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  • Ernie - Ernst Scheiner

Springbank. The Making of Whisky

Aktualisiert: vor 4 Tagen


Springbank, das arbeitende Museum


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Mull of Kintyre / Oh, mist rolling in from 
the sea / My desire is always to be here / Oh, Mull of Kintyre... schallte es im November 1977 aus den Radios. Zehn Wochen war Paul McCartneys Song die Nummer 1 in den deutschen und irischen Charts – das Kap im Südwesten Schottlands, an den Straits of Moyle gegenüber Irland und südwestlich von Glasgow gelegen, wurde schlagartig weltberühmt.




Die Anfänge

Es waren vermutlich irische Siedler, die den christlichen Glauben allmählich in die winzigen Townships Kintyres, Argylls und der Highlands brachten. Die Legende berichtet, dass Saint Columba mit zwölf Getreuen den nur wenige Meilen breiten North Channel in Curraghs – lederbespannte Ruderboote - überquerte. Um 563 betrat Colm Cille, so sein gälischer Name, von Ballycastle kommend in der Carskey Bay den Boden von Kintyre und überbrachte den dort lebenden Scoti das Evangelium. Bis heute hält sich die Mär, Columba hätte neben dem christlichen Glauben die Kunst der Destillation in Schottland eingeführt. Die Forschung legt aber nahe, daß es wohl die belesenen irisch-stämmigen Mediziner der Lord of the Isles, die MacBeathas, die das Destillationswissen der spanischen Mauren im Ende des 13. Jahrhunderts nach Islay und damit nach Schottland brachten. Ein schmuckes keltisches Hochkreuz im Kirchhof der Kilchoman Parish Church bezeugt diese Annahme.




Usquebaugh

Wahrscheinlich wurde seit jener Zeit in Kintyre das Wasser des Lebens gebrannt, denn Gerste wuchs auf den Äckern prächtig. Die Voraussetzungen waren günstig, die sechsreihige Gerstenart Bere fand in der Regel beste Anbaubedingungen vor: feuchtes Klima bei der Aussaat, mineralreichen Boden und lange, sonnige Tage im Sommer. Wasser und Torf gab es im Überfluss. Die Sommergerste wurde gemälzt, um daraus ein rauchiges Bier zu brauen, welches gerne mit lokalen Gewürzen oder importiertem Ingwer aromatisiert wurde.


Bier ist ja bekanntlich die Grundlage für das Brennen eines Whiskys.

Es war daher kein Wunder, dass sich in Kintyre vom 13. bis ins 18. Jahrhundert eine florierende Zunft von Schwarzbrennern entfaltete. Rund 70 „small vessel distillers“ zählte der Kupferschmied Robert Armour von 1811 bis 1817. Er führte Buch über die Anzahl der von ihm gedengelten „smuggler’s kettles“.


Die Crosshill Farm entrichtete 1636 eine Pacht in der Höhe von „six quarts of aquavitae” an die Gemeinde von Lochhead, heute Campbeltown. Andere Dokumente beschreiben, dass der Laird of Calder, Alex Campbell, im September 1591 einen Krug gefüllt mit „Wasser des Lebens“ als Pachtzins erhielt. Der feudale Grundbesitzer konnte nicht erahnen, dass sich Campbeltown im 19. Jahrhundert zu einem prosperierenden Spirituosenzentrum entwickeln würde. Vermutlich seit 1798 war eine der ersten legalen Whisky Distilleries mit dem Namen The Campbeltown aktiv. Eine zweite mit gleichem Namen, in der Longrow gelegen, wurde 1815 von John Beith & Co. errichtet.
 Beide waren Vorläufer eines Distillery Booms: Als 1823 die neue Gesetzgebung den Erwerb von Brennlizenzen erleichterte, sollten in den Folgejahren mehr als 30 (34?) legale Brennereien entstehen.


Campbeltown gedeiht

Der Standort mit einer natürlichen tiefgängigen Hafenbucht war ideal. Leere Fässer der schottischen und irischen Whisky Blender sowie Gerste aus den Lowlands oder Irland und vom europäischen Festland konnten leicht mit Segelschiffen angelandet werden. Mit vollen Whiskyfässern, ein wenig gereift in der salzhaltigen Luft des milden maritimen Klimas, kehrten ab 1850 die dampfbetriebenen Clyde Puffers in die Whisky-Blending-Zentren von Glasgow oder Belfast zurück. Irischer Whiskey hatte oft schottische Spirits in der Flasche. Die Blender in Antrim nahmen die geografische Herkunft nicht so genau. Hauptsache, die Whiskeys schmeckten den Kunden.



Blicken wir zurück

Die Anfänge der Springbank Distillery sind etwas verworren. Die Angaben sind widersprüchlich. Der Whisky Chronicler Alfred Barnard nennt 1828 als Gründungsjahr und setzt eine direkte Beziehung zu einem der Besitzer von 1887: John und William Mitchell. Es sei der Schwiegervater von John gewesen, Alexander Wylie, der den Betrieb angeblich aufbaute. Gleiches behauptet der heutige Besitzer von Springbank Hedley Wright. Belege dazu fehlen.


Während der Gründung hatte die Springbank Brennerei keinen Namen. Sie firmierte rechtlich unter dem Gesellschaftstitel 'William Reid, Jr. & Co'. Vater William Reid, seine Söhne, William und John, waren die alleinigen Teilhaber. Die Familie aus Southend betrieb Landwirtschaft und in Campbeltown eine Mälzerei sowie ein Lebensmittelgeschäft. John Reid wird in einem Zeitungsbericht des Argyllshire Herald als Distiller von Beruf geführt. Welcher Brennerei John angehörte oder leitete ist nicht bekannt.


Der Heimatforscher Angus Martin fand im Archiv des Argyll Estate in Inveraray einen Eintrag, der aussagt, dass William Reid Sr. von der Firma William Reid Sr. & Co am 7. Juli 1836 um die Erlaubnis des Baus einer Distillery auf einem Grundstück in der Longrow von Campbeltown nachfragte. Bereits ein Jahr nach dem Bau begannen die wirtschaftlichen Probleme. Die Reid Family konnte die Kredite nicht mehr bedienen. Einundfünfzig Kreditgeber, darunter die Commercial Bank und zahlreiche Geschäftsleute, Handwerker und Unternehmer aus Campbeltown, Glasgow sowie ein Distiller suchten ihre Einlagen in Höhe von 1 739 Pfund wieder zurück zu bekommen. Unter den Gläubigern war sogar der ortsansässige Kupferschmied Robert Armour, der die direkt befeuerten Pot Stills dengelte.


Die Versteigerung der Reid-Brennerei fand am 5. Oktober 1837 statt. Den Zuschlag erhielten die in Kintyre einflußreichen Familien, John und William Mitchell. Sie nannten den Betrieb Springbank Distillery wie es der Factor im Pachteintrag - lease hold - des Argyll Estates Archives 1838 dokumentierte.


Wenige Jahre darauf intensivierten die geschäftigen Mitchells ihre landwirtschaftlichen Aktivitäten. 1844 begann John Mitchell mit Landwirtschaft und Viehzucht als er die Balliemenach Farm nördlich von Campbeltown pachtete. Er und sein Bruder William vergrößerten den Betrieb durch Zupacht von weiteren Bauernhöfen in direkter Nachbarschaft, die alle zu den feudalen Argyll Estates gehörten. Die Großbauern waren ebenfalls als Distiller aktiv und bewirtschafteten erfolgreich 6 900 Hektar Grund. Gerste zum Brennen, Draff und Pot Ale für die Fütterung des Viehs. Die Bereiche ergänzten sich gegenseitig positiv. Die brüderliche Partnerschaft florierte, die Umsätze und Gewinne stiegen. Dunkle Wolken zogen dennoch auf.


Die schwelenden Auseinandersetzungen kulminierten in einem manifesten Streit zwischen den Brüdern, der schließlich zur Auflösung der Springbank-Geschäftsbeziehung führte. 1837 hatten die beiden nach dem überraschenden Konkurs der Vorbesitzer "William Reid Jr. & Co Longrow st." die Brennerei ohne Namen von den Kreditgebern übernommen. Im November 1872 kam es zum Verkauf der Anlagen in der Longrow. Eine öffentliche Zwangsversteigerung mit einem Einstandsgebot von 3 500 Pfund führte zur Übernahme durch John Mitchell und seinem Sohn Archibald bei einem Zuschlag von 5 055 Pfund. Daher gilt bis heute der formulierte Gesellschaftstitel J. & A. Mitchell. Der Erlösanteil aus der Versteigerung war William Mitchells Investitionskapital für seine Pläne, eine neue Distillery in der Glebe Street zu errichten. Quellenhinweis: Angus Martin. Campbeltown Whisky. An Encyclopedia. Edinburgh 2020.


Siehe auch hierzu den Artikel Kilkerran. History. The Making of Whisky. Please click photo




Wirtschaftszentrum Campbeltown

Schiffsbau, Viehzucht, Heringsfang, Kohlebergbau, Metall- und Textilverarbeitung, Militärbasen, Mälzereien, Brauereien, Whisky und ein insgesamt reger Handel machten die Wee Town – die „kleine Stadt“, wie ihre Einwohner sie charmant umschrieben – zu der prosperierenden Wirtschaftszone in Kintyre. 1837 waren in der Hafenstadt alleine 59 'Vinters' - Whisky Merchants oder Publicans - tätig. Der rasch wachsende Wohlstand der Bewohner spiegelte sich in der Architektur der Bürgerhäuser, der öffentlichen Gebäude und in den Straßen wider. Geld spielte keine Rolle. Angesagte Glasgower Architekten schufen ein Stadtbild, dessen rotes Sandsteingesicht bei einem Rundgang an die pulsierende Metropole am River Clyde mit den Protzbauten der Reeder und Kaufleute erinnert.




Heute ist der Glanz größtenteils verblichen. Traditionsgeschäfte gaben auf, die Stadt verwaist. Trotz infrastruktureller Förderung der schottischen Regierung können die nachteiligen Veränderungen einer Stadt in Randlage kaum aufgehalten werden. Da genügt die 2016/17 erfolgte Renovierung des architektonisch wertvollen Art Deco Picture House in der Uferstraße nicht. McCartney spendete nicht, der Eigentümer der Springbank Distillery schon. Der öffentlichkeitsscheue Distiller Hedley G. Wright ist seit Jahrzehnten einer der honorigen Mäzene der Stadt. Er renovierte verfallende Häuser und unterstützt Kultur, Vereinsleben sowie Sozialprojekte. Früher betrieb der Absolvent der Cambridge University den Delikatessenshop Eaglesome – zugleich ein Großhändler für die Springbank-Produkte – eine Disco und mehrere Pubs.


Whisky Capital of the World

Als der Chronist Alfred Barnard die Whiskybrennereien des Vereinigten Königreichs bereiste, dokumentierte er im Juli 1885 alleine in Campbeltown 21 produzierende Distilleries. Klangvolle Namen wie Albyn, Benmore, Dalaruan, Glen Nevis, Hazelburn, Kinloch oder Lochside belegten die große Beliebtheit der Single Malts aus „Kinlochkilkerran“, wie die alte Stadtbezeichnung des Royal Borough bis ins 17. Jahrhundert lautete. Heutzutage sucht der Whiskyliebhaber nach diesen Brennereien vergebens, denn sie überlebten, wie die meisten ihrer irischen Nachbarn, den in den 1920ern mit der amerikanischen Prohibition und der Weltwirtschaftskrise einsetzenden Niedergang der Branche nicht.


Jahre zuvor hatte bereits eine maßlose Überproduktion von schlechten Whiskys den guten Ruf der Campbeltown Brennereien ramponiert und viele Distiller in den Ruin getrieben. Schnelles Geld rächte sich. Die Millionenumsätze von 1896 in höhe von 1 193 287 Gallonen würden in den Jahren nach dem Great War nicht mehr erzielt. Übrig blieben 1930 nur die Brennereien Rieclachan, Glen Scotia und Springbank, die ihre Whiskys unter dem regionalen Label „Highland“ vertrieben. Selbst der Whisky-Crash der 1980er-Jahre, als zu viel schottischer Whisky den Weltmarkt überschwemmte, konnte ihnen nichts anhaben: Schottlandweit stellten damals mehr als zwanzig Brennereien ihre Produktion ein, nicht so Glen Scotia und Springbank.


Mitte der 1990er-Jahre begann allmählich eine beispielhafte Erfolgsgeschichte der Malts von Springbank. Glen Scotia folgte erst 2010. Unter Whiskyfans erfuhren die Produkte eine hohe Wertschätzung. Das alljährlich im Mai stattfindende Malts Festival sowie die empfehlenswerte Springbank Whisky School schürten deren Exklusivität. Special Releases und Events der Springbank Society formten eine internationale Anhängerschaft und einen herausragenden Kultstatus.


 

Update Februar 2022

Die Campbeltown Whisky-Welt bekommt Zuwachs.


Im Stadtzentrum an der Kinloch Road planen die Direktoren Iain Croucher (North Star Spirits) Ronnie Grant (RB Grant Fife, Elektrohandwerk) und David Stirk (Creative Whiskies Company), eine Brennerei mit Blick auf das Campbeltown Loch und Hafen zu bauen. Der jährliche Ausstoß soll 850 000 Liter reinen Alkohol erreichen. Die Unternehmer möchten dabei eine Gerste verwenden, die sie nahe Lochgilphead in der Umgebung von Dunnad Fort anbauen lassen. Geschickt knüpfen sie mit dem Brennereinamen Dál Riata an das ehemalige Königreich der Skoten an.


“Dál Riata Distillery will be much more than just a single malt whisky production facility;
it will be friends and family, it will be business, it will be social and believe us, it will be fun.
"A distillery is nothing without its supporters. To be able to connect with people around a table discussing our production methods, wood policy or our maturation strategy, or simply to catch up with old friends, I can only imagine will be the most magical whisky experience.

Courtesy of Dálriata Distillery

Eine zweite Machrishanish Distillery planen, R & B Distillers - Bill Bobbie und Alasdair Day von nahe Skye gelegenen Raasay Distillery - im Jahr 2023 zu bauen. Die CO2-neutrale Farm Brennerei möchte ihr eigenes Getreide verarbeiten. Die Kapazität soll jährlich die Produktion von 400 000 Liter Alkohol erlauben.


"R & B have completed the purchase of the Dhurrie Farm in Machrihanish with the intention of building a new farm to bottle distillery, complete with a visitor centre and ultimately its own whisky club.
The distillers are expected to finalise planning during 2022 and aim to break ground in 2023."


Photos Courtesy of R & B Distillers


 

Ein neuer Stern geht auf

Frank McHardy war und ist nach wie vor das Gesicht der Whisky-Renaissance von Campbeltown. Bis 2013 prägte er 26 Jahre lang wie kein anderer die Single Malts von Springbank. Er führte die von den beiden Farmern und Schafzüchtern John und William Mitchell im Jahr 1837 erworbene Brennerei zu neuem Ruhm. Besucher glauben heute, ein arbeitendes Museum zu betreten. Springbank ist in vielerlei Hinsicht einzigartig in der schottischen Whiskyindustrie: The Work of Human Hands. Angefangen beim Mälzen über das Maischen, Gären, Destillieren, Reifen bis hin zum Füllen der Flaschen geschehen alle Arbeitsschritte im Schatten der Lorne & Lowland Parish Church.


Floor Maltings sind in Schottland selten geworden


Nach vielen Jahren des Schattendaseins entfalteten sich die Single Malts und Blended Whiskys zu gesuchten Preziosen in der Whisky-Welt. Nicht alle, die Malts wie Springbank, Hazelburn (seit 1997) oder Longrow (seit 1973) genießen möchten, erhalten dazu eine Gelegenheit. Auflagen von 11 000 Flaschen sind schlichtweg zu gering für die Belieferung des Weltmarkts. Daher werden die Releases leider sehr schnell zu begehrten Sammlerstücken. Lange Zeit war Springbank ein Geheimtipp. Diese Sonderstellung unter den schottische Brennereien hat sie mittlerweile eingebüßt, denn das Marketing-Team entsendet seine Whisky-Botschafter bis in die Metropolen Chinas oder Amerikas. Promotionen im Web und auf Messen machen Springbank, die älteste durchgängig familiengeführte Destillerie Schottlands in der Szene zur geschätzten Marke. Das Portfolio ist in vielen Märkten präsent. Der Springbank Hype hält an. Ständig klopfen Investoren an das Tor und bekunden ihr Kaufinteresse. Da der 90-jährige Wright, ein direkter Nachfahre der Mitchells, keinen leiblichen Erben hat, sorgte er vor: Der Seniorchef gründete eine Stiftung. Sie bewahrt nach seinem Tode als Hedley Gordon Wright Charitable Trust die Selbständigkeit des Firmenverbunds aus Springbank, Glengyle und Cadenhead. Gewinnerzielungsabsichten werden nicht vorgeschrieben. Ein Verkauf wird ausgeschlossen. Die Arbeitsplätze des größten Arbeitgebers der Region und die soziokulturelle kommunale Förderung sollen in der Zukunft erhalten bleiben.


Die Erfolge kommen zurück

„Paul McCartneys neuer Hit Mull of Kintyre tönte im Feather’s Inn, als ich erstmals nach Campbeltown kam. Die Brennerei war damals nicht sehr bedeutend, wir produzierten wenig Whisky, wir kauften sogar das Malz von der Industrie“, erinnert sich Frank, „aber wir mussten überleben und Springbank entwickeln. Wir besannen uns auf unsere eigenen Stärken.“ Von 1977 bis 1986 war er als Assistant Manager aktiv. Nach der Pensionierung von Distillery Manager David Roderik Allan – er war bis zum 6. August 1994 das erste Mitglied der Geschäftsleitung außerhalb der Familie –
stellte Hedley Wright 1986 als neuen Manager John McDougall ein. McHardy wanderte zu Bushmills ab und leitete bis 1996 die Brennerei, um im gleichen Jahr als Manager nach Springbank heimzukehren.


Frank McHardy. Viele Jahre verantwortete der Master Distiller die Ziele Springbanks.

Bis zu dieser Zeit hatte der agile McDougall als Director of the Company und Mitglied der Geschäftsleitung die verschlafene Brennerei zu höheren Umsätzen geführt und wieder in die Erfolgsspur gebracht. Von 1990 bis 1992 renovierte er die seit zwanzig Jahren nicht mehr betriebenen Malting Floors und setzte mit ihnen ein Alleinstellungsmerkmal:


„Springbank was now the only distillery in Scotland that handled every aspect of production on site.“ Charaktervolle, authentische Single Malts fanden erfolgreich in den Markt zurück.
„Springbank was unique“,

denn nach McDougalls Aussagen brannten sie dort den weltweit ersten Bio-Malt der Neuzeit. Erste Experimente reichen im Grunde in das Destillationsjahr 1973 zurück.

Hedley Wrigths Neffe und Marketing Director Gordon Wright durchforstete 1991 für eine 18-jährige Cadenhead Abfüllung die Lager und entdeckte dabei zufällig zwei first fill Rum Butts, in denen ein „world’s first ever green whisky“ schlummerte. Eine Flasche 57,9 % vol Green Springbank verkaufte sich damals für 50 Pfund, 2020 lag der Preis auf dem Sammlermarkt bei rund 3200 Euro.


Ab Juni 1992 wiederholten sie das grüne Experiment im Auftrag der walisischen Farm Da Mhile und füllten den Spirit aus deren zertifizierter walisischer Gerste in Sherry-Refill Hogsheads. Ein „Da Mhile Springbank 24 Year Old Organic Single Malt Scotch Whisky Hogshead (No. 243)“ erzielte einen Auktionspreis von 88 750 Pfund.


Longrow startet

McDougall nahm auch die lange Jahre ruhende Produktion des rauchigen und öligen Longrow wieder auf: „Pro Saison waren es rund 55 Hogsheads.“ Gordon Wright entwarf Marketing-Initiativen, die weitere Märkte in Asien, Südamerika und den USA öffneten. Neue Distributoren im UK und weltweit verstärkten den Vertrieb. Rauchige Whiskys kamen langsam in Mode. höheren Umsätze ermöglichten dringende Renovierungen der in die Jahre gekommenen Anlagen.


Wiederkehrenden Meinungsverschiedenheiten der beiden Direktoren Gordon Wright und John McDougall mit Hedley Wright folgten Perioden erbitterter Rechtsstreitigkeiten. Ungewollt verließ McDougall 1996 Springbank und kümmerte sich als selbständiger Kommissionär um den An- und Verkauf von Whiskyfässern für einen prosperierenden neuen Markt. Gordon Wright orientierte sich mit Mark Reynier und Simon Coughlin neu. Sie gründeten die Firma Murray McDavid mit Sitz in London, inzwischen ein ernstzunehmender Konkurrent des Independent Bottlers Cadenhead. 2000 übernahm das 4er Team die Bruichladdich Distillery. Die ungerechtfertigten Kündigungen seiner ehemaligen Direktoren nahm Firmenchef Hedley Wright schließlich vor dem Industrial Tribunal zurück und zahlte freiwillige Entschädigungen.


Gegenwart

„Heute mälzen wir unsere Gerste nach traditionellen Methoden auf der Tenne selbst, destillieren ohne Computer, reifen den Whisky in unseren fünf traditionellen Dunnage Warehouses und zwei Steelrack Warehouses am Ort der Brennerei. Selbst die Abfüllung der Flaschen geschieht per Hand ausschließlich durch uns.“

Zu McHardys aktiver Zeit waren rund 40 Mitarbeiter beschäftigt, gegenwärtig ist Springbank mit etwa 75 Beschäftigten größter Arbeitgeber in Campbeltown: „Wir tragen eine große Verantwortung für die Stadt.“ Etwa 100 000 Liter Jahresproduktion im Jahre 2013 wuchsen 2019 auf annähernd 190 000 Liter für Springbank, jeweils 25 000 Liter für Longrow und Hazelburn sowie 90 000 Liter für Glengyle an. Gearbeitet wird in drei Schichten täglich, fünf Tage die Woche. In den Lagerhäusern liegen 14 000 Fässer. Eigentümer Hedley G. Wright steuerte seine Brennerei bisher sehr moderat, obwohl sie laut dem früheren Production Director Frank McHardy rund 750 000 Liter jährlich erreichen könnte. Dann müsste allerdings die Hälfte des Malzes von der Industrie bezogen und die Anlage – insbesondere die transmissionsgetriebene Mash Tun – erneuert werden.


"We are currently producing our heavily peated Longrow whisky at Springbank, which requires approximately 48 hours of peat smoke to dry the green malt.
With many wheelbarrows full of peat to be transferred from the peat store to the kiln, the physical demand of kilning Longrow along with the intense heat from the kiln makes this a particularly strenuous task - shout out to our production team."

Photos Courtesy of Springbank Distillers 2022


Im Corona-Jahr 2020 produzierte das Team in reiner Handarbeit ohne Computer

120 000 Liter reinen Alkohol, 2021 sollen es bei fünf Maischen in der Woche 220 000 Liter werden sowie jeweils 30 000 Liter Longrow und Hazelburn.




NB: 1905 arbeiteten bei Springbank drei Brennblasen: Wash Still 4 000 Gallonen, Intermediate Still 1 700 Gallonen und Sprit Still 1 300 Gallonen. Aus dieser Zeit stammt der noch heute in Betrieb befindliche Draff Trainer. Während der amerikanischen Prohibition (1920 bis 1933) produzierten die Stillmen 1923 etwa 450 000 Liter Spirit. Der größte Teil ihrer Produktion ging zu Blendern nach Glasgow. In deren Lagerhäuser reifte der Spirit zu Whisky - sie 1916 gab es eine Vorschrift zur Mindestreifezeit von drei Jahren. Vermutlich 1930, andere Quellen sprechen von 1926, wurde die Produktion eingestellt und 1936 wieder aufgenommen. Von 1942 bis 1945 erkalteten die Brennblasen per Regierungsanordnung.


Hedley Wright richtete die Produktion stets mit Weitblick auf das zu erwartende Markt-geschehen aus. Es gibt keine anonymen Shareholder, die Gewinnerwartungen rigoros in die Höhe treiben könnten. Sichere Arbeitsplätze für viele Menschen aus Kintyre waren ihm stets wichtiger. „Uns geht es nicht um Marketing oder das Ethos, Prozente zu verkaufen“, erklärt dazu McHardy, „wir kümmern uns um das Produkt und die Bindung an den Ort.“ Als erste schottische Brennerei erhielt Springbank die Auszeichnung „Living Wage Employer“, die ihren Mitarbeitern einen tatsächlichen Mindestlohn garantiert, der zum Leben ausreicht: 9,30 Pfund (gesetzlich vorgeschrieben sind 8,20 Pfund). Durch den Verkauf einer Fundraising Bottle unterstützte Springbank 2019 mit 5000 Pfund sieben lokale gemeinnützige Gruppen. Selbst Peter Greve vom deutschen Importeur, der Hanseatischen Weinhandelsgesellschaft in Bremen, engagierte sich für die kommunalen Aktivitäten. Zusammen mit Ranald Watson erwirtschaftete er 2017 mit drei Charity Tastings in Magdeburg, Mannheim und Karlsruhe rund 8 000 Euro zur Anschaffung eines mobilen Dialyse-Geräts für das NHS-Hospital in Campbeltown.


„Scotlands most iconic distillery“

musste im März 2020 wegen Corona die Produktion einstellen. Die Mitarbeiter wurden beurlaubt, aber weiterhin durch staatliche und insbesondere eigene Finanzmittel von Hedley Wright unterstützt, so dass sie während des Lock Downs ihren vollen Lohn erhielten.



McHardys Nachfolger ist Gavin McLachlan, ein waschechter Junge aus Campbeltown. „Ich hatte den besten Lehrmeister, Frank bildete mich aus. Ich durchlief alle Jobs der Whisky-Herstellung,“ schwärmte der zurückhaltend auftretende Gavin 2013. In nur vier Jahren stieg er ab 2002 vom Flaschenfüller in der brennereieigenen Bottling Hall, zum Mashman und Stillman auf. Ab Juli 2006 durfte Gavin den neuen Distillery Manager Stuart Robertson vertreten und 2010 wurde er selbst Manager, nachdem der berufserfahrene Stuart Springbank im Mai überraschend verlassen hatte. Er ist zudem seit sechzig Jahren der erste Local, der die Mitchell-Distillery führt. Mittlerweile obliegt ihm als Production Manager die Steuerung der täglichen Abläufe.


Das arbeitende Museum

Die Anlage ist ein Original, das es in dieser Art in Schottland kein zweites Mal gibt. Hier wird Whisky wie im 19. Jahrhundert klassisch gemacht: Vom Mälzen bis hin zur Abfüllung, geschieht alles per Hand natürlich und unverfälscht am gleichen Ort. Computer helfen nur in der Verwaltung. Die zu destillierende Gerste mälzen zwei Maltmen traditionell auf zwei Malzböden (12 Tonnen unten, 10 Tonnen oben) tagaus, tagein, 42 Wochen im natürlichen Zyklus des Winter- oder Sommerklimas eines Jahres. Es dauert zwei Monate bis die zehn Malt Bins mit jeweils 20 Tonnen gefüllt sind und zwei weitere Ruhemonate bis das Malz weiterverarbeitet wird. Fertiges Industriemalz wird wie in den 1960er- bis 1980er-Jahren grundsätzlich nicht bezogen. Der frühere Manager Robinson (2006 bis 2010) berichtet: „Eines, was ich geändert habe, war die Art und Weise wie das Mälzen durchgeführt wurde, um es effizienter zu machen und eine gleichbleibende Malzqualität für jede der drei Varianten Springbank, Longrow und Hazelburn zu erhalten. Außerdem führte ich eine Standarddokumentation für die Mälzereien und die Produktionsbereiche der Brennerei ein.“


Update April 2022

"This year we began using a new variety of barley at Springbank; KWS Sassy barley has replaced the Diablo variety used previously. When production began at Springbank last month, the last of the Diablo barley was used up before we made the transition to KWS Sassy.


According to the production team, this barley has been easier to work with than previous varieties; with the lowest screenings of any malt distilling variety, there is less chaff, straw and general unwanted material present.


This barley is not drastically different to previous varieties and produces a similar yield, so we do not expect any significant changes to be brought about by this new addition but will monitor this nonetheless." Springbank, April 2022



Photos Courtesy of Springbank Distillery


 

Viktorianische Technologie, einzigartige Transmissionsantriebe des Läuterbottichs und der Schrotmühle

Der „antike“ Porteus Malt Dresser in einem Holzkasten erinnert an vergangene Zeiten. Der Malzreiniger sowie die Mühle kamen 1940 in die Brennerei. Die dreistufige Porteus Maltmill wird mit neun archaisch anmutenden Transmissionsriemen aus Leder, wie das im 19. Jahrhundert üblich war, angetrieben (siehe Foto oben rechts). Sie schrotet ein klassisches Rezept für alle Malts: 20 % Kleie, 70 % Spelzen, 10 % Mehl (früher 14 / 74 / 12 %). Das ebenfalls von Lederriemen angetriebene Getriebe der offenen Cast Iron Mash Tun fasst 3,2 bis 3 Tonnen Schrot (siehe Foto oben in der Mitte). Die archaisch-viktorianische Rake-and-Plough-Technik siebt unter drei Wassern aus dem Crosshill Loch (66,5°C/72°C /72°C) in acht bis zehn Stunden 21 000 Liter süße Würze in den Underback. Sie ist zwar klar und fast frei von Schwebeteilchen, doch die erzielbaren Gravity-Werte sind nicht so hoch wie jene mit modernen Läuterbottichen. In sechs 26 510 Liter großen Washbacks aus skandinavischer Lärche verwandeln jeweils three „packs of 25kg pressed Distillers’ Yeast Kerry DCL M-Strain“ den Zucker während einer Gärzeit von 72 bis zu 110 Stunden in eine Wash mit einer relativ niedrigen Alkoholkonzentration von 6 % vol (früher 4 bis 5 % vol). Diese Werte zeigen, dass die Original Gravity der Würze niedrig zwischen „1047 bis 1050“ liegt.


Robertson erinnert sich:

„Als ich versuchte, einen neuen Mash-Tun-Temperaturschreiber einzuführen, musste ich ihn so verpacken, dass die Besucher ihn nicht sehen konnten. Alles sollte so traditionell wie möglich gehalten werden, aber einige Dinge mussten aus Gründen der Effizienz und Sicherheit auf den neuesten Stand gebracht werden.“

Stuart Robertson was Distillery Manager from July 2006 until 2010. Photo Courtesy of Stuart Robertson.

Die aktuellen Cut Points 2020 - Abtrennpunkte des Mittellaufs - liegen laut Ranald Watson bei


  • Springbank – around 76 % down to 60% abv


  • Longrow – around 74% down to 58% abv


  • Hazelburn – around 78% down to 62% abv


Each distillation method is designed to suit the style of whisky we’re making: double distilling makes Longrow a heavier spirit, which suits its peaty flavour profile, whereas triple distillation helps make Hazelburn lighter and sweeter.
Each distillate also has different cut points for the same reason:
we want the heavier, more phenolic flavour compounds for Longrow and the lighter, more estery compounds for Hazelburn, so the points at which we collect the spirit in the distillation run are adjusted accordingly.


Die Destillation

Im Stillhouse fraktionieren wahrhaft historische, in der schottischen Whisky-Landschaft einzigartige Swan Neck Pot Stills. Sie erlauben den Stillmen die Trennung von Wasser und Alkohol in drei Destillationsarten. Außergewöhnlich ist das doppelte Heizsystem der von Kupferschmieden einst 1935 genieteten 20 000 Liter großen Wash Still. Bis in die 1980er-Jahre wurde der Kessel schweißtreibend von außen mit einem Kohlefeuer beheizt, heute geschieht dies mit einer Ölflamme. Alternierend dazu vermag der Stillman mit im Innern des Kessels verlaufenden Dampfrohren die Temperaturkurve punktgenau anzusteuern.



Laut Director of Sales and Marketing der Mitchell Group, Ranald Watson, erzielten die Stillmen 2019 je Tonne Malz durchschnittlich 400 Liter reinen Alkohol. Im Corona-Jahr sollten 280 000 Liter durch den Safe fließen. Wegen monatelanger Schließung werden es wohl lediglich 120 000 Liter sein.


Die Spirits reifen vor Ort in Eichenholzfässern in denen zuvor entweder Bourbon, Sherry, Port, Madeira, andere Weine oder Rum lagen. Der Standort mitten in der Stadt umfasst Gebäude, die längst vergangene Brennereien Longrow, Rieclachan, Union, Springside und Argyll beherbergten. Reduziert werden die New Makes mit „reverse-osmosis filtration“ Wasser aus dem Crosshill Loch auf eine Stärke von 63,5 % vol.


„Das Team wiegt die Fässer, befüllt sie, verschließt sie anschließend mit einem Spund und wiegt die Fässer erneut, bevor es anhand der Gewichtsdifferenz die genaue Anzahl der darin enthaltenen Liter berechnet.
Die Anzahl der Liter wird zusammen mit dem Namen der Destillerie und der Fassnummer von Hand auf den Fassdeckel gepinselt, bevor die Fässer in eines unserer zehn Lager vor Ort gerollt werden“,

sagt Findlay Ross.


Barcodes sind verpönt. „Warehouse 10 gehörte einst zu Rieclachan, 15 zur Longrow Distillery.“ 2016 ernannte der Vorstand den Highlander zum neuen Director of Production. Er ist zuständig für den gesamten Ablauf der Produktion von der Auswahl der Gerste bis hin zur Abfüllung. Ihm obliegt das Fassmanagement und die Selektion der Fässer für das jeweilige Vatting der Single Malts. Die Blending-Rezepturen für die Whiskys kreiert er zusammen mit Ranald Watson.


Besondere Fasskulturen. Traditional Kilderkins. Ausnahmen in Schottland Akazie, Kirsche, Kastanie.
Seasoned Sherry Hogsheads Delivery von der Toneleria Miguel Martin (photo copyright Springbank).


Aufgewachsen ist Findlay im Stratch of Orchy in der kleinen Ortschaft Dalmally nördlich vom pittoresken Loch Awe gelegen. 2015 kam der Geschäftsführer und Braumeister der Oban Bay Brewery zunächst zur Wm Cadenhead Ltd. nach Campbeltown und war für den Whisky-Verkauf der Cadenhead-Abfüllungen verantwortlich. Die Grundlagen für seine Leitungsaufgaben erwarb er in Studiengängen Chemical Engineering der University of Edinburgh sowie Brewing and Distilling der Heriot Watt University. Früher wie heute kontrolliert jeden Monat ein Mitarbeiter den Fassbestand und sucht in den zollfreien Warehouses nach möglichen Lecks. In keinem der Dunnage Warehouses erfolgt die Reifung der Whiskys identisch.


Laut McHardy ist der jeweilige Reifeort und das maritime Klima prägend: „Ein Springbank schmeckt salzig. Dieser Ton erscheint im New Make nicht. Ich meine, wir liegen nur dreieinhalb Meilen vom Atlantik weg. Die ständigen Meeresbrisen machen alles salzig, alle unsere Gebäude haben eine Salzschicht, selbst die Fenster beschlagen und werden schmutzig. Überall ist Salz.“


Dunnage Warehouse


Exkurs: Mälzen und Destillation

Die ideale Keimtemperatur liegt zwischen 16 bis 18°C, im Winter 6 bis 8°C. Sie wird durch das einfache Öffnen oder Schließen der vielen Fenster der Malzböden manuell gesteuert. Eine Klimaanlage gibt es nicht. Im Kiln, der Darre, erfolgt die Trocknung des grünen Malzes mit oder ohne Torfrauch. Bei der Variante Springbank wird ein dunkler Torf aus Tomintoul (früher aus dem Machrishanish Moor) die ersten sechs Stunden verbrannt, danach wird das Malz mit neutraler Warmluft unter 65 °C – damit sich die Enzyme erhalten - dreißig Stunden klang getrocknet. Zuerst wird jedoch ein trockener, sodann der feuchte Peat zum Qualmen gebracht: Springbanks Torfmalz erreicht einen Phenolgehalt von 12 bis 15 ppm (früher 15 bis 20 ppm oder nur 7 bis 8 ppm) und Longrows 50 bis 55 ppm (früher 60 ppm). Die gemälzte Gerste für den dreifach destillierten Hazelburn Whisky trocknet ausschließlich eine neutrale Warmluft.



Ground Floor


Die Destillate für einen Springbank durchlaufen grundsätzlich sehr langsam das dreistufige Blasensystem. Die Brenner sprechen von einer 2,5- oder 2,8-fachen Destillation mit einer Konzentration des New Makes von 72 bis 71,5 % vol. (2013 Cut bei 76 bis 60 % vol), d.h. davon seien rund 80 % des Gerstenbrands dreifach und 20 % zweifach gebrannt.


Springbank ist ein Original, das es in dieser Art in Schottland kein zweites Mal gibt. Hier wird Whisky wie im 19. Jahrhundert klassisch gemacht: Vom Mälzen bis hin zur Abfüllung, geschieht alles per Hand natürlich und unverfälscht am gleichen Ort. Computer helfen nur in der Verwaltung. Die zu destillierende Gerste mälzen zwei Maltmen traditionell auf zwei Malzböden (12 Tonnen unten, 10 Tonnen oben) tagaus, tagein, 42 Wochen im natürlichen Zyklus des Winter- oder Sommerklimas eines Jahres. Es dauert zwei Monate bis die zehn Malt Bins mit jeweils 20 Tonnen gefüllt sind und zwei weitere Ruhemonate bis das Malz weiterverarbeitet wird. Fertiges Industriemalz wird wie in den Jahren 1960 bis 1992? grundsätzlich nicht bezogen. Der frühere Manager Robinson (2006 bis 2010) berichtet: „Eines, was ich geändert habe, war die Art und Weise wie das Mälzen durchgeführt wurde, um es effizienter zu machen und eine gleichbleibende Malzqualität für jede der drei Varianten Springbank, Longrow und Hazelburn zu erhalten. Außerdem führte ich eine Standarddokumentation für die Mälzereien und die Produktionsbereiche der Brennerei ein.“



Eine irische Variante bieten die nichtrauchigen dreifach destillierten Hazelburn Spirits mit einer Stärke von 76 bis 75 % vol (2013 Cut bei 79 bzw 63 % vol), wobei hier die zu erzielenden Erträge geringer sind als bei Springbank und Longrow Destillaten. Der wiederkehrende schrille Klang eines Glöckchens im Stillhouse deutet auf ein spezielles Verfahren hin. Es erinnert den Destillateur und früher den Stoker daran, dass sich der Rummager beim Sieden der Wash in der Swan-Neck Still bewegt. Das offene Feuer unterhalb des Kessels neigte zum Anbrennen der Wash. Eine kupferne Kettenschürze schleift daher während des Rohbrands kontinuierlich auf dem erhitzen Kesselboden, um so das Festbacken von Hefe- oder Malzteilchen zu verhindern. Entstehende Anbrenngerüche würden das Spiritaroma abträglich modifizieren. Diese Technologie sehen Touristen bei Glenfarclas, Macallan oder Glenfiddich.



Exkurs: Woher kommt der Torf?

Früher verbrannten die Brennereien in Campbeltown Tonnen von Torf aus der Umgebung. Er ist größtenteils aufgebraucht. Daher beziehen sie den Torf aus anderen Regionen Schottlands. "Wir haben vertrauenswürdige Lieferanten in anderen Teilen des Landes, die ihn bei Bedarf zu uns transportieren. Heute kommt unser Torf von zwei Standorten im Norden Schottlands. Wir verwenden sowohl Trockentorf als auch feuchten Torf, der als "dross"" bezeichnet wird. Der trockene Torf wird zunächst verwendet, um Wärme zu erzeugen, und der Dross wird hinzugefügt, um mehr Rauch zu erzeugen." Der durch den Kiln-Boden aufsteigende Peat Reek verleiht dem Malz, die feinen rauchigen Noten, die nach dem Läutern, Gären, Destillieren den New Make prägen.


Der Trockentorf wird vom St. Fergus Moss, nordöstlich von Aberdeen zwischen den Städten Fraserburgh und Peterhead, bezogen. Es ist eines der Hauptabbaugebiete der industriellen Mälzereien im Hochland. Der Peat von St. Fergus Moss ist sehr dunkel, fast schwarz. im Nordosten Schottlands und zeichnet sich durch eine milde Rauchstruktur aus. "Der nasse Torf stammt von der Bogbain Farm am Rande von Inverness."



Copyright Report Brian MacGregor


Es scheint so, als ob der Dross tatsächlich von Brian MacGregor & Sons Ltd. stammt, deren Geschäftsadresse Bogbain Farm ist. Der Firmensitz ist Bogbain Farm. Sie stechen das Torf mit Bagging Machines ein paar Meilen südlich von Inverness und nicht auf dem Gebiet der Bogbain Farm. Das ebene Moy Moss liegt sehr abgelegen südöstlich von Daviot - in der Nähe der A9 und entlang der B9154 - und sehr nahe an der Highland-Hauptstrecke direkt unterhalb des 511 Meter hohen Bein Breac. Das südlich davon gelegene Loch Moy ist nicht weit entfernt.


Der Betreiber Brian McGregor stach Torfmoos mit einer zeitlich begrenzten Genehmigung von 1982 bis 1992 und danach bis 2019 ohne jegliche Lizenz. Eine nachträgliche Genehmigung durch den Highland Council gab Brian MacGregor das erneute Recht im Moy Moss in großen Mengen von 10.000 bis 20.000 Tonnen (maximal 100.000 Tonnen in zehn Jahren) für weitere zehn Jahre Torf zu stechen. Der größte Teil des Torfs wird jedoch für den Gartenbau verwendet, ein Teil jedoch auch zur Aromatisierung von Malt Whisky.



Tomintoul Moss


Local Barley, selten und gesucht

Die Gerste für einen Springbank, Hazelburn, Longrow oder Kilkerran Malt kommt größtenteils von Landwirten aus der Region Aberdeen. Robertson erinnert sich: „Die Gerste, die wir…verwendeten, war hauptsächlich Optic. Der Großhändler Cefetra lieferte sie an. Wir verwendeten ebenso Bere, Westminster und Belgravia aus lokalem Anbau, die alle von Bauernhöfen um Campbeltown und Southend stammten. Frank rief den Whisky-Typ Local Barley wieder ins Leben: „Ich führte die Tradition weiter.“




Erfunden hatte dieses Whisky-Label laut McDougall der ehemalige Marketing Director Gordon Wright. Unter der Anleitung von Manager Roy Allen, der bis 1986 vierzig Jahre bei Springbank in unterschiedlichen Funktionen tätig war, wurde manchmal eine heimische Gerste gemälzt. Damals befeuerten Stoker die drei Brennblasen mit Kohle aus dem nahegelegenen Trodigal bei Machrihanish. Im Januar 1965 brannten Stillmen einen Springbank, den Kollegen im September 2001 in der Alkoholkonzentration von 51,3 % vol als Local Barley abfüllten. Die Gerste wuchs auf den Feldern der Machrimore Farm von Southend, der Torf kam vom Aros Moss bei Rhoin, nahe dem früheren RAF-Airport und das Produktionswasser rann aus dem Crosshill Loch in den Läuterbottich. „Außer dem Reifefass war damit alles aus einem Umkreis von nur acht Meilen, local eben.“



Die aktuellen Local Barley Releases sind ein Blockbuster. Die Matties mälzten die Gerstensorten Prisma, Propino, Laureate oder Bere. Das weiche Wasser für das Steeping der Sommergerste ist dasselbe wie für das Einmaischen. Es fließt in die Brennerei vom 1868 südlich unterhalb des Beinn Guilean künstlich angelegten Crosshill Loch mitten in die Stadt. Das Reservoir versorgte einst alle Brennereien Campbeltowns mit dem gleichen Produktionswasser. Gavin ist auf den Local Barley besonders stolz: „Ursprünglich planten wir eine Reihe von fünf limited Releases, jetzt setzen wir sie auf unbestimmte Zeit fort. Jedes Jahr wechseln wir die Gerstensorte, die Fassreifekulturen und das Reifealter der Whiskys wie auch die Abfüllstärken.“



Wie in den sechs Jahren zuvor kommt die aktuelle Gerste von der in den Hügeln Campbeltowns liegenden High Ranachan Farm. Die Ernte der Sorte Bere vom September 2020 wird nach einer Ruhezeit erst 2021 gemälzt. Seit Jahrhunderten ist diese sechsreihige Gerste auf schottischen Feldern heimisch und wird heute auf Orkney, Islay und Kintyre angebaut. Im 19. Jhd. wurde der 90-Day-Barley in großen Mengen in den Campbeltown Distilleries destilliert. Diese Sorte benötigt im schottischen Westküstenklima mit den langen Sonnentagen nur drei Monate von der Aussaat bis zur Erntereife. Auch im kommenden Jahr wird Findlay Ross Bere wieder anbauen lassen.


Die andere in diesem Jahr geerntete Sorte Westminster ist eine zweireihige Frühjahrsgerste, die sich mit ihren kräftigen Halmen gut gegen atlantische Winde wehrt. Außerdem verspricht sie den Destillern hohe Erträge wegen ihre Stärkequalität. Sie wächst sehr gut auf einfachen Böden. Zur Trocknung verbrennen die Maltmen dunklen Torf aus Tomintoul und Peterhead. Je Tonne liegen die Erträge zwischen 360 bis 370 Litern reiner Alkohol. Die sechste Local Barley Limited Release 2020 aus einer Belgravia Gerste ist ein 10-jähriger mit einer Stärke von 57,2 % vol., den 100 % Seasoned Oloroso Sherry Casks prägten.


Director of Sales for Springbank and Kilkerran, David Allan, freut sich poetisch:

„Our Local Barley Ten is the most iconic Springbank. Cask strength, no alcohol burn on the nose, sweetness. It is a heaven in the glass with orange peel and mineral gentle notes.“

 

Exkurs: Woher kam früher die Gerste?

Die Halbinsel Kintyre ist fruchtbar. Auf den flachen Feldern wächst die Gerste prächtig. Die schottischen Hauptanbaugebiete liegen jedoch in den Regionen East Lothian, Berwickshire, Perthshire, North East, Renfrewshire, Lanarkshire, Angus und Argyll.


Im 18. Jhd. wurden vornehmlich "..oats, barley, bere, wheat, turnips, potatoes, hay and kale" von den Kleinbauern angebaut. Es war größtenteils Handarbeit. Die Getreideernte mit der Sense war Personen- und arbeitsintensiv. Die wenigen Ochsen-, Esel- und Pferdekarren wurden für den Transport von Gerste, Hafer, Weizen in der Community untereinander geteilt und geliehen. Traktoren kamen gehäuft erst nach dem Zweiten Weltkrieg zum Einsatz. Nach der Landreform 1730-40 wurde die Pacht an den feudalen Tacksman vornehmlich in Naturalien entrichtet.



Die ersten Brennereien verarbeiten auf ihren Malzböden vorwiegend heimische Gerste.

Mit der Brennerei Blüte im 19. Jhd. stieg der Bedarf an Brenngerste rasant an. Die lokale Versorgung der Campbeltown Distilleries reichte nicht aus. Der natürliche Hafen des Campbeltown Loch erlaubte den Import großer Mengen per Schiff vom schottischen Festland, von England und Irland aber auch vom europäischen Kontinent. Der Heimatforscher Angus Martin berichtet im Heft Glen Scotia Distillery: A History (Mai 2019, zu beziehen im Besucherzentrum der Brennerei) von Lieferungen, die die Wochenzeitung Argyllshire Herald (1855-1918) anzeigte.

  • Im Januar 1866 kamen 300 Tonnen französische Gerste aus dem bretonischen Saint Malo.

  • 1874 wüteten Herbststürme. Ein französisches Schiff, das Gerste für Scotia Distillery am Old Quay anlandete und Kohle von Ardrosan aufnahm strandete an der irischen Küste von County Down.

  • Französische Gerste war günstig, ihre Qualität geschätzt. 1875 kamen drei Lieferungen für Scotia Distillery, rund 500 Tonnen nach Dalintober.

  • 193 Tonnen Gerste aus Dänemark kamen 1879 nach Kyntyre, die Ladung teilten sich Springbank und Scotia.

  • Mit dem Schiff Lagonda erreichte im Oktober 1898 die größte Lieferung die Bucht von Campbeltown. Eine Woche lang leichterten die Hafenarbeiter 3 000 Tonnen Gerste. Sie wurde in Moldavien, Rumänien, geerntet und "...soll von besserer Qualität als ein Jahr zuvor..." gewesen sein. Die Gerste ging an mehrere Brennereien.

Im selben Jahr wurden im Hafen von Campbeltown insgesamt 1 172 380 Gallonen Whisky (5,32 Millionen Liter) Whisky verschifft. Die Menge war in den Vorjahren ähnlich hoch.


 

Local Barley, die Erfinder

Die Gerste für einen Springbank-, Hazelburn-, Longrow- oder Kilkerran Malt beziehen sie größtenteils von Landwirten aus der Region Aberdeen. Stuart Robertson erinnert sich: „Die Gerste, die wir…verwendeten, war hauptsächlich Optic. Der Großhändler Cefetra lieferte sie an. Wir verwendeten ebenso Bere, Westminster, Optic und Belgravia aus lokalem Anbau, die alle von Bauernhöfen um Campbeltown und Southend stammten. Der Whisky-Typ Local Barley wurde von Frank McHardy wieder ins Leben gerufen, die Tradition führte ich nur weiter.“


John McDougall


Erfunden hatte dieses Whisky-Label laut McDougall der ehemalige Marketing Director Gordon Wright. Unter der Anleitung von Manager Roy Allen, der bis 1986 vierzig Jahre bei Springbank in unterschiedlichen Funktionen, auch als Manager tätig war, wurde manchmal eine heimische Gerste gemälzt. Damals befeuerten Stoker die drei Brennblasen mit einer Kohle aus dem nahegelegenen Trodigal. Einer der ‚ersten‘ Springbank mit dem Label Local Barley wurde im Januar 1965 destilliert und im September 2001 mit der natürlichen Alkoholkonzentration von 51,3 % vol abgefüllt. Die Gerste wuchs zuvor auf den Feldern der Machrimore Farm von Southend, der Torf wurde im Aros Moss bei Rhoin – nahe dem früheren RAF-Airport - gestochen, die Kohle stammt aus dem Bergwerk von Trodigal bei Machrihanish und das Produktionswasser rann aus dem Crosshill Loch in den Läuterbottich. Außer dem Reifefass kam alles aus einem Umkreis von nur acht Meilen, Local eben.


Die aktuellen Local Barley Releases sind ein Blockbuster. Verarbeitet wurden in den vergangenen Jahren die Gerstensorten Prisma, Propino, Laureate oder Bere. Das weiche Wasser für das Steeping der Sommergerste ist dasselbe wie für das Einmaischen. Es fließt in die Brennerei vom 1868 südlich unterhalb des Beinn Guilean künstlich angelegten Crosshill Loch mitten in die Stadt. Das Reservoir versorgte einst alle Brennereien Campbeltowns mit dem gleichen Produktionswasser. Gavin ist auf den Local Barley besonders stolz: „Ursprünglich planten wir eine Reihe von fünf limited Releases, jetzt setzen wir sie auf unbestimmte Zeit fort. Jedes Jahr wechseln wir die Gerstensorte, die Fassreifekulturen und das Reifealter der Whiskys wie auch die Abfüllstärken.“



Den Local Barley ernteten sie im September 2020 wie in den sechs Jahren zuvor auf High Ranachan Farm in den Hügeln Campbeltowns nahe der Farm-Cottage von Paul McCartney. Gemälzt und verarbeitet wird die Gerste Bere, dies geschieht nach einer Ruhezeit erst 2021. Seit Jahrhunderten ist diese sechsreihige Gerste auf schottischen Feldern heimisch und wird heute auf Orkney, Islay und Kintyre angebaut. Im 19. Jhd. wurde sie in großen Mengen in den Distilleries von Campbeltown gemälzt und destilliert, da sie im schottischen Westküstenklima und den langen Sonnentagen nur drei Monate von der Aussaat bis zur Erntereife benötigte. Die Bauern sähten den 90-Day-Barley spät und ernteten diesen früh. Auch im kommenden Jahr möchte Findlay Ross diese alte Sorte wieder anbauen lassen. Die andere Sorte ist eine zweireihige Frühjahrsgerste Westminster, die sich wegen ihrer kräftigen Halme gut gegen atlantische Winde wehrt. Außerdem verspricht sie den Destillern hohe Erträge und eine gute Stärkequalität. Sie wächst sehr gut auf einfachen Böden.


„Aus 26 Tonnen Local Barley entstehen 10 000 Liter Pure Alcohol.“

Der Destillationsertrag läge damit bei 385 Liter pro Tonne. Insgesamt werden jährlich rund 50 Tonnen Local Barley verarbeitet. Director of Sales and Marketing David Allan freut sich poetisch: „Local Barley Ten is the most iconic Springbank. Cask strength, no alcohol burn on the nose, sweetness. It is a heaven in the glass with orange peel and mineral gentle notes.“


News


NB: "A few weeks ago, our 2021 crop of local barley was delivered to the distillery. With some expert driving from Dan, the young farmer at High Ranachan, each trailer load was manoeuvred in via the Glebe Street entrance. Once perfectly positioned, the trailer was raised and like a waterfall, the grain started to flow in.


A series of old conveyor belts and lifts carried all 22.5 tons of it directly up to the barley loft on the second floor of the malt barns where it is now being stored.


Variety Grown: Bere Barley Farm: High Ranachan, Campbeltown Quantity: 22.5 Tons," Springbank Distillery, October 1st, 2021


NB: "Although our barley is predominantly sourced from the East of Scotland, once per year at Springbank there will be maltings of barley sourced locally from farms around Kintyre, which will go on to create a future release of the Springbank Local Barley range.


This year we have a bere barley crop which has recently been sown at High Ranachan Farm, located around 2 miles outside of Campbeltown. When harvested, this barley will be transported to Springbank to distil in 2023.

High Ranachan Farm also supplied our local barley this year, which has already been malted and is now awaiting distillation."

Springbank Distillery May 13th, 2022


Sowing new Bere barley. Crop from 2021. Edition of 2022. Photos Courtesy of Springbank Distillers.


Ranald Watson, dessen gleichnamiger Großvater der letzte HMRC Exciseman in Campbeltown und der erste Tour Guide bei Springbank war, ist stolz auf das Erreichte:


“Deutschland ist unser größter europäischer Markt, unser drittgrößter überhaupt, nach Großbritannien und den USA.“

Local Barley Steeping Methods 2023


"Last year (2022) we grew Bere barley at High Ranachan Farm to make a future edition in the Local Barley series. We visited during a lovely sunny day in the summer to see how it was coming along and ran into some of the farmers working to grow it on our behalf.


This barley was harvested over a weekend at the end of August and was dressed by the farmer prior to delivery, giving us around 15 tonnes of barley to work with when malting of this begins in April. As local barley has a different character to the distilling variety barley we commonly use, Sassy, the malting process is altered to accommodate this.


All Hands on. Malting floor. Germination starts. Photos Courtesy of Springbank Distillers

The total steeping time for local barley is around 56 hours, significantly longer than the standard 38 hours at Springbank, as more time is given between steeps to drain the barley and replenish oxygen levels. Local barley is much more water sensitive, so the steeping regime is adjusted to allow it to germinate effectively.


Smaller grains are produced by the 6 row local barley, compared to our standard 2 row variety, resulting in the milling process taking a bit longer than usual too. The 'coup' in the mill is adjusted to weigh the barley in 30kg rather than the standard 40kg batches."

Source: Springbank Distillers, Facebook February 2023


Innovation

Verpackungen von einzelnen Flaschen werden von vielen Marktbeobachtern als nicht notwendig und als Vergeudung von Ressourcen angesehen. Ihr Argument, Weinflaschen werden doch auch nicht in Umverpackungen im Regal einzeln präsentiert. Angesichts der Energieverschwendung und der globalen Klimakrise hat das Springbank Management den Verpackungsmüll reduziert. Die Standards Single Malts - Springbank 10, 12 und 15, Longrow Peated und Hazelburn 10 - werden zukünftig nicht mehr mit Umverpackungen in der Sichtwahl stehen. Gleiches wird im Übrigen für das Portfolio von Kilkerran gelten.


 

Update Oktober 2021

Director of Sales and Marketing Ranald Watson möchte in allen Geschäftsbereichen - Springbank, Kilkerran und William Cadenhead Ltd. - die Flut der Umverpackungen minimieren, um so einen Beitrag für den Umweltschutz zu leisten. Dabei werden sie gleichfalls die Verpackungen der "...more rare and exclusive whiskies..." einer kritischen Prüfung unterziehen, um nach Wegen zu suchen, wie diese möglichst Vorort aus recycelten Materialen hergestellt werden können.

Mit diesen innovativen Maßnahmen führt Springbank die schottische Whisky Industrie in eine neue umweltbewusste Periode. Andere werden dem Beispiel folgen. Der deutsche Abfüllen und Importeur Andrea Caminneci hatte 2006 die Flaschen der C&S Dram Serie bewusst nicht mit Umverpackungen verhüllt.

In die gleiche Richtung geht Director of Production Findlay Ross. An den Grundpfeilern der Whisky-Produktion möchte er nichts verändern. Dort wo keine Einfüsse auf den Charakter der Whiskys greifen, werden die Stellschrauben verändert. Statt des "red diesel" wird der Heizkessel zukünftig mit dem etwas umweltschonenderen Stoff LPG - liquefied petrol gas - geheizt. Das als Autogas bekannte Heizmittel gilt als effizienter und umweltfreundlich. Der Wasserverbrauch in einer Brennerei ist enorm. Auch in diesen Bereichen prüft Findlay Ross Maßnahmen zur Einsparung.


New Attraction

"We are thrilled to welcome visitors to the distillery, with tours up and running and the exciting new addition of The Washback Bar in the heart of the distillery.

We are open for tours of both Springbank and Glengyle, our sister distillery. Visitors will have the opportunity to learn about our range of whiskies on the tour, and then to sample these in the unique surroundings of The Washback Bar.

If you are looking to access the bar without taking part in a tour, feel free to drop in from 11am-6pm Monday-Friday, where a selection of tasting flights and whiskies by the glass will be available, as well as light bites and hot drinks."

October, 2021

 


Wer ist Frank McHardy?

Frank McHardy, ehemaliger Manager von Bushmills hatte einen wesentlichen Anteil an der Erhaltung der geographischen Herkunftsbezeichnung „Campbeltown“. 1977 begann er als Assistant des Managers seine Karriere bei Springbank und führte von 1986 bis 1996 selbst als Betriebsleiter, danach als Director of Production bis 2013 Springbank und Glengyle.


Frank McHardy in 2013

Der Schotte sanierte nicht nur Springbank, sondern entwickelte ein weltweit geschätztes Portfolio von Malts unter den Labels Springbank, Longrow und Hazelburn. 2004 erfand er die geschlossene Gengyle Distillery neu – hier arbeiten Brennblasen aus der 1977 stillgelegten Ben Wyvis Distillery in Invergordon, wo Frank einst seine Whisky-Karriere begonnen hatte. Frank steht für die Wiedergeburt des Campbeltown Whiskys.


Während seines Ruhestands seit Juli 2013 leitete die er für sehr kurze Zeit die Springbank Whisky School. McHardy berät Brennereien weltweit in der Whisky-Produktion. Im August 2013 gründete der in Paisley, Glasgow, lebende Whisky-Fachmann seine Beraterfirma Craigowan Distillers Ltd. Er beriet Firmen und Independent Bottler, in der englischen Dartmoor Distillery ist er als Master Distiller aktiv und verantwortete die Entwicklung des Dartmor Single Malt Whiskys.


The Mash Tun

Die Technologie des Läuterbottichs reicht in das viktorianische Zeitalter zurück. Das Rührwerk beeinflusst durch die Häufigkeit des Wendens die Öligkeit und damit die geschmackliche Qualität der Würze. Der Würzablauf und die Filtration erfolgen schonend ausschließlich durch die Treberschichten und einen Siebboden. Das Ziel ist eine klare Würze im Underback, die sich möglichst nicht mit Sauerstoff versetzen soll, weil dies bei der Destillation zu abträglichen Reaktionen führen könnte.


Update Februar 2022

"After approximately 40 years of fermentations and a few refurbishments, Washback Number 1 is ready for retirement. We recently had a new washback installed in its place at the distillery by Joseph Brown Vats of Dufftown Limited.
Ahead of its first fermentation, it has been sprayed with linseed oil which will act as a preservative to stop it from drying out, and it will also be calibrated to determine its capacity."
Photos Copyright Springbank Distillery

Beliebt und mittlerweile selten auf dem Markt. Die Auflagen sind sehr gering.


First published in Spring 2015

Updated February 2023



Stroll around Springbank Distillery at The Gateway to Distilleries and enjoy lots of photos, please click photo:



Zum Autor

Ernie - Ernst J. Scheiner ist der Herausgeber des Portals The Gateway to Distilleries www.whisky-distilleries.net Er dokumentiert über 150 Destillerien fotografisch von innen und beschreibt detailliert die Produktion der Whiskies. Seit seinem Studium an der University of Edinburgh befasst er sich mit dem Thema Whisky und publiziert in Fachmagazinen

wie Das Irland Journal, die Kleinbrennerei, Whisky Passion und The Highland Herold. Features und Stories erschienen in den Blogs whiskyexperts, whiskyfanblog und whiskyintelligence. Als Leiter der VHS Ingelheim führte, und nun als Whisk(e)y-Botschafter leitet er Destillations-Kollegs, Studienreisen und Whisky-Kultouren zu den Quellen des Whiskys.



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