheitert und wir behalten bis heute die kostenintensive direkte Befeuerung unserer Brennblasen bei.“
Ein emotionaler Höhepunkt war für den zukünftigen Glenfarclas-Erben war die Abfüllung eines Fasses an Silvester 1999: „Gemeinsam mit meinem Großvater und meinem Vater füllte ich anlässlich der Jahrtausendwende ein letztes Sherry-Butt und im neuen Jahrtausend ein weiteres mit New Make. Dieser Tag war auch der letzte Besuch meines Großvaters in der Brennerei.“ Seine Eltern wohnen direkt neben der Distillery. Der liebenswürde und umgängliche George lebt allerdings mit seiner aus Shanghai stammenden Frau Stephanie und ihren beiden sieben und zwei Jahren alten Töchtern in Craigellachie. Kaitlyn und Sophie werden die siebte Generation der Grants of Glenfarclas prägen.
Die Bewahrung der traditionellen Werte ist für den im Juni 2013 in den Gesellschafterausschuss der Glenfarclas Distillery aufgestiegenen George Grant eine Verpflichtung gegenüber den vergangenen aber auch zukünftigen Generationen. Daher stehe ein Verkauf nicht zur Debatte. Zurzeit arbeite das Produktionsteam von Glenfarclas am Limit, 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche werde mit der derzeitigen Anlage bis fast an die Grenzen destilliert. George Grants großes Ziel sei es, die Verkäufe des Spirits an die Blender zu reduzieren, um die Marke Glenfarclas stärker auf dem Weltmarkt zu profilieren. Dafür bräuchte er als unabhängige Brennerei eben mehr vom eigenen Single Malt Whisky:
„Daher werden wir 2014 die Jahresproduktion auf 3,5 Millionen Liter erhöhen.“
Nachhaltigkeit und ökologisches Denken seien für ihn selbstverständlich und deshalb plädiere er für die Abschaffung der Umverpackungen bei den Single Malts:
“You don’t see Bordeaux bottles in boxes.”
„Wir sind als Familie immer sehr nahe an den Ereignissen unserer Brennerei. Wir engagieren uns in der tagtäglichen Arbeit zusammen mit unseren Mitarbeitern, die sich ebenfalls seit Generationen mit Glenfarclas, seiner Geschichte und unserer Familie identifizieren.
Wir sind stolz auf unsere Unabhängigkeit und arbeiten täglich daran, dass der Single Malt von Glenfarclas so wie in der Vergangenheit, auch in der Zukunft ein beliebter Whisky einer unabhängigen familiengeführten Brennerei bleiben wird.“
Impressionen. Kiln Pagoda designed by Charles Doig. Produktion. Ernie dankt Callum Fraser für das Privileg einer inhaltsreichen Führung.
Großereignis 70 Year Old Glenfarclas released
Im Juni 2025 überraschte die Grant Family die Whisky World mit der Ausgabe eines 70 jährigen Glenfarclas, der in einem first-fill Oloroso Butt in einem Dunnage Warehouse am Ort der Brennerei langsam heranreifte. Symbolisch wählten sie, in Anwesenheit des Distillery Chairman und Senior John Grant, das berühmte und kleinste Warehouse No 1 für die Präsentation der bisher älteste Glenfarclase Release aus.

Schlichte und konventionelle Verpackung. Photo Cortesy Glenfarclas.
Wie es bei der Grant Family Tradition ist, kam keine opulent von den Glasbläsern der Manufakturen Lalique oder Glen Cairn designte, extrem teure Karaffe zum Vorschein. Schlicht in der roten Warehouse Collection Box mit ihren beiden Türchen erschien der Siebzigjährige in einer für Glenfarclas typischen Flasche.
"Taste over presentation. Inhalt vor Form,
The most important thing about the packaging
is what is inside the bottle,"
meinte denn auch Distillery Manager Callum Fraser während der Vorstellung.
Das ist die erfreuliche Maxime im Vergleich zu den Auswüchsen anderer Old Vintage Releases der vergangenen Jahre. Entscheidend ist der Inhalt für Glenfarclas und nicht die Verpackung.
Es ist auch ein deutliches Zeichen,
dass der Whisky verkostet werden soll.
Als der Single Malt 1953 in den direkt mit Kohle beheizten Pot Stills aus dem Gerstenmalz der eigenen Tennemäzlerei - Malt Barn - doppelt destilliert wurde, löste Dwight Eisenhower als Präsident Harry Truman ab. In Ostberlin kam es im Juni zum Volkaufstand. Reifen durfte das doppelt gebrannte Destillat in Sherry-Fässern, wie es bei Glenfarclas Standard war. Sechs Distillery Manager umsorgten und beobachteten ihren Reifeprozeß.
Es ist wohl anzunehmen, dass das abgefüllte Oloros Sherry Butt ein sogenanntes Shipping oder Transport Cask war.
The Sherry was kept in for six to nine months
before filled with new make,
meinte Callum Fraser.
Beipiel: EL CID Shipping Cask von 1968 entdeckt bei Glenfarclas im Warehouse no. 1. Die Duff Gordon Bodegas gründete einst der Schotte James Duff 1768. Sie gingen in die Familie Osborne über. Aus der El Cid (Solera?) kamen in den 1950ern bis in die 1980er Jahre Amontillado Sherry Blends auf dem Markt.

Es handelte sich also nicht um ein sogenanntes echtes, also altes Solera Bota, in dem die Oenologen in einer andalusischen Bodega Sherries - aufgesprittete Likörweine - über Jahrzehnte aerob ausbauten. Für den Sherry-Export und den Transport per Schiff böttcherten die andalusischen Küfer eigens spezielle Fässer vorwiegend aus kostengünstigen amerikanischen Eichenholz. Damit die Fässer für den beschwerlichen Transport von der Bodega zum Hafen in Cadiz und den Weitertransport über den Seeweg zu den Importeuren, das Leichtern in Bristol, London, Glasgow und Leith keinen Schaden nahmen, waren die Dauben etwas dicker, damit widerstandsfähiger, geschnitten, als dies sonst für die Sherry-Solera-Botas der Fall war. Nach deren Entleerung kamen die Shipping Casks zur Weiterverwendung oft in die Brennereien. Dort entdeckten Anfang des 19. Jhds die Distiller nicht nur die kostengünstige Lager- und Transportkapazität der New Makes, sondern den positiven wohltuenden, aromatischen Einfluß der andalusischen Fässer auf ihre scharfen New Makes. Die frühen Erfolge von John Smith mit Glenlivet Whiskies (1824 folgend) können als Beleg dienen.
Der Export von Sherry in Fässern wurde per Gesetz Mitte der 1970er Jahre untersagt. Sherry durfte nur noch in Flaschen ausgeführt werden, um nicht nur Verfälschungen vorzubeugen, sondern auch neue Arbeitsplätze bei den Abfüllbetrieben und Flaschenherstellern zu schaffen.
Erfreulicher Nebeneffekt bei der Whisky-Reifung im Transport Cask, die dickeren Dauben verminderten den Sauerstoffeintrag, wie auch den Angels' Share erheblich. Damit nahm auch die Alkoholkonzentration des lange lagernden Fasswhiskys weniger schnell ab. Nach sieben Jahrzehnten zeigte der Methusalem Glenfarclas noch eine Alkoholkonzentration von 42,7 % vol.
Impressionen. Warehouse One. Callum Fraser in 2014. The Whisky Paradiese. Unique in Scotland.
Press Release June, 19th, 2025
"Glenfarclas, one of Scotland’s few remaining family-owned and managed distilleries, has today announced the release of its oldest whisky to date.
Distilled on 20 November 1953, the Glenfarclas 70-Year-Old marks a pinnacle in the distillery's legacy, embodying over seven decades of meticulous ageing and expertise.

Matured in the distillery’s traditional dunnage warehouses in Speyside, this release was laid down in first-fill sherry casks. The whisky has been overseen by six distillery managers over the past seventy years and will now be available to purchase internationally.
The 70-Year-Old is an exceptionally rare Glenfarclas. When it was distilled back in 1953, the malt barn would have been a hive of activity at the heart of the distillery, with barley being hand-turned on the malting floors. Today the old malt barn has been re-purposed as the tun room. This remarkable whisky comes from one of the few remaining casks of this era.

With only 262 bottles available globally, the Glenfarclas 70-Year-Old is a landmark release that embodies rarity, provenance, and heritage.
With its polished dark teak hue, the Glenfarclas 70-Year-Old invites you in before the first sip. The nose reveals stewed fruits, and a gentle touch of Speyside peat. On the palate, rich notes of dark chocolate, spiced dried fruits, treacle toffee and deep coffee unfold in layers. The finish is long, evolving, and deeply satisfying - a rare whisky that lingers, both in flavour and memory.
John Grant, chairman and fifth generation of the Grant family to have owned and run Glenfarclas distillery, added:
"As Chairman of a family-owned distillery I am committed to overseeing the production of our exceptional malt whisky,
just as my forefathers did before me.
We take great pride in maintaining complete control over every aspect of production, preserving our time-honoured traditional methods -

most notably, the use of direct-fired stills, which creates a robust and full-bodied spirit."
Remarkably, this particular cask has been maturing almost as long as I’ve been alive.
Releasing it now marks a true milestone, and one that Callum and I have considered carefully and with great respect for its legacy.”
At 70 years old, this is the oldest release in the Glenfarclas Warehouse Series, surpassing the 30-, 35-, and 40-Year-Old expressions. Presented in the same distinctive Glenfarclas ‘red’ secondary packaging the series is known for, the understated packaging marks a deliberate choice by the family to let the whisky speak for itself, while remaining true to the brand’s values of simplicity and integrity.
Callum A. Fraser, Distillery Manager at Glenfarclas commented:
“This is true Glenfarclas and this expression captures the very DNA of the distillery.
What we did 30 or 40 or even 70 years ago is very much what we still do today.

The warehouses are still here, holding decades of stories in their walls. At the heart of it all, tradition remains key.
“This whisky has waited seventy years to be enjoyed. Through wars, the reign of a queen and now a king, the world has changed —
but this spirit has endured, and it stands as a rare and timeless testament to patience and craft.”
The Glenfarclas 70-Year-Old will be available globally from June 2025 through a select network of specialist retailers in over 50 markets. The recommended retail price is £20,000 (UK), subject to regional variations.
Glenfarclas 70-Year-Old tasting notes
Colour: Polished dark teak with a subtle gleam - richly hued but not overly dark.
Nose: Soft and smooth, with gentle tannic undertones that never overwhelm. Opens with aromas of stewed fruits and traditional Scottish dumpling. A delicate thread of Speyside peat - drawn from the slopes of Ben Rinnes - adds a lightly earthy, smoky nuance. The sweetness deepens, revealing layers of fruit compote, honeyed malt, and a quiet richness.
Palate: Dark chocolate laced with sherry-soaked dried fruits gives way to a refreshingly spicy tingle on the palate leading to a bold thread of rich, roasted coffee. The mouthfeel is luxuriously coated in treacle toffee, creating a full-bodied, indulgent texture.
Finish: The finish lingers and effortlessly clings to the roof of the mouth. Delicate peat resurfaces, rolling gently across the tongue with a green, grassy echo of Speyside origins. This is Glenfarclas to its core."
Glenfarclas aktuell
Glenfarclas verkaufte im Jahr 2020 rund 2,5 Millionen Flaschen Single Malt. Die Speyside Distillery nimmt damit den 13. Rang der Weltrangliste ein. Die Produktionskapazitäten betragen 3,5 Millionen Liter reinen Alkohol. Der Mittellauf ist robust, kräftig, fruchtig und etwas stechend. Die Abtrennpunkte liegen zwischen 72 % vol. und unter 60 % vol bis zu 58 % vol.
Der 16,5 Tonnen große Läuterbottich gehört zu den größten in Schottland. In zwölf Stahl-Fermentern vergärt die flüssige Hefe in von 60 bis 120/106 Stunden die Würze zu Bier. 2020 konnten die Stillmen wegen der Corona-bedingten Schließung mit ihren acht direkt mit Gas befeuerten Brennblasen nur 1,8 Millionen Liter reinen Alkohol destillieren. 2021 sollen es wieder 2,5 Millionen Liter werden.
Die Spirits reifen vor Ort in den eigenen Dunnage Warehouses vor Ort.
Beispielhaft bei Glenfarclas ist die nachhaltige ökologische Orientierung. In den 2012 und 2013 investierte das Familienunternehmen rund drei Millionen Pfund in eine richtigsweisende Abwasser- und Abfallanlage, die aus Deutschland kam. Sie erfüllten damit eine Auflage der Regionalverwaltung, das Abwasser nicht nur abzukühlen, sondern auch von Schwebeteilchen zu reinigen. Im zweiten Halbjahr 2023 setzten sie die Öko-Planungen mit der Installation von großflächigen Solar Panels auf den Dächern des Tun Rooms fort.
Beispielhaft: Cleaning the production waters and residue


Memories
First published in 2014
Updated in July 2025
Interview mit Distillery Production Manager Callum Fraser

Im Dezember 2012 wechselte Callum Fraser für viele überraschend von der Deanston Distillery zur familiengeführten Glenfarclas Distillery in die Speyside. Callum war seit 1990 in der 1965 gegründeten Deanston Distillery beschäftigt, wo er 2006 zum Distillery Manager aufstieg. Seniorchef John Grant und Sprecher der John & George Grant Ltd. freute sich über den Zugang hatte doch Shane Fraser - nicht verwandt mit Callum - die Brennerei in Ballindalloch verlassen, um in der 2012 gegründeten Wolfburn Distillery in Thurso die Whisky-Produktion zu verantworten.
Callum Fraser erklärte seinen Wechsel: „Vor einigen Jahren verkostete ich während des Whisky-Festivals von Ayr einen Glenfarclas Whisky, seit dieser Zeit verfolge ich die Aktivitäten bei Glenfarclas. Für mich ist es eine gute Chance und große Herausforderung, für eine familiengeführte Brennerei mit einer solch langen Geschichte zu arbeiten.“
Callum selbst stammt aus Stirlingshire und war ursprünglich fünf Jahre Bäcker. Im Oktober 1990 begann er seine Karriere in der Whisky-Industrie bei Burn Stewart Distillers und erarbeitete sich Kompetenzen der Whisky-Herstellung von Grund auf. Vom Mashman, Stillman bis hin zum Warehouseman durchlief er bei Deanston alle Stationen einer typisch schottischen Whisky-Karriere und wurde 2003 zum Assistant Manager der am River Teith in der Nähe von Stirling gelegenen Highland Distillery ernannt.
Callum war und ist bei seinen ehemaligen und jetzigen Kollegen sehr beliebt. Er wird von ihnen für seine große Hilfsbereitschaft, Teamfähigkeit, hohe Professionalität und seine Kompetenzen gelobt. Sein Humor und seine ansteckende Motivationskraft sowie Callums Kommunikationsverhalten schafften eine angenehme und effiziente Arbeitsatmosphäre, sagen seine Kollegen einstimmig.
Ernie and Callum Fraser

E: Beim Gärprozess wird jetzt flüssige Hefe eingesetzt, hat sie das Aromenprofil des Destillats verändert?
F: So weit mir bekannt ist, hat die flüssige Hefe, das Aromenprofil nicht verändert. Wir arbeiten sehr sorgfältig und verändern die Abläufe sehr langsam, damit wir immer die Gärung unter Kontrolle halten. Wir arbeiten immer schrittweise und beobachten die Abläufe sehr genau.
E: Die Washbacks, die Gärbottische, zählen zu den größten in der Speyside wie lange dauert dort die Verwandlung in Beer?
F: Die Gärung ist immer über 60 Stunden lang.
E: Glenfarclas ist eine der wenigen schottischen Brennereien mit direktbefeuerten Brennblasen, hat das Auswirkungen auf die Energiekosten?
F: Der Wirkungsgrad ist etwas schlechter als bei den indirekt-befeuerten Brennblasen, daher benötigen wir beim Destillieren etwas mehr Energie. Aber die Kosten sind bei Gas weitaus geringer als bei Öl.
E: In der Rohbrandblase droht beim Destillieren die Gefahr des Anbrennens?
F: Unsere Rummaggers (Rührwerke) mit ihren Kupferketten drehen sich immer und verhindern das Anbacken. Diese drehen sich eigentlich immer, auch während der Entleerung oder der Befüllung der Wash Still.
E: Wie schmeckt das Destillat?
F: Unser New Make ist sehr fruchtig, frisch und delikat mit Noten von grünen Äpfeln.
E: 2012 war bereits ein Glenfarclas-Rekordjahr in der Whisky-Produktion, hat sich dieses Niveau im Jahre 2013 fortgesetzt?
F: Wir produzierten im vergangenen Jahr 3 120 000 Liter reinen Alkohol, das war wieder ein neuer Rekord für Glenfarclas. In diesem Jahr werden wir die Produktion sogar auf 3 500 000 Liter Alkohol anheben.
E: Was ist das Besondere an Glenfarclas?
F: Glenfarclas als Ganzes unterscheidet sich von anderen Brennereien sehr, sie wird bis heute immer noch von der Besitzerfamile geführt, dieser Erfolg spricht für sich selbst, und diese Kontinuität schlägt sich in der Produktion so wie in der Art und Weise wie wir Whisky machen nieder.
Das Gespräch wurde im Januar 2014 geführt.
NB: Burglary at Glenfarclas 16th May, 2022
"The pictures we never thought we would post… We are horrified to have to share that our Visitor Centre was broken into at approximately 2.45 this morning.
The thieves clearly knew what they wanted as they smashed the cabinets and cleared out all the oldest and most valuable Family Casks and a bottle of 60 Year Old, leaving destruction behind.
The total value of the whisky stolen is over £100,000. The team are understandably very shaken up by these events. We would ask if you have any information related to this crime or are offered these bottles to please get in touch with us immediately, and please share this post."
This is not the first time a Speyside distillery was targeted by thieves. In January 2022 at Aberlour's visitor centre thousands of pounds worth of whisky were stolen by burglars."
Photos Courtesy of Glenfarclas Distillery
Stroll around Glenfarclas Distillery at The Gateway to Distilleries and enjoy lots of photos, please click photo:
Zum Autor
Ernie - Ernst J. Scheiner ist der Herausgeber des Portals The Gateway to Distilleries www.whisky-distilleries.net Er dokumentiert über 150 Destillerien fotografisch von innen und beschreibt detailliert die Produktion der Whiskies. Seit seinem Studium an der University of Edinburgh befasst er sich mit dem Thema Whisky und publiziert in Fachmagazinen

wie Das Irland Journal, die Kleinbrennerei, Whisky Passion und The Highland Herold. Features und Stories erschienen in den Blogs whiskyexperts, whiskyfanblog und whiskyintelligence. Als Leiter der VHS Ingelheim führte, und nun als Whisk(e)y-Botschafter leitete er Destillations-Kollegs, Studienreisen und Whisky-Kultouren zu den Quellen des Whiskys.
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