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  • Ernie - Ernst Scheiner

Glenmorangie. The Making of Whisky

Aktualisiert: 28. Sept. 2022



Glenmorangie. Innovative Distillery




Mehr Informationen zur Brennerei Glenmorangie

auf der Webseite des Autors


The Gateway to Distilleries

unter: www.whisky-distilleries.net




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Ihre kupfernen Brennblasen sind höher als die Augen einer Giraffe.
Sie sind die höchsten in Schottland
und produzieren Single Malts mit klangvollen Namen:
Lasanta, Nectar d’0r, Tùsail, Milsean.
Der zehnjährige The Orignal Single Malt
ist der Marktführer in Schottland.



Seit 1849 sprudelt in der nördlich des kleinen Marktstädtchens Tain aus der am Dornoch Firth gelegenen Brennerei ein Gerstenbrand. Der frühere Mitbesitzer der nahegelegenen Balblair Distillery und Landwirt William Matheson hatte 1843 eine Lizenz zur Herstellung von Alkohol erworben. Seine Northern Highland Distillery geht in ihren Ursprüngen auf eine im Jahr 1738 gegründete Brauerei der Morangie Farm zurück. Aus zwei kleinen traditionellen Pot Stills flossen jährlich rund 20 000 Gallonen Spirit in die Fässer. Dies berichtet 1886 der englische Whisky-Chronicler und spätere Herausgeber der Wirtschaftszeitschrift Harper’s Magazine Alfred Barnard. Er bereiste zu dieser Zeit die Whisky-Brennereien der britischen Inseln.


„Sie ist wohl die marodeste und einfachste Brennerei,
die wir bisher sahen, sie war fast eine Ruine,“

beschreibt er kurz und bündig den Zustand der Anlage. Gleichwohl betont Barnard, dass „...der Pure Highland Malt auf den schottischen und englischen Märkten gut bekannt...“ sei. Da sich die Morangie-Distillery gerade in einer Umbauphase befand, erschöpfen sich seine Ausführungen in einigen sehr allgemein gehaltenen Feststellungen. Es seien Pot Stills im Gebrauch, ihr jährlicher Ausstoß werde sich nach einem Neubau verdoppeln. Brennblasen mit extrem langen Schwanenhälsen werden nicht erwähnt.


Extension

Der Zeitpunkt war günstig. Der Handel mit schottischem Whisky boomte und versprach hohe Gewinne. Mathesons ältestem Sohn John war es gelungen, von einheimischen Investoren, darunter die Architekten Andrew und James Maitland sowie seinem Schwager, dem Bankdirektor Duncan Cameron, dringend benötigtes Kapital für einen Neubau zu akquirieren. Unter den größten nicht aus der Region stammenden Shareholdern war der Gin-Distiller Edward Taylor aus Chelsea in London. Dieser und Cameron wurden die ersten Direktoren der im Oktober 1887 neugegründeten Glenmorangie Co. Ltd.



Die Pot Stills kamen aus Edwards ehemaliger Brennerei John Taylor & Son. Sein Vater hatte seit 1820 in der Cale Street in Chelsea Gin und Likör destilliert und das Unternehmen 1862 an den Pharmazeuten und genialen Master Distiller James Burrough veräußert. Aufgrund des wirtschaftlichen Erfolgs von dessen Label Beefeater London Dry Gin wurden Umbauten und Erweiterungen der Destillationsanlage nötig. Infolgedessen gelangten die ausgemusterten Gin-Stills nach Tain und durften ab 1887 einen Whisky-Spirit aus gemälzter Gerste destillieren. Es waren die ersten Brennblasen Schottlands, deren Kessel indirekt mit Wasserdampfleitungen beheizt wurden. Diese Technologie zog flächendeckend erst in den 1960-er Jahren in die schottischen Whisky-Brennereien ein.





Glenmorangies „Mountain Dew of Easter Ross“ war beliebt. Der Lord Mayor of London servierte seinen Gästen 1899 den Highland Malt. Selbst Papst Leo XIII soll den Scotch als Daily Dram genossen haben. Ebenso faszinierte der Pure Old Malt die Mitglieder des Establishments in den britischen Kolonien und eroberte die Märkte in Europa und den USA. Bis heute hat der Highland Single Malt an seiner Popularität nichts eingebüßt.


Seit 1982 ist The Original, die zehn Jahre alte Standardabfüllung, wegen des Preis-Leistungsverhältnisses einer der meist getrunkenen Single Malts in den Haushalten Schottlands. Die Manager von Glenmorangie gehörten schon immer zu den fortschrittlichsten ihrer Zunft. So staunten die Kollegen im Jahr 1991 über die erste Abfüllung in Fass-Stärke aus einer der großen Destillerien. Die zehnjährige Einzelfassabfüllung The Native Ross Shire Glenmorangie Matured in Wild Mountain Oak kam in der Folge einzeln nummeriert mit einer natürlichen Alkoholkonzentration zwischen 58-61 % vol. auf den Markt. Der damalige Marketing Director Ian Buxton, heute ein Bestselling-Whisky-Autor, wurde dafür von einigen Vertretern der Whisky-Industrie heftig kritisiert.


Mittlerweile ist diese Art der Abfüllung eines Single Malts internationaler Standard. Glenmorangie war ebenfalls ein Vorreiter im Internet. 1995 erschien die erste Webseite eines Single Malts überhaupt. Das weltweit erste Online-Whisky-Tasting folgte zwei Jahre darauf.


History

Bestes Ackerland umgibt die Destillerie im „Tal der tiefen Ruhe“. Das milde maritime Klima in der Region ist ideal für den Anbau der Sommergerste. Sie gedeiht in Easter Ross und auf den Black Isles um den Cromarty Firth prächtig. Fruchtbarer feuchter Boden bei der Aussaat im Frühjahr, lange Tage mit intensiver UV-Strahlung im Sommer, das ständige Wechselspiel von Regen und Trockenheit beschleunigen das Wachstum der zweizeiligen Sommergerste. Bierbrauern liefert sie viel Stärke und wenig Eiweiß. Sie ist außerdem stickstoffarm und damit bestens geeignet für eine hohe Extraktausbeute beim Läutern der Würze. Ideale Grundlage für Bier und Destillat.


Daher ist es keine Überraschung, dass nicht nur die Kunst des Bierbrauens auf den Bauernhöfen der Region gepflegt wurde. Bereits seit Mitte des 16. Jhds brannte man aus dem obergärigen Ale ein usquebaugh - ein Wasser des Lebens. Die aktiven Distilleries Balblair, Clynelish, Dalmore, Invergordon und Teaninich sind lebendige Zeugen dieser Aktivitäten, während die geschlossenen, vollständig oder teilweise abgerissenen Brennereien Ben Wyvis, Brora, Ferintosh, Gallow Hill, Glenskiach, Glen Albyn, Glen Mhor, Millburn, Milltown, Pollo und Mulcaich lediglich daran erinnern.


Der Bauer und Brenner William Matheson führte diese Tradition fort. Auf seiner Morangie Farm wurde vermutlich seit 1703 destilliert. Die Bedingungen für den Bau einer Whisky-Destillerie an diesem Standort waren günstig. Die Quellen des Tarlogie Wood versorgten die Brennerei damals wie heute mit ausreichend Produktionswasser. Die meisten schottischen Destillerien verarbeiten ein mineralarmes, weiches Wasser, nicht so in Tain. Der kalk- und sandsteinhaltige geologische Untergrund filtert das Regenwasser nicht nur, sondern reichert es mit einer Fülle von Mineralien an.


„Der Regen versickert im Boden des Waldes. Nach geschätzten hundert Jahren steigt das Wasser aus der Erde, unter Druck blubbert es an die Oberfläche...unser Wasser ist sehr mineralienreich, es beeinflusst die Aromen, den Geschmack sowie den Körper unseres Glenmorangies,“

beschreibt Andy MacDonald, ehemaliger Distillery Manager, die Auswirkungen auf den Whisky. Der aus Elgin stammende Andy beendete im Dezember 2020 seine Karriere, die ihn zu zahlreichen Diageo-Brennereien in verantwortlicher Position führte, darunter Glen Elgin, Talisker u.v.a. Im Ruhestand ist er als Berater tätig.


Andrew MacDonald

Ein kalkreiches, sehr hartes Wasser sei die Folge. Das sei aber kein Nachteil, betont der aus Elgin stammende MacDonald, denn die Hefe möge während der Gärung der Würze den hohen Anteil von Zink-, Kalzium- und Magnesiumhaltigen Salzen. Die Entstehung von kräftigen Ester-Noten und fruchtigen Aromen sei das Ergebnis. Diese verstärkten sich während des Brennvorgangs und erhielten sich auch während der Reifung.


Eine Leitung führt das klare und reine Quellwasser (Härtegrad 190 mg/l) an den Produktionsort, wo es für alle Herstellungsprozesse vom Maischen, Brauen bis hin zum Kühlen während der Destillation und zur Reduzierung der Alkoholkonzentration bei der Fassfüllung eingesetzt wird. Die abschließende mechanische Filterung und zusätzliche Behandlung mit UV-Strahlen machen das Wasser zudem keimfrei.


Zum Schutz der für Glenmorangie so wichtigen Wasserqualität erwarb die Brennerei im Jahr 1989 rund 340 ha umgebendes Land, um so die Tarlogie Quellen nachhaltig vor abträglichen Einflüssen zu bewahren.


Light and Fruity

Maßgeblichen Einfluss auf den Erhalt und die Verstärkung des während der Gärung entstandenen Geschmacksprofils der Wash haben Bauart, Größe, Form, Struktur und Beheizung der bei einer doppelten Destillation eingesetzten Brennblasen. Sie trennen nicht nur den Alkohol und das Wasser, sondern sind ausschlaggebend, ob ein Gerstendestillat leicht oder kernig gebrannt wird.


Vergleichsweise kleine Kessel - Wash Still 11400 Liter, Spirit Still 8 200 Liter - markante linsenförmige auf dem Kessel aufsitzende schmale Rücklaufkugeln - Reflux Balls - extrem lange und schlanke sich allmählich nach oben verjüngende Schwanenhälse - Swan Necks - fast waagrecht verlaufende sich verengende mittellange Geistrohre - Lyne Arms - und kupferne Gegenstromkondensatoren mit rund 250 sehr kleinen ½ Inch-Kühlrohren sowie eine konstante von Kühltürmen geregelte im Sommer wie Winter gleiche Kühlwassertemperatur sind die richtungsweisenden technischen Destillationsvoraussetzungen für einen leichten, sauberen, fruchtigen und köstlichen Gerstenbrand.


"Ohne Zweifel, die Brennblasen sind ein wichtiger, wenn nicht der entscheidende Faktor für die Qualität eines Whiskys. Sie beeinflussen die organoeleptische Struktur des Destillats. In beiden kupfernen Kesseln erfolgt beispielsweise die Feinabtrennung und Veränderung der für einen Whisky bei der Gärung entstandenen abträglichen schwefligen Stoffverbindungen,"

erklärt MacDonald ihren Einfluß auf Destillat und Endprodukt.


Der langsame Temperaturanstieg in der zu destillierenden Wash mündet bereits während der ersten fünfstündigen Destillation in eine schonende Abtrennung von Wasser und Alkohol. Erst der sich anschließende zweite Brenndurchgang des Rohkondensats garantiert die Reinheit des Destillats. Der Stillman macht sich die verschiedenen Siedepunkte der in der Flüssigkeit gelösten Stoffe zu Nutze. Vor und nach dem Siedepunkt von Alkohol - bei 78,37 °C - kann er die abträglichen Einflüsse vom wertvollen New Make fernhalten und diese im Spirit Safe geschickt sauber voneinander trennen.


Im Fall von Glenmorangie sind dabei die außergewöhnliche Form und die Struktur der Roh- und Feinbrandblasen ausschlaggebend. Die auf dem Kessel aufsitzenden Redestillationskugeln sowie die extreme Höhe der Schwanenhälse (5,14 m) der Spirit Stills bereiten während des Siedens im zweiten Brennverlauf den aufsteigenden schweren Alkoholen oder Ölen, den Fettsäureestern -Terpene, Aldehyde, Ketone - wegen abnehmender Temperaturen im oberen Teil der Hälse allerlei Probleme. Der Abtrieb gerät öfter ins Stocken. Die Dämpfe kondensieren mit zunehmender Höhe im Schwanenhals schneller und kehren in den Kessel zurück. Dort erwärmt sich der Rückfluss nochmals.


Die Dämpfe steigen allmählich auf und suchen erneut den Weg durch den Schwanenhals und das anschließende Geistrohr in den Kühlrohrkondensator. Die wiederholte Berührung mit Kupfer wirkt auf einige der Dämpfe katalytisch und neutralisiert die Schwefelwasserstoffe. Diese Verbindungen, die bei der Gärung der Wash entstehen, sind bei einer niedrigen Temperaturerhöhung sehr flüchtig und münden in einen Vorlauf mit aggressiven Klebstoff- und Lacknoten. Verursacht werden sie durch geringe Spuren Methanol, Acetaldehyd, Ethylacetat, Butanol u.a. Die Foreshots riechen scharf und können durchaus giftig sein.


Erst im Mittellauf ab 73-72 % Vol. erscheinen die erwünschten idealen Aromen und Geschmacksstoffe, die den Charakter des Glenmorangie-Destillats ergeben. Das Mittelstück endet bei 60 % Vol., da sich im beginnenden Nachlauf nicht giftige Fuselöle tummeln, die den Geschmack nachteilig beeinflussen können und Kopfschmerzen verursachen.


„Die erste Destillation in der Wash Still dauert fünf Stunden, die zweite in der Spirit Still ungefähr dreieinhalb Stunden, der Vorlauf endet nach fünfzehn Minuten.
Wir sieden bis zu einer Temperatur von 95 °C,
dann hören wir auf,“

beschreibt MacDonald das Verfahren.


„Wir destillieren mit unseren langhalsigen Brennblasen eigentlich zweieinhalbfach, unser Spirit ist daher sehr schmackhaft, parfümartig und sehr floral.
Mit dem keimfreien Wasser der Tarlogie Quellen wird er auf 63,5 % Vol. reduziert und zur Reifung in Eichenfässer gefüllt...
Unser Whisky reift bestens in Bourbon-Fässern.
Wir verwenden diese nur zwei Mal, die amerikanische Eiche entfaltet die bei der Gärung und der Destillation entstandene Fruchtigkeit,“

erläutert der Master Distiller Andy MacDonald.



In der Tat geizt der zehnjährige Glenmorangie nicht mit Fruchtaromen wie Zitrone, Apfel, Birne, Stachelbeere und hellem Pfirsich, die mit feinen Vanille-Düften harmonisch abgerundet werden. Die frühere Kollegin und erste weibliche Master Blenderin Schottlands Rachel Barrie (seit 2011 bei Morrison Bowmore als Master Blenderin tätig) sagte einmal:


„Vanille ist als Verbindung im New Make vorhanden und macht wahrscheinlich 20 Prozent des Vanillegehalts der Glenmorangie The Original-Abfüllung aus...
Es dominiert kein bestimmtes Aroma...wir analysierten etwa 140 aromatische Verbindungen,“

erklärte die Schöpferin der 2007 neu aufgelegten Variante der Standardabfüllung.


“Wir verstärken die Aromen Vanille und Zitrone, weil diese Aromen weltweit gerne aufgenommen werden...
die first-fill-Fässer prägen die Aromen Vanille und Früchte, während die refill-Bourbon Fässer
die floralen und Honignoten verantworten.“

Greater Demand

Scotch Single Malts eroberten erst allmählich die Weltmärkte, sie waren Anfang des 20. Jhds außerhalb Schottlands nur wenigen bekannt. Damals veräußerten die Brennereien ihre Malts in großen Gebinden in der Regel als Fass-Ware. Unabhängige Fass-Abfüller wie Cadenhead in Aberdeen oder Gordon & MacPhail in Elgin übernahmen den Flaschenvertrieb.


Glenmorangie verkaufte darüber hinaus den Whisky in Quarter Casks oder größeren Fässern direkt oder über Kommissionäre an Pubs, Lebensmittelhändler und Privathaushalte. Seit 1920 vertrieb die Brennerei ihren Pure Malt als einen der ersten schottischen Malts in Flaschen systematisch auf dem britischen Markt.


Ein beträchtlicher Teil der Produktion ging zu den Whisky-Blendern nach Glasgow, Leith oder Perth. So wurden Mitte der 1960-er Jahre von den Blendern rund 2000 verschiedene Blended Scotch Whiskys vermarktet, von den Brennereien hingegen nur etwa dreißig Single Malts, darunter der Glenmorangie.


Ein weiterer Teil verschwand in der Eigenmarke The Bailie Nicol Jarvie (B.N.J.), die ursprünglich seit 1884 von Nicol Anderson & Co. Ltd. in Leith hergestellt wurde und später in den Besitz von Macdonald & Muir (ehemalige Teilhaber und seit 1923 Besitzer der Distilleries Glenmorangie und Glen Moray) überging. Der komplexe Blend alter Schule wurde gerne getrunken, denn der Malt-Anteil war mit 60 % sehr hoch. Neben über acht Jahre alten Kern-Malts von Glenmorangie und Glen Moray verschnitten die Blender rund zwanzig weitere Malts, darunter relativ alte Whiskies von Mortlach, Benrinnes, Linkwood, Mannochmore und andere.


Die Produktion des B.N.J. wurde 2007 eingestellt. Zukünftig sollte das Glenmorangie-Portfolio ausschließlich aus Single Malts bestehen.


Glenmorangies rasanter Aufschwung begann mit dem neuen CEO Geoffrey Keggan Madrell. Im Jahr 1994 verantwortete er eine radikale Neuausrichtung der Gesellschaft: Bau eines Verwaltungszentrums mit Lagerhallen und Abfüllanlagen in Broxburn (westlich von Edinburgh), die Vertriebskooperation mit dem amerikanischen 10 %-Anteilseigner Brown-Forman (Jack Daniels) und das Joint Venture mit dem schottischen Likörproduzenten Drambuie.


Madrells strategische unternehmerische Entscheidungen mündeten in die massive Reduktion des Handels mit Whisky in großen Gebinden um mehr als 60 % sowie in den Aufbau einer Premium Produktlinie und deren effiziente weltweite Vermarktung. 1998 verkaufte Glenmorangie Plc erstmals eine Million Nine-Litre-Cases of Whisky, darunter Single Malts, aber auch den Bestseller-Blend Highland Queen.


Die stetig steigende Nachfrage erforderte weitreichende Investitionen. Die Produktionskapazität erweiterte sich 1979 von zwei auf vier, 1990 auf acht und 2008 auf zwölf Pot Stills. Dabei achteten die Kupferschmiede von Forsyths aus der Speyside stets auf eine millimetergenaue Kopie der bestehenden Brennblasen.


„Nichts durfte verändert werden, denn der bisher übliche Charakter des New Spirits musste auch von den neuen Brennblasen erzeugt werden.
Unser New Make ist das Fundament aller Glenmorangie Whiskys,“

betont Andy.


Heute destillieren die 24 „Men of Tain“ (früher 16) 6,2 Millionen Liter reinen Alkohol pro Jahr. Das rauchfreie Malz kommt von den großen Industrie-Mälzereien, eigenes Malz wird seit 1977 nicht mehr auf den Floor Maltings gemälzt. Die Full Lauter Mash Tun mit einer 10-Tonnen schweren Grist-Füllung zählt zu den großen der Whisky-Industrie. Sie läutert eine sehr klare Würze, die eine Entfaltung von fruchtigen Aromen begünstigt. Pro Woche führen die ‚Männer von Tain’ 32 Maischen von jeweils fünf Stunden Dauer aus. Mit Wärmetauschern auf die Pitching-Temperatur abgekühlt wird die „clear Wort“ mit flüssiger Hefe versetzt und gärt für 52 Stunden in zwölf 48500 Liter großen Stainless Steel Washbacks (früher zwischen 40 und 100 h). Das 8 % vol. starke Bier, die Schotten nennen es Wash, wird langsam und schonend in den relativ kleinen Kesseln der Pot Stills angeheizt.


Die Mashmen und Stillmen arbeiten in Schichten 24 Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche. Die Produktion läuft fast das ganze Jahr über bis auf wenige Tage an denen Instandsetzungsarbeiten erfolgen. Sie läutern in der Woche 320 Tonnen gemahlenes Malz - Grist - und benötigen pro Tag 250 000 Liter Wasser. In der 2010 in Livingston (westlich von Edinburgh) errichteten neuen Betriebsstätte mit modernen Hochleistungsabfüllern wurden von den dortigen Kollegen im Jahr 2015 rund 6,5 Millionen Flaschen Glenmorangie versandfertig abgefüllt. Die Reduktion der Fass-Stärke auf die Flaschenfüllstärke 40, 43 oder 46 % Vol. wird mit destilliertem Wasser ausgeführt.



Seit der £ 300 Millionen teuren Übernahme der Brennereien Glenmorangie und Ardbeg (Islay) durch den Luxuskonzern LVMH - Moét Hennessy, Louis Vuiton - im Jahre 2004 hat sich das Erscheinungsbild der Glenmorangie-Produkte vollkommen verändert. Grund zur Freude für Bernard Arnault, CEO von LVHM: das Umsatzplus der Glenmorangie Whiskies lag 2014 bei 5% und bei der kleineren Schwesterbrennerei Ardbeg gar bei 16 %. Glenmorangie Single Malts nehmen gegenwärtig den 4. Platz in der Weltrangliste ein. Seit 2009 stieg der Umsatz des am schnellsten wachsenden schottischen Single Malts um insgesamt 82 %.


Recasking

„60 % der Aromen kommen vom Holz, 40 % von der Destillation,“ orakelt MacDonald, „die amerikanische Weißeiche wirkt während der Reifung des Spirits besonders dezent auf seine aromatische Qualität, sie ist nicht so dominant wie die offenporige europäische Eiche, sie erhält die floralen Noten der Destillation besser.“ Erkannt hatte dieses Phänomen der aus Dufftown in der Speyside stammende Gordon Lennox Smart, der von 1920 bis 1970! die Geschicke der Brennerei leitete.


Bourbon Barrels

Glenmorangie war nach der Islay Distillery Laphroaig eine der ersten schottischen Brennereien, die ab 1947 vorwiegend gebrauchte Bourbon-Fässer aus Kentucky und Tennessee (früher oft in Dauben zerlegt und von schottischen Küfern wieder aufgebaut) importierte und systematisch zur Reifung ihres Malts einsetzte.


Ein Teil der Whiskies reift in bis zu 300 000 Fässern in achtzehn traditionellen dunklen und feuchten Dunnage Warehouses, aber auch in Racked Warehouses am Destillationsort im maritimen Klima der Nordseeküste (vier Dunnage, sechs Racked und acht Paletierte Lagerhäuser). Seit 2010 lagern zwanzig Meilen nördlich von Tain in der ehemaligen Woollen Mill Scotia House von Hunters in Brora weitere 100 000 Fässer auf Paletten.


Die weltbekannte Tweed Woollen Mill Scotia House in Brora schloss 1999 nach hundert Jahren ihre Pforten. Sie verarbeitete Wolle von Schafen Shetlands, den Highlands and Islands. Der englische König Charles der Dritte war einer ihrer Kunden.


Eine Verdopplung der dortigen Lagerkapazität um zusätzliche sechs Warehouses wurde 2015 beantragt, um 90 bis 100 000 Fässer einen Reifeort zu geben. Die Lokalpolitiker waren einstimmig gegen die Vergrößerung der Lagerfläche, da sie keine neuen Arbeitsplätze für die Highland-Gemeinde ermöglichte. Ihre Entscheidung wurde vom Scottish Government 2016 überstimmt.

Der Bau der Lagerhallen auf dem 9 ha großen Gelände wurde umgesetzt.


Dunnage Warehouse am Ort der Brennerei. Seasoned Sherry Casks

Der größte Glenmorangie-Schatz schlummert in über 450 000 Fässern in den Bonded Warehouses in Broxburn, westlich von Edinburgh in den Lowlands gelegen.


Als Neil Alexander McKerrow im Juli 1989 Managing Director von Glenmorangie wurde waren neue Ideen gefragt, denn der Absatz schottischer Whiskys stagnierte allgemein. Viele Distilleries wurden Mitte der 1980er Jahre stillgelegt, in anderen die Produktion gedrosselt. Glenmorangies Kernlinie bestand hauptsächlich aus einer zehnjährigen und einer achtzehnjährigen Abfüllung, zu wenig für den harten Wettbewerb am Weltmarkt.


Originelle innovative Produktions- und Marketingkonzepte waren für den „Spirit of Tranquility“ längst überfällig. Die Zauberformel für einen Aufschwung lautete Secondary Wood Maturation. Fässer in denen Port, Sherry und Madeira ausgebaut worden war sollten die Glenmorangie-Whiskys aromatisch vervielfältigen. McKerrow veranlasste Testreihen, die alsbald in überzeugende Ergebnisse mündeten.


Französische Weinfässer...Barriques 225 bzw. 228 Liter sind in den Lagerhäusern keine Seltenheit

Am Anfang stand eine echte Überraschung. Bereits 1991 begeisterte die erste „Wine Finishing Release“ die staunende Fachwelt. McKerrows kreatives Vatting bestand zu zwei Dritteln aus achtzehnjährigen Bourbon-Fass gereiften Malts, während das andere Drittel sich aus bis dahin 15 und 16 Jahre in Bourbon-Fässern heranreifenden Whiskys zusammensetzte, die für weitere zwei bis drei Jahre eine intensive aromatische und geschmackliche Prägung in sehr alten mit Oloroso-Sherry vorbelegten Bodega Butts erfahren hatten. Das Ergebnis war ein komplexer Whisky mit einem extrem breiten Spektrum an Aromen und Geschmack, den es in dieser Art bei Glenmorangie zuvor nie gegeben hatte. Bereits zwei Jahre darauf folgte eine 1975 destillierte 46 % Vol. starke, nicht kühlgefilterte Abfüllung, die ihre Grundreifung fünfzehn Jahre lang in Bourbon-Fässern bekam, um danach für weitere vier Jahre in portugiesischen Port Pipes (600 Liter) eine extensive aromatische Zweitprägung in sich aufzunehmen.



Experimente mit der Reifung des Whiskys in besonderen Fässern hatten bereits unter McKerrows Vorgängern stattgefunden. Das Highlight solcher Versuche war 1993 die auf 850 Flaschen limitierte 43 % Vol. starke Cognac Matured Release. Destilliert wurde der New Make 1979 unter der Leitung des Managers Ian McGregor (1970-90). Dieser füllte ihn in sehr alte mit Cognac vorbelegte Eichenholzfässer aus der Charente, in denen der Spirit of Tranquility für vierzehn Jahre reifte. Die seltenen 300-Liter-Merrain-Fässer wurden nur mit Dauben aus Hartholz, dem sogenannten toten Kern einer alten französischen Eiche aufgebaut.


Das erste bekannt gewordene „Glenmorangie Wood Finishing“ war ein 1963 gebrannter 43 % Vol. starker Pure Old Malt mit einer sehr geringen Auflage - der erste Jahrgangswhisky einer großen schottischen Brennerei überhaupt. Vor der Flaschenabfüllung im Jahr 1987 folgte nach einer 22-jährigen Grundreifung in Bourbon-Casks ein zweiter Reifungsprozess in Oloroso-Sherry-Butts (500 Liter). Allerdings wurde diese Art der Schönung nicht direkt auf dem Front-Label angegeben. Eine 18-jährige Variante folgte 1990. Beide Bottlings sind sehr schwer zu finden, es sind echte Raritäten.


Glenmorangie war damit unter den ersten schottischen Brennereien, die systematisch damit begannen, Methoden des zweifachen Reifungsprozesses umzusetzen. Der differenzierte Einsatz von unterschiedlich vorbelegten Fasstypen war das Ergebnis verschiedenster Experimente und mündete bei Glenmorangie 1991 in den Beginn eines innovativen zielführenden Fass-Managements mit speziellen „Designer Casks“. Forschungsprogramme zeigten McKerrow den Weg: aus altem Eichenholz mit sehr engen Jahresringen aus den Ozark Mountains (Missouri) fertigten die Küfer Rohdauben, die 24 bis 36 Monate im Freien trockneten. Erst danach verarbeiteten sie diese zu 200 Liter großen Fässern. Die Barrels wurden der Heaven Hill Distillery zum Ausbau ihrer Bourbon Whiskeys überlassen, bevor sie als geleerte Casks nach Tain kamen.


Die Erfinder

Die Blender und Whisky-Macher wussten im Allgemeinen von der Wirkung eines Fasses auf Whisky. Das in der Industrie übliche Reracking, das Umfüllen in ein anderes frisches Fass wurde vielerorts ausgeführt. Es fehlte lediglich die kontinuierliche Systematik und ein Bewusstsein für die Potentiale, die sich darin für die Qualität der Whiskys eröffneten. Captain William Fraser, der Gründer der Royal Brackla Distillery, nahe Macbeths Cawdor Castle gelegen, war einer der ersten, der zu Beginn des 19. Jhds. die auffrischende Wirkung eines zweifachen Reifeprozesses auf seinen Divine Spirit entdeckte und bewusst einsetzte. Anfang der 1920er Jahre legten die Independent Bottlers Gordon & MacPhail ihre Speyside Malts zur doppelten Nachreifung in Portweinfässer, um eine zusätzliche Tiefe der Geschmacksnoten zu erreichen. Ein weiterer Pionier war Jim Milne, der Master Blender des Blended Scotch J & B. Sein Singleton of Auchroisk verdutzte 1986 die Whisky-Welt. Der Malt reifte zunächst in ausgeflammten Hogsheads (250 Liter) und anschließend in einem Sherry Butt. Die Kreation heimste acht Preise ein.


Die neue Zeitrechnung der Double Maturation begann mit Master Blender David Stewart von William Grant of Dufftown. Er war einer der Ersten, die den Whisky kontinuierlich einem zweifachen Reifungsprozess unterzogen. Sein erster Versuch erschien im Jahr 1982. The Balvenie Classic wurde ohne Altersangabe mit 43 % Vol. kühlgefiltert und mit E 150a gefärbt in einer Art Boxbeutel-Flasche abgefüllt. Stewart unterzog das Vatting aus acht- und zwölfjährigen Malts, die in Bourbon-Barrels aus amerikanischer Eiche gelegen hatten, einer Zweitreifung in Sherry-Fässern aus europäischer Eiche. Auf dem Etikett fehlten allerdings spezifische Hinweise zur Nachreifung. „Damals war der Begriff finish noch nicht üblich. Wir verwendeten dieses Wort nicht, das tat nur Glenmorangie.“ Mit seinem The Balvenie Double Wood 12 Year Old wurde er 1993 dennoch zum Trendsetter einer heutzutage international angewandten Methode.




Modern Times

Für viele überraschend verließ der eigentliche Erfinder des systematischen „Wood Finish und Wood Management“ Neil McKerrow 1995 die inzwischen aus der MacDonald & Muir Ltd. hervorgegangene Glenmorangie Company Plc. Ihm folgte der Biochemiker Dr. Bill (William) Lumsden. Er wechselte vom Großkonzern Diageo nach Tain. Mit ihm wurde zum ersten Mal ein Wissenschaftler Leiter einer schottischen Distillery. Der Anspruch war immens: es wurden Kompetenz, Entscheidungsfreude und innovative Ideen für eine differenzierte Produktentwicklung erwartet.


An der naturwissenschaftlichen Heriot Watt University von Edinburgh hatte Lumsden von 1983 bis 1986 über die Wirkung von Hefestämmen bei der Gärung promoviert. Auf einer studentischen Party trank er 1984 erstmals einen Glenmorangie. Er ahnte nicht, dass sein umtriebiger rastloser Forschergeist ihn einmal in die Northern Highland Distillery führen sollte.


Der Akademiker freute sich über die Freiräume und Perspektiven, die ihm seine neue Wirkungsstätte eröffnete. Seine Vorgänger, Gordon L. Smart und Ian McGregor, hatten bereits die Grundlagen gelegt. Mit den längst in unterschiedlichen Fasskulturen heranreifenden Whiskys aus McKerrows Zeit war die zukünftige wirtschaftliche Ausrichtung in eine neue Vielfalt vorgegeben. Der Ansatz eines zweifachen Reifeprozesses im Rahmen der Fassveredelung war für Lumsden die Basis einer bahnbrechenden Weiterentwicklung seines Portfolios. Mit dem Prinzip des „Wine Finishing“ ließen sich aus einem im Bourbon-Fass gereiften Grund-Whisky interessante individuelle Varianten formen.


Um die Ziele zu erreichen, professionalisierte der vom Distillery Manager zum Head of Distilling and Whisky Creation aufgestiegene Lumsden sein Team und integrierte 1998 die Chemikerin Rachel Barrie. Sie wurde Product Development Manager und war maßgeblich verantwortlich für die Produktentwicklung der Wood Finishes.


Ihre Grundlagen erwarb Barrie bei Dr. James Swan. In dessen Scotch Whisky Research Institute in Edinburgh forschte sie über den Einfluss der Eiche auf den Reifeprozess des Whiskys. Ab 1995 war sie Leiterin der Qualitätskontrolle bei der damaligen Glenmorangie-Muttergesellschaft MacDonald & Muir. Nach ihrem Wechsel in Lumsdens Team legte sie erstmals überhaupt in der schottischen Whisky-Industrie detaillierte Aromen-Profile der Fässer an und erstellte eine umfassende Dokumentation der Tasting Notes. Sie präzisierte damit die in Tain üblichen „nose tests“, die Gordon Smart vor dem Vatting des Glenmorangie Old Pure Malt einmal angeordnet hatte. Im Jahr 2003 wurde Barrie Whisky Creator and Master Blender. In dieser Eigenschaft entwickelte sie maßgeblich u.a. den 25-jährigen Glenmorangie und den 2011 Furore machenden Signet.


Für die Produktion war ab 1996 Graham Eunson von der Orkney Brennerei Scapa verantwortlich. Nachdem der Orcadian im Frühjahr 2008 zur Glenglassaugh Distillery abwanderte, folgte der ebenfalls akademisch ausgebildete Andy MacDonald.

Ihn kannte und schätzte Lumsden aus seiner Zeit bei Diageo. Andys erstes Projekt war die Organisation und Kontrolle der Umbauarbeiten von acht auf zwölf Brennblasen sowie die Erneuerung der bis in die 1970-er Jahre zurück gehenden Gärbottiche.


„Die Produktionskapazität wurde von einer Jahresproduktion mit vier Millionen Litern auf sechs Millionen Liter erhöht.
Und das Wichtigste: die Erweiterung durfte den Charakter des New Makes nicht verändern,“

erzählt Macdonald. Zum Vergleich: 2001 lag das Jahresvolumen bei 2,1 Millionen Litern.


Wood Finishing

Geschickt knüpfte der ambitionierte Manager Dr. Bill Lumsden an die Pionierarbeit seiner Vorgänger, insbesondere die von Neil McKerrow an. Im Jahr 1995 erschien die legendäre nicht-kühlgefilterte, 46 % Vol. kräftige Tain l’HermitageAbfüllung, die 1975 destilliert wurde und zunächst für fünfzehn Jahre in 200 Liter großen ausgeflammten first-fill Bourbon-Fässern gereift war. 1990 wurde der Malt für weitere fünf Jahre einem zweiten Reifeprozess ausgesetzt. Die mit Rotwein aus der Spitzenlage Tain L’Hermitage vorbelegten 220 Liter großen erstklassigen Barriques aus französischer Eiche von dem berühmten Rhone-Weingut Chapoutier schufen eine außergewöhnliche Tiefe und vielschichtige weinige Finesse der Geschmacksnoten.


Lumsden experimentierte mit gecharrten oder getoasteten Fässern aus europäischer und amerikanischer Eiche, die aus unterschiedlich lange an der Luft getrockneten Dauben aufgebaut wurden. In den Wäldern der Ozark Mountains (Missouri) suchte er an den Nordhängen nach erstklassigem, sehr langsam wachsenden Eichenholz. Amerikanische Küfer böttcherten die Barrels und flammten sie nach Lumsdens Rezepturen unterschiedlich lange aus. Die Designer Caskswurden Bourbon Distilleries zur Reifung ihrer Whiskeys überlassen, nach der Entleerung versiegelt und im Container nach Schottland gebracht. Von den Top-Weingütern in Spanien, Portugal, Frankreich und Italien fanden beständig wertvolle Barriques ihren Weg als Premium Quality Casks zu Glenmorangie. In den Warehouses liegen sogar Fässer des Exoten Château Muscar aus dem libanesischen Bekka Tal oder des berühmtesten Premier-Cru-Weißwein-Weinguts Château d’Yquem in Bordeaux. Diese exquisiten Fasskulturen sollten die Aroma- und Geschmackswelt des Glenmorangie nachhaltig verfeinern und diversifizieren.


Ein erlesenes Highlight, ein mit 46 % Vol. nicht kühlgefilterter, aber gefärbter zwölfjähriger Glenmorangie Wood Finish, stand 2003 in den französischen, spanischen und italienischen Geschäften. Der Whisky wurde nach zehn Jahren Reifezeit in Bourbon-Fässern in 228 Liter große Barriques des Château de Meursault umgefüllt. Die zweite Reifephase dauerte 24 Monate in Fässern aus französischem Eichenholz in denen zuvor Premier Cru-Weißweine der Spitzenlagen Charmes Dessus, Puligny-Montrachet und Mersault-Perrières der Côte de Beaune ausgebaut wurden. Im Erscheinungsjahr kostete dieser zweifach gereifte Single Malt € 35, heute liegt sein Preis bei rund € 300.


Dem Whisky-Creator Lumsden ist besonders wichtig, dass durch den zweifachen Reifungsprozess die vormalig in Bourbon-Fässern erworbene „Finesse, Fruchtigkeit und Samtigkeit“ während der Double Maturation nicht schwindet.


„Wir wollen unseren Hauscharakter erhalten,“
lautet die Regel,
„der Standard-Whisky wird lediglich mit weiteren Aromen und Geschmack versehen, ohne sich dabei durch das Finishing vom Original-Whisky zu entfernen.“

Sweets

Glenmorangies Kreation ist die Neuerscheinung Mìlsean (gälisch, gesprochen mil-schén, Betonung auf der zweiten Silbe). Abgefüllt im Oktober 2015 kam der Mìlsean in der seit 2007 geschwungenen Flaschenform, verpackt in den knalligen rosaroten Farben eines Lollipops aus Glickman’s Sweetie Shop in Glasgow, im Januar 2016 in die Geschäfte. Es ist die siebte Auflage der vielgelobten Private Edition, die 2010 mit dem in Pedro Ximnez Sherry-Fässern nachgereiften Sonnalta startete.


„Ich zielte auf ein bestimmtes Geschmacksprofil.
Ich wollte einen Whisky schaffen,
der mich an Süßigkeiten erinnert,“

erklärt Lumsden seinen Ansatz. Wie bei ihm üblich, spielen beim Nachtisch, Pudding oder Süßwaren, so lauten mögliche Übertragungen aus dem Gälischen für mìlsean, bestimmte Eichenfässer die tonangebende Rolle. Sein Lehrmeister Dr. James Swan brachte ihn auf die Idee. Er solle doch einmal sehr frische und noch feuchte Weinfässer einer längeren Toastung unter offenem Eichenholzfeuer unterziehen, so dass die Reste eines kräftigen Rotweins in den Dauben karamellisierten, empfahl der in der Whisky-Industrie weltweit renommierte und respektierte Fass-Experte.



Für Glenmorangie typische in Bourbon-Fässern gereifte Whiskys unbekannten Alters wurden 2012 reracked. Diese sollten, so der Gedanke, für geschätzte fünf Jahre in den speziell nach Swans Anweisungen getoasteten aus Portugal stammenden Rotweinfässern ihre Aromen- und Geschmacksstrukturen verfeinern.


Bourbon Barrels 190 Liter

Bills Nachfolger in spe, Brendan McCarron, beobachtete die Entfaltung des Spirits in den 269 Weinfässern. Sein erstes Projekt war die sensorische Begutachtung aller Fass-Samples. Akribisch prüfte er den Reifegrad der Malts. Da ein Fass in dem kräftiger Rotwein aus den farbintensiven Trauben Tinta Roriz oder Aragonez lag, bei allzu langer Einwirkung den Destillationscharakter eines Whiskys sehr schnell nachteilig modifizieren und überdecken kann, brach man die Nachreifung bereits nach zweieinhalb Jahren ab und wählte 154 Barriques für das Vatting des Mìlsean aus. Der Inhalt dieser Fässer wurde zur homogenen Durchmischung und Durchdringung der Aromen und des Geschmacks für weitere sechs Monate in einem großen Vat „verheiratet.“ Rund 5000 Cases (45000 Liter) Mìlsean wurden nicht-kühlgefiltert und in natürlicher Farbe mit einer Trinkstärke von 46 % Vol. abgefüllt.


Große Hoffnungen setzte das Management in Brendan McCarron

McCarron sollte eigentlich nach den "Lehrjahren" einmal Dr. Lumsdens Aufgaben übernehmen. Aus diesen Plänen wurde nichts. Der im Diageo Konzern groß gewordene Brendan verließ im März 2021 sehr überraschend The Glenmorangie Company und wechselte als Master Distiller zu der südafrikanischen Distel Group Limited gehörenden schottischen Brennereien Bunnahabhain, Deanston und Tobermory.



Private Edition. Mìlsean.

Rotgold mit rosa Reflexen präsentiert sich die siebte Private Edition im Glas. Auf eine frische Nase wirkt er anfänglich etwas sprittig. Es ist allerdings ein sehr kurzer Eindruck, der auf junge Malts im Vatting schließen lässt. Ein vielschichtiges Bündel aus reifem hellem Obst und duftenden Frühlingsblumen verbindet sich harmonisch mit einer dezenten wohltuenden Parfümnote. Anflüge von Zitrus und Orange zaubern eine erfrischende Erscheinung mit einer luftigen weinigen Finesse. Vanille und viel, viel Holz breiten sich in der Handfläche aus, während im leeren Glas noch nach Stunden Karamell, Malz, Mandeln und Holz gepaart mit Marzipan und kräftigen Honignoten erscheinen.





Die Vielfalt der Aromen verleiht dem Mìlsean eine spannende Tiefe.


Im Grunde erinnert der Single Malt an eine zu süß geratene Creme bruleé mit Bourbon Vanille oder an einen Pudding mit Zimt. Auf der Zunge verformt sich die nicht aufdringliche leicht ölige, weiche Süße allmählich in eine dominante Würze, die in eine sehr kräftige Ingwerschärfe überleitet. Diese aufregende adstringierende Würzigkeit bleibt als nachhaltiger Eindruck bestehen, wobei parallel Sahnebonbons und etwas Milchschokolade mittellang nachhallen. Die Tannine des Eichenholzes der portugiesischen Weinfässer fördern eine Geschmacksverstärkung zur Schärfe. Die europäische Eiche kann jedoch einen Whisky abträglich mit allzu dominanten Gerbstoffen überfrachten und damit eine pelzige Geschmacksempfindung der Zunge bewirken.


Doch die Zweitreifung wurde rechtzeitig beendet und machte den Mìlsean zu einem ausgewogenen süßen und würzigen Geschöpf, das handwarm mit der Zugabe von ein paar Tropfen Wasser genossen werden sollte.


„Glenmorangie has the best balanced fragrance spectrum.“

Dr. James Swan



 


Stillhouse

Ursprünglich destillierten die ersten Brennblasen einen Londoner Gin in Chelsea. Als sich ihre Zahl auf 12 erweiterte wurden die vier zusätzlichen Pot Stills im April 2009 mit einer Mischung aus Wasser, heimischen Kräutern und Heidekraut vom Hill of Tain angefahren. Diese alte Tradition des „Sweetening the Stills“ macht das Kupfer „sanft.“

In der Kathedrale des Gerstenspirits - Synonym für das monumentale Stillhouse von Glenmorangie - soll eine White Lady spuken.






Die Schotten artikulieren glenmóranschie, mit der Betonung auf der zweiten Silbe. In den vergangenen zehn Jahren verdoppelte sich der Verkauf des Highland Single Malt auf 500 000 Nine-Litre-Cases pro Jahr


Andy MacDonald

Andy MacDonalds Vater praktizierte als Arzt in Elgin. Nach einem Technik-Studium an der University of Aberdeen arbeitete er in der Ölindustrie. „Whisky hat eine Tradition, deshalb wollte ich ein Teil davon sein.“ Diageo qualifizierte ihn zum Destillationsfachmann. „Ich arbeitete in fünfzehn Diageo-Brennereien als Site Production Manager. Fast alle zwei Jahre wechselte ich den Standort.“ Seine liebste Distillery sei Talisker auf Skye, weil er in Carbost heiratete, die beiden Töchter dort geboren wurden und er am Loch Harport viele Freunde hat. „Talisker is a special place to my heart.“


Andrew MacDonald in 2018


Signet

Ein Meisterwerk der Destillierkunst ist SIGNET. Viele Faktoren beeinflussen die Qualität des Whiskys, darunter die Sorte und Herkunft der Gerste, die Malzmethoden, das Mahlen des Malzes, das Wasser und seine Temperaturen beim Läutern der Maische, die Hefestämme für die Gärung und die Länge derselben, die Dauer der Destillation, die Form der Brennblasen, die Fasskulturen, die Fassgröße sowie die Vorbelegung, die Art der geflammten oder getoasteten Eiche, das Klima, das Mikroklima im Lagerhaus, die Dauer der Reifung sowie das Vatting von verschiedenen Fässern.



1995 experimentierte Glenmorangie mit der Destillation eines lange und stark gerösteten Chocolate Malt, das normalerweise für das Brauen eines Porter Biers verwendet wird.



Zwölf Jahre später hatte dieses Destillat ein sehr kräftiges und intensives Aromen- und Geschmacksprofil entwickelt, das den Blender nicht überzeugte. Um einen ausgewogenen und harmonischen Charakter zu erzielen wurden die Chocolate Malts mit anderen Glenmorangie Whiskies verschnitten.


Gemeinsam war diesen die Destillation einer Gerste, die von der eigenen Hill of Cadboll Farm stammte. Für das Vatting wählte man Whiskys aus den folgenden Fasstypen: getoastete und/oder geflammte Bourbon-Casks, getoastete Oloroso-Sherry Fässer und Virgin Air-Dried-Missouri-Oak-Fässer. Das so entstandene Vatting wurde in Refill-Bourbon-Casks für sechs Monate verheiratet.


Es wird berichtet, dass sich in diesem geheimnisvollen Verschnitt 35 bis 40jährige Malts befinden. Jedes neue ohne Altersangabe aufgelegte Signet-Batch variiert in Aromen und Geschmack. Zur Farbangleichung an die vorausgehenden Batches färben die Macher die Spezialität mit Zuckerkulör und präsentieren den Designer-Malt mit einer Trinkstärke von 43 % vol.


NB: Barry Grove is the Scottish sculptor who redesigned the Pictish Cadboll Stone reverse slab in Easter Ross.


Der Hilton Cadboll Stone - eine Kreuzsteinplatte - wurde um 800 n.Chr. von piktischen Steinmetzen versehen mit religiösen piktischen aus Granitstein kunstvoll gehauen. Das Original steht National Museum of Scotland. Die Grabplatte wurde im 17. Jhd. wieder verwendet und eine Seite durch eine moderne Inschrift zerstört.


Inspiriert von der piktischen Formensprache entwickelte der renommierte ortsansässige Künstler Grove ein historisierendes Design, dass den Kosmos der Pikten in unsere Zeit überträgt.



Es wurde Glenmorangies Emblem.



Barry Grove und sein Werk.

Einen Cadboll Single Malt destillierten die Männer von Tain aus einer Gerstensorte, die auf dem nahegelegenen Cadboll Estate angebaut wurde, das sich einige Meilen südlich von der Brennerei entlang der Nordseeküste ausbreitet.






Brendan McCarron

Von Juni 2014 bis März 2021 verstärkte der aus der Nähe von Glasgow stammende Chemiker Brendan McCarron das Innovationsteam von Glenmorangie und Ardbeg. Mit 28 Jahren war er 2009 der jüngste Manager der Classic Malt Distillery in Oban. Von 2011 bis zu seinem Wechsel nach Tain verantwortete er als Senior Site Manager die Produktion der Diageo-Betriebe auf Islay - Caol Isla, Lagavulin und Port Ellen. Zum Foto: Zufällig traf der Autor den ehemaligen Absolventen des Diageo Graduate Scheme während einer Mountain-Bike-Tour auf der Islay-Halbinsel Oa. Heute ist er als Master Distiller bei Distell tätig.


Brendan McCarron (2015)

Heaven Hill Barrels

Glenmorangie ist für die seit 1991 eingesetzten Designer Casks sowie das systematisches Wood Management weltbekannt. Altes Eichenholz mit sehr engen Jahresringen aus den Ozark Mountains, Missouri, trocknet 24 bis 36 Monate im Freien, bevor es zu 200 Liter großen Fässern verarbeitet wird. Diese werden der Heaven Hill Distillery zum Ausbau ihrer Bourbon Whiskeys überlassen. Als geleerte Casks kommen sie im Container nach Tain. Siehe dazu mehr in der Sommerausgabe des The Highland Herold 2015.


Dr. Bill Lumsden

Der Bio-Chemiker Dr. Bill Lumsden wurde vom britischen Whisky Magazine im Wettbewerb ICONS OF WHISKY zum „Master Distiller/Master Blender of the year 2016“ ernannt. Seit 1995 beeinflusst der Director of Distilling, Whisky Creation & Whisky Stocks die Entwicklung von Glenmorangie und Ardbeg (seit 1997). Höhepunkte seiner Karriere waren die Glenmorangie Releases Cotes de Nuits finish, Malaga Wood Finish, Margaux Wood Finish, Astar, Signet, Sonnalta PX und Milsean. Er zählt zu den meist dekorierten Whiskymachern Schottlands.


Dr. Bill Lumsden, Glenmorangie Director of Distilling, Whisky Creation & Whisky Stocks

 

Glenmorangie Experimental Distillery

öffnete im September 2021


Presseveröffentlichung von Moet Deutschland vom September 2021


"Die am schottischen Dornoch-Firth gelegene Brennerei eröffnet eine eigene Destillerie für Experimente – bislang einmalig in der Whiskyindustrie – um künftig jeden Aspekt der Whiskykreation neu zu definieren.


Bereits heute verschiebt Glenmorangie die Grenzen der Herstellung von Single Malts, in dem die Men of Tain ständig neue, ungewöhnliche Wege gehen – von der kreativen Nachreifung in unterschiedlichen Holzfässern, Innovationen wie Glenmorangie Signet mit Mokka-Aromen bis hin zur Privat-Edition-Reihe. Dr. Bill Lumsden, Director of Whisky Creation ist unermüdlich am Experimentieren, um köstliche und ungewöhnliche Whiskys zu kreieren. Der zentrale Aspekt seiner Arbeit ist immer die Frage: "Was wäre, wenn...?". Um das zu beantworten, eröffnet Glenmorangie das Lighthouse, die erste Innovationsdestillerie, die ausschließlich für Experimente geschaffen wurde. Ein Spielplatz, um die Fantasien und die außergewöhnlichen Ideen von Dr. Bill zum Leben zu erwecken.


Das Glenmorangie Lighthouse ist nach seinem wegweisenden Ansatz in der Whiskybereitung benannt. Wie ein echter Leuchtturm ist der 20 Meter hohe Glaskubus schon von Weitem sichtbar. Es bietet eine einzigartige Flexibilität beim Destillationsprozess. Das Stillhouse umfasst zwei giraffenhohe Brennblasen, die dem Destillat den typisch-delikaten, fruchtigen Charakter von Glenmorangie verleihen. Neu sind Modifikationen in den Brennhälsen, die die Höhe modulieren können, als wären sie niedriger oder höher. Auch die Kondensation über Kupfer oder Edelstahl mit und ohne Purifer sind technisch möglich. Das eigens, im traditionellen Stil errichtete Sudhaus bietet Raum für unzählige Experimente mit Gerstenmalz, Wasser und Hefe. Das sensorische Labor im obersten Stockwerk erlaubt die einmalige Chance, während des Destillationsprozess die Rohspirituose zu untersuchen und weiter zu variieren.

Dr. Bill Lumsden sagt:


„Unser Lighthouse ist ein Haus der Fantasie.
Hier lassen sich unsere kreativen Ideen zum Leben erwecken und aromatisch weiterentwickeln.
Von den Rohstoffen bis zum Destillationsprozess können wir kleinere oder größere Veränderungen vornehmen, die bislang unmöglich waren.
Es gibt kein Tabu, solange es köstlich ist."


Anlässlich der Eröffnung des Glenmorangie Lighthouses ist eine eigene Sonderabfüllung nur im Destillerieshop in Tain erhältlich. Auf 3.000 Flaschen limitiert ist Glenmorangie Lighthouse 12 Years ein köstlich mild-fruchtiger Whisky, gereift in ehemaligen Bourbon- und Sherryfässern. Die Dauben daraus wurden als Wandverkleidung in der Experimentaldestillerie verbaut.


Das Glenmorangie Lighthouse wird neben der Hauptdestillerie eigenständig und nachhaltig aus der destillerieeigenen Biogasanlage erwärmt. Besichtigungen sind nur von außen zum Beispiel im Rahmen eines Destilleriebesuchs möglich."



Text and Photos Copyright Moët Hennessy Deutschland GmbH.




 


Weitere Informationen über Glenmorangie Single Malts



Cask Management at its best


Glenmorangies sechste Release der Bond House No. 1 Collection reicht in die Anfangsjahre des in der Whisky-Industrie neu entstehenden systematischen Fass-Managements zurück. 1996 wurde die fruchtigen und reinen Destillate in extrem hohen Pot Stills aus einer gemälzten Gerste destilliert und in „specially designed Bourbon casks“ gefüllt. 23 Jahre lang prägten sie gecharrte 190 Liter große Fässer aus einer sehr feinporigen amerikanischen Weißeiche.



Ideale Reifebedingungen an der Nordsee Küste

Distillery Style: Light and Fruity

Maßgeblichen Einfluss auf den Erhalt und die Verstärkung des während der Gärung entstandenen Geschmacksprofils der Wash haben Bauart, Größe, Form, Struktur und Beheizung der bei einer doppelten Destillation eingesetzten Brennblasen. Sie trennen nicht nur den Alkohol und das Wasser, sondern sind ausschlaggebend, ob ein Gerstendestillat leicht oder kernig gebrannt wird.


Vergleichsweise kleine Kessel - Wash Still 11 400 Liter, Spirit Still 8 200 Liter - markante linsenförmige auf dem Kessel aufsitzende schmale Rücklaufkugeln, extrem lange und schlanke sich allmählich nach oben verjüngende Schwanenhälse, fast waagrecht verlaufende sich verengende mittellange Geistrohre und kupferne Gegenstromkondensatoren mit rund 250 sehr kleinen ½ Inch-Kühlrohren sowie eine konstante von Kühltürmen geregelte im Sommer wie Winter gleiche Kühlwassertemperatur sind die richtungsweisenden technischen Destillationsvoraussetzungen für einen leichten, sauberen, fruchtigen und köstlichen Gerstenbrand bei Glenmorangie in Tain.


The Cathedral. Impressive.

Ein Blick zurück

Glenmorangies rasanter Aufschwung begann mit dem neuen CEO Geoffrey Keggan Madrell. Im Jahr 1994 verantwortete er eine radikale Neuausrichtung der Gesellschaft: Bau eines Verwaltungszentrums mit Abfüllanlagen westlich von Edinburgh, die Vertriebskooperation mit dem amerikanischen 10 %-Anteilseigner Brown-Forman (Jack Daniels) und das Joint Venture mit dem schottischen Likörproduzenten Drambuie. Madrells strategische unternehmerische Entscheidungen mündeten in die massive Reduktion des Handels mit Whisky in großen Gebinden um mehr als 60 % sowie in den Aufbau einer Premium Produktlinie und deren effiziente weltweite Vermarktung. 1998 verkaufte Glenmorangie Plc erstmals eine Million Nine-Litre-Cases of Whisky, darunter Single Malts, aber auch den Bestseller-Blend Highland Queen.


Neuer Manager: Dr. Bill Lumsden

Der Pionier und Erfinder des systematischen „Wood Finish und Wood Management“ Neil McKerrow verließ 1995 Glenmorangie Company Plc. Der innovative Manager legte die Grundlagen der Fasskulturen und suchte weltweit stets nach dem besten Reifeholz für seine Glenmorangie-Destillate. Bourbon Barrels waren in Tain seit 1947 zum Ausbau der Whiskys sehr beliebt, denn in ihnen verstärkte und entfaltete sich das destillierte Aromaprofil, das Nase und Zunge begeisterte. Daher ist es kein Wunder, dass die Verantwortlichen in den amerikanischen Wäldern nach dem besten Eichenholz Ausschau hielten. Erfahrene Küfer halfen. Die Ergebnisse der Experimente führten zu sensationellen Glenmorangie-Whisky-Abfüllungen, wie sie die Whisky-Enthusiasten bisher nicht kannten. Andere Brennereien lernten von den Versuchen aus dem ‚Tal der tiefen Ruhe‘ und ahmten diese nach.


Im Februar 1995 folgte Neil der Biochemiker Dr. Bill Lumsden. Mit ihm wurde zum ersten Mal ein Wissenschaftler Leiter einer schottischen Distillery. Der Anspruch war immens: es wurden Kompetenz, Entscheidungsfreude und wegweisende Ideen für eine differenzierte Produktentwicklung des Glenmorangie Portfolios erwartet.


An der naturwissenschaftlichen Heriot Watt University von Edinburgh hatte Lumsden von 1983 bis 1986 über die Wirkung von Hefestämmen bei der Gärung promoviert. Auf einer studentischen Party trank er 1984 erstmals einen Glenmorangie. Er ahnte nicht, dass sein umtriebiger rastloser Forschergeist ihn einmal in die Northern Highland Distillery führen sollte.


Der Akademiker freute sich über die Freiräume und Perspektiven, die ihm seine neue Wirkungsstätte eröffnete. Seine Vorgänger, Gordon L. Smart und Ian McGregor, hatten bereits die Grundlagen gelegt. Mit den längst in unterschiedlichen Fasskulturen heranreifenden Whiskys aus McKerrows Zeit war die zukünftige wirtschaftliche Ausrichtung in eine neue Vielfalt vorgegeben. Der Ansatz eines zweifachen Reifeprozesses im Rahmen der Fassveredelung war für Lumsden die Basis einer bahnbrechenden Weiterentwicklung der Whiskys. Mit dem Prinzip des „Wine Finishing“ ließen sich aus einem im Bourbon-Fass gereiften Grund-Whisky interessante individuelle Varianten formen.


The former Glenmorangie Team: Brendan McCarron (left) and Dr. Bill Lumpsden (right).

Erfreulich ist, dass Lumsden die Grand Vintage 1996 Abfüllung nicht durch eine zusätzliche Nachreifung in anderen vorbelegten Fasstypen modifizierte. Die Jahrgangsabfüllung zeigt ausschließlich die aromatische und geschmackliche Wirkung von Bourbon-Fässern in ihrer Reinkultur wie sie sich innerhalb der Reifezeit von 23 Jahren ausprägte. Es ist eine Rarität.


Für die Produktion der Destillate war ab Oktober 1996 Graham Eunson verantwortlich. Er kam von der Orkney Brennerei Scapa. Nachdem der Orcadian im Frühjahr 2008 zur Glenglassaugh Distillery abwanderte, folgte der ebenfalls akademisch ausgebildete Andrew MacDonald. Er ist bis heute der verantwortliche Production Manager der Glenmorangie Distillery.


Designer Casks prägen Glenmorangie

Dr. Lumsden setzte die Versuche der systematischen Fassreifung seiner Vorgänger, insbesondere von Neil Kerrow, fort. Der Whisky Maker experimentierte mit gecharrten oder getoasteten Fässern aus europäischer und amerikanischer Eiche, die aus unterschiedlich lange an der Luft getrockneten Dauben aufgebaut wurden. In den Ozark Mountains (südliches Missouri) suchte er an den regenarmen Nordhängen nach erstklassigem, sehr langsam wachsenden sowie feinporigem Eichenholz. Es sollte pro Inch mindestens 16 Jahresringe haben, wird berichtet. Amerikanische Küfer böttcherten die Barrels und flammten sie nach Lumsdens Rezepturen unterschiedlich lange aus. Die sogenannten Designer Casks wurden speziellen Bourbon Distilleries, darunter Heaven Hill, zur Reifung ihrer Whiskeys überlassen. Nach vier Jahren Erstbelegung kamen die Casks versiegelt im Container nach Schottland an den Dornoch Firth.



French Red Wine Barriques (225 l) and American Standard Bourbon Barrels (190 l) waiting to be filled.

Welche und wie viele der first-fill Bourbon Barrels die Whiskys für das Vatting des 23 Jahre alten Glenmorangie Vintage Highland Single Malt lieferten ist nicht bekannt. Sicher ist, sie formten „…eine tiefe Konzentration an komplexen, cremig-floralen Einflüssen.“


Seit August 1998 steuert Dr. Bill Lumsden als Director of Distilling, Whisky Creation and Whisky Stocks bei Glenmorangie und Ardbeg die Entwicklung der der Whiskys. Neu im Creation-Team wirken Gillian MacDonald (seit März 2012) und Brendan McCarron (Juni 2014) mit, zuvor war es von 1998 bis 2011 Dr. Rachel Barrie Hon. DSc.



Heaven Hill Barrels
Glenmorangie ist für die seit 1991 eingesetzten Designer Casks sowie das systematisches Wood Management weltbekannt. Altes Eichenholz mit sehr engen Jahresringen aus den Ozark Mountains, Missouri, trocknet 24 bis 36 Monate im Freien, bevor es zu 200 Liter großen Fässern verarbeitet wird. Diese werden der Heaven Hill Distillery zum Ausbau ihrer Bourbon Whiskeys überlassen. Als geleerte Casks kommen sie im Container nach Tain.

Der renommierte Whisky-Schöpfer Dr. Bill Lumsden sagt voller Stolz:

Der Glenmorangie Vintage Malt 1996 zeigt eindrucksvoll, wie wir außergewöhnliche Konzepte verwirklichen können. Die durchgängige Reifung in diesen besonderen Holzfässern schufen einen delikaten, cremigen Geschmack, mit vielen frisch-floralen Aromen, die durch das Reifealter herrlich verstärkt werden. Wer Glenmorangie Astar kennt, wird im Glenmorangie Grand Vintage 1996 eine köstliche Weiterentwicklung entdecken.“

Für Dr. Bill Lumsden ist die Bond House No. 1 Kollektion


„…die luxuriöse Hommage an diese perfekte Handwerks- und Destillierkunst…die Fässer sorgten für eine elegante Cremigkeit in der Reifung.“




In der Glenmorangie Bond House No.1 Collection sind selten Jahrgangs-Whiskys der Glenmornagie Distillery vereint. Die jährlich erscheinenden Releases wurden nach dem größten Lagerhaus der Brennerei, dem Bond House No. 1, das im dem 19. Jahrhundert errichtet wurde. Heute brennen dort in dem majestätisch hochaufragenden Stillhouse zwölf Brennblasen jährlich rund 6,2 Millionen Lier reinen Alkohol. Zwei weitere Brennblasen in einem neuen Gebäude werden ab 2020 die Produktionskapazität auf 7,2 Millionen Liter erhöhen


Rund sechs Millionen Flaschen Glenmorangie Highland Single Malt erreichen die internationalen Märkte weltweit. Sie sichern den „Men of Tain“ den vierten Platz der weltweit meistverkauften Single Malts.


Long time Distillery Manager Andrew MacDonald retired in December 2020

Offizielle Verkostungshinweise

Glenmorangie Grand Vintage Malt 1996 (43,0 % vol.)


„An der Nase: Frisch und duftend, mit einem Bouquet aus Rosen, Landnelken, Jasmin und einem pikanten Hauch von Koriander. Aromen von Mandarine, Orange und Birne folgen, ergänzt von einer fruchtigen, kandierten Süße. Mit einem Spritzer Wasser treten weitere Noten von Nelken, Storchschnabel und sanfter, buttriger Vanille zutage.


Am Gaumen: Eine zitrus-pikante Würze im Geschmack – mit einem Hauch von Orangen und Zitronen, eingebunden von Vanille- und Karamellaromen. Danach folgen, mit bemerkenswerter Finesse für einen Whisky diesen Alters, subtile Noten von Ingwer, süßem Chili und Eiche.


Im Nachhall: Köstlich und auf der Zunge tanzend, butterweich mit Noten von Kuchen, Mandeln und Birne.“ (sic)


Der Glenmorangie Grand Vintage Malt 1996 ist individuell nummeriert und wird in einer Eichenholz-Kupferbox im Fachhandel erhältlich sein.


Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 700,- € pro Flasche 0,7 Liter.


First published in 2019


 

Erster Wild Yeast Whisky Schottlands: ALLTA


„Eine ganz besondere Hefe, die wild auf Glenmorangies eigener Cadboll-Gerste wuchs, kennzeichnet die außergewöhnliche Jubiläums-Abfüllung der prämierten Private Edition. Glenmorangie Allta, schottisch-gälisch für „wild“ und ausgesprochen „al-ta“, reifte in ehemaligen Bourbon-Fässern,“ informiert Glenmorangies innovativer Dr. Bill Lumsden - Director of Distilling, Whisky Creation and Whisky Stocks.



Viele Faktoren beeinflussen die Qualität des Whiskys, darunter die Sorte und Herkunft der Gerste, die Malzmethoden, das Mahlen des Malzes, das Wasser und seine Temperaturen beim Läutern der Maische, die Hefestämme für die Gärung und die Länge derselben, die Dauer der Destillation, die Form der Brennblasen, die Fasskulturen, die Fassgröße sowie die Vorbelegung, die Art und geographische Herkunft der geflammten oder getoasteten Eiche, das regionale Klima sowie das Mikroklima im Lagerhaus, die Dauer der Reifung oder das Vatting - Verschneiden - von verschiedenen Fässern unterschiedlichen Alters.


Früher prägten die unterschiedlichen Brauereihefen die Spirits der schottischen Distilleries. Vielfalt war die Regel. Mit der zunehmenden Industrialisierung der Whisky-Produktion nivellierten sich regionalen und individuellen Unterschiede. Die Verwendung einer Brennerei-eigenen Hefe verschwand unter dem Druck der Rationalisierung und Kostenreduktion aus der Produktion. Die schottischen Destillerien beziehen mittlerweile durchweg eine Einheitshefe von den Marktführern Kerry, Mauri oder Lallemand. Die Auswahl ist beschränkt. Bei Großverbrauchern werden Hefen sogar im Tanklastzug in großen Mengen zur schnelleren Verarbeitung flüssig angeliefert. Kleinere Hersteller beziehen oft eine haltbare Trockenhefe.


Hefe hatte im Grunde schon immer eine Schlüsselfunktion bei der Herstellung von Single Malts. Die Mikroorganismen prägten den aromatischen und geschmacklichen Grundcharakter des Gerstenbrandes wesentlich. Die individualisierte Verwendung von Hefestämmen trat allerdings in den vergangenen Jahren immer mehr in den Hintergrund. Die Folge, die Whisky-Spirits ähnelten sich immer mehr in ihrem aromatischen Charakter.



Was war geschehen?

In den Jahren 1995 bis 1999 ging der neue Manager von Glenmorangie Dr Bill Lumsden auf die Suche nach Alternativen zum Mainstream. Der legendäre britische Whisky-Autor - leider verstorbene - Michael Jackson schrieb damals über eine „unique yeast“ bei Glenmorangie. „Die Spurensuche in den Archiven ergab keine Belege für eine eigene Haushefe,“ so der experimentierfreudige Whisky Maker. Der promovierte Chemiker forschte einst an der Heriot Watt University von Edinburgh selbst intensiv über das Thema Hefe und ihre geschmackliche Wirkungen beim Gärprozess und der Destillation.



„Im Grunde ist es eine traurige Angelegenheit, denn die schottischen Whisky-Industrie beachtet die Hefe nicht, wir brachten sie wieder in den Fokus,“
erzählt er stolz,
„jetzt haben wir unsere eigene einzigartige Hefe.“


Wenige Meilen südlich von der Glenmorangie Distillery liegen die Gerstenfelder der eigenen Cadboll Farm.


„Von dort kommt Glenmorangies beste Gerste,“

betont Lumsden. Er machte sich auf die Suche nach überall in der Natur frei vorkommenden Wildhefen.


Cadbolls Gerstenfeld kurz vor der Ernte

Winzer nutzen das wirkungsvolle Phänomen der Mikroorganismen bei der Spontangärung ihrer Weine. Vor der Lese setzen sich verschieden wilde Hefen auf die Schalen der am Rebstock reifenden Trauben. Bereits während der Pressung reagieren diese Hefen im Most und verwandeln den vorhandenen Zucker spontan in Alkohole. Ungünstig auf den Verlauf einer Gärung kann sich allerdings die geringe Temperaturbeständigkeit der wilden Hefen auswirken.


Es ist ein Problem, das auch bei der Vergärung der Getreide-Würze in einer Brennerei auftreten kann. Die Isolierung der wirkungsvollsten Hefe ist daher Voraussetzung für den dauerhaften Gärerfolg.


Der Gedanke lag nahe, die wilden Hefen auf der heranwachsenden Cadboll-Gerste systematisch zu sammeln und zur Analyse in das Labor bringen. Die Wissenschaftler des kanadischen Hefeproduzenten Lallemand entdeckten mehrere Wildhefen und identifizierten einen bisher nicht bekannten Hefestamm: Saccharomyces diaemath.


„Der neue Name leitet sich aus dem Ägyptischen ab und bedeutet ´Gott machte es´,“

so Lumsden.


Er veranlasste, die Wildhefe auf eine ausreichende wirtschaftliche Quantität zu vermehren, um mit ihr für die Dauer einer Woche die Würze aus der gemälzten Cadboll-Gerste in der an der Nordsee gelegenen Brennerei zu fermentieren. Über das Läutern, den Gärverlauf, die Dauer und die erreichte Alkoholkonzentration schweigt der Distillery Manager Andy MacDonald. Wie bei Glenmorangie üblich, wurde die Wash langsam und schonend zweifach in den riesigen über fünf Meter hohen Pot Stills gebrannt, um die bei der Gärung entstanden fruchtig duftenden Aromen auch im New Make zu erhalten.


„It was very distinctive from the normal spirit,
it was more herbal and not so fruity,“

erklärt Lumsden das Resultat.


Damit das Eichenholz der Fässer diesen außergewöhnlichen Charakter des frischen Gerstenbrands nicht allzu sehr verändert, wurde er mit der üblichen Fassfüllstärke von 63,5 % Volumen in ehemalige Bourbon-Fässer gelegt, in denen zuvor Glenmorangie Whiskys reiften.


„Für den Allta verwendeten wir nur second-fill und third-fill Barrels aus unserem Fass-Programm,“

so Lumsden während der Präsentation. Über die Reifedauer gibt es gegenwärtig nur Spekulationen - acht bis zehn Jahre. In einem Interview spricht Lumsden von einer durchschnittlichen Lagerzeit von neuneinhalb Jahren.


Das Ergebnis ist ein cremiger und aromatischer Whisky, der neue Blickwinkel in die Welt von Glenmorangie öffnet. Der Single Malt ist eine erfrischende Alternative, die zu Diskussionen unter den Whisky Connaisseuren anregt.


Ein direkter aromatischer Vergleich mit dem zehn Jahre alten Standard Glenmorangie Original bietet sich an. Der Vorteil des riechenden Wechsels von Allta zum Original und zurück, ermöglicht immer wieder neue Aromen zu entdecken. Der Glenmorangie Original umschmeichelt die Nase mit Noten von Birnen, Kokosnuss, Vanille und Mandeln, während die Private Edition Allta mit kräftigen mineralischen, erdigen und etwas würzigeren Aromastrukturen, die an Ingwer erinnern, beeindruckt. Beide sind sich in ihrer Glenmorangie-typischen fruchtigen Erscheinung durchaus ähnlich. Lumsden entdeckt sogar den Duft von Nelken: „Carnation is my favourite flower.“


Seit 2009 gelingt es Glenmorangies Whisky Creation Team um Dr. Bill Lumsden, außergewöhnliche Abfüllungen mit verschiedensten Fassreifungen und seltenen Rohstoffen zu komponieren.


Stolz sagt Bill:


„Mit Glenmorangie Allta setzen wir dem zehnjährigen Jubiläum der Private Edition die Krone auf.
Der Geschmackseinfluss von Hefe auf den Whisky wurde seit Jahren übersehen.
Mit Aromen von Biskuit, frischem Brotduft sowie Noten von Vanille, Orangensirup und süßem Chilli eröffnet Glenmorangie Allta faszinierende Möglichkeiten für die Zukunft von Scotch Whisky.“

Wurden die Private Editionen von der ersten bis zur neunten Auflage mit jeweils nur 46 % Volumen in Flaschen gefüllt, so zeigt die Jubiläumsausgabe eine überraschend hohe Alkoholkonzentration von kräftigen 51,2 Volumenprozent. Der Single Malt Allta wurde zur Erhaltung der Aroma-Intensität nicht kühlfiltriert. Die limitierte Auflage - Zahl der Flaschen unbekannt - war im Fachhandel für ca. 85,00 € (unverbindliche Preisempfehlung) erhältlich.



Photo Copyright Glenmorangie Plc


"Offizielle Verkostungsnotiz von Glenmorangie Allta, 51,2 % Vol. Alkohol


Farbe: Strohgold.

Aromen: Abgerundet, mit etwas Biskuit und leichten, floralen Noten; Duft von gebackenem Brot entsteht neben Vanille, Rosinen und Mandarinen.

Geschmack: Knackige Zitrusfrucht übertönt Aromen wie von Karamellbonbons, cremiger Vanille, Orangensirup und etwas Hefe. Dann sanfte Minze und ein Anflug süßen Chilis.

Der Nachklang: Lang und erdig mit einem Hauch von bitter-süßer Orange und Pfefferminze."



Die Glenmorangie Private Edition steht für eine Reihe seltener und interessanter Whiskys der Northern Highland Distillery von Tain. Alljährlich erweitert das Team um den Whisky Creator Dr. Bill Lumsden das Portfolio, dazu gehören Brendan McCarron - Head of Maturing Whisky Stock-, Gillian MacDonald - Head of Whisky Analytics and Whisky Creation sowie Karen Fullerton - Global Brand Ambassador.


Glenmorangie Allta markiert das Jubiläum der Private Edition. Es die zehnte Abfüllung Reihe, die wiederum mit innovativen Ansätzen die Entwicklung von Single Malts eindrucksvoll dokumentiert.


Bisher sind folgende weltweit dekorierte Preziosen aus dem Glenmorangie-Whisky-Innovation-Zentrum erschienen: Glenmorangie Sonnalta PX (ISC 2009 Gold, IWSC 2010 Gold Medaille), Glenmorangie Finealta (IWSC 2012 Gold Medaille), Glenmorangie Artein (IWSC 2013 Gold Medaille), Glenmorangie Ealanta (IWSC 2013 und World Whisky of the Year in Jim Murray’s Whisky Bible 2014), Glenmorangie Companta (San Francisco Spirit Awards Gold Medal 2014), Glenmorangie Tùsail (San Francisco Spirit Awards Gold Medaille 2014), Glenmorangie Milsean (ISC 2016 Gold Medaille), Glenmorangie Bacalta (IWSC 2017 Gold Medaille) und Glenmorangie Spìos (ISC Trophy 2018).

 




 

Forrest. Glenmorangie geht in den Wald


Presseveröffentlichung


von Moët Hennessy Deutschland GmbH vom 22. September 2022:

"Erneut stellt Glenmorangie seine Experimentierfreude unter Beweis: Der neue Glenmorangie A Tale of the Forest ist der erste Whisky, der aus Malz gewonnen wurde, das über Botanicals trocknete. Er ist inspiriert von der sich ständig wechselnden Natur, die der Glenmorangie Director of Whisky Creation bei seinen Streifzügen durch die Wälder seiner schottischen Heimat erlebte. Düfte, Geräusche und der Anblick des Waldes befeuerten diese experimentelle Limited Edition.


Dr. Bill Lumsden nutzte dazu eine alte Methode des Darrens des Gerstenmalzes über Waldextrakten wie Kiefernnadeln und Wacholder sowie Holzrauch. So köstlich die Aromen, so ließen sie Illustratorin Pomme Chan ihren eigenen Fantasiewald erträumen, der nun das Etikett und die Verpackung des Whiskys ziert.



Seit über 175 Jahren sind die Whiskymacher von Glenmorangie unendlich einfallsreich, ungewöhnliche und köstliche Single Malts zu kreieren. Allen voran steht Dr. Bill, der sich immer die Frage stellt: „Was wäre, wenn...?“ Vor einigen Jahren hatte er einen Whisky im Sinn, der das wunderbare Erlebnis eines Waldspaziergangs einfängt. Gleichzeit erinnerte er die alte Methode der Highland-Whiskymacher, das Gerstenmalz mit unterschiedlichen Waldbrennstoffen zu trocknen.


Experimente mit verschiedensten Botanicals begannen und Dr. Bill entdeckte die wundersamen Aromen, die Wacholderbeeren, Birkenrinde und Heidekraut in Verbindung mit etwas Torf in das Malz brachten. In dieser Weise schuf er ein kleines Batch mit ungewöhnlichen Aromen von Kiefernnadeln, Wacholder und einem Hauch Rauch. Anschließend ließ er den Single Malt in ehemaligen Bourbon-Fässern reifen, darunter viele Refill-Fässer, um die Waldaromen zur vollen Geltung zu bringen.

Illustratorin Pomme Chan ging tief in ihren Lieblingswald in Nordthailand, um die Aromen dieses besonderen Whiskys zur Geltung zu bringen. Inspiriert von der Umgebung und von Gesprächen mit Dr. Bill Lumsden über Schottland zeichnete sie einen fantasievollen Wald, der nun das Etikett und die Geschenkpackung ziert. Ihre Illustration ist ein farbprächtiges Fest, das die Aromen und Botanicals des Whiskys widerspiegelt – blühendes Heidekraut, duftender Wacholder, Orangen und Kiefernzapfen, tanzend im Wind.



Dr. Bill Lumsden sagt:

„Bei jedem Waldbesuch nehme ich etwas Neues wahr – sei es der Duft des letzten Regens oder das Rascheln der Blätter.
Einst begann ich mir vorzustellen, wie wir den Wald in einem Whisky einfangen könnten.
Ich erinnerte, wie unsere Vorfahren das Gerstenmalz mit allen möglichen Bestandteilen des Waldes über Feuer trockneten.
Nach vielen Experimenten gefielen uns die Aromen von Wacholder, Birkenrinde und Heidekraut am besten, die dem Glenmorangie einen üppigen, floralen Geschmack verleihen.
Mit Noten von Kiefernnadeln, Waldmoos, kräftigem Wacholder, Eukalyptus, Minze, Bitterorange und ganz leichten Holzrauch ist „A Tale of the Forest“ ein Whisky, der erfreut und überrascht, egal ob tief im Wald oder zu Hause genossen.“

Pomme Chan sagt:


„Die Zusammenarbeit mit Glenmorangie für diese köstliche Limited Edition war wundervoll.
Der Wald ist für mich voller Sinne - der Duft, alles was man sieht und hört. Meine Illustration stellt die geheimnisvolle Tiefe des Waldes mit seinen Pflanzen und Aromen dar, die im Whisky enthalten sind.
Ich hoffe es gefällt und dass viele Glenmorangie A Tale of the Forest bei einem Picknick genießen... im Wald natürlich!"

Pressemitteilung Ende




 

The best way to discover Glenmorangie Distillery is to stroll around

The Gateway to Distilleries

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Zum Autor

Ernie - Ernst J. Scheiner ist der Herausgeber des Portals The Gateway to Distilleries www.whisky-distilleries.net Er dokumentiert über 150 Destillerien fotografisch von innen und beschreibt detailliert die Produktion der Whiskies. Seit seinem Studium an der University of Edinburgh befasst er sich mit dem Thema Whisky und publiziert in Fachmagazinen wie Das Irland Journal, die Kleinbrennerei, Whisky Passion und The Highland Herold. Features und Stories erschienen in den Blogs whiskyexperts, whiskyfanblog und whiskyintelligence. Als Leiter der VHS Ingelheim führte, und nun als Whisk(e)y-Botschafter leitet er Destillations-Kollegs, Studienreisen und Whisky-Kultouren zu den Quellen des Whiskys.

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