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  • Ernie - Ernst Scheiner

Kilkerran. History. The Making of Whisky

Aktualisiert: 10. Feb. 2022


Wiedergeburt von Glengyle

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Die nur 400 Meter von Springbank entfernte Glengyle Distillery geht auf einen Streit der Besitzerbrüder John und William Mitchell in den frühen 1870er Jahre zurück.



„Sie stritten sich so heftig über die Schafzucht, dass William 1872 seine eigene Gerstenbrennerei gründete und selbst leitete,“ erläutert Production Manager Gavin McLachlan. Beide hatten sie gemeinsam Springbank betrieben. Wie viele Brennerei-Familien in Campbeltown waren sie in erster Linie als Landwirte tätig. Es wird berichtet, sie hätten sich um Schafe gestritten. William verließ daraufhin wütend Springbank, um seine eigenen Ziele zu verfolgen und trotzig seine neue eigene Brennerei zu errichten, die jedoch in direkter in der Nachbarschaft von Springbank lag.


Blicken wir zurück. 1844 begann John Mitchell mit der Landwirtschaft und Viehzucht als er die Balliemenach Farm nördlich von Campbeltown pachtete. Er und sein Bruder William vergrößerten den Betrieb durch Zupacht von weiteren Bauernhöfen in direkter Nachbarschaft, die alle zu den feudalen Argyll Estates gehörten. Die Großbauern waren ebenfalls als Distiller aktiv und bewirtschafteten erfolgreich 6 900 Hektar Grund. Die Auseinandersetzung mit seinem Bruder führte zur Auflösung der Springbank-Partnerschaft. 1837 hatten die beiden nach dem überraschenden Konkurs der Vorbesitzer "William Reid Jr. & Co Longrow st." die Brennerei ohne Namen von den Kreditgebern übernommen. Im November 1872 kam es zum Verkauf der Anlagen in der Longrow. Eine öffentliche Zwangsversteigerung mit einem Mindestgebot von 3 500 Pfund führte zur Übernahme durch John Mitchell und seinem Sohn Archibald bei 5 055 Pfund. Daher gilt bis heute der formulierte Gesellschaftstitel J. & A. Mitchell. Die Erlösanteil war William Mitchells Investitionskapital für seine neue Glengyle Distillery.



Glengyle Distillery produces Kilkerran Malts


Blicken wir zurück in die Geschichte

Es waren vermutlich irische Siedler, die den christlichen Glauben allmählich in die winzigen Townships Kintyres, Argylls und der Highlands brachten. Die Legende berichtet, dass Saint Columba mit zwölf Getreuen den nur wenige Meilen breiten North Channel in Curraghs – lederbespannte Ruderboote - überquerte. Um 563 betrat Colm Cille, so sein gälischer Name, von Ballycastle kommend in der Carskey Bay den Boden von Kintyre und überbrachte den dort lebenden Scoti das Evangelium. Bis heute hält sich die Mär, Columba hätte neben dem christlichen Glauben die Kunst der Destillation in Schottland eingeführt. Die Forschung legt aber nahe, daß es wohl die belesenen irisch-stämmigen Mediziner der Lord of the Isles, die MacBeathas, die das Destillationswissen der spanischen Mauren im Ende des 13. Jahrhunderts nach Islay und damit nach Schottland brachten. Ein schmuckes keltisches Hochkreuz im Kirchhof der Kilchoman Parish Church bezeugt diese Annahme.


Campbeltown Cross, Curragh, Saint Columba's Footsteps


Usquebaugh

Wahrscheinlich wurde seit jener Zeit in Kintyre das Wasser des Lebens gebrannt, denn Gerste wuchs auf den Äckern prächtig. Die Voraussetzungen waren günstig, die sechsreihige Gerstenart Bere fand in der Regel beste Anbaubedingungen vor: feuchtes atlantisches Klima bei der Aussaat, mineralreichen Boden und lange, sonnige Tage im Sommer. Wasser und Torf gab es im Überfluss. Die Sommergerste wurde gemälzt, um daraus ein rauchiges Bier zu brauen, welches gerne mit lokalen Gewürzen oder importiertem Ingwer aromatisiert wurde.

Bier ist ja bekanntlich die Grundlage für das Brennen eines Whiskys.





Es war daher kein Wunder, dass sich in Kintyre vom 13. bis ins 18. Jahrhundert eine florierende Zunft von Schwarzbrennern entfaltete. Rund 70 „small vessel distillers“ zählte der Kupferschmied Robert Armour von 1811 bis 1817. Er führte Buch über die Anzahl der von ihm gedengelten „smuggler’s kettles“. Er dengelte die ersten mit offenen Feuer beheizten Pot Stills von Springbank. Die Kohle hierfür bauten Miner im östlich von Campbeltown liegenden Machrihanish Coal Field ab.


Die Crosshill Farm entrichtete 1636 eine Pacht in der Höhe von „six quarts of aquavitae” an die Gemeinde von Lochhead, heute Campbeltown. Andere Dokumente beschreiben, dass der Laird of Calder, Alex Campbell, im September 1591 einen Krug gefüllt mit „Wasser des Lebens“ als Pachtzins erhielt. Der feudale Grundbesitzer konnte nicht erahnen, dass sich Campbeltown im 19. Jahrhundert zu einem Spirituosenzentrum entwickeln würde. Vermutlich seit 1798 war eine der ersten legalen Whisky Distilleries mit dem Namen The Campbeltown aktiv. Eine zweite mit gleichem Namen, in der Longrow gelegen, wurde 1815 von John Beith & Co. errichtet.
Beide waren Vorläufer eines Distillery Booms: Als 1823 die neue Gesetzgebung den Erwerb von Brennlizenzen erleichterte, sollten in den Folgejahren mehr als 30 legale Brennereien entstehen.


Der Standort mit einer natürlichen tiefgängigen Hafenbucht war ideal. Leere Fässer der schottischen und irischen Whisky Blender sowie Gerste aus den Lowlands, aus Irland oder vom europäischen Festland konnten leicht mit Segelschiffen angelandet werden. Mit vollen Whiskyfässern, gereift in der salzhaltigen Luft des milden maritimen Klimas, kehrten ab 1850 die dampfbetriebenen Clyde Puffers in die Whisky-Blending-Zentren von Glasgow oder Belfast zurück. Irischer Whiskey hatte oft schottische Spirits in der Flasche. Die Blender in Antrim nahmen die geografische Herkunft nicht so genau. Hauptsache, die Whiskeys schmeckten den Kunden.


Wirtschaftszentrum Campbeltown

Schiffsbau, Viehzucht, Heringsfang, Kohlebergbau, Metall- und Textilverarbeitung, Militärbasen, Whisky und ein insgesamt reger Handel machten die Wee Town – die „kleine Stadt“, wie ihre Einwohner sie charmant umschrieben – zu der prosperierenden Wirtschaftszone in Kintyre. Der rasch wachsende Wohlstand spiegelte sich in der Architektur der Bürgerhäuser, der öffentlichen Gebäude und in den Straßen wider. Geld spielte keine Rolle. Angesagte Glasgower Architekten schufen ein Stadtbild, dessen rotes Sandsteingesicht bei einem Rundgang an die pulsierende Metropole am River Clyde mit den Protzbauten der Reeder und Kaufleute erinnert.

Heute ist der Glanz größtenteils verblichen. Traditionsgeschäfte gaben auf, die Stadt verwaist. Trotz infrastruktureller Förderung der schottischen Regierung können die nachteiligen Veränderungen kaum aufgehalten werden. Da genügt die 2016/17 erfolgte Renovierung des architektonisch wertvollen Art Deco Picture House in der Uferstraße nicht. McCartney spendete nicht, der Eigentümer der Springbank Distillery schon. Der öffentlichkeitsscheue Distiller Hedley G. Wright ist seit Jahrzehnten einer der honorigen Mäzene der Stadt. Er renovierte die verfallenden Häuser der "wee toon" und unterstützt Kultur, Vereinsleben sowie Sozialprojekte. Früher betrieb der Absolvent der Cambridge University den Delikatessenshop Eaglesome – zugleich ein Großhändler für die Springbank-Produkte – eine Disco und mehrere Pubs.




Als der Chronist Alfred Barnard die Whiskybrennereien des Vereinigten Königreichs bereiste, dokumentierte er im Juli 1885 alleine in Campbeltown 21 produzierende Distilleries. Klangvolle Namen wie Albyn, Benmore, Dalaruan, Glen Nevis, Hazelburn, Kinloch oder Lochside belegten die große Beliebtheit der Single Malts aus „Kinlochkilkerran“, wie die alte Stadtbezeichnung des Royal Borough bis ins 17. Jahrhundert lautete. Heutzutage sucht der Whiskyliebhaber nach diesen Brennereien vergebens, denn sie überlebten, wie die meisten ihrer irischen Nachbarn, den in den 1920ern mit der amerikanischen Prohibition und der Weltwirtschaftskrise einsetzenden Niedergang der Branche nicht. Jahre zuvor hatte bereits eine maßlose Überproduktion von schlechten Whiskys den guten Ruf der Campbeltown Brennereien ramponiert und viele Distiller in den Ruin getrieben. Übrig blieben 1930 nur die Brennereien Rieclachan, Glen Scotia und Springbank, die ihre Whiskys unter dem Label „Highland“ vertrieben. Selbst der Whisky-Crash der 1980er-Jahre, als zu viel schottischer Whisky den Weltmarkt überschwemmte, konnte ihnen nichts anhaben: Schottlandweit stellten damals mehr als zwanzig Brennereien ihre Produktion ein, nicht so Glen Scotia und Springbank.


Mitte der 1990er-Jahre begann allmählich eine beispielhafte Erfolgsgeschichte der Malts von Springbank. Glen Scotia folgte erst 2010 mit ihren Single Malts in der poppigen Aufmachung. Unter Whiskyfans erfuhren die Produkte aus Campbeltown eine hohe Wertschätzung. Zuvor waren sie in der weltweiten Whisky-Szene nur einem überschaubaren Kreis bekannt. Whiskys mit Namen Kilkerran füllten ab 2007, insbesondere ab 2009 mit den Abfüllungen "Work in Progress" allmählich die Regale des Spirituosenfachhandels.


Der Anfang

Der Landwirt gründete 1872 Glengyle. Die Bauarbeiten begannen 1873. Die erste Gerste vermälzten Matties auf den neuen Floor Maltings im November. Die Destillate strömten wohl kurze Zeit darauf aus den "Common Furnace"-Brennblasen. Die jährliche Kapazität lag laut Zeitungsbericht bei 210 000 Gallonen Alkohol. Die ersten Whisky- Spirits - damals gäbe es keine gesetzlich festgelegte Mindestreifezeit von drei Jahren - verschiffte William Mitchell im Frühjahr 1875 zu einem Blender nach Glasgow wie der Argyll Herald schrieb.


In der Glebe Street sprudelte bis 1925 der Gerstenbrand aus drei direkt beheizten kupfernen Schwanenhalsbrennblasen – zwei mit einem Fassungsvermögen von jeweils 3100 Gallonen - und eine Spirit Still mit 1860 Gallonen. Zu Alfred Barnards Zeiten 1886 lag die jährliche Produktionsmenge bei 410 000 Litern. Die West Highland Malt Distilleries Ltd. musste nach dem Erwerb im Jahr 1919 wegen der US Prohibition, der Great Depression und den dadurch bedingten Absatzproblemen die Destillation um 1924 einstellen. Whisky Spirit aus Campbeltown war bei den Blendern in Glasgow, Leith oder Perth nicht geschätzt, er war von minderer Qualität wie Hedley Wright einmal betonte.


Die Nachwirkungen der Überproduktion des schnellen Campbeltown Spirits Ende des 19. Jhds. wirkte sich nach wie vor auf die Umsätze aus. In schwierigen wirtschaftlichen Zeiten stand Glengyle ebenso wie Glen Nevis und Ardlussa - nur Warehouses und Malting Floors - zum Verkauf. Eine Versteigerung 1925 führte alsbald zur Stilllegung der Brennerei, denn die Erwerber und Spekulanten, die Glasgower Whisky Blender Maurice und Joseph Bloch – Eigentümer von Glen Scotia – waren für günstige 350 Pfund lediglich am Fassbestand interessiert. Nur ein Jahr lang wurde unter ihnen destilliert. Die Anlagen wurden abgebaut, die Brennerei stillgelegt, die Anlagen ausgebaut und teilweise verschrottet. Teile der Lagergebäude wandelten sich in eine Werkstatt der Craig Brothers.


Die Versuche der Bloch Brothers, Glengyle 1941 in irgendeiner Weise wieder aufzubauen, scheiterten. Die Absicht des Wein- und Spirituosengroßhändlers Campbell Henderson Ltd. im Jahr 1957 eine "moderne "Brennerei zu errichten, scheiterte an den Verkaufspreisforderungen der Grundstückseigentümer. Danach nutzte ein Schützenclub sowie ab 1960 die von der Kintyre Farmers Cooperative erworbenen Gebäude. Quelle: Angus Martin. Campbeltown Whisky. An Encyclopedia. Edinburgh, 2020.



Neubeginn

Als die Immobilien 1999 zum Verkauf standen, erwarb der sonst so sparsame Hedley Wright die alten, vollkommen entkernten Gemäuer der Glengyle Distillery, denn er wollte die regionale Herkunftsbezeichnung „Campbeltown“ für seine Whiskys unbedingt erhalten. Dazu waren nach den Regeln der Scotch Whisky Association mindestens drei arbeitende Destillerien in der Region notwendig. 1998 erhöhte die SWA den Druck und drohte, den regionalen Status „Campbeltown“ zu entziehen, da auch Glen Scotia zeitweilig nicht produzierte. Im Management von Springbank reifte der Gedanke, eine Brennerei neu zu schaffen.


Frank McHardy

In einer Notaktion Mitte 1999 kurbelten Frank McHardy und sein Springbank Team aber zunächst die Destillation bei Glen Scotia zeitweise wieder an, um so die SWA zu beruhigen. Davon angestachelt setzte der eigentliche Besitzer, die Loch Lomond Distillery Co., die Produktion ab 2000 mit zwei Personen fort. Mit Glengyle gesellte sich nun ein neuer, alter Mitstreiter dazu. Die regionale Bezeichnung „Campbeltown Whisky“ war gerettet, zumal in jenen Jahren in den Lowlands nur drei Distilleries – Auchentoshan, Glenkinchie, Bladnoch – aktiv waren.


Home of Kilkerran

Der damalige Springbank Production Director Frank McHardy machte sich auf die Suche nach einer angemessenen Ausstattung. Die Glengyle-Gebäude waren in einem miserablen Zustand, berichtet der Clerk of Works Stephen Kelly: „Da war der Dreck von hunderten Tauben, das Dach war unbrauchbar, verfault.“ Das Springbank-Team reinigte die Anlage im Akkord, lokale Handwerker betonierten und mauerten. Die Vorarbeiten gingen zügig voran. McHardy hatte großes Glück: Von der Speyside-Brennerei Craigellachie kam für den symbolischen Betrag von „one pound“ die dort ausgemusterte Robert-Boby-Malzmühle und von der im Jahre 1993 stillgelegten Northern Highland Distillery Ben Wyvis in Invergordon stammten die beiden Brennblasen, die Shell and Tube Condenser und der Spirit Safe. Die folgenden historischen Aufnahmen zeigen die 1965 gegründete Ben Wywis Distillery, die vermutlich laut Misako Udo im November 1976 das letzte Mal destillierte (The Scottish Whisky Distilleries. Edinburgh 2006). In sechs Cor-Ten Steel Washbacks vergärte die Würze, die in 10 000 Liter Pot Stills doppelt destilliert wurde. Die kantigen Schultern der Wash Still (siehe Foto folgend ) sind bei der baugleichen Spirit Still durch einen Flansch strukturiert. Mit der Feinbrandblase konnten die Stillmen jedoch die Stärke Rückfluss und die Aufreinigung des Alkohols durch ein kühlendes Water Jacket um den Schwanenhals steuern (baugleich mit der Still bei der East Highland Distillery Fettercairn). Im betonierten Fasslager stapelten vorwiegend sich Sherry Butts (Copyright Canmore. UK).


"Die Stills waren wegen der langen Stilllegung in einem besonders guten Zustand,"

berichtet McHardy. Dort hatte Frank als Teenager den Hof gefegt und ihren Einbau beobachtet: „Die Kupferschmiede von Forsyth in Rothes modifizierten die noch sehr gut im Kupfer erhaltenen und nur zehn Jahre alten Pot Stills dahingehend, dass wir einen leichten, fruchtigen, ja floralen Gerstenbrand in Glengyle erzeugen können“. Die alte Boby Mill kam kostenfrei von Craigellachie in der Speyside und schrotet in einer Stunde vier Tonnen des auf den Malzböden von Springbank verarbeiteten Malzes: „10% flour, 20% husk, 70% middles“. Rund 60 Prozent der Anlage ist neu, modern ist die Anlage von Läuterbottich, Fermenter und Stills auf einer Ebene. Die jährliche Produktionskapazität liegt bei 750 000 Liter reinen Alkohol.




Am 25. März 2004 wurde die Destillerie - das Frank McHardy Production Building - feierlich in Anwesenheit von lokalen und nationalen Honoratioren, Geschäftspartnern und Springbank Mitarbeitern wiedereröffnet. Das erste Destillat füllte zwei Sherry Butts, ein Bourbon Barrel sowie jeweils ein Madeira-, ein Port- und ein Rumfass. 2014 kamen diese Inaugural-Whiskys als „Six Packs“ auf den Markt. Sie waren im Nu vergriffen. „Allerdings werden sie, wie alle bisher abgefüllten Flaschen, nicht mit dem Label Glengyle Single Malt betitelt, sondern mit Kilkerran, da wir nicht die Namensrechte dafür besitzen. Es gibt bereits einen Blended Whisky, der so heißt“, erklärt McLachlan das Dilemma.“


Frank ergänzt: „Der Name Glengyle wird bereits für einen Blended Highland Malt verwendet, so dass wir durch eine andere Bezeichnung jede mögliche Verwechslung zwischen unserem Whisky und diesem bereits vorhandenen Blended Highland Malt vermieden haben. Zweitens, und das ist noch wichtiger, ist Mitchell’s Glengyle Ltd. sehr stolz darauf, die große Campbeltown-Distilling-Tradition fortzusetzen und zu ergänzen. Die Wahl des Namens spiegelt dies wider."




Kilkerran leitet sich vom gälischen 'Cill Chiaran', das Oratorium oder die Zelle des irischen Missionars Chiaran. Er gab dem Ort an der Bucht gibt den Namen 'Ceann Loch Chille Chiarain', woraus sich im Englischen Kilkerran ableitet. Der Kilkerran Whisky teilt sich den Namen mit einem Friedhof, einer früheren Gemeindekirche und einem Ortsteil, die sich südlich der "wee toon" sich ausbreiten.


Produktion

Jedes Jahr ist Glengyle drei Monate lang in Betrieb. In dieser Zeit ruht bei Springbank mit Ausnahme der Malting Floors die Arbeit. Nur zwei Drittel für den Kilkerran Single Malt verwendeten Malzes kommt von dort. Der Rest wird von Industriemälzereien bezogen (Stand 2021). Die Gerste für die Springbank Mälzer lieferte einer der führenden britischen Grain Supplier Alexander Inglis & Sons aus den East Lothian. Die 1950 gegründete Handelsfirma durchläuft laut Scotsman seit Mai 2021 in ein Insovenzverfahren. Eine Quelle klärt etwas auf. Das Malz kommt von Blair's Malt aus Inverness, ob die Mälzer dort nur schottische? Gerste zu Malz verarbeiten ist nicht bekannt.


Destilliert wird aktuell eine Gerstensorte namens Laureate. Es ist wie sonst üblich eine Sommergerste, die aus der Sorte Concerto X Sanette gezüchtet wurde. Laureate ist ein sehr leistungsfähiges Getreide, das in der schottischen Whisky-Industrie wegen der hohen Alkoholerträge sehr gerne destilliert wird. Für Landwirte ist sie zudem sehr ertragreich, widersteht Krankheiten wie Pilzbefall, wächst und reift schnell. Ihr Halmwuchs ist niedrig, somit können atlantische Winde, die Ähren nicht so schnell brechen. Es ist ein ideales Getreide für Schottland. N.B. Die fränkische Brennerei St. Kilian bei Miltenberg verarbeitet seit 2020 von einem Landwirt aus der Umgebung angebaute Laureate Gerste, die von der Mälzerei Weyermann in Keimbottichen vermälzt wird.


Der Kilkerran Single Malt ist ein leicht getorfter Single Malt Whisky.

"Wir planen jedes Jahr eine Woche Produktion von nicht getorftem Whisky und zwei Wochen Produktion von stark getorftem Whisky ein."

Das grüne Malz wird die ersten sechs Stunden im Springbank Kiln geräuchert, um ein leicht getorftes Malz für die Kilkerran Destillate zu erhalten.


Früher verbrannten die Brennereien in Campbeltown Tonnen von Torf aus der Umgebung. Er ist größtenteils aufgebraucht. Daher beziehen sie den Torf aus anderen Regionen Schottlands. "Wir haben vertrauenswürdige Lieferanten in anderen Teilen des Landes, die ihn bei Bedarf zu uns transportieren. Heute kommt unser Torf von zwei Standorten im Norden Schottlands. Wir verwenden sowohl Trockentorf als auch feuchten Torf, der als "dross"" bezeichnet wird. Der trockene Torf wird zunächst verwendet, um Wärme zu erzeugen, und der Dross wird hinzugefügt, um mehr Rauch zu erzeugen." Der durch den Kiln-Boden aufsteigende Peat Reek verleiht dem Malz, die feinen rauchigen Noten, die nach dem Läutern, Gären, Destillieren den New Make prägen.


Der Trockentorf wird vom St. Fergus Moss, nordöstlich von Aberdeen zwischen den Städten Fraserburgh und Peterhead, bezogen. Es ist eines der Hauptabbaugebiete der industriellen Mälzereien im Hochland. Der Peat von St. Fergus Moss ist sehr dunkel, fast schwarz. im Nordosten Schottlands und zeichnet sich durch eine milde Rauchstruktur aus. "Der nasse Torf stammt von der Bogbain Farm am Rande von Inverness."


Es scheint so, als ob der Dross tatsächlich von Brian MacGregor & Sons Ltd. stammt, deren Geschäftsadresse Bogbain Farm ist. Der Firmensitz ist Bogbain Farm. Sie stechen das Torf mit Bagging Machines ein paar Meilen südlich von Inverness und nicht auf dem Gebiet der Bogbain Farm. Das ebene Moy Moss liegt sehr abgelegen südöstlich von Daviot - in der Nähe der A9 und entlang der B9154 - und sehr nahe an der Highland-Hauptstrecke direkt unterhalb des 511 Meter hohen Bein Breac. Das südlich davon gelegene Loch Moy ist nicht weit entfernt.



Copyright Brian McGregor

Der Betreiber Brian McGregor stach Torfmoos mit einer zeitlich begrenzten Genehmigung von 1982 bis 1992 und danach bis 2019 ohne jegliche Lizenz. Eine nachträgliche Genehmigung durch den Highland Council gab Brian MacGregor das erneute Recht im Moy Moss in großen Mengen von 10.000 bis 20.000 Tonnen (maximal 100.000 Tonnen in zehn Jahren) für weitere zehn Jahre Torf zu stechen. Der größte Teil des Torfs wird jedoch für den Gartenbau verwendet, ein Teil jedoch auch zur Aromatisierung von Malt Whisky.



Gärung

Die Vergärung der süßen klaren Würze in zwei Holzbottichen aus "Boat Skin Larch" und zwei weiteren aus Douglasienholz verläuft zwischen 72 und 110 Stunden. Selbstverständlich hat die jeweils ausgewählte Hefe einen erheblichen Einfluss auf das Aromaprofil des Bieres. Bei Glengyle verwenden die Mashmen zwei Hefestämme von industriellen Hefeproduzenten. Im Jahr 2020 kam die gepresste und gekühlte Hefe in 25 kg luftdicht verpackten Säcken von Kerry aus Menstrie. Sie lieferten eine Yeast Strain M.


"75 kg of yeast is added to approximately 21,000L of sugary wort and the fermentation commences. We carry out a long fermentation at our distillery, with the average time being 100 hours. This allows fruity characteristics to develop that contribute to the overall character and style of our new make spirit,"

schreibt Kilkerran.

Destillation

In zwiebelförmigen Swan Neck Pot Stills destillieren die Stillmen den Whisky-Spirit zwei Mal. 2012 werden voraussichtlich 100 000 Liter durch den Spirit Safe fließen (2020 waren es 92 000 Liter). Davon sind 85 % mit geringer ppm Dichte und der Rest heavily peated Spirits. Eine Ausweitung der jährlichen Produktion ist für 2022 geplant. In den ersten Jahren führte das Glengyle Team Testläufe durch, darunter auch vierfach gebrannte Gerstendestillate. Die Ben Wywis Stills wurden nach den Wünschen von Frank McHardy vom Anlagenbauer Forsyth modifiziert. " Da gab es viele scharfe Kanten, alle war genietet, die Lyne Arms gingen abwärts," berichtet McHardy, "Mr. Wright und ich wollten einen leichten Spirit, daher modifizierten wir den Lyne Arm. Wir wollten einen größeren Rücklauf und damit einen höheren Reinigungseffekt des Destillats." Der Schwanenhals wurde verkürzt und der Lyne Arm so geformt, dass er leicht aufsteigend das Alkohol-Wasser-Dampf-Gemisch zum Röhrenkondensator führt und somit durch entstehende Rückflüsse der Reinigungseffekt sich vergrößerte. Der erste Spirit wurde mit großer Spannung in Anwesenheit von Director Hedley Wright aus geführt. Das Ergebnis begeisterte alle Anwesenden. "The first spirit was very light, very fruity, very sweet, it was almost floral in character, so we were absolutely delighted," erinnert sich Frank McHardy.




Rund 11 000 Liter Wash oder Beer füllen die Rohbrandblase bis zur Höhe des Man Door. Über Steam Kettles wird die Flüssigkeit im Kessel zum Sieden gebracht und Alkohol-Wasser-Gemisch erstmals getrennt. Bei 78 % vol steigt der Alkohol allmählich durch den Schwanenhals und gleitet über den Lyne Arm in den Kondensieret. Innenliegende Shell and Tube Condenser - Röhrenkühler - kondensieren die Low Wines mit einer Alkoholkonzentration von 21 bis 23 % vol. Zurück im Kessel bleibt das Pot Ale. Die Low Wines werden mit dem Vorlauf und dem Nachlauf aus dem vorausgegangenen Brennvorgang der zweiten Destillationsstufe der Feinbrandblase vermischt und in die Feinbrandblase - Spirit Pot Still - zur weiteren Trennung und Verstärkung des Alkohols geführt. Am Spirit Safe folgt die Abtrennung in Vorlauf, Mittellauf und Nachlauf. Im Kessel verbleibt ein Flüssigkeitsrest mit ca. 1 % vol Alkohol, die sogenannte Schlempe oder schottisch Spent Lees. Der Mittellauf liegt zwischen 72 und 60 % vol. und erreicht in der Regel einen Mittelwert von 68 % vol. Wird ein heavily peated malt destilliert ist die erzielte Menge des Mittellaufs geringer als bei der Destillation eines nicht-rauchigen oder gering rauchigen Malzes.

Reifung

Alle Glengyle Destillate bzw. Kilkerran Malt Whiskys reifen in den Lagerhäusern direkt neben der Brennerei in Campbeltown. Sie teilen sich die Reifeplätze mit den Destillaten von Springbank

in insgesamt neun zollfreien Lagerhäusern. Fünf davon sind traditionelle Dunnage Warehouses, vier weitere sind moderne und größere Racked Warehouses. Das erste in Campbeltown überhaupt errichtete Lagerhaus mit einem Stahlgerüst stand im Dezember 1965. Das Neuste von 2020 bietet 6 800 Fässern Platz, vorwiegend Sherry Butts. 50 % des Fassbestands sind first-fill Bourbon Barrels, 30 % Seasoned first-fill Oloroso Sherry Casks und der Rest Refill Bourbon und Sherry Casks. Die Fassfüllstärke liegt bei 63,5 % vol.


Copyright Springbank Distillery

Bei Kilkerran pflegen sie recasking methods, bei dem der in Fässern abgefüllte Whisky in Fässer mit geringem Reifegrad umgefüllt wird, d. h. sie verenden second oder third fill Casks zur Ausreifung des Whiskys. Diese 'müden ' Fässer verändern den Geschmack oder die Farbe des darin enthaltenen Whiskys nicht wesentlich, da sie bereits zwei- oder dreimal verwendet worden sind. Die Fässer werden in das Lagerhaus zurückgebracht, wo sie weitere sechs Monate ihre "Flitterwochen" verbringen, bevor sie vor der Abfüllung vor Ort für eine gewisse Zeit in den Vatting Tank Fasstank gefüllt werden, um die Whiskys zu verheiraten. Seasoned Sherry Casks kamen von der Küferei Miguel Martin aus Bollulos (D.O. Condado de Huleva), die mitlerweile auch in Jerez Bodegas betreibt, um das offizielle Herkunftszertifikat für Sherry Fässer ausstellen zu können. Die seasoned Portwein Fässer (Hogsheads) kommen von der portugiesischen Toneleria J. Dias. Sie liegt südlich von Porto im Ort Espinho.


Alle Kilkerran Whiskys werden vor Ort gevattet und in der neuen Springbank Bottling Line abgefüllt. Somit behält der Blender Ranald Watson insbesondere beim Filtrieren die Kontrolle hinsichtlich der aromatischen Qualität des Whiskys.



Sherry Wood Batch 2

PR "Bottled at 60.9% ABV and matured in 55% Ex-Bourbon + 45% Ex-Sherry Casks, Batch 2 is available in the UK and wider Europe (Austria, Belgium, Denmark, France, Germany, Ireland and Italy) from today.

Tasting Notes

Nose: Opens up to reveal citrus notes, vanilla cheesecake, rhubarb and custard sweets with delicate peat smoke.

Palate: Freshly baked apple pie and sweet salted caramel. The peat is prolific yet well integrated. A fresh coastal influence evokes memories of a blustery, busy, sea sprayed harbour.

Finish: Long and creamy. Notes of toasted oak and pencil shavings give way to a lasting sweet, fruity peat smoke."


Surprise Peated Kilkerran

Die ersten fünfjährigen doppelt destillierten Kilkerran Single Malts kamen 2009 in der Reihe 'work in progress‘ in den Einzelhandel. Der 46 % vol leicht rauchige, fruchtige Standard, ein zwölfjähriger Single Malt gereift in 70 % Bourbon- und 30 % Sherry-Fässern gelangte 2016 in kleinen Batches in die internationalen Märkte. In der aromatischen und geschmacklichen Qualität setzt sich die Kompetenz und das Wissen der Sister Distillery Springbank fort. Campbeltown-typische salzige Noten überraschen neben einer fruchtigen Komplexität.



In den Regalen stehen neuen 'peat in progress‘ Releases. Die erste in natürlicher Fassstärke mit 59,3 % vol in einer Springbank-typischen Dumpy Bottle im Februar 2019 abgefüllte Batch ohne eine Altersangabe reifte zu 55 % in Bourbon- und zu 45 % in Sherry-Fässern. Der auf 9 000 Flaschen limitierte heavily peated Youngster überrascht mit einer prägnant frischen Rauch- und Fruchtpalette. Das von den Maltmen auf den Tennen von Springbank handwerklich hergestellte Malz wurde den Torfrauchschwaden im Trockenboden lange ausgesetzt.


Normalweise liegen die Glengyle-Werte bei 8 - 10 ppm, aber auch von 50 ppm bis zu 80 - 85 ppm. Der Torf wird im südlich von Inverness und in St. Fergus nahe Peterhead gestochen und verleiht den Whiskys einen süßen Rauchton.


„Um die hohen Phenolgehalte zu erreichen, die für die Herstellung dieses super rauchigen Spirits erforderlich sind, wird während des gesamten Trocknungsprozesses Torf verwendet. Wir beziehen unseren Torf aus dem Norden Schottlands, was unseren Whiskys ihren einzigartigen süßen Torf-Rauch-Charakter verleiht.“

Wenige Monate später erschien im September 2019 Batch 2 mit 60,9 % vol, wiederum ein Vatting aus 55 % First Fill Bourbon Barrels und 45 % nur zwei Sherry Refill Hogsheads. Die Aromen des Batch 3 vom August 2020 mit 59,7 % vol bestimmte ein Vatting aus 80 % Bourbon Barrels und 20 %, also zwei Refill Hogsheads.


Die Blender Findlay Ross und Ranald Watson verschnitten in den Batches Malts im Alter von drei, vier und fünf Jahren aus doppelt destillierten Spirits und variiert Springbank-typisch die Rezepturen. Das Torfmalz hatte eine Phenoldichte von 84 ppm. Lagerung, Maische, Gärung, Destillation, Eichenholzreifung, Reduktionswasser mindern diesen Wert beträchtlich auf weit unter 50 ppm im Glas.


Zum Vergleich, das Malz des Longrow Single Malts hat üblicherweise eine Dichte von 50 bis 55 ppm. Schonend und langsam destilliert das Springbank-Team die Spirits zweifach, das für ein paar Wochen zur Schwesterbrennerei wechselt.


Who is Frank McHardy?

Der ehemalige Manager von Bushmills und langjährige Betriebsleiter von Springbank Frank McHardy hatte einen wesentlichen Anteil an der Erhaltung der geographischen Herkunftsbezeichnung Campbeltown. Der Schotte sanierte nicht nur Springbank, sondern entwickelte ein einzigartiges weltweit geschätztes Portfolio von Malts unter den Labels



Springbank, Longrow und Hazelburn. Er wieder belebte 2004 die längst geschlossene Glengyle Distillery mit Brennblasen aus der 1977 stillgelegten Ben Wyvis Distillery in Invergordon, wo Frank einst seine Whisky-Karriere begann. Im Jahr 1999 destillierte sein Springbank-Team für einige Wochen einen Gerstenbrand in der stillgelegten Glen Scotia Brennerei. Diese Aktion war notwendig, damit die geografische Herkunftsbezeichnung Campbeltown von der Scottish Whisky Association nicht aberkannt wurde. Sie führte dazu, dass ab 2000 Glen Scotias Brennblasen wieder regelmäßig betrieben wurde. 2013 beendete der Production Director seine beruflichen Aktivitäten bei Springbank und Glengyle. Für kurze Zeit betreute er die Springbank Whisky School. Seit seinem überraschenden Ausscheiden ist er als Consultant bei Craigowan Distillers Ltd. tätig.



First published in Spring 2015

Updated November 2021



Stroll around Glengyle Distillery at The Gateway to Distilleries and enjoy lots of photos, please click photo:

Zum Autor

Ernie - Ernst J. Scheiner ist der Herausgeber des Portals The Gateway to Distilleries www.whisky-distilleries.net Er dokumentiert über 150 Destillerien fotografisch von innen und beschreibt detailliert die Produktion der Whiskies. Seit seinem Studium an der University of Edinburgh befasst er sich mit dem Thema Whisky und publiziert in Fachmagazinen

wie Das Irland Journal, die Kleinbrennerei, Whisky Passion und The Highland Herold. Features und Stories erschienen in den Blogs whiskyexperts, whiskyfanblog und whiskyintelligence. Als Leiter der VHS Ingelheim führte, und nun als Whisk(e)y-Botschafter leitet er Destillations-Kollegs, Studienreisen und Whisky-Kultouren zu den Quellen des Whiskys.

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