Kollabiert der Whisky Markt?


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Updated October 2026
Die Krise in der schottischen und irischen Whiskyindustrie setzt sich fort...der Horizont verdunkelt sich. Brennereien schließen, Konkurse nehmen zu, Mälzereien reduzieren die Produktion, die Landwirtschaft der Getreidebauern und die Transportunternehmen leiden am Niedergang der Whiskyindustrie.
Die Umsätze der Getränkekonzerne und Brennereien sinken.
von Ernie Scheiner
Part A Holyrood stoppt die Produktion
Part B Holyrood sinkt. Das Whisky Loch breitet sich aus
Part C Was macht Irland?
Part A
Endet die Destillation bei Holyrood?
Es ist keine Überraschung, dennoch wieder ein weiterer Schock. Bei der jungen innovativen Edinburgh Whisky Brennerei erkalten die Brennblasen für eine unbestimmte Zeit. Somit erleidet die populäre Touristenattraktion der schottischen Hauptstadt ebenfalls die dramatischen Folgen des weltweiten Export- und Konsumrückgangs von schottischen Whiskies.
Der englische Guardian berichtete am 29. September 2026 von der Einstellung der Produktion bei der 2019 gegründeten Holyrood Distillery. Mitbegründer Rob Carpenter gab keine Angaben, wie lange die Brennblasen ruhen werden. Doch das Besucherzentrum bleibt nach wie vor offen, denn es ist umsatztechnisch Holyrood's Cash Cow, die bisher rund 50 % des Jahresumsatzes ausmachte.
"No one has a crystal ball, so nobody knows what is going to happen 10 years from now. You try to anticipate where things are going to be. It is a curse of the industry in a sense.”
sagte Rob Carpenter dem Guardian.

Holyrood Production.
Die schlechte Nachrichten erreichten ihre Fans, obwohl das Management vor der Gründung eine öffentliche Förderung von 5,8 Millionen Pfund durch die Scottish Investment Bank erhielt, die im Januar 2024 um weitere zwei Millionen Pfund von der Finanzplatform Ferovinum zur Entwicklung des internationalen Vertriebs aufgestockt wurde.
Welche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aus der Produktion und des Managements den Betrieb verlassen mussten, bleibt noch zu klären?
Sicher ist, dass der Sales Director Giancarlo Bianchi ausgeschieden ist. Er kam erst Anfang 2024 von der walisischen Brennerei Penderyn nach Edinburgh. Der erfahrene Marketingfachmann arbeitete zwölf Jahre bei Penderyn und wechselte am 1. April 2026 zur 2013 gegründeten Borders Distillery Company Ltd. in Hawick und ist dort als Managing Director tätig.
Part B
Das Whisky Loch breitet sich aus
Aktuell reiht sich im Oktober 2026 Holyrood gleichfalls in den prominenten Downfall der schottischen Whiskyindustrie ein.
Die an der Nordsee liegende Brennerei Glenglassaugh war eine der ersten, die ab Januar 2026 keinen Spirit mehr destillierte. Die Highland Distillery Teaninich schloß zuvor Ende 2025 ihren Betrieb. Die wenige Meilen südwärts liegende 100 % Community Distillery GlenWyvis meldete im September 2026 eine Insolvenz an, denn dort sprudelten bereits seit zwölf Monaten keinen Destillate durch den Spirit Safe. Hohe Kosten der Rechtsstreitigkeiten mit dem Grundstücksbesitzer und Umsatzrückgänge stoppten die Destillation. Neue Investoren waren nicht zu finden. Rund 3 800 Community Crowd Funders werden voraussichtlich ihre Einlagen verlieren.
(GlenWyvis Distillery to call administrators, The Spirits Business)
Zwei Jahre zuvor hatte das Crowd Funding Unternehmen BrewDog in Ellon bei Aberdeen einen katastrophalen Konkurs erlitten. Brauerei und Destillerie schlossen im Jahr 2024. Zahlreiche Mitarbeitende verloren ihre Jobs, noch heute schuldet das damals von CEO James Watt geleitete Unternehmen der früheren Belegschaft rund 489 000 Pfund Löhne. Rund 200 000 bis 220 000 Crowd Funders verloren schlagartig ihrer hoffnungsvollen Einlagen. 27,6 Millionen Pfund Crowd Investment versanken in der Nordsee. Das amerikanische Tilray Brands übernahm Teile von Brewdog für 33 Millionen Pfund.
Quelle BBC

Im Sommer entließ die junge 2015 gegründete Harris Distillery 20 Mitarbeiter aus einem 31er Team. Die gerne als Social Distillery bezeichnete Unternehmung konnte den notwendigen Cashflow durch die Umsätze ihrer Gin- und Single Malt-Produkte nicht absichern. Das über 20 Millionen Pfund teuere Projekt wird wohl in Schwierigkeiten geraten, wenn die Schuldentilgung der Bank Loans von der HSBC ins Stocken gerät. Zwar sind 25 private Investoren beteiligt, ob sie jedoch weitere Finanzmittel bereitstellen bleibt abzuwarten.

Hearach Team. Photo Courtesy Hearach Distillery.
Mitte 2025 erkalteten die Brennblasen der hypermodernen Diageo-Groß-brennerei Roseisle. Glengoyne und Rosebank reduzierten die Produktion im Frühjahr 2026 um jeweils 30 %, die Suntory Global Spirits Islay Betriebe Bowmore und Ardbeg kürzten ihre Schichten und legten die Teams nach Entlassungen zusammen. Im Sommer 2025 reduzierte das Managemant von LVMH bereits die Produktion, im Winter folgte sogar eine monatelange Stilllegung.
Der Massenproduzent Diageo drosselte in der Cameronbridge Distillery die Grain Spirit Production im September 2026 erheblich.
Seit 28. September streikt daher rund die Hälfte der 200 köpfigen Belegschaft mit einer walkout action. Sie bangen um 70 Arbeitsplätze.
Siehe global drinks Intel.
Die Streikaktionen sollen in verscheidenen Bereichen bis zum 15. Oktober fortgesetzt werden.
Siehe IN Food Siehe UnitetheUnion
Die Mega Distillery von Whyte & MacKay in Invergordon hatte bereits die Production von Grain Spirit zurückgefahren und die Abnahme von Weizen zum Nachteil der regionalen Landwirte beträchtlich eingeschränkt. Die Folge, die schottischen Mälzereien mussten die Herstellung von Destillationsmalz einschränken, weil die Nachfrage der schottischen Distillerien beträchtlich sank.
So schloß Bairds (Teil des Konzerns Soufflet & Invivo) die Pencaitland Maltings in East Lothian. Der Marktführer Diageo hielt die Produktion von Destillation Malt in Roseisle an, die Glenesk Maltings, Teil des weltgrößten Malzproduzenten Boortmalt, reduzierte ebenfalls und entließ zwanzig Mitarbeitende. Schließlich legte die Mälzerei Simpsons in den Borders ihre Erweiterungspläne auf Eis.
In vielen Brennereien verloren Operators und Mitarbeiter der Verwaltung, darunter insbesondere Diageo Unternehmen, ihre Arbeit. So hat kürzlich im Sommer das Bruichladdich Management Honorarteilzeit- und festangestellte Mitarbeitende entlassen und die Produktion zurückgefahren. Der allgemeine Umsatz- und Besucherrückgang bei schottischen Brennereien hinterläßt auch bei Bruichladdich schmerzliche Spuren. Die langjährige, seit 2003 so engagierte Shop Managerin und tragende Säule und "Seele der Brennerei" Mary McGregor verließ im September 2026 - nicht altersbedingt - die am Loch Indaal gelegene Brennerei. Kurz nach der Wiedereröffnung war Lynne McEwan, die Tochter Jim McEvans seit 2001 in verschiedenen Funktionen in der Verwaltung tätig, zuletzt als Global Marketing Manager. Sie scheint nach Andeutungen während des Feis Ile Festivals 2026 aus dem Glasgow Office ausgeschieden zu sein.

Früher ein Blockbuster. Heute steht der Octomore wartend in den Regalen.
Die Financial Times berichtet am 30. September 2026 von den Umsatzeinbußen des William Grant & Sons Konzerns:
"The prolonged downturn facing Scotch whisky has taken a further toll on one of the industry’s biggest privately-owned producers, with William Grant & Sons reporting lower turnover and profits for a second consecutive year.
The family-owned company behind Glenfiddich, The Balvenie and Hendrick’s Gin reported turnover of £1.76 billion for the year to December 2025, down 4.1% from £1.83bn previously. Pre-tax profit fell by 13.1%, from £388 million to £337m."
Deutsch:„Der anhaltende Abschwung beim schottischen Whisky hat einen weiteren Tribut von einem der größten privaten Produzenten der Branche gefordert, da William Grant & Sons im zweiten Jahr in Folge niedrigere Umsätze und Gewinne meldete.“
Das Familienunternehmen hinter Glenfiddich, The Balvenie und Hendrick’s Gin meldete für das Jahr bis Dezember 2025 einen Umsatz von 1,76 Milliarden Pfund, 4,1 % weniger als zuvor 1,83 Milliarden Pfund. Der Vorsteuergewinn sank um 13,1 % von 388 Mio. £ auf 337 Mio. £.
Scottish Distilleries and Maltings
Die schottische Whisky-Krise von 1983, scheint sich aktuell mit ihrer gigantischen Überproduktion und der nachlassenden Nachfrage zu wiederholen. Die Warehouses sind übervoll mit reifenden Whiskies, die Zahl der über 25 Jahre alten Whiskies übersteigt die Absatzmöglichkeiten, zumal sich die Preisspirale durch extrem nach oben bewegte. Die gierigen Marketing Manager zerstörten mit ihren überzogenen Preisvorstellungen in wenigen Jahren das positive emphatische Kaufverhalten der Whisky Community. Die seit der Wirschaftskrise 2008 anwachsende Euphorie gegenüber Scotch verschwand nach den boomenden Jahren. Die Covid Epedemie schürte kurz die Umsätze, doch der Slump - Niedergang - folgte danach.
Inflation, Energiekosten, die Krisen, die Kriege, die eratische Zoll- und Wirtschaftspolitik der Trump-Administration und die allgemeine Unsicherheit der Lebensgrundlagen beschleunigten den Niedergang der Getränkeindustrie nicht nur in Schottland, sondern weltweit. Die Umsätze fielen für viele Unternehmen bedrohlich. Schließungen und Insolvenzen sind die Folge.
Part C
Was macht Irland?
Ein Blick hinüber zu den Celtic Cousins zeigt, das der rapide Distillery Boom in Ireland, von über 60 neuen Distillerien seit 2010, als nur vier Brennereien den Markt bedienten, sich ebenfalls katastrophal auswirkt.
Es wird angenommen, das rund 90 % der Betrieb die Destillation reduzierten oder einstellten.
Mark Reniers Waterford Distillery war die erste, die in Konkurs ging. Die neuen Besitzer scheinen die Produktion seit Frühsommer in anderer Art und Weise fortzuführen.
Die Kilarney Distillery und Brewery folgte mit einem Konkurs ebenso wie für einige Monate die Powerscourt Distillery (der Totalkonkurs konnte abgewendet werden, nachdem eine Schuldentilgung gesichtert war). Einen Konkurs ereilte allerdings die Nephin Distillery in Connacht.
Der amerikanische Konzern Brown-Forman schloss die neuerrichtete Slane Distillery wohl für einige Jahre, während die Diageo Roe Distillery in Dublin die Pot Stills ebenso erkalten ließ. Gleiches ereilte die Liberties Distillery in der Nachbarschaft der Teeling Distillery.
Der Block Buster Midleton Distillery - Pernod Ricard - in Co. Cork stoppte die Produktion für mehrere Monate und legte die Expansionspläne auf Eis. Die Tullamore D.E.W. Produktionsstätte im Besitz der Schotten Grants & Sons legte Brennblasenpaare still und destilliert mit verminderter Kapaziät.
John Teelings Musterbetrieb, die Great Northern Distillery in Dundalk, reduzierte die Produktion von Bulk Whisky. Sie feierte aber im Oktober 2026 den Beginn einer langfristigen strategischen Handelspartnerschaft mit Tsingtao, der zweitgrößten Brauerei Chinas. Geliefert werden sowohl dreijährige Blends, als auch ältere Single Malt Whiskeys.
Great Northern Distillery. Die Modifikation einer Brauerei zur Brennerei.
Probleme hatten und haben die Blackwater Distillery im Co. Waterdord, die Connacht Distillery im Co. Mayo, die Dingle Distillery im Co. Kerry sowie die nordirische Copeland Distillery. Massive finanzielle Verluste verzeichneten die Hinch Distillery im Co. Down sowie die Teeling Distillery in Dublin. So ist es kein Wunder, das der Miteigner Bacardi nach den manifesten 2025er Gewinneinbrüchen die im Golden Triangle liegende Brennerei vollends von den Teeling Family im Juni 2026 übernahm.
Brennapparaturen bei Blackwater, Dingle und Teeling.





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