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  • AutorenbildErnie - Ernst Scheiner

InchDairnie. RyeLaw. New Scottish Trend




INNOVATIVE DESTILLERIE ÖFFNET WEITERES KAPITEL

IN DER GESCHICHTE DES SCHOTTISCHEN WHISKYS


InchDairnie Distillery brachte ihr

allererstes Produkt auf den Markt,

einen schottischen Roggenwhisky



Die neue Moderne und der Roggen


Technologien und Ideen verändern allmählich die schottischen Brennereien.

Es folgen Beispiele:


1 InchDairnie,

2 Bruichladdich,

3 Arbikie



Im Gegensatz zu den vielen traditionell strukturierten Brennereien mit herkömmlichen Produktionsanlagen, die oft Elemente des 19. Jhds aufweisen, destillieren seit 2018 die Stillmen im neuerbauten lichtdurchfluteten Stillhouse der Glen Moray Distillery mit modernen Unterdrucksystemen in den Brennblasen einen Single Malt.


Ein Novum im Reich des Usqeubaugh...


Gleiches geschieht in der im Mai 2016 eröffneten InchDairnie Brennerei in Glenrothes. Beide innovativen Destillationssysteme plante und baute der italienische Anlagenbauer Frilli SRL nahe Siena. Entsprechend der konzeptionell modernen und energieeffizienten Produktionsphilosophie arbeiten bei Inchdairnie eine Hammermühle, deren fein geschrotetes Mehl zu höheren Spirit-Erträgen führt. Planer der Anlagen ist der fortschrittlich denkende Ian Palmer. Energiesparen, Energierückgewinnung, kurze Versorgungsleitungen, Schwerkraft und alternative Wärmeerzeugung schaffen einen über 90 % liegenden Wirkungsgrad, den keine andere schottische Distillery derzeit erreicht.


Bei InchDairnie ist vieles anders. Ein in schottischen Brennereien sehr seltener Meura-Mashfilter - nur noch bei Teaninich - sowie ein Mash Conversion Vessel übernehmen die Funktionen einer klassischen Lauter Tun - Läuterbottich. Die mit ihnen gewonnene Würze erreicht zudem höhere Platowerte als im traditionellen Lauter Tun Verfahren. Sie wird klarer, da sie aufgrund der Filter nur wenige Schwebeteilchen trüben.


Die Würze bewirkt leichte florale Esternoten sowie ein harmonisches Aroma- und Geschmacksprofil im Destillat. Nussige Aromen sind eher selten. Außerdem lassen sich Roggenmalze darin besser und einfacher verarbeiten als in einem konventionellen Läuterbottich, wo Maischemischung wegen der Stärke leicht verklumpen - gelantinieren - kann und damit den Treberkuchen sowie die Bodensiebe verstopfen.


Weniger Wasser- und Energieverbrauch sind eine erwünschte Folge, denn geringere Mengen an Wash müssen destilliert werden, die Destillationszeiten werden kürzer, die Produktionsmenge nimmt im Jahresschnitt zu. Die Brenner sparen Zeit. Ein ausgeklügeltes Energy-Recovery-System von Abwärme und Aufheizung der Wash und den Low Wines bis zu 80° C hilft ihnen dabei. Die Röhrenkondensatoren verflüssigen lediglich den Abtrieb des Alkohol-Wasser-Dampf-Gemischs, um so mehr Wärme für eine Aufheizung zu erhalten. Zusätzliche After Cooler kühlen die Destillate vor dem Eintritt in den Spirit and Sample Safe aromaschonend auf rund 20° C ab (wichtig zur Vermeidung einer Explosionsgefahr).


Für die Produktion werden im Vergleich zu konventionell arbeitenden Brennereien derzeit rund 80 bis 90 % des Energiebedarfs eingespart.


Die ersten Spirits flossen im Dezember 2015 durch den Spirit Safe.


Die Frilli Pot Stills im Hintergrund. Die Lomond Hill Still im Vordergrund rechts. Photo Courtesy Inchdairnie.

Die hohen Swan-Neck-Brennblasen - Wash Still 18 000 l und Spirit Still 11 000 l - wurden mit thermischen „Dampfrückverdichtungssystemen“ ausgestattet, um den Dampf energiesparend wieder in die Destillieranlage zurückzuführen. Neu sind zwei in Reihe hintereinander geschaltete Röhrenkondensatoren für jede Pot Still. Der erste Röhrenkühler wirkt als einem Fallfilmverdampfer, bei dem das Alkohol-Wasser-Dampfgemisch um den vertikalen Kondensator rezirkuliert wird.


Die energieeffiziente Aufheizung des Destillierguts vollziehen Plattenwärmetauschersysteme indem sie den jeweiligen Inhalt wechselnd hin und her pumpen. Der aufheizende Dampf wird in die Plattenwärmeaustauscher gegenläufig geleitet. Das heiße Wasser, das um den sogenannten Fallfilmverdampfer – Kondensator - zirkuliert, fließt durch einen Entspannungsgefäß, das wiederum mit der Saugseite der Thermal Vapor Recompression (TVR) verbunden ist.


„Das vom TVR erzeugte Vakuum bringt das heiße Wasser eher zum Sieden, das anschließend in Verbindung mit dem Frischdampf beim Verlassen des TVR komprimiert wird."

Damit der TVR am effizientesten arbeitet, muss der Dampf mit einem Druck von 10 bar eingespeist und die Dampfdurchflussmenge auf einem konstanten Durchsatz gehalten werden.
Dies ist schwierig zu erreichen, da die Batch-Destillationsabläufe keine geradlinigen Prozesse sind
und sich die jeweilige Siedetemperatur während des gesamten Prozesses ändert,“

beschreibt Manager und Planer Ian Palmer das energiesparende Destillationssystem.



Lomond Hill Still

Der experimentierfreudige Manager brannte im November 2017 erstmals überhaupt einen Rye-Barley-Spirit nach der ersten Brennphase in der Swan Neck Wash Still auf dem hybriden System, der sogenannten Lomond Hill Still.


Die Bezeichnung geht auf die nordwestlich gegenüber der Inchdairnie-Brennerei liegende Hügelkette der Lomond Hills zurück und ist nicht zu verwechseln mit einer Anlage, die Ende der 1950-er Jahre experimentell in der Inverleven Distillery unterschiedliche Malt-Destillate hervorbrachte. Die daraus gewonnenen Spirits nannten die Inverleven-Stillmen zur besseren Unterscheidung zu den Grain-Spirits der Column Stills als Lomond Malt.


Die Folge, die Spirit Pot Still mit einer wuchtigen zylindrischen Verstärkersäule und Dephlegmator erhielt von ihnen den Namen Lomond Still.


Diese Brennapparatur ist allerdings keineswegs zu verwechseln mit den 1964 in der Lomond Brennerei installierten Straight Neck-Destillationsanlagen mit ihren Dephlegmatoren. Die frühere Inverleven Lomond Still können Besuchende heute in der Bruichladdich Distillery bewundern. Dort wird sie zur Gin-Destillation eingesetzt.


Ian Palmer und seine Lomond Hill Brennblase.

Die Inchdairnie-Lomond Hill Still unterscheidet sich aus technologischer Sicht jedoch wesentlich von den noch heute in Alexandria arbeitenden Lomond Stills. In der von Palmer entworfenen auf dem Kessel aufsitzenden leicht konisch zulaufenden kurzen Verstärkerkolonne trennen sechs Glockenböden Alkohol und Wasser voneinander. Mit zunehmender Steighöhe erhöhen sich der Kupferkontakt durch den Rückfluss des Alkohol-Wassergemischs, die Konzentration und damit die Reinheit des abgehenden Spirits. Nach der ersten Phase der Verflüssigung im Condenser wird die Alkohol-Wasser-Flüssigkeit im fünften Schritt wieder in den oberen Teil der Kolonne zur erneuten Destillation zurückgeführt. Danach trennen die Destillateure den Mittellauf ab. Hohe Alkoholgehalte des New Makes weit über 80 % vol sind die Folge. In einer Swan Neck Pot Still sind durchschnittlich Werte um 69 bis 72 % vol üblich.


Der eigentliche Vorläufer der Lomond Still war in Schottland die Anlage von Littlemill südlich von Dumbarton (Foto oben links). Die Straight Neck Stills bei Loch Lomond folgten dem Muster von Littlemill. Die Inverleven Lomond Still von Dumbarton (oben rechts und unten links) fand einen neuen Platz bei Bruichladdich auf Islay, genannt Ugly Betty. Unten rechts die Kopien der Inverleven Lomond Stills bei Glenburgie (Photos Courtesy of Canmore).



Die Frilli Lomond Hill Still wird ausschließlich zur Grain-Herstellung (Roggen, Weizen, Hafer usw.) sowie experimentellen Zwecken der Inchdairnie Prinlaws Collection eingesetzt. Reine Malt Spirits werden z.Z. darin nicht destilliert.


Auf der InchDairnie-Webseite ist zu lesen:


InchDairnie Distillery is a Fife Distillery situated where the two springs Flowers of May and Goatmilk Hill meet, beneath the Lomond Hills (Hills that have nothing to do with Loch Lomond), between the towns of Kinglassie and Glenrothes.

InchDairnie means “Hidden land close to water”, from “inch”, an anglicisation of the Gaelic “Innis”, meaning flat land close to the edge of river flowing through a valley. A river meadow. “Dairnie” means secret or hidden.

The distillery only uses local Fife barley for the InchDairnie Single Malt, a malt released in 2029. Perhaps not the norm today to distill and mature the same place, InchDairnie Distillery only distills and matures in Fife and our whisky is of course shaped by the climate and changing seasons. Unusually the wash backs for fermenting the wash (beer) are outdoors.


Deutsch Übertragung

"Die InchDairnie Distillery ist eine Fife-Destillerie, die dort liegt, wo sich die beiden Quellen Flowers of May und Goatmilk Hill treffen, unterhalb der Lomond Hills (Hügel, die nichts mit Loch Lomond zu tun haben), zwischen den Städten Kinglassie und Glenrothes.


InchDairnie bedeutet „verstecktes Land in der Nähe von Wasser“, von „inch“, einer Anglisierung des gälischen „Innis“, was flaches Land nahe dem Rand eines Flusses bedeutet, der durch ein Tal fließt. Eine Flusswiese. „Dairnie“ bedeutet geheim oder verborgen.


Für den InchDairnie Single Malt, einen im Jahr 2029 auf den Markt gebrachten Malz, verwendet die Brennerei ausschließlich lokale Fife-Gerste. Vielleicht ist es heute nicht mehr üblich, am selben Ort zu destillieren und zu reifen, da die InchDairnie Distillery nur in Fife destilliert und reift, und unser Whisky wird natürlich vom Klima und den wechselnden Jahreszeiten geprägt. Ungewöhnlich ist, dass sich die Gäranlagen zur Gärung der Wash (Bier) im Freien befinden."



Impressionen: Lomond Hills und Gerstenfelder, Mash Filter, Swan Neck Pot Stills, Lomond Hill Still, Warehouse, Ernie Scheiner und Ian Palmer (Distillery Visit im Juni 2022)
Photos Copyright InchDairnie Distillery.


Inaugural RyeLaw 2023

Der Inaugurale RyeLaw Fife Single Grain Scotch Whisky kam im Frühjahr 2023 mit einer Flaschenfüllstärke von 46,3 % vol in einem elegant designten Decanter Style nicht kühlfiltriert und nicht mit Zuckerkulör gefärbt auf den Markt. Der Flaschenhals wurde optisch dem Sieb der Hammer Mill nachempfunden. Den mächtigen silberfarbenen Verschluss zieren zwei symbolische kaum wahrnehmbare Zahlenpaare 17 (Jahr 2017 der Destillation) und 23 (Jahr 2023 der Abfüllung). Vom ersten Jahrgang füllte das Team rund 200 Fässer (vom kräftigen Charring Level 3 Typ) des ersten Jahrgangs ab. Die kommenden Ryelaw Releases reifen in anderen alternativen Fasskulturen heran. Das die Scottish Whisky Regulations den Typus Rye Whisky nicht vorsehen, wählte Ian Palmer in satirischer Anspielung auf die Rechtsunsicherheit der Produzenten den Titel RyeLaw.



Herstellung

Die Mash Bill setzte sich 2017 aus 53 % gemälztem Roggen der Sorte Magnifico und 47 % gemälzter Gerste der Sorte Concerto (Standard in der schottischen Whisky-Industrie 2017) zusammen, die Ian Palmer für eine maximale Geschmacksextraktion besonders fein mehlig in einer Hammer-Mühle (nicht wie schottlandtypisch in einer Roller Mill vom Typ Boby oder Porteus grob) mahlen ließ.


"Der Roggen wächst etwa fünf Meilen von der Brennerei entfernt,"

erzählt Distillery Manager Scott Sneddon. 2023 verarbeiten sie eine hybride Roggensorte Performer von der Firma Saaten Union, die aromatisch beste Spirits liefert. Nichts wird dem Zufall überlassen, denn "...Conistency is our aim..." So arbeiten sie mit Fachleute der Mälzerei Muntons und Wissenschaftlern des renommierten Institute for Brewing and Distilling der Heriot-Watt University in Edinburgh zusammen.


Ein spezieller Conversion Vessel (nicht typisch in schottischen Malt Distilleries) wie auch der Meura-Maischeplattenfilter erlaubten einen höheren Zuckerertrag sowie eine einfacherer zeitökonomische Verarbeitung der Maische ohne Probleme.


Die Vergärung der Roggen-Gerste- Mischung erfolgte innerhalb von rund sechzig Stunden mit einer von Palmer ausgewählten roggenspezifischen Hefe in außenliegenden sechs riesigen Stainless Steel Washbacks (80 000 l, Füllmenge rund 65 000 l). Die Erträge sind zwar niedriger als mit einer Distiller's Yeast, dafür erreicht das Beer ein intensiveres und fruchtiges Aroma- und Geschmacksprofil.


In einer Woche im Dezember 2017 (neuerdings jährlich zwei Wochen) destillierte das Inchdairnie Team das Rye-Barley-Beer zunächst in der von Palmer modifizierten Unterdruck-Swan Neck Wash Still. Die daraus resultierenden Low Wines mit ca 25 % vol fraktionierten die Stillmen danach in der Lomond Hill Still und nicht in der Swan Neck Spirit Still. Diese Art der Destillation ist in Schottland einzigartig.


Die Spirits reiften in gecharrten American Virgin Oak Casks in riesigen Palletized Warehouses gegenüber dem Produktionsgebäudes. Die Eiche für die Dauben kam aus den Wäldern Ozark Mountains in Missouri. Mit der bewussten Angabe Fife Single Grain Scotch Whisky betont Ian Palmer die spezielle geografische Herkunft des InchDairnie Whiskys: The Kingdom of Fife. Diese klassische Grafschaft wird in den Scottish Whisky Regulations nicht aufgeführt.



Inaugural Pot Still 2023

Ian Palmer bleibt seinem Innovationsgeist treu. Seine PrinLaws-Collection 2023 folgt den bisherigen experimentellen Destillationen von Weizenwhisky von 2022 und der Sour-Mash-Bill von 2021.


Die neueste Kreation fußt in der irischen Whiskey-Geschichte. Die PrinLaws Collection erweitert der Lowlander mit einem Pure Pot Still Whisky, der irische Destillationsverfahren nach Schottland zurückbringt. Es ist wohl das erste Mal, dass in diesem Jahrhundert ein Scotch in der Art eines Irish Pure Pot Stills wieder aufgelegt wird.


„Obwohl diese Art von Whisky vor Jahrhunderten in Schottland häufig hergestellt wurde, ist sie in jüngster Zeit in Ungnade gefallen, was wirklich schade ist, da die Arbeit mit gemälztem und ungemälztem Getreide verschiedener Arten einige faszinierende Geschmacksmerkmale mit sich bringt.“

„Wir haben die Traditionen zwischen schottischem und irischem Whisky miteinander verbunden, um einen wirklich innovativen Whisky zu schaffen, der die Trinker in den kommenden Jahren sicher begeistern wird,“

erklärt Ian Palmer.


Neue schottische Aromen-Strukturen überraschen die Whisky World. Ein Getreide-Cocktail nach irischem Muster aus

"distillers’ malt from Canada (60%), unmalted barley (35%) from Balgonie Estate, and malted rye (5%), also from Balgonie..."

entbieten intensive würzige Getreide-Noten im New Make. Die Balgonie Estates - Kingdom Farming - liegen ebenfalls in Fife und sind bekannt für innovative biodynamische Anbaumethoden, die ehemals von die EU im Rahmen des North Sea Region Interreg Programme förderte.


Doch auch hier sucht das InchDairnie Team nach neuen Wegen, statt wie in Irland die Wash dreifach zu brennen, entscheidet sich Palmer für eine doppelte Destillation in den modifizierten Unterdruck-Pot Stills. Die Folge, die Getreidearomatik erscheint im Pot Still New Make intensiver als von einem reinen Malted Barley Spirit.


Der Pot Still Spirit reift am Ort in first-fill Bourbon Barrels zu Whisky in Palletized Warehouses im Industriegebiet von Glenrothes.


„Unsere drei‚M‘-Philosophie – Materialien, Methode und Reifung – ist tief in diesem neuesten Experiment verwurzelt“,

betont Distillery Manager Scott Snedden.



„Wir haben uns an eine doppelte Destillation gehalten, wie es in Schottland Tradition ist, und wir können im Gegensatz zu Irland keine Enzyme verwenden, um die Zuckerumwandlung zu verbessern.
Während wir auf die Ergebnisse der jahrelangen Reifung in unseren ehemaligen Bourbon-Fässern warten müssen, erwarten wir einen komplexeren, würzigeren und öligeren Whisky als das, was man von einem irischen Pot-Still-Whisky erwarten würde.


Zukunft

Die InchDairnie-Produktion wird alsbald auf vier Millionen Liter reinen Alkohol pro Jahr ansteigen. Die Erweiterung und Installation von neuen Brennblasen und der Bau neuer Warehouses wird z.Z. ausgeführt. Die eigene Erzeugung von Wasserstoff wird Inchdairnie 2030 zur umweltfreundlichsten Net Zero Distillery machen.


Neben InchDairnie Single Malt (destilliert vier Mal im Jahr jeweils zwei Wochen lang) und Ryemalt werden zwei rauchige doppelt destillierte Single Malts FinGlassie (Gerste aus Fife, andere Cut Points) und KinGlassie für Blender produziert. Der FinGlassie ist bei unabhängigen Abfüllern sehr beliebt.


"In fact, the peating level of FinGlassie and KinGlassie is 50 ppm. This results in a peating level in the new make of about 18 – 20 ppm."


Der größte Anteil der InchDairnie-Jahresproduktion ist ein nicht getorfter StrathEnry Malt - rund 80 % fließt in die Blending-Industrie.


Die Spirits der experimentellen PrinLaws Distillation Series (zwei Wochen im Jahr) verarbeitet beispielsweise eine sechsreihige Wintergerste, die französische Saatzuchtexperten der SECOBRA züchteten. Sie wird in schottischen Brennereien normalerweise nicht für Destillationszwecke eingesetzt, da sehr hohe Proteinwerte die Verarbeitung in traditionellen Mash Tuns erschweren. Nicht so bei InchDairnie, die Hammer Mill, der Conversion Vessel sowie der Mash Filter ermöglichen den Stillmen effiziente Verarbeitungsalternativen.


Scott Sneddon erläutert die Verfahren bei InchDairnie:


The new make spirit was selected between 68% – 73% abv
and was reduced to 63.5% abv before being filled into second fill ex bourbon casks
ensuring a balance between maturation and wood influence.
The maturing spirit will now be closely monitored and at some point, a decision will be taken when to bottle it.
This will be most likely at a point where the spirit flavours are marginally still dominating the flavour profile.

Die eigenen Single Malts erscheinen laut Ian Palmer


  • 2025 Kinglassie

  • 2027 PrinLaws

  • 2029 InchDairnie


RyeLaw. Fife Single Grain Scotch Whisky.

 

Ian Palmer, Geschäftsführer der InchDairnie Distillery und seit über 45 Jahren in der Spirituosen-Branche tätig, kommentierte die Veröffentlichung von RyeLaw:


"Wir haben uns seit über einem Jahrzehnt auf diesen Tag vorbereitet, und erst jetzt, da wir das Gefühl haben, dass die Qualität von RyeLaw unseren hohen Ansprüchen genügt, füllen wir ihn in Flaschen ab.
CEO Ian Palmer

Und was für ein Whisky das ist... Obwohl wir in der Tradition des schottischen Whiskys verwurzelt sind, haben wir erforscht, was möglich ist, wenn Landwirtschaft und Industrie und innovative Technologien mit Methodik zusammentreffen, um einen hervorragenden Roggenwhisky zu schaffen, der die Gaumen begeistern wird."

"Die würzige Roggennote mit Vanille, süßen Getreidekeksen und getrockneten Früchten wirkt viel ausgeprägter als bei Roggenwhiskys aus Amerika, mit denen wir ihn verglichen haben.
Er hat ein reichhaltigeres, luxuriöseres Mundgefühl und eine großartige Ausgewogenheit, was sicherlich durch die günstigen Reifebedingungen in Fife im Vergleich zu Kentucky unterstützt wird.
Die Verwendung von gemälztem Roggen in der Maische führt zu einem weicheren, sanfteren Stil von Roggenwhisky hinzu.“

"Offizielle Verkostungsnotizen:


Farbe: Golden


Aroma: Ausgeprägte Roggenwürze, die sich mit mildem Eichenaroma über einer sanften Vanilleschicht vermischt


Geschmack: Kaskadenförmige Pfeffernoten aus dem Roggen, umgeben von einer öligen Viskosität, die den Mund umhüllt, und süßen Noten von Biskuit, Getreide und Trockenfrüchten"


Die 700 ml Flaschen des 2017er Jahrgangs mit einem Alkoholgehalt von 46,3% können über den deutschen Importeur Kammer-Kirsch GmbH in Karlsruhe bezogen werden und sind im deutschen Fachhandel für ca. € 120 erhältlich.


Credit: Obere Reihe der Fotos Copyright InchDairnie Distillery.



Der Autor dankt dem Importeur Kammer-Kirsch

für die Zusendung des RyeLaw Samples.


 

2 Bruichladdich. Islay-Roggen

Im Jahr 2000 erwarben Mark Reynier und Jim McEwan die 1994 stillgelegte Islay Distillery Bruichladdich. Die progressiven Distiller wurden für ihre innovativen Ansätze weltweit bekannt. Ihre Nachfolger Allan Logan und Head Distiller Adam Hannett machten es ihnen nach.


Zeitgleich mit Inchdairnie läuterten sie unter größten Schwierigkeiten im November 2017 eine ungewöhnliche Maische aus 55 Prozent unmalted rye und 45 Prozent malted Islay barley in der "antiken" viktorianischen open rake and plough mash tun, da der schalenlose Roggen mit relativ hohen Zuckeranteilen sehr gerne beim Einmaischen klumpt und verklebt.


„Wir haben so etwas in 136 Jahren noch nicht gemacht“,
Adam Hannett


gesteht Adam Hannett.


„Unserem alten offenen Läuterbottich gaben wir zunächst die gemahlene Roggen-Wasser-Mischung zu, danach das Gerstenmalz.
Wir reduzierten die übliche Menge von 7,5 auf 4,5 Tonnen, so wie wir das bei der Verarbeitung von Bere Barley machen.
Wir versuchten es einfach, um zu sehen was geschieht. Wir gingen dabei gezwungenermaßen unseren eigenen Weg.“


Sie führten fünf Mashes mit unterschiedlichen Wassertemperaturen aus. Das Projekt ist eine kleine Sensation, denn unter schwierigen klimatischen Bedingungen hatte der Farmer und Vertragspartner Andrew Jones erstmals den in Schottland seltenen Roggen auf dem nördlich von Machir Bay gelegenen sandigen vier Hektar großen Ballinaby-Feld der Coull-Farm angebaut und 17 Tonnen geerntet.


Bei der Gärung experimentierten Allan und Adam mit unterschiedlichen Hefestämmen und versuchten auf diese Weise ideale Resultate zu erzielen. Im Ergebnis reiften 6500 Liter Rye Spirits teils in gecharrten first fill Bourbon Barrels, in medium getoasteten, jeweils 225 Liter großen Virgin American Oak Casks und in Virgin French Oak Barriques der burgundischen Premium-Küferei Seguin Moreau. Insgesamt wurden 31 Fässer in Destillatkonzentrationen von 70 % vol oder 65 % vol befüllt. Industrieüblich sind in Schottland 63,5 % vol.


Das Rye Regeneration Project kam als Grain Whisky aus Roggen- und ungetorften Gerstenmalz im März 2023 mit 1 800 Flaschen auf den Weltmarkt.





Der der ungetorfte First Ever Islay Rye Spirit reifte fünf Jahre in American Bourbon Barrels sowie in Virgin American Oak Casks zu Whisky. Mit einen Flaschenstärke von 50 % vol wurde der Grain-Rye-Barley Verschnitt weder kühlfiltriert, noch mit Farbstoff gefärbt.


Selbstverständlich führten Hannett und Logan das Rye-Projekt mit Farmer Andrew Jones fort. Wie ihre Landwirte hoffen sie auf größere Ernten.


"Farbe:

Goldener Sirup.


Nase:

Die Würze des Roggens kommt sofort durch, begleitet von Wellen von Lakritze, schwarzem Pfeffer, Zimt und Muskatnuss, die ebenfalls auf das Getreide hinweisen und die einzigartigen Eigenschaften zeigen, die Roggen dem Whisky verleiht. Geröstete Eiche bringt eine harzige Frische, während Chocolate Limes der berauschenden Mischung einen Hauch von Zitrusfrüchten verleihen. Im Laufe der Zeit ist der Islay-Charakter unverkennbar, definiert durch maritime Noten des Ozeans, warmen Sand und zarten Zitrusfrüchten und Honig.


Gaumen:

Die Weichheit des Whiskys wird durch die würzige, pfeffrige Hitze des Roggens ausgeglichen. Geröstete jungfräuliche Eiche bringt Süße mit Marzipan, Vanille und Schokolade und ergänzt wunderbar die Würze des Roggens und die grünen Zitrusfruchtnoten der auf Islay angebauten Gerste. Mit echter Komplexität, Tiefe und Kontrast sind unzählige Geschmacksrichtungen im Spiel – jede von ihnen ist wesentlich, um die Geschichte dieser einzigartigen Erkundung der Destillation von neuem Getreide zu erzählen.


Nachklang:

Während die Nase und der Geschmack vom Roggen und seinem unverwechselbaren würzigen, pfeffrigen Profil erzählen, ist der Nachklang eine Hommage an die Eiche und zeigt ihren zarten blumigen und fruchtigen Charakter. Süßer, reichhaltiger Eiche, reifer Birne und grünem Apfel folgen zartes malziges Gebäck, mit Vanillepudding im Finish.


Charakter:

Ein Whisky, der aus Risiko und Belohnung resultiert; daraus, neue Wege zu gehen. Eine Gelegenheit, unsere Fähigkeiten als Destillateure zu testen, neue Techniken zu lernen und zu erproben, um mit unserer traditionellen viktorianischen Ausrüstung aus diesem ersten auf Islay angebauten Roggen Spirituosen zu gewinnen. Wir wurden mit einem einzigartigen Geschmacksprofil belohnt, wie wir es noch nie zuvor destilliert haben."



 


3 Arbikie. East Coast Rye

Als erste schottische Brennerei experimentierte offenbar die 2 000 acre-Estate Distillery Arbikie, südlich von Montrose in der Region Angus, seit 2015 mit einer rye-barley-wheat-mash. Damit kehrte der Rye Spirit in die schottische Whiskylandschaft zurück.


Eine erste limitierte Highland Rye Edition erschien bereits 2018. Sie durfte allerdings nur unter der Bezeichnung Single Grain Scotch Whisky vermarktet werden, da die Scotch Regulations bekanntlich diese Gattung nicht vorsehen. Obwohl Rye Destillate bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wegen der ausgeprägten Fruchtigkeit von den damaligen Whisky-Machern gerne in ihren Blends verschnitten wurden.


In der Estate Distillery sehen die Besucher eine Destillationsapparatur des deutschen Herstellers Carl, die Kirsty Black steuert. Beheizt werden die Swan Neck Brennblasen mit Reflux Ball – 4 000 Liter und 2 400 Liter - indirekt mit einem Dampfwasserbad, eine Verstärkerkolonne mit Destillierböden wurde allerdings nicht installiert. Die Alkoholdämpfe werden von Röhrenkühlern kondensiert. Die Whiskies reifen am Ort der Destillerie in einem Nordseeklima.


Angeblich wurde auf dem Highland Estate 1794 erstmals Alkohol destilliert. Mit dem "Farm to Bottle" Ansatz möchte die Besitzerfamilie Stirling an diese Historie anknüpfen. Der Arantes-Roggen, die dazu gefügte Odysee-Gerste sowie etwas Viscount-Weizen ergänzen die Arbikie Rye Mash Bill, die Destillateurin Kirsty Black nach eigener Rezeptur mischte. Der inaugurale Arbikie Rye reifte zunächst in first-fill American Virgin Oak Casks, um danach für eine Weile in Seasoned Pedro Ximénez Fässer geschönt und harmonisiert zu werden. Das zweite Release erhielt ein Armagnac-Finish.


Kritiker kritisierten die relativ hohen Arbikie Verkaufspreise zwischen £95.00, £130.00 und £250.00 je 0,7 l Flasche...siehe Arbikie Shop




Die Destillationsanlage vom deutschen Hersteller Carl.


 

Autor


Ernie - Ernst J. Scheiner is the editor of The Gateway to Distilleries www.whisky-distilleries.net


He documents over 150 distilleries photographically from the inside and describes the production of the whiskies in detail. Since his studies at the University of

Edinburgh, he has been involved with the subject of whisky and has published in specialist magazines such as The Ireland Journal, Kleinbrennerei, Whisky Passion and The Highland Herold. Features and stories have appeared in blogs like whiskyexperts, whiskyfanbl, SHMKR (closed) and whiskyintelligence. As former head of the VHS Ingelheim, and now as a whisk(e)y ambassador, he teaches distilling, organizes study tours and tours to the sources of whisky.








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