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  • AutorenbildErnie - Ernst Scheiner

Holyrood. The Making of Whisky

Aktualisiert: 5. Mai



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Updated Mai/May 2024




Part One: Presseveröffentlichung von Kirsch Import, Germany vom 3.4.2022


Part Two: Holyrood Distillery. Hintergrund und Entstehung. Ausführlich.

Updated April 2024


Part Three: Release 2024






Part One


Edinburgh im Brennfieber Holyrood setzt neue Whiskyimpulse für Entdecker


"In Edinburghs Altstadt braut sich etwas Neues zusammen: 2019 gegründet, bringt die Holyrood Distillery nach über 100 Jahren die Single-Malt-Produktion zurück in Schottlands hügelige Hauptstadt. Inspiriert, aber nicht diktiert von der Vergangenheit, verbindet Holyrood handwerkliche Tradition mit kühnen, neuen Ideen für Geschmack – eine vielversprechende Kombination, die bereits mit der Auszeichnung zum „Icons of Whisky Scotland - Craft Producer of the Year 2022“ gewürdigt wurde.


Zu neuen Horizonten in der Whiskyproduktion begibt sich Holyrood durch das Experimentieren mit Malzsorten, Fermentation und speziellen Fässern – angelehnt an Edinburghs reiches Brauerbe. Wie sich der Forschergeist auf den späteren Holyrood Single Malt auswirken wird, zeigen die New Makes der Brennerei.



Jeder Whisky-Rohbrand der Brewer's Series aus den schlanken, hohen Pot Stills der Brennerei bezieht sich auf ein anderes Element des Brauprozesses – von der Auswahl der Hefe bis hin zu speziellen Malzverhältnissen. Teils ungelagert, teils fassgelagert, demonstrieren die kräftigen Malzbrände die Vielfalt an Aromen, die Holyroods experimentelle Herangehensweise hervorzubringen in der Lage ist.


Für überraschende Genusserlebnisse sorgt so etwa der Chocolate Malt New Make. Die üppige Hommage an Edinburghs historische Brauereien balanciert Schokoladen-Malz mit fruchtiger Hefe und süßem Distiller’s Malt.


Einen fassgelagerten Vorgeschmack auf Holyrood Single Malt gibt dagegen Maris Otter, der sein vollmundiges, malziges Profil nach 262 Tagen im First Fill Spanish Oak Oloroso Hogshead ausbilden konnte.


Umfangreich dokumentiert Edinburghs neueste Brennerei auf den modernen Etiketten jedes ihrer Pionier-Abfüllungen."


The pot stills are the second highest in Scotland. Their shape resembles that of Glenmorangie. Photo Courtesy of Kirsch Import.


Part Two:


Holyrood Distillery. Hintergrund und Entstehung


von Ernie Scheiner


Das Schmuckstück einer traditionell mit zwei Pot Stills und einer Gin Still ausgestatteten Brennerei liegt in Edinburghs Southside in der Nähe der ehemaligen St. Leonards Brewery, auch Park oder Usher Brewery genannt. Von dort kam das unter den Locals gern getrunkene McKay´s 90/- Pale Ale, das bis zur Schließung 1963 gebraut wurde.


In der seit September 2019 produzierenden Holyrood Distillery in Edinburgh haben sich die Gründer Rob und seine Frau Kelly Carpenter aus Canada sowie der viele Jahre in der schottischen Whisky-Industrie tätige David Robertson – er war einmal Master Distiller bei The Macallan und Diageo - für ein Brennblasenpaar der Speyside Copperworks aus Elgin entschieden. Sie arbeiten in einem ehemaligen denkmalgeschützten Lokschuppen der Edinburgh & Dalkeith Railway bekannt als Innocent Railway, wo einmal Pferde und später Dampflokomotiven die Kohle von den Minen um Dalkeith auf Schienenwagen transportierten. Das historische Gebäude stellte an Architekten, Statiker und Anlagenbauer hohe Anforderungen, da die Präsentations- und Produktionsbereiche auf mehreren Ebenen angelegt werden mussten.


Initiator Rob Carpenter betont:


„Wir produzieren unterschiedliche Aromastile, wir zielen auf fruchtige, süße oder rauchige Whiskys…wir sind keine typische Lowland Brennerei…wir möchten aus diese Aromen kombinieren...um so vielschichtige Spirits zu schaffen.“

Photos Courtesy of Holyrood Distillery


Grundlage für die primär aroma- und geschmacksorientierte Destillation sind Gerstenmalze mit verschiedenen Röstgraden sowie alternative Hefestämme und alte Brauhefen, die nicht der Industrieware entsprechen. Sie suchen nach Caramel Malt, Crystal oder Chocolate Malt, es kommt wie bei Strathearn von den Industriemälzern Crisp Malt. Sie verfügen über tradtionellle Floor Maltings -Keimböden- in Norfolk.


„Wir lieben es gerade jetzt, den Geist für unsere Whiskys zu schaffen, so viel, mit dem wir spielen können, um wirklich einzigartige und aufregende Aromen zu kreieren.
Das heutige Rezept enthält 90 % Distillers Malt, 10 % dunkles Crystal Malt von Crisp Malt in Alloa.
Dies ergibt eine wirklich dunkle, schokoladige Würze und wird schließlich zu einem weiteren Whisky…eine würzige und süße Variante!“

Weitere Rezepte bestehen aus 20 % Chocolate Malt und 80 % nicht-getorftem Malz.


Ein weiteres aktuelles Beispiel für eine Malzrezeptur bei Holyrood (April 2024)

WWD '24 Baltic Porter:


  • Pot Still Malt 1 000 kg

  • Cara Gold. 100 kg

  • Crystal Malt 75 kg

  • Chocolate Malt. 50 kg

  • Black Malt. 25 kg


Konkret möchte das Management Whiskys brennen, wie sie einmal vor hundert Jahren in den Brennereien von den achtzehn Lost Distilleries in Edinburgh wie Dean oder Glen Sciennes im Stadtteil Newington aus den damals angebauten Gerstensorten Chevalier und Plumage Archer entstehen. Die Fermentationszeiten variieren von 48, 60, 120 oder gar bis zu historischen 168 Stunden in sechs Steel Tanks. Das Bier wird in einer 5 000 Liter Raubrand- und einer 3 700 Liter Feinbrandblase je nach angestrebtem Destillatcharakter schnell oder sehr langsam schonend destilliert. Eine weitere Modifikation erfolgt durch das bewusst unterschiedliche sensorische finden der jeweiligen Cut Points.


Hefestämme sind bei Holyrood für die Qualität der New Makes entscheidend. So werden verschiedene Wein- und Bierhefen eingesetzt:


Wine Yeasts Weinhefen

  • Sherry Flor

  • Bordeaux BP725

  • Burgundy Maurivin B

  • Champagne Maurivin PDM

  • Pepenero/Tononero

  • Mirtillo Rosso iYEAST

  • Fermentis SafAle S-04


Brewers Yeasts Brauhefen

  • Edinburgh Ale

  • American Ale US-05

  • Belgian Beer S 33

  • Hefeweizen

  • Kviek Ale

  • Whitelabs Mexican Lager Yeast

Distillers Yeast

  • Pinnacle M/MG+

  • Grain DY379

  • Malt DY502


Andere Sorten

  • Tequila

  • Whitelabs Sake Yeast No.7

  • Rum Pinnacle S

  • Black Death (Bakers Yeast)


Im Jahr 2023 wurden 99 Rezepturen experimentell erprobt. Einen sogenannten "House Style" haben sie bisher noch nicht erarbeitet.


Allerdings ist es bei der Reifung der verschiedenen Whiskies, der Faktor und die Intensität der Fassprägung besonders wichtig zu beachten, denn eine Überdeckung der New Make Aromen würde die Malzrezeptur aromatisch nivellieren.




Photos Courtesy of Holyrood Distillery

Der promovierte Astrophysiker mit einem BSc in Brewing and Distilling der Heriot-Watt University in Edinburgh und Master Distiller Dr. Jack Mayo (ab 2018 bis 2020) steuerte den Charakter des New Makes Cut Points und trennte den Vorlauf nach sechs bis dreißig Minuten ab, je nachdem welchen Charakter das Destillat erhalten sollte. Junge Whiskys sollten sich aromatisch körperreich entwickeln. Außergewöhnlich sind im Verhältnis zur Kesselgröße die bis zu sieben Meter extrem hohen schlanken Schwanenhälse und mit dem wassergekühlten Purifier im absinkenden Lyne Arm der Spirit Still. Die aromatische Variation der fünf Standard New Makes wird durch die Verwendung verschiedener Hefen, darunter ebenso Weinhefen, und weitere Malzsorten vervielfacht.




Exkurs: Mashing-Läutern

Der Semi-Lauterbottich mit den Knives fasst 1 250 kg milled grist, geschrotetes Malz. Das Malz con Crisp wird in geschroteter

Ein Beispiel zeigt die unterschiedlichen Wassertemperaturen beim Läutern.


Gerstenmalz der historischen Sorte Maris Otter

  • Füllmenge geschrotetes rauchige Malz 1 250 kg

  • erstes Wasser 4 500 l mit Temperaturen zwischen 67 bis 69 °C

  • zweites Wasser 2 500 l mit einer Temperatur von 84,2 °C

  • drittes Wasser 3 000 l mit 87,6 °C

  • Rezeptur im April 2024


Die zweireihige Sommergerste Maris Otter ist bei Bierbrauern wieder beliebt. Das Pale Ale Malz gibt den Bieren einen besonders intensiven süßen Malzgeschmack. Nach fünfzig Jahren kommt die Gerstensorte auch wieder in die Brennereien. Crisp produziert sie im englischen North Norfolk.


NB: Die Würze wird in Holyrood mit 5 kg Pinnacle Hefe MG Plus vergoren. Die zweite Destillation reicht beim New Make bis in die Feints, also in den Nachlauf, um so den rauchigen Charakter des Spirits zu stärken.


Lagerhäuser

Weitere Variationen mit den variablen Einflüssen von Gerste, Malz, Hefen, Gärzeiten, doppelte oder dreifache Destillation sowie Reifefässer sind möglich. Die Brennblasen mit einem Reflux Ball ähneln in ihrer Bauform den Anlagen bei Glenmorangie. Die ersten Holyrood Whiskys aus den Heritage Barleys wurden 2021 fassweise – Seasoned Oloroso und Pedro Ximénez Hogsheads - versteigert. Sie lagern südlich von Queensferry nahe Kirkliston im Royal Elizabeth Yard, wo einst nicht nur der Rum für die Royal Navy reifte. Heute nutzen viele Distilleries die acht Giant Bonded Warehouses für ihre Whiskyreifung.


Royal Elizabeth Yard bei Kirkliston


Die Idee zur Versteigerung hatte der Neuseeländer Nick Ravenhall, der seit Januar 2021 als Managing Director die strategische Entwicklung der Brennerei steuert. Er kam von Diageo, Bowmore, Cask Norways NS und Atom Brands, wo er im Marketing und Verkauf tätig war. Während der Corona Epidemie zerbrach das wirtschaftliche Konzept der Holyrood Distillery, die hunderttausend Besucher anlocken sollte.


Eintritte und Direktverkauf sollten ein ständigen Cashflow und damit den Bestand der Brennerei in den finanzintensiven Anfangsjahren garantieren. Der Neue entließ sofort das gesamte Team und stoppte die eigene Produktion. Er suchte nach neuen Einkommensmöglichkeiten und fand diese mit Lohnarbeiten für Berry Brothers & Rudd und der Scotch Malt Whisky Society. Die Entwicklung von X Muse Wodka (ausgesprochen: Die zehnte Muse), dem ersten Blended Barley Wodka mit einer Trinkstärke von 40 % vol aus den Gerstensorten Maris Otter und Plumage Archer. Beide Malzsorten destillierten sie getrennt und verschnitten die Destillate mit Neutralalkohol. Vertrieben wird die Luxus Spirituose in exquisiter Aufmachung und Design von LUNU Spirit+Spirit. Idee und Konzept kamen vom Brand Director Vadim Grigoryan, vormals langjähriger Global Director of Creativity and Luxury beim globalen Konzern Pernod-Ricard. Mittlerweile mach die vertraglichen Fremdarbeiten 40 % der Produktion aus.


Ravenhall betont:

„Wir müssen das Geschäft als Single-Malt-Whisky-Destillerie betreiben und nicht als Touristenattraktion.“

Mit neuen Ideen möchte der Director of the Year by the Edinburgh Chamber of Commerce 2022 die Marke Holyrood national und international verstärken. Das Portfolio wird mit dem Produnkt Strong Waters erweitert. Sein Verschnitt aus dem eigenen New Make Spirit destilliert aus einem Heritage Malt und industriell kolonnengebrannten Grain Neutral Spirit (GNS). Zwei Variationen aus den Sommergerstensorten Chevalier (1960er Jahre in den Brauereien) und Golden Promise (war in den 1970er Jahren eine Hauptsorte zur Whisky-Herstellung) eröffneten im März 2022 die neue Reihe Charmed Circle mit der Klassifizierung Strong Waters, die sie in alten Quellen fanden. Sie sind das Ergebnis des Holyrood Ansatzes verschollene Gerstensorten wegen ihrer Aromen und des Geschmacks zielführend zu destillieren. Das Team knüpft damit an die Brauereitradition an, denn in der Nachbarschaft in der Canongate, heute Holyrood Street, brauten bis in die 1960er Jahre Brauer ein Bier.


Hier folgt die Rezeptur der Charmed Circle Reihe:


  • Golden Promise Vatting: 15 % Golden Promise Destillate gebrannt in der Holyrood Distillery, 85 % GNS sowie destilliertes Wasser

  • Chevalier Vatting: 15 % Chevalier Destillate gebrannt in der Holyrood Distillery, 85 % GNS sowie destilliertes Wasser


NEW in 2022: Strong Waters. Golden Promise and Chevalier. Photos Courtesy of Holyrood Distillery

"The very name of the new Strong Waters refers to a collection of wells situated around Arthur’s Seat.
Known as the ‘Charmed Circle,’ this cluster of wells supplied the flourishing brewing community the city once held, with some of the wells and water aquifer still in use underneath the distillery today."


Photo Courtesy of Holyrood Distillery

Einen ersten Cashflow zur Finanzierung der Ausgaben ermöglichte jedoch eine wasserbeheizte kleine Gin Still mit Helm und Käfig. Die nach Walter Scotts fiktionale Heldin - sie lebte nahe der Brennerei - Jeannie Deans benannte Apparatur entwarf Dr. Mayo. Die wasserbadbeheizte 250 Liter Brennblase mit wohlgeformten Hut ohne Dephlegmator oder Destillierböden ist mit einem großen zylinderförmigen Gin Basket versehen. Dieser agiert auch als retort tank, verbessert die Aufreinigung und verstärkt die Alkoholkonzentration. Der Mittellauf liegt bei durchschnittlich 82 % vol. Die Brenneinheit wurde vom slovenischen Anlagenbauer Svarog Sistemi - Brauwesen, Weinbau und Destillation - gebaut. In Edinburgh in der Secret Garden Gin Distillery sowie an zwei weiteren Orten Schottlands sind kleine Svarog-Brennblasen zu finden: Isle of Skye Distillers in Portree und The Rogue Bar in St Andrews.


Ein Portfolio aus Pink Gin, Spiced Gin, Dry Gin, Auld Tam Gin und vier Gin-Likören steht in den Regalen. Die Vielfalt erreichen die Brenner in einem 12 bis 13-stündigen Destillationsabtrieb und mit einer sogenannten five shot concentrate technique. Sie verwenden fünfmal mehr pflanzliche Stoffe als sonst üblich und stellen somit eine sehr konzentrierte Lösung her, die bei etwa 80 % vol eintritt und vor der Verdünnung mit Quellwasser dem neutral spirit zugesetzt wird. Ergänzt wird das Angebot im Visitor Centre mit Whiskys fremder Brennereien, die Geschmacksstile des zukünftigen Holyrood Whiskys antizipieren.


Ein großzügiges sensorisches Testlabor und Gin-Flavouring Room lockte Whisky- sowie Gin-Enthusiasten in den südlichen Stadtteil Saint Leonards, wo es früher nach Malz roch und Brauereien sowie Brennereien zu finden waren, und prüft deren olfaktorische Kompetenz. Aus didaktischer Sicht fordert die Präsentation das entdeckende Lernen bestens heraus, nachahmenswert ist die Public Whisky Bar mit einer Vielzahl schottischer aber auch internationaler Whiskys, darunter ein Single Malt von St. Kilian.




Die Lage der Distillery ist günstig, denn sie liegt nur wenige Minuten Fußweg von der Royal Mile weg am Rande des königlichen Holyrood Parks. Die Betreiber erlauben ihren Besuchern differenzierte Einsichten sowohl in die Gin- als auch in die Whisky-Herstellung: Sehen, Riechen, Fühlen, Schmecken. Seit September 2020 ist Jack Mayo wieder als selbständiger Berater und bei der Crolly Distillery in County Donegal tätig. Die computerfreie Produktion beaufsichtigte für eine Weile die innovationsfreudige ehemalige Krankenschwester Elizabeth Machin, eine Absolventin des Brewing und Distilling Courses der Heriot-Watt University.


Rob Carpenter and Marc Watson. Photo Courtesy of Ingvar Ronde.

Neuer Manager und Produktionsleiter war Marc Watson. Er kam im März 2021 von der John Crabbie & Company Limited (Halewood Artisenal). Im Vorort Granton beaufsichtigte er seit 2018 als Head Distiller und später als Manager die Produktion von Whisky und Gin in der kleinen Chain Pier Distillery. Auch war Watson mit den Planungen und der Bauausführung der Bonnington Distillery in Leith befasst. Er brannte dort im März 2020 den ersten Malt Spirit in der Wash Pot Still - 10 500 Liter - und der Spirit Pot Still - 8 000 Liter -.


Im Januar 2022 kam der von ihm in Granton in der Pilot Chain Pier Distillery gebrannte Crabbies Single Malt auf den Markt.


Siehe hierzu ausführlich

Ein Studium in Brewing and Distilling an der Heriot Watt University in Edinburgh legte die fachlichen Grundlagen. Sein erster Lehrmeister war der legendäre Master Distiller Stuart Nickerson (Glenglassaugh, Tipperary u.v.a.). Auf den Shetlands lernte er von ihm die Feinjustierung der Gin- Herstellung bei Shetland Reel. Als Brewer und Distiller war er bei Eden Mill in Saint Andrews für die Production von Whisky und Gin verantwortlich.


Seit Juli 2023 ist Marc Watson nach zwei Jahren bei Holyrood jetzt Master Blender bei Edrington und verantwortlich für die Famous Grouse Abfüllungen.


Es folgte Calum Rae. Der Quereinsteiger - Landschaftsgärtner, Taekwondo Tutor, Bartender, Student der mittelalterlichen Geschichte und Chemie - kam 2021 als Senior Distiller zu Holyrood.

Im Januar 2024 veröffentlichte das Holyrood Management ein Kooperation mit Ferovinum. Managing Director Wright erklärte zur Förderung ihrer Projekte mit über zwei Million Pfund:


„Ferovinum hat es der Holyrood Distillery ermöglicht, Zukunftspläne früher, einfacher und schneller umzusetzen.
Das Ferovinum-Team gibt sein Bestes, um echte Partner zu sein und Lösungen für alle auftretenden Hürden zu finden.
Die Holyrood Distillery hat einige ehrgeizige Pläne, deshalb brauchen wir Partner, die mithalten, die Vision erkennen und sie weiterentwickeln können.
Genau aus diesem Grund wurde Ferovinum ausgewählt und gebeten, an Bord zu kommen, und wir freuen uns sehr, dass sie sich bereit erklärt haben, diese aufregende Reise mit uns zu begleiten.“

Quelle: Scottish Financial Times, 30. Januar 2024



Ferovinum ist eine nicht gewinnorientierte Finanzierungsplattform, die sich um Wein- und Spirituosenunternehmen kümmert. Sie fördert die Entwicklung von Unternehmen auf eine kostengünstigere Weise im Vergleich zu klassischen Finanzierungsinstitutionen. Die Finanzierungsberater von Ferovinum haben ebenfalls die gleichfalls in Edinburgh beheimatete Port of Leith Distillery unterstützt.



 



Beispiel: Holyrood Aged New Make Spirit 01: Marris Otter


Die Angaben auf den Holyrood Labels sind sehr detailliert und eher atypisch für die Mehrzahl schottischer Distilleries. Sie geben spezifische Hinweise auf die Produktion.


Eine Malt-Mix-Rezeptur formt neue überraschende aromatische Destillate. Das Holyrood Team experimentiert systematisch mit Variationen und verwendet zur aromatischen Ausprägung Biermalze sowie historische Gerstensorten. Die New Makes überraschen mit ihren Aromaprofilen.


Die Klarheit der Detailangaben auf den Labels überrascht und sind beispielhaft für das neue Selbstverständnis der Produzenten un der schottischen Whisky-Industrie.




Zur Holyrood Maris Otter New Make Abfüllung ist folgendes zu lesen:


  • Gerste Maris Otter (es ist eine bei Bierbrauern beliebte Sommersorte für helles Pale Ale je nach Röstung, Anbau erfolgt in England)

  • Mälzerei: Crisp in England

  • Hefe: Anchor M DY502 (Lallemand)

  • Gärzeit: 116 Stunden (stainless steel tanks)

  • Alkoholkonzentration der Wash: 7,87 % vol

  • Mittellauf beginnt bei 77 % vol

  • Mittellauf endet bei 66 % vol.

  • Fassreife in First Fill Spanish Oak Oloroso Hogshead (250 Liter, seasoned)

  • Reifezeit: 262 Tage

  • Warehouse: Royal Elizabeth Yard (liegt in Kirkliston, ehemaliges Royal Naval Victualizing Depot nahe Edinburgh, nahe Flughafen)

  • Flaschenfüllstärke 50 % vol.







Malt Varieties: Buchenrauch, Chocolate and Crystal Malt, the first malt was made by Crisp in Alloa.
Photos Courtesy Holyrood Distillery

"Our Made By Edinburgh New Make (NM) is a true reflection of our city’s rich brewing heritage. As NM04 in our Brewer’s Series, each ingredient used for Made By Edinburgh was first used in the previous three New Makes in the Brewer’s Series.


NM01 - Brewer's X Distiller's Yeast

NM02 - Crystal Malt

NM03 - Chocolate Malt

NM04 - Made By Edinburgh


NM01-03 showcase how different brewing malts and yeast strains affect flavour, creating three distinct distillates. Each malt variety and yeast strain we used is linked by a shared history of use in Edinburgh brewing. These include Brewer's Yeast, Edinburgh Ale Yeast, Crystal Malt, and Chocolate Malt.


These same malts and yeast strains were combined to create Made By Edinburgh, a New Make that proudly represents Edinburgh’s brewing heritage, and our whisky thinking. By creating NM01-03 we illustrate our iterative journey towards reaching our final recipe, NM01."

Holyrood Distillery


The Grain Photo o.t.r. Courtesy of Matt Bailey, Holyrood Distillery

Hefe. Experimente


Das Holyrood Team experimentiert nicht nur mit Gersten-, Malzsorten, sondern auch mit verschiedenen Hefesorten. Die Eröffnung im Januar 2024 machte ein Sud aus:


The distillers are back and kicking off 2024
with a mash bill of Pot Still, Maris Otter and Caramalt
along with Champagne and MG+ yeast


Photo Courtesy Holyrood Distillery


Die erste Release erschien im Oktober 2023 und wurde von der Whisky Community gefeiert.




Cask Strength #147



Die erste Fassabfüllung mit 59,4 % vol von Holyrood Distillery erschien im Januar 2024 mit detaillierten Angaben. Die Produkttransparenz von Holyrood ist beispielhaft.


"Our single cask range provides whisky drinkers with full disclosure of ingredients, production processes and cask type, charting the journey of spirit.

All showcasing unique recipes, our single cask whiskies serve as a collection of singular and unique whisky experiences.

#147 is our first single cask release, and the first in a series of single cask bottlings to be released in 2024.

#147 has been matured in an ex-bourbon cask and boasts a mixed mashbill including three specialty malts —Crystal, Vienna, and Caramalt— and an unconventional double pitched fermentation with Lavigne specialty wine yeast."

Quelle Website Holyrood Distillery Shop.



Das sagt der aktuelle Distillery Manager Calum Rae:


"#147 has delicious hints of white grape and pears with a hint of pepper and fresh menthol. On the first sip, the palate is flooded with juicy fruit wrapped in a comforting layer of sweet milky coffee.”

The Release was sold out on the web instantly: January 12th 2024.



Photo Courtesy Holyrood Distillery


Elizabeth Yard Cask Edition February 2024


"Elizabeth Yard ‘Sherry Cask Edition’ brings together rums from Ghana, Vietnam and the Philippines – selected for quality, blended for flavour.  No added sugar, no artificial colours, no artificial flavouring, and non chill filtered.Refined in sherry casks, 'Sherry Cask Edition' is a delicious combination of rich tropical notes, luxurious depth, and lingering warmth."

Blended Rum, 42.5%






Elizabeth Yard Rum Edition


"Royal Elizabeth Yard was built in 1946 in Kirkliston, West Lothian and was a Royal Naval Victualling Depot. Unit 9, where we keep our casks today, was the former rum store for the fleet’s daily rum ration. The last regulation issue of rum in the Royal Navy occurred on Friday 31st July 1970. Since then, Unit 9 lay empty until Holyrood Distillery took over in 2019."

Source: Holyrood Distillery


Mit der Marke Elizabeth Yard vertreibt Holyrood Distillery als Independent Bottler ausgewählte Rum Sorten aus weniger bekannten Brennereien. In den Royal Elizabeth Warehouses experimentiert das Holyrood Team mit Double Maturation und Schönungen in weiteren Fässern. Beispiele:


"Savanna Distillery. Savanna out on Reunion Island makes it all. Agricole rhums. Molasses rums. Light or heavy. High ester or clean. Reunion’s flexible approach to production means they have a broad range of rum styles they have had to master. This agricole rum was aged in red wine casks and has a juicy red berry heart that we think is delicious."

Cask Finished Rum, 54.03% abv


"Diamond Distillery. As whisky makers we adore that Diamond distils their rums on wooden pot stills. The last wooden stills in the world! Each lovingly rescued from closed sugar estates. The Port Mourant still is constructed from Greenheart wood, and the combination of the wood and the still set up creates a heavy oily green plant deliciousness that we can’t get enough of."

Cask Finished Rum, 52.2% abv






 

Part 3 Release 2024


Holyroods First Release im Jahr 2024 ist ein leicht rauchiger Single Malt, ein Vatting, also ein Verschnitt aus drei Fasskulturen, der nicht kühlfilrriert und nicht künstlich mit Zuckerkulör gefärbt mit 43,6 % vol. abgefüllt wurde.


Der Name Embra gibt die dialektale lokal unter Einheimischen übliche Aussprache für Edinburgh im Schriftbild wieder. Damit unterstreicht der Titel die geographische Herkunft und die Verbundenheit mit den Menschen des Bezirks St Leonards in der Southside, so heißt der Stadtteil Edinburghs.


Der neue Distillery Manager Callum Rae schwärmt über den EMBRA Whisky.


„Wir wollten die perfekte Balance zwischen den kräftigen Raucharomen und der Textur von Torfwhisky finden, aber dennoch zugänglich bleiben.“


Daher wurde der Single Malt mit Whiskies aus


  • first fill Bourbon Barrels und

  • peated Islay quarter casks (vermutlich von Laphroaig) sowie

  • Virgin American Oak Barrels

harmonisch verschnitten.


Die Mashbill-Rezeptur der Spirits setzte sich aus


  • 41 % Distilling Malt,

  • 56 % Heavily Peated Malt und

  • 3 % Chocolate Malt zusammen.

Das Malz bezieht das Holyrood Team vorwiegend in 25 Kg geschroteter Form von Crisp Malt. In der Brennerei gibt es keine Malt Mill.


Ein lange Gärung sowie eine schonende zweifache Destillation in den langhalsigen Swan Neck Pot Stills folgte, die einen Spirit generierte der schnell in den Eichenholzfässern im Royal Elizabeth Yard bei Kirkliston, ein Vorort von Edinburgh, heranreifte.



Die Selektion der Hefen ist welteinmalig


Die Überraschung ist der welteinzigartige Hefecocktail. Die meisten schottischen Destillerien verwenden die Standardhefen von den Herstellern Mauri, Kerry oder Lallemand (Anchor).


Nicht so das junge Holyrood-Team. Sie experimentieren. Sie grenzen sich ab und verwenden innovative Mixturen, die ihnen besondere Aromen- und Geschmacksprofile ermöglichen. Die Würze aus der EMBRA Malz-Rezeptur traf auf eine höchst eigenwillige, sehr komplexe Mischung verschiedener Hefen. Es finden sich darunter eine DY502, dried distillers yeast, z.B. von Anchor für die Malt Whisky Distillation empfohlen.


Bierhefen von der nordenglischen Brauerei Tetley, die obergärige Nottingham Ale Hefe, die fruchtbetonende belgische trockene (Kloster-) Bierhefe, die Granzin [sic, Gran Zin] vom italienischen Hersteller LAFOOD oder eine trockene Passionsfrucht Hefe (z.B. von Lafood).



Copyright Courtesy Holyrood Distiller 2024



Ein lange Gärung sowie eine schonende zweifache Destillation in den lange schmalhalsigen Swan Neck Pot Stills folgte, die einen Spirit generierten, der schnell in den Eichenholzfässern im Royal Elizabeth Yard bei Kirkliston, ein Vorort von Edinburgh, heranreifte.





“The mindset for Embra was to set the stage for an exploration into peated whisky. Edinburgh is the gateway to Scotland for many people and this is the idea at the heart of this spirit.
We wanted to find the perfect balance of bold smoky flavours and textures of peated whisky while still being accessible to a new whisky drinker.

When someone says they don’t like peated whisky this is the whisky to hand to them.
That doesn’t mean there isn’t something for the seasoned peated drinkers as we have all of the hallmark flavours and textures of a great whisky.”

Übertragung: „Die Einstellung von Embra bestand darin, die Voraussetzungen für eine Erkundung des torfigen Whiskys zu schaffen. Edinburgh ist für viele Menschen das Tor nach Schottland und das ist die Idee, die diesem Geist zugrunde liegt. Wir wollten die perfekte Balance zwischen den kräftigen Raucharomen und der Textur von getorftem Whisky finden und gleichzeitig für einen neuen Whiskytrinker zugänglich sein. Wenn jemand sagt, dass er keinen getorften Whisky mag, ist das der richtige Whisky für ihn. Das heißt aber nicht, dass es nichts für erfahrene Torftrinker gibt, denn wir haben alle typischen Aromen und Texturen eines großartigen Whiskys.“



Holyrood Embra Whisky, wie er schmeckt:


Nase: Zitronenschale, Rosskastanienkerne, Hauch von Pfefferminze und leichter Hickory-Rauch.


Geschmack: Waffelplätzchen, dunkles Schokoladenmousse, Noten von erdigem Highland-Torfrauch.


Abgang: Leicht gedünstete Birnen mit einem abgerundeten, sauberen Abgang.


Offizielle Angaben.



"For our 2024 single malt whisky releases,
we have chosen an illustrative ‘lino-cut’ design style,
taking inspiration from iconographic images of St Leonard."




 

Impressionen. Holyrood at Work





Whisky Made in Edinburgh.

Further details please see website of Holyrood Distillery.

Double Click Photo



 

Zum Autor

Ernie - Ernst J. Scheiner ist der Herausgeber des Portals The Gateway to Distilleries www.whisky-distilleries.net Er dokumentiert über 150 Destillerien fotografisch von innen und beschreibt detailliert die Produktion der Whiskies. Seit seinem Studium an der University of Edinburgh befasst er sich mit dem Thema Whisky und publiziert in Fachmagazinen

wie Das Irland Journal, die Kleinbrennerei, Whisky Passion und The Highland Herold. Features und Stories erschienen in den Blogs whiskyexperts, whiskyfanblog und whiskyintelligence. Als Leiter der VHS Ingelheim führte, und nun als Whisk(e)y-Botschafter leitet er Destillations-Kollegs, Studienreisen und Whisky-Kultouren zu den Quellen des Whiskys.

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