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  • Ernie - Ernst Scheiner

Bladnoch. The Making of Whisky



Recreating Bladnoch Distillery



Erstmals veröffentlicht im The Highland Herold im Sommer 2019.

Updated September 2022.


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at work




Der Start war holprig.


Als der australische Investor David Prior und seine Gattin Sally zum ersten Mal durch die südlichste schottische Brennerei Bladnoch führte, reagierte sie schockiert:
„Das ist ein großes Stück Arbeit.“


Die Schuh-Designerin sollte mit ihren Befürchtungen Recht behalten. Australiens Vorzeigeunternehmer hatte im Juli 2015 eher zufällig und mehr als glücklich die Produktionsstätte sowie rund 3 000 Fässer gefüllt mit Whisky für angeblich 20 Millionen Pfund erworben. Eigentlich hatte der Insolvenzverwalter Ernst & Young die über 200 Jahre alte Brennerei zuvor an einen Business-Tycoon aus Delhi verkauft. Der Erbe eines Mischkonzerns darunter Brauereien und Brennereien erhielt jedoch vom Scottish Licensing Board wegen eines ungeklärten Kapitalverbrechens keine Betriebserlaubnis.


David Prior während einer Präsentation in Hamburg 2019
Copyright The Gateway to Distilleries


Der sportlich dynamisch auftretende Master of Business Administration war zur richtigen Zeit am richtigen Ort:


„Ich bin wohl der erste Aussie, der eine schottische Distillery betreibt. I fell in love with it, als ich sie zum ersten Mal sah, da stand sie noch nicht zum Verkauf.“

Seine etwas naiven Versuche, eine Brennerei zu kaufen, schlugen fehl. Der Markt war leergefegt. Im Kingdom of Fife wollte er daraufhin auf einem 80 ha großen Grundstück eine neue Anlage selbst errichten. Die Pläne scheiterten grandios.


„Auf dem vorgesehenen Grundstück gab es kein Wasser. Dank der Cleverness meiner Anwälte konnten wir den Kauf zurücknehmen,“

erzählt Prior freimütig vom Missgeschick.



The new Bladnoch Stillhouse with pot stills manufactured by Forsyth in Rothes.
Photo Courtesy Bladnoch Distillery.


Scotch faszinierte ihn seit seiner Jugend. Der Sohn einer indischen Mutter und eines englischen Vaters kam schon sehr früh mit Whisky in Kontakt.


Mein Vater pflegte nach einer arbeitsreichen Woche einen Whisky zu genießen, als ich älter wurde übernahm ich diese Gewohnheit. Während unserer Familienurlaube in Mombay erlebte ich die indische Whisky-Trinkkultur hautnah.
Whisky has been my passion.“

Jogurt wird Kult


Das Kapital für die enorme Investition erwirtschaftete der Unternehmer in wenigen Jahren mit der Herstellung und dem Verkauf von biologischem Jogurt. Die Veräußerung der elterlichen Verpackungsbetriebe Baroda brachte ihm 2007 einen Anteil von vier Millionen Dollar. Davids Reinvestitionspläne mündeten 2009 in ein Start-up-Molkerei-Projekt. Unmengen angesagte five:am Jogurts wurden in über tausend Shops Australiens verkauft, darunter die Lebensmittelkette Woolworths. Die Umsätze und Gewinne schossen seit der Einführung des trendigen Milchprodukts 2011 buchstäblich durch die Decke.


Courtesy five:am

Daher ist es kein Wunder, dass der multinationale Konzern P2 Cussions mit Sitz in Manchester - eines der größten britischen Unternehmen für Konsumgüter und Nahrungsmitttel - die Topseller-Marke und australischen Marktführer five:am 2014 erwarb.

Mit dem Erlös von umgerechnet rund 70 Millionen Euro orientierte sich der seit seiner Jugend Yoga-treibende Prior neu.


Das komfortable finanzielle Polster öffnete neue Dimensionen. Eine intensive internationale Markt- und Zielgruppenanalyse führte den heute 48jährigen in das Segment der Premium-Whiskys. Beste Entwicklungsperspektiven sowie ein hohes wirtschaftliches Ertragspotential versprachen die Analysten, darunter der ehemalige Direktor der Scotch Whisky Association, Gavin Hewitt und die Marketingerfahrene Spezialistin Ilana Edelstein des mexikanischen Supersellers Patron Tequila. Es sollte keine australische Brennerei werden, „wenn schon, dann aber eine Schottische, doch viele Leute erklärten mich für verrückt...Man muss immer seinem Bauchgefühl folgen, wenn man Geschäfte macht.“


„...nothing worked“


Prior verlor keine Zeit und machte sich an die Arbeit, lernte dazu. Die schottische Beraterfirma EY Building a better World versprach einen optimalen Einstieg mit Bladnoch. Sie lobte den Fundus der Whiskys, die seit Jahrzehnten in den viktorianischen Lagerhäusern schlummern.


„Sie können sofort mit der Produktion beginnen,
everything works,“

sagten die EY-Consultants. Zur allgemeinen Überraschung gelang es ihm, den kompetenten und profilierten Master Blender Ian MacMillan vom Konzern Distell-Burn Stewart Distillers abzuwerben. Der Schotte hatte mit großen Anstrengungen die Single Malts von Bunnahabhain, Deanston und Tobermory wettbewerbsfähig gemacht. Die von ihm sorgfältig komponierten Single Malts standen mit ihren beachtlichen Qualitäten wieder in den ersten Reihen der Regale. Seine langjährige praktische Renovierungserfahrung mit den Islay-, Mull- und Lowland-Brennereien sowie die guten Beziehungen sollten ihm bei der Lösung der Bladnoch-Probleme zugute kommen.


Der erste Rundgang offenbarte Ian nach genauem Hinsehen eine marode und technisch veraltete Destillationsanlage mit der sie unmöglich auf Dauer gute Gerstenspirits destillieren könnten:


„Nothing works!“

Für beide war es eine riesige Herausforderung die frühere Queen of the Lowlands wieder in die Produktion zurückzubringen. „Es war ein sehr schmerzhafter Prozess, wie ein eigenes Haus zu bauen,“ bemerkt Prior vergleichend.


Diageo's Flora & Fauna Bottling, Raymond Armstrong's rare Bladnoch Forum Private Bottlings


Die irischen Vorbesitzer, die Brüder Raymond und Colin Armstrong, hatten 1994 die von Diageo sehr nachlässig gepflegte Brennerei übernommen. Sie hielten sich zunächst mit der Vermietung der Lagerhallen und dem schleppenden Verkauf von alten Bladnochs über Wasser.


Raymond Armstrong wählt die Whiskies für seine Bladnoch Forum Abfüllungen aus.


Ausreichendes Kapital für eine radikale Sanierung hatten sie nicht. Im Provisorium versuchten sie mit viel Enthusiasmus, ab 2000 phasenweise einen Malt zu brennen. In guten Jahren destillierte Raymond bis zu 250 000 Liter Gerstenspirit. Die Produktionseinstellung im Jahre 2010 und ein damals extrem heftiger Familienzwist zwischen den Brüdern und ihren Frauen - alle gleichberechtigte Anteilseigner - führte letztendlich 2014 zur Liquidation der Brennerei-Gesellschaft.


Courtesy Bladnoch Distillery




Queen of the Lowlands kehrt zurück


„So konnte es nicht weitergehen, wir machten einen Neuanfang,“

berichtet Prior.


„We started from scratch.“

Eine zwingend notwendige Investitionsplanung von über 12,5 Millionen Pfund führte zur Erneuerung der gesamten Anlage. Der tun room, das still house und die anderen Produktionsräume wurden vollkommen entrümpelt und entkernt. Techniker und Architekten planten in den alten Mauern die Brennerei vollkommen neu und installierten in weniger als zwei Jahren eine Destillationsanlage. Die Umsetzung war keineswegs einfach, denn die Warteliste der renommierten schottischen Brennblasenschmiede Forsyth war lange, sehr lange. Mehr als drei Jahre sollte es nach der ersten Anfrage dauern, bis die Kupferschmiede aus Rothes neue Brennblasen an Bladnoch hätten liefern können. Diese Aussichten dauerten dem ungeduldigen Australier zu lange.


Nach Alternativen wurde in Italien gesucht, aber auch beim renomierten italienischen Hersteller Frilli aus Siena, dessen Brennblasen arbeiten bei Teeling und Glen Moray, gab es lange Wartezeiten. Und wieder hatte Prior Glück, denn in Gesprächen mit Richard Forsyth wurde, vermutlich über eine Preisfunktion, eine beschleunigende Lösung der Lieferzeiten erarbeitet. Nach nur sechs Monaten Schmiedezeit kamen die glänzenden Pot Stills in Wigtown an. Zusammen mit den Ingenieuren von Forsyth plante Ian MacMillan vier pot stills (bei Bladnoch alt arbeiteten nur zwei pot stills). Normgleiche Kopien der bisherigen Roh- und Feinbrandblasen waren nicht beabsichtigt, sie waren nur ähnlich in der Form.


Der neue spirit style sollte zukünftig sehr fruchtige Eigenschaften aufweisen. Entsprechend MacMillans Wunsch wurden die traditionellen Gärverfahren in wooden washbacks beibehalten. Sechs klassische Gärbottiche bauten die Küfer der Brown Ltd. aus Dufftown komplett mit Douglasien-Holz auf.


„Stainless-steel Varianten wären zwar günstiger und pflegeleichter gewesen, aber der fruchtige Charakter der wash hätte sich verändert,“

meinte nicht nur MacMillan. „The whisky we make here is unique.“ Er freut sich über das malzige, grasige aber, auch sehr süße und kräftige Aromaprofil.


“The refurbishment of Bladnoch will always be one of my proudest achievements in over 45 years in the whisky industry.“

„Ich möchte den Bladnoch besser machen als früher.
Er soll zwar wieder an die Kontinuität der frühen Jahre anknüpfen und eine führende Rolle, die erste unter den Lowland Whiskys spielen,“

formuliert der selbstbewusste Brennereibetreiber Prior den gehobenen Anspruch.


Courtesy Bladnoch Distillery


Die Vorgaben reizten Master Distiller MacMillan mit seiner mehr als 46 jährigen Berufserfahrung die Ziele zu erreichen. Er entwickelte die Methoden der Herstellung neu: das Schroten des Malzes, das Läutern der Würze, die Auswahl der Hefe, die Dauer der Gärzeiten, die Länge der Temperaturkurven während der Roh- und Feinbranddestillation. Akribisch suchte er in Testreihen nach den optimalen cut points - Trennung von Vor-, Mittel- und Nachlauf der zweiten Destillation, um den idealen aromatischen und geschmacklichen Spirit-Charakter zu finden.


Die vier stillmen können zwar bis zu 1,5 Millionen Liter reinen Alkohol brennen, gegenwärtig sind es allerdings nur rund 600 000 Liter pro Jahr.


„Wir produzieren auch für andere Whisky-Betriebe und tauschen Sprits mit ihnen,“

erklärte Prior 2018. Bladnochs Gerstenbrand wird unter dem Namen Kirkcowan damit wieder Teil des in Schottland üblichen reziproken Tauschs von Spirits, der unter Blendern eine lange Tradition hat. Der erste neue Bladnoch-Spirit verwandelte sich im Jahr 2020 zu Whisky.


„In sieben Jahren möchten wir die maximale Menge brennen,“

prognostiziert der ehemalige Molkereibetreiber das Unternehmensziel.




Vielfältige Fasskulturen werden den New Bladnoch in dunnage warehouses am Ort der Destillation prägen: Bourbon-, Sherry-, Wine- und Juvenile Casks. Erfreulicher Nebeneffekt: Bladnoch zählt mit 30 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern der Region. Die jährliche Anschaffung von Fässern im Wert von 1,5 Millionen Euro und der Kauf von gemälzter Gerste in ähnlicher Höhe zeigen dem Neuling, wie kapitalzehrend Whiskymachen eigentlich ist. „Ich kann die alten Besitzer verstehen,“ gesteht David angesichts der hohen Ausgabenflut.


Courtesy Bladnoch Distillery


Offensichtlich ist der Workaholic David Prior stolz mit dem Erreichten: „Wir sind jetzt eine state of the art distillery....Whisky und Jogurt haben vieles gemeinsam. Es sind in gewisser Weise ähnliche Produkte, qualitätsbewusste Herstellung, überzeugende Konzepte, ausstrahlende Verpackung und intensives Marketing. Die Regeln sind die gleichen.“ Die Steuerung des operativen Distillery-Geschäfts lenkt der erfolgsverwöhnte Manager vom Wohnsitz der Familie in Melbourne aus.


Fundus-Erweiterung


Die sensorische Sichtung der Lagerbestände von 3000 Fässern durch Ian MacMillan offenbarte Schätze in den elf Lagerhäusern, aber auch Defizite. „Einige der Whiskys waren von einer ausgezeichneten Qualität, andere, fast 85 %des Bestands mussten wir in neue Fässer umfüllen,“ informiert Prior.


Zum 200 jährigen Jubiläum konnte der Master Blender dennoch für die Präsentation neuer Abfüllungen auf einen Bestand mit optimalen Reifegraden zurückgreifen. Im Fundus fand er reife 29-, 26- und 23-jährige Whiskys. Außerdem veranlasste sein Chef einen schottlandweiten Aufkauf von Bladnoch-Fässern, die in den Hallen der Konzerne Diageo, Pernod-Ricard u.a. lagerten. Gemeinsam durchstreiften sie ebenfalls die Lager der Independent Bottlers - darunter Wemyss, Signatory.


Ian McMillan. Master Distiller und Master Blender. Courtesy Bladnoch Distillery.


Die reifen Bladnoch Single Malts benötigt MacMillan für die Formung eines marktfähigen mittelfristigen Portfolios bis die ersten Bladnoch Single Malts marktfähig werden. „Jetzt hat nur noch Gordon & MacPhail einen nennenswerten Bestand,“ berichtet Prior. Die Bladnoch-Resourcen seien allerdings nicht üppig, sodass alle zukünftigen Releases in ihrer Art irgendwie Limited Editions wären. Die im Vergleich zu den Mitbewerbern höheren Preise der Whiskys sind betriebswirtschaftlich durch den massiven Aufkauf der teueren Bladnoch-Fässer geschuldet.


„Unsere Preise werden sich langfristig wettbewerbsmäßig wieder nach unten bewegen,“

tröstet der Investor.


Bladnoch ist wiedergeboren.

Bladnoch kehrt zurück


Eines steht fest, Ian MacMillan ist ein kreativer Macher von exzellenten Whiskys, das bewies er eindrucksvoll bei Bunnahabhain, Deanston und Tobermory. Gleiches gelang ihm bei Bladnoch. Die 29-jährige Bicentenial Release frischte er geschickt in einem andalusischen Moscatel-Likörweinfass auf und gab dem raren Jubiläumswhisky mit einem Finishing süße kräftige, schokoladenartige Sherry-Noten. Lediglich 200 Flaschen in der natürlich verbliebenen Fassstärke von 42,1 % Volumen kamen in kantig gestylten Karaffen-Flaschen zum 200-jährigen Gründungsjubiläum auf den Markt.


Priors Designer schufen eine opulente Ausstattung mit einem imposanten goldglänzenden, aufwendig ziselierten Verschlusskorken, der krönend die Preziose schmückt. CEO Prior intendiert und signalisiert mit der wertigen Präsentation eine Zugehörigkeit zum Premiumsegment. Ein Hauch von Luxus umhüllt die Bladnoch Whiskys und hebt sie optisch wohltuend von ihren Mitbewerbern ab. Allerdings ist die Flasche sehr schwer und verursacht höhere Herstellungs- und Transportkosten.


Courtesy Bladnoch Distillery

Zweifach destilliert wurde MacMillans Kreation im Jahre 1988 als rund 1,4 Millionen Liter Bladnoch Spirit zusammen mit den Malts von Blair Athol und Inchgower den populären Blended Scotch Bell’s aromatisierten. Die meiste Zeit ruhte der Jubiläumswhisky bodennah in zwei Oloroso-Casks aus amerikanischer Eiche in einem traditionellen dunnage warehouse nahe des River Bladnoch. Für abschließende 18 Monate erfuhr der alte Single Malt eine intensive aromatische Nachreifung in frischen Moscatel-Sherry-Fässern. Der Sammlerpreis liegt derzeit bei 6000 Euro pro Flasche.


„Chestnut gold in colour, our bicentennial release has lovely rich Sherry and acacia aromas, with notes of dark chocolate, sweet oak and citrus with a long and satisfying finish,”

beschreibt Master Distiller, Ian Macmillan, werbend die Rarität.



Neues Team


Nach dem Erreichen der gesetzten Ziele reizten Ian Macmillan neue Aufgaben. In Zukunft möchte er als selbständiger Berater tätig werden. Die erste Aufgabe wartete im Frühjahr 2019 auf ihn, als er sich um die Qualität eines rauchigen Spirits in der neuen Arran Distillery Lagg kümmerte.


Neil Bulloch. Courtesy Bladnoch Distillery.

Der Whisky-Veteran hatte den erfahrenen Destillateur Neil Bulloch von Deanston im September 2016 weggelockt, um den Umbau zu begleiten sowie die neuen operatorsauszubilden. Der junge Distillery Manager verantwortet seither die Produktion und führt das Bladnoch-Team eigenständig.


Bladnoch Team im Jahre 2022. Courtesy Bladnoch Distillery



Mit dem Engagement von Dr. Nicholas Savage als Master Distiller gelang David Prior wieder einmal ein Knaller. Der promovierte schottische Ingenieur - 2006 an der RMIT University in Melbourne - begann seine Karriere als technischer Leiter der Forschungsabteilung für Fragen der Fassreifung bei Diageo und wechselte in die Funktion des Distilling Technical Leader zu William Grant & Sons nach Dufftown. Abschließend führte Savage als Master Distiller das Destillateur-Team von The Macallan und verantwortete den Neubau der Mega-Distillery in den Hügeln von Aberlour.


Dr. Savage. Courtesy Bladnoch Distillery

Als Dr. Savage im Juli 2019 seine Funktionen aufnahm, öffnete kurz darauf im September das Besucherzentrum wie geplant die Tore. David Prior möchte die Bladnoch in die touristische Landschaft setzen und somit am boomenden Whisky-Tourismus teilhaben. Weitere Arbeitsplätze werden in der strukturschwachen Region geschaffen. Die Brennerei ist bereits jetzt der größte Arbeitgeber in Wigtown. Mit einem Gästehaus oder einem kleinen Hotel beabsichtigt der kreative Distiller das Übernachtungsangebot in Kooperation mit der lokalen Community wirkungsvoll zu verbessern, um einen Tourismus im südlichen Galloway nachhaltigen zu entwickeln.


Seiner gesellschaftspolitischen Verantwortung wird der Unternehmer bereits seit dem Verkauf von five:am im Heimatland beispielhaft gerecht. Zusammen mit seiner Ehefrau Sally finanziert und betreibt ihre Prior-Familienstiftung Culture is Life ein sensibles soziales Betreuungsprojekt, das sich an junge selbstmordgefährdete Aboriginals und Torres Strait Islanders richtet. „Die Selbstmordrate dieser Jugendlichen ist doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt. Mit dem Präventionsprogramm Love and Hope gibt ihnen ein hauptamtliches Team von Sozialarbeitern eine neue Lebensperspektive.“


I’ve got my life, my family, my surfing, my yoga and my business.
They’re all intertwined, they’re not separate from each other”.

 

Einige Single Malt Releases der "Queen of the Lowlands"


Fotos folgen


Bladnoch 10 Jahre, 46,7 % ist die neueste Release, deren Ausbau in first- und second-fill Bourbon-Barrels erfolgte. Die Gerste kam aus der Region und wurde wohl um 2008 destilliert.



Bladnoch Adela 15 Jahre, 46,7 % Der Noble Whisky reifte vorwiegend in Oloroso Casks aus amerikanischer und spanischer Eiche. Ein Teil wurde in 500 Liter großen seasoned first-fill Butts ausgebaut. Raymond Armstrong hatte 2002 den Spirit aus einer lokalen Gerste gebrannt. Prior beschreibt diesen nicht gefärbten und nicht kältefiltrierten Whisky poetisch: „Tear drops from Heaven.“ Lob: Doppel Gold im Jahr 2017 bei der San Francisco Spirits Competition. Der vorläufig letzte Adela wird als 18-jährige Version im Herbst in nur 3 000 nummerierten Flaschen herausgegeben. Danach sind die Bestände erschöpft.


Bladnoch 17 Jahre Red Wine Expression, 46,7 %, vom Batch 1 gab es nur 6000 Flaschen und erhielt Double Gold das Batch 2 erschien im Mai 2019. Der Single Malt wurde im Jahr 2001 destilliert als Raymond Armstrong wieder einmal für einige wenige Wochen die Brennblasen erfolgreich heizte. Die Grundprägung des Spirits erfolgte in Bourbon Barrels. Vom März 2016 und Januar 2017 bis zur Abfüllung aromatisierten ihn kalifornische 225 Liter große Rotwein-Barriques. Die Gerste kam von Landwirten aus Galloway. Eine 18-jährige Adela, eine durchnummerierte Abfüllung wird im Herbst die letzte Edition des Whiskys sein, da die Bestände zu Neige gehen. Der 17-jährige ist der meistverkaufte Bladnoch in den deutschen Fachgeschäften. Seine aromatische Qualität und vollendete geschmackliche Harmonie ist ein absolutes Highlight. Beeindruckend bei einem angemessenen Preis-Leistungsverhältnis. „Bei Bladnoch ist derzeit eigentlich jede Abfüllung eine limitierte, denn die Bestände sind nicht sehr groß,“ gesteht offen David Prior.


Bladnoch Samsara (ohne Altersangabe), 46,7 % ist ein innovatives Vatting aus Whiskys, das in first fill Bourbon-Fässern und first-fill kalifornischen Rotweinfässern, beide auch amerikanischer Weißeiche, ausgebaut wurde. Die Gerste kam aus der Region, der Spirit aus der alten Anlage. Es war die erste Abfüllung nach David Priors Übernahme:


„Der Jüngste ist elf Jahre alt, der älteste siebzehn Jahre.
Er ist einzigartig für mich.“

Intensiv fruchtige Aromen erinnern an Pflaumen. Etwas Würze verdichtet die Spannung. Angenehm weich und lange anhaltend entfaltet sich ein Früchtekompott im Mund, das sich mit Karamell und weiteren Gewürzen wie Zimt und Kardamon verbindet. Es ist ein sensorisch ausdrucksstarker Malt, der begeistert.




Statt ein Wort aus dem Gälischen wählt der Marketingspezialist Prior eine symbolische Bezeichnung in Sanskrit: „Samsara bedeutet Wiedergeburt.“ Es war der allererste Whisky, der nach der Übernahme von Ian MacMillan aufgelegt wurde.


Bladnoch Talia 25 Jahre, reifte in drei verschieden Kulturen: Bourbon-, Sherry- und nicht näher bezeichneten „ex Whisky casks.“ Der Verschnitt erlebte ein abschließendes Finishing in Port Pipes (nur 600 Flaschen mit Fassstärke 48,4 % ). Talia ist die hebräische Umschreibung für Träne des Himmels oder Morgentau.



Bladnoch Talia 27 Jahre, nicht gefärbt und kühlfiltriert 43 % reifte die zweifach destillierte Malt in drei verschieden Kulturen: Bourbon-, Sherry- und second-fill Bourbon. Das Vatting erlebte ein aromatissierendes Finishing in frischen Bourbon Barrels. Nur 1200 Flaschen wurden abgefüllt.





Pure Scot ist ein Blended Whisky mit einem Hauch von Rauch. Der Scotch erschien zuerst 2015 in Australien und richtet sich dort an eine jüngere Zielgruppe unter dreißig Jahre. Kein geringerer als der berühmte Autor Charles MacLean hat diesen Scotch mit einem hohen Maltanteil geschaffen. Kernwhisky für die first Batch war ein Bladnoch Malt im Alter von rund acht Jahren. Malts aus den Regionen Islay, darunter Lagavulin, Highlands und der Speyside sowie ältere Grain Whiskies generieren einen aromareichen, kräftigen Whisky mit Karamell-, Tabak- und Ledernoten. Honigsüße und peffrige Würzigkeit bilden einen attraktiven Spanungsbogen. Im Nachklang ist der weiche Vierzigprozentige ingwerwürzig und angenehm rauchig. Die gelungene Rezeptur ist Ian MacMillans Vermächtnis. Es ist ein wohltuender Blend, der mit komplexen Aromen und intensiven Geschmack überzeugt.


Eine neue rauchige Variante des Pure Scot Midnight Peat erschien im August 2022.




Der Blended Whisky von Bladnoch kreiert nicht nur für den australischen Markt.
Photos Courtesy Bladnoch Distillery
 

Bicentennial Release





Some more Releases


Waterfall Collection




Das Bladnoch Portfolio wächst....





 


Deutscher Importeur


Die norddeutsche Importgesellschaft Alba führt den deutschlandweiten Vertrieb der Bladnoch Whiskys zukünftig weiter. Bereits die Vorbesitzer vertrauten Corinna Schwarz und Dietmar Schulz, die sich erfolgreich mit ihrem Portfolio auf Inhabergeführte Destillerien spezialisieren. Ein klassischer stark rauchiger Bladnoch Malt reife nach Corinnas Aussagen in sehr kleinen Fässern in den warehouses. Die rührigen Importeure werden die geplanten Resultate ab Mitte 2020 nicht nur auf Messen präsentieren. Die jungen Bladnoch Whiskys aus der neuen Forsyth-Anlage komponiert Master Distiller Dr. Nick Savage im gleichen Jahr. Bis dahin dürfen Whisky-Conaisseure die Kreationen aus den Beständen vor der Stilllegung von Bladnoch im Jahre 1993 sowie aus der Produktionsperiode von Raymond Amstrong (2000 bis 2009) sensorisch miteinander vergleichen.


Scotland is the spiritual Home of Whisky.
It is a priviledge to be part of it.“

David Prior


 


Bladnoch Distillery Facts


Ort: Wigtown, Dumfries and Galloway


Gegründet: 1814. Gründer John und Thomas McClelland

Lizenziert: 1825

Erweitert: 1966 auf vier Pot Stills

Stillgelegt: 1938 bis 1956 und United Distillers schließt 1993 bis 2000

Wiederaufnahme: Raymond Armstrong kauft Bladnoch im Oktober 1994 und destilliert im Dezember 2000 den ersten neuen Spirit

Liquidation: 2014

Neuer Besitzer: David Prior 2015

Beginn der Produktion: nach der Erneuerung der Produktionsanlagen 2017


Kontakt: www.bladnoch.com

Samantha Johnson. Telefon (44) 1988 402605, Email: sjohnson@bladnoch.com


Master Distiller: Dr. Nicholas Savage, seit 1. Juli 2019

Distillery Manager: Neil Bulloch


Jahreskapazität 1,5 Millionen Liter


Wasser: Bladnoch River, mit Filtern gereinigt


Mälzerei: Muntons Malt,

30/35 Tonnen pro Woche, 42 Wochen im Jahr


Gerste: früher Concerto lokal, 2022 Laureate


Produktion: zwei Schichten täglich, fünf Tage Woche (2018), heute 24/7

Zwei Arbeiter pro Schicht


Malzmühle: Bobby mit zwei Rollen

Ratio: 22 % Husk, 72 % Grist und 6 % Flour

Lauter tun: Semi Lauter Tun, drei Temperaturstufen 64 C , 76 C, 90 C

Beginn der Gärung bei 18 C, Ende bei 34 C

Hefe: Kerry M Strain, gepresst


Washbacks: sechs 43 000 Liter große Gärbottiche aus Pinie von Oregon werden mit 43 000 Würze befüllt, wie früher vor der Renovierung


Gärzeit von 90 unter der Woche bis 110 Stunden (am Wochenende), früher 76 Stunden, heute 2022 wegen der erhöhten Produktion liegt sie bei 60 Stunden. In der früheren Zeit lag sie bei 50 Stunden.


Wash: Alkoholkonzentration liegt zwischen 7 und 8 % Volumen


Brennblasen: zwei Paare, Rohbrand 12 500 Liter (vorher 13 500 l) , Feinbrand 9000 Liter (vorher 10 000 l=, keine computergesteuerte Produktion

Erste Destillationsphase 4 h, zweite bis zu 7 h,

Durchschnittliche Konzentration des Mittellaufs 69.7 % Volumen (vorher 68 % Volumen)


Ertrag pro Tonne Malz: 405 Liter reiner Alkohol


Ein Teil der Produktion entfällt auf rauchige Varianten (60 bis 80 ppm), mit der man bereits 2018 begann. Frühere Werte 18 bis 22 ppm.


Fassfüllstärke 63.5 % Volumen. Einstellung mit Bladnoch River Wasser, gefiltert und UV-behandelt

Angels' Share pro Jahr 2 %


Fasskulturen: Bourbon 70% filled, Sherry 30% filled. Mittlerweile erweitern viele kalifornische Rotweinfässer Weinfässer den Bestand.


Produktion:

LPA 2017 160,000 Liter

LPA 2018 575,000 Liter

LPA 2019 550,000 Liter

LPA 2021 1,5 Millionen Liter


Importeur: Alba Import. Vibrant Stills. www.albaimport.de



Copyright The Gateway to Distilleries 2019



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Zum Autor

Ernie - Ernst J. Scheiner ist der Herausgeber des Portals The Gateway to Distilleries www.whisky-distilleries.net Er dokumentiert über 150 Destillerien fotografisch von innen und beschreibt detailliert die Produktion der Whiskies. Seit seinem Studium an der University of Edinburgh befasst er sich mit dem Thema Whisky und publiziert in Fachmagazinen

wie Das Irland Journal, die Kleinbrennerei, Whisky Passion und The Highland Herold. Features und Stories erschienen in den Blogs whiskyexperts, whiskyfanblog und whiskyintelligence. Als Leiter der VHS Ingelheim führte, und nun als Whisk(e)y-Botschafter leitet er Destillations-Kollegs, Studienreisen und Whisky-Kultouren zu den Quellen des Whiskys.

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