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  • Ernie - Ernst Scheiner

West Cork. Story. The Making of Whiskey

Aktualisiert: 21. Jan.

Skibbereen. Whiskeys aus West Cork




Erstmals veröffentlicht 2018 im Irland Journal

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Selbst Dean Jonathan Swift von der Saint Patrick’s Cathedral in Dublin,
Autor der Satire Gulliver’s Travels, schwärmte
von der landschaftlichen Schönheit
der Steilküste am Atlantik im Südwesten Irlands.


„A Place Apart“ nennen diesen Landstrich mit den beschaulichen Buchten, den Häfen, Stränden, Weilern und prähistorischen Denkmälern die Urlauber aus Dublin. Es ist aber auch das Rebel Country, der Landstrich, wo der Freiheitskämpfer Michael Collins in Woodfield aufwuchs und im nahegelegenen Béal na mBláth im August 1922 unter mysteriösen Umständen getötet wurde.



Whiskey Bonders

Im kleinen malerischen Küstenort Union Hall taten sich im Jahre 2003 drei Freunde zusammen. Denis McCarthy, sein Cousin Gerald McCarthy und John O’Connell trafen sich in ihrer Stammkneipe. Bei einem kühlen Pint of Murphy’s sinnierten sie über ihre private und berufliche Zukunft. Denis und Gerald waren vom Niedergang der Fischerei betroffen und suchten nach neuen Einkommensmöglichkeiten.


The Founders. Copyright West Cork Distillery.


John, der promovierte Chemiker und Forscher, wollte die bei den großen internationalen Lebensmittelkonzernen Unilever und Kerry erworbenen Erfahrungen im eigenen Betrieb umsetzen. Irischer Whiskey, so glaubten die drei, sei ihr Schlüssel für ein neues Leben. Die nationalen und internationalen Verkaufszahlen des uisqe baugh stiegen seit Jahren zweistellig. Sie wollten Teil der einsetzenden Irish Whiskey Renaissance sein, die Dr. John Teeling mit den von Master Blender Noel Sweeney eindrucksvoll komponierten Whiskeys - Tyrconnell, Greenore, Connemara - der Cooley Distillery im Co. Louth Anfang der 1990-er Jahre fulminant einläutete. Den Zeitpunkt für einen Einstieg in den Handel mit Whiskey erachteten sie als günstig.


John O'Connell says:


The rebellious spirit of West Cork is in our blood. My father came from the Coolea Mountains, where many families ran their own poitín stills.
So when we first started out, we relied on that knowledge to set about making spirits.




Blick zum Atlantik. Mildes maritimes Klima. Hier reifen die West Cork Whiskeys.

Im Gebäude einer ehemaligen Schreinerei von Denis Nachbar in Union Hall begannen sie in den Jahren 2003/2004 zunächst als Bonders ihre ersten zaghaften Schritte im Whiskey Business. Wie es in Irland Tradition war und wieder ist, kauften sie Grain- und Malt Whiskeys von irischen Distilleries, darunter vorwiegend von Cooley, und verschnitten diese zu neuen Produkten. Geschickt vermarkteten sie seit April 2004 die 40 % Vol. starken Blended Whiskeys unter den Labels Original Kennedy, Lough Hyne und Drombeg. Letzterer war eine Reminiszenz an ein in der Region gelegenes Heiligtum, einen sogenannten Druiden Altar, den irlandweit bekannten prähistorischen Steinkreis von An Drombeg.



Copyright West Cork Distillery.

Voller Zuversicht blickten die Schulfreunde in die Zukunft. Die Whiskey-Greenhorns holten sich für ihre geplanten unternehmerischen Aktivitäten Rat beim West Cork County Enterprise Board. Sie baten keinen geringeren als den großen Dr. h.c. Barry Walsh, den ehemaligen Master Blender von Irish Distillers und Ehrendoktor der University of Edinburgh, um Rat. Der erfahrene Whiskey-Macher Walsh war für mehr als zweiundzwanzig Jahre verantwortlich für die aromatische und geschmackliche Qualität der Blended und Pot Still Whiskeys Jameson, John Powers, Paddy und Redbreast sowie Midleton Very Rare. Er lehrte die Newcomer Methoden und Wege der Whiskey-Herstellung. Mit Walsh’ Expertise und Zuspruch trauten sie sich an ihre ersten Projekte. Sie hatten viel Ideen und waren voller Enthusiasmus. Weitere Destillationshilfen erhielt John O'Connell vom ehemaligen Production Director der Springbank Distillery in Campbeltown Frank McHardy, der zuvor zehn Jahre lang die Herstellung der Bushmills Triple Distilled Malts steuerte.




Diversity in Maturation. Photo Copyright West Cork Distillery.


West Cork Whiskey Boom

Das Geschäft mit den Whiskeys entwickelte sich prächtig. Erste eigene Spirits destillierten sie ab 2008 mit einer gebrauchten Arnold Holstein Anlage aus Deutschland, die dort einmal Edelobstbrände brannte. Es war daher kein Wunder, die Räumlichkeiten in Union Hall wurden zu eng. Sie hatten Glück. Im nahegelegenen Marktort Skibbereen wurde ihnen eine Industrieimmobilie angeboten. Sie erwarben in der Market Street ein großes Gelände mit Erweiterungspotential. Die bestehende Halle mit einer Abfüllanlage gehörte ursprünglich dem 1898 in Limerick gegründeten familiengeführten Getränkegroßhandel Gerry Donovan. Der Getränkeabfüllbetrieb wurde 1998 von der Murphy Brewery - sie ist Teil des Heineken-Konzerns - übernommen. Im gleichen Jahr gründeten Denis McCarthy, Gerald McCarthy und John O’Connell zusammen mit zwei weiteren Direktoren - Investoren - im Januar 2008 eine neue Gesellschaft unter dem Namen West Cork Distillers Company Limited (WCD) mit Sitz im 2500 Einwohner-Städtchen Skibbereen. Die Destillationsanlage wurde von Union Hall an den River Ilen verlegt, modifiziert und erweitert. Das Spirituosen-Portfolio wurde mit Gin und Wodka vielfältiger



Bourbon Barrels at West Cork Distillery.

Bereits drei Jahre darauf wurden ihre erfolgreichen Start-Up-Aktivitäten mit dem Enterprise Ireland National Award for Innovation Product Development auf nationaler Ebene gewürdigt. Im „Kleinen Bootshafen“, so die Übertragung des gälischen Ortsnamens An Sciobairín, investierten die Jungunternehmer insgesamt € 2,5 Millionen in die Produktionsstätte und errichteten neue Lagerhallen für ihre Whiskey-Fässer. Sie optimierten die Produktionsbedingungen vom Läutern, Gären bis hin zum Destillieren. Ziel war es, mit der neuen Anlage, die wachsende Nachfrage vorausschauend zu erfüllen. Noch heute vergrößern die West Cork Distillers Schritt für Schritt die Produktionskapazität. Derzeit liegt sie bei jährlich 1,9 Millionen reiner Alkohol. Neue Mitarbeiter wurden eingestellt. Es dauerte nicht lange und der Raum wurde wieder zu eng. Die rasanten Verkaufserfolge ihrer Whiskeys sowie der Spirituosen Two Trees Wodka und Two Trees Gin erforderten 2013 eine Vergrößerung der Produktionsanlagen. Darüber hinaus nahm die Auftragsproduktion für andere Whiskey-, Gin- und Wodka-Labels sowie Lebensmittelketten ebenfalls zu.


In „Skibb“ investierten sie in eine weitere Produktionsstätte für ein neues Geschäftsfeld: Fruchtweine. Wieder hatten die drei Freunde großes Glück. Eine nur wenige Jahre von der Rockabill-Shellfish Ltd. betriebene Fabrik stand zum Verkauf. Ende 2016 erwarben sie die gepflegten Betriebsgebäude für € 1,5 Millionen und installierten auf dem früher zur Union Hall Fishermen’s Company gehörenden Gelände die leistungsstarke Getränkeabfüllanlage aus der Market Street. Die neue Hauptverwaltung mit bestens ausgestatteten Laboren zur Qualitätskontrolle und eine Marketing- und Vertriebsabteilung befindet sich heute in den Büros, in denen einmal Fische, Krebse, Hummer und Muscheln vermarktet wurden. Auf dem fast fünf Hektar großen Gelände an der Marsh Road stehen zahlreiche Fermenter für die von den West Cork Distillers ausgeführte Frucht- und Apfelweinherstellung sowie weitere kürzlich erbaute Lagerhallen für Whiskey und andere Produkte.


Die ehemaligen Produktionseinheiten in der Market Street in Skibbereen werden als Warehouses genutzt.

Mit Cash-Flow und Bankkrediten waren diese Aktivitäten an der Marsh Road alleine für die Jungunternehmer nicht zu finanzieren. Vermittelt hatte die Finanzspritze dreier irischer Investoren der Dubliner Kapitalvermittler Merion Investment. Die Folge, Merion-Manager Shane Nolan wurde Mitglied im Vorstand der West Cork Distillers Ltd.


„Uns ist es gelungen, weitere Fermenter zu erstehen, in denen einmal von Diageo Smithick’s gebraut wurde,“ erzählt der innovative Manager John O’Connell beim Rundgang stolz, „die ersten Gärtanks kamen allerdings aus Deutschland, aus einer Weinkelterei in Frankfurt und sind über 50 Jahre alt.“ Weitere Ausbaupläne gibt es bereits, der Kauf der angrenzenden Flächen wird angestrebt, dort sollen weitere Lagerhallen für die Reifung von Whiskeys und andere Betriebsfelder entstehen.



The extended production site at Marsh Road
Photos Copyright West Cork Distillery.



Das Investitionskapital für die vielen Erweiterungen der Produktionsanlagen kam darüber hinaus vom im Liverpool ansässigen Getränkekonzern Halewood Wines & Spirits Group. Der Merseysider ist Markeninhaber der perlenden Fruchtweine Lambrini, der Ingwer-Biere Crabbies oder der dreifach sowie siebenfach destillierten Red Square Wodkas und des Liverpool Gin. Der britische Vermarkter und Importeur vertreibt exklusiv die Produkte der West Cork Distillers bereits in acht Märkten. „Diese Vertriebskooperation soll unsere Produkte auf dem Weltmarkt präsenter machen,“ erklärt Mastermind John O’Connell die beabsichtigte Strategie.


Daher verwundert es nicht, dass die hohen Investitionen in den neuen Standort im März 2016 mit dem Verkauf von WCD-Anteilen an Halewood International Ltd. teilweise mitfinanziert wurden. Die Briten erhielten dafür exklusive Vertriebsrechte am The Pogues Irish Whiskey. Sie halten mittlerweile an dieser renommierten irischen Marke einen fünfzigprozentigen Anteil, der verbliebene Teil bleibt bei der Verwertungsgesellschaft der Band-Mitglieder. Die weltweiten Vertriebsrechte gehören nach wie vor der West Cork Distillery. Die enge Verflechtung und strategische Partnerschaft mit dem größten unabhängigen UK-Spirits Manufacturer Halewood wird nicht nur die Spirituosen-Produktion der West Cork Distillers diversifizieren, sondern vorantreiben.


 

NB: West Cork Distillers kauften im September 2019 von Halewood ihre Anteile für 18 Millionen Euro zurück. Die Whisky-Marke Pogues blieb bei Halewood. 2019 beschäftigte West Cork rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. "In Februar 2020

Ireland’s West Cork Distillers has teamed up with the Blacks of Kinsale brewery to release a stout cask-finished blended Irish whiskey. West Cork Distillers finished its Irish whiskey in ex-stout casks. Following the release of West Cork Distillers’ IPA Cask Finished whiskey, the producer has now finished a blended Irish whiskey in casks that previously held Blacks of Kinsale Stout.


The whiskey, made with a 75:25 blend of grain and malt Irish whiskeys, underwent a six-month finishing process in the stout barrels, which was said to impart aromas of chocolate, raisins and cracked nuts. The whiskey is described as having flavours of dark chocolate, coffee and vanilla.

West Cork Distillers has released 9,400 bottles of the Stout Cask Irish Whiskey, priced at US$31.99 across the US." Press Release.



Neben eigenen Marken produziert West Cork auch für andere Labels die Spirituosen
(z.B. Halewood, Hyde und viele andere mehr).


Whiskey Production


Die leider zu früh verstorbenen weltweit anerkannten Experten Dr. h.c. Barry Walsh (2016) und Dr. James Swan (2017) ebneten den Weg der WCD-Produkte und berieten die Einsteiger fachlich bei der Umsetzung der Brennereipläne. Der Schotte Swan verhalf ihnen zu einem wohlschmeckenden, sauberen, sehr ausgewogenen und erfrischend fruchtigen Two Trees Gin, der sowohl Noten von Zitrus, Wachholder Koriander und Gurke! aufweist. Außerdem beriet er sie in der Fassauswahl für die Reifung der Whiskeys.


Die erfahrenen ehemaligen Betriebsleiter Roy Court (William Grant & Sons, Irish Distillers) sowie Frank McHardy (Bruichladdich, Bushmills, Springbank u.a.) legten die qualitativen Grundlagen für die Entwicklung der ausschließlich in Brennblasen dreifach gebrannten Pot Still Spirits, zweifach gebrannten Malt Spirits und Pot Still Grain Spirits. Der Akademiker und Wissenschaftler John O’Connell - er erwarb einen Doktorgrad der Chemie an der University of Cork - entwickelte die Destillationsanlage bestehend aus einer eindrucksvollen - welteinmaligen – fast sechs Meter hohen Wash Still, zwei Intermediate Stills und den beiden in Deutschland gefertigten Arnold Holstein-brennkesseln mit Verstärkersäulen. Ehrfurchtsvoll von John O’Connell 'The Rocket’ genannt, verarbeitet die hohe schlanke Turbo-Rohbrandsäule 1000 Liter Wash in nur sieben Minuten, um darin 38 bis 39 % Vol. starke Low Wines zu brennen. Das ist ein Weltrekord!


Wir arbeiten nicht immer so schnell,“
beruhigt John,
„für die Qualität der Getreidebrände ist eine lange Gärung in Stahlbottichen von 70 Stunden verantwortlich.“

Turbo Mash Tun und Turbo Wash Still sind einzigartig in der Whisky-Industrie. Alter Standort Market Street.

Ein Pot Still Spirit aus 66 % nicht gemälzter und 33 % gemälzter Gerste wird von den Distillers traditionell irisch dreifach destilliert. Die Gerste für den Pot Still- und Malt Spirit wird ausschließlich von Landwirten der Regionen Munster und Leinster angebaut. Die Malting Company of Ireland in Cork mälzt das Getreide in riesigen Germination-Kilning-Vessels in riesigen Mengen. 60 bis 70 Tonnen Malted Barley werden wöchentlich zur West Cork Distillery geliefert.


Es war der ehemalige Distillery Manager von Bushmills Frank McHardy (1986-1996), der die aktuellen zeitlichen Abläufe von der Gärung, der Destillationsabschnitte bis hin zu den jeweiligen Cut Points der New Makes festlegte. „Er kommt alle zwei Monate in die Brennerei, prüft, kontrolliert und überwacht den Reifeprozess unserer Whiskeys,“ erläutert John O’Connell. Der in der Market Street von Master Distiller Patrick Harnedy - Inhaber eines Doktorgrads der University of Cork - destillierte New Make ist erstaunlich fruchtig, sauber und ohne stechenden Noten, auf der Zunge präsentiert er sich leicht süß, weich und etwas ölig mit zurückhaltenden Getreidearomen. Es ist ein Prädikatsdestillat. Die zwei gebrauchten aus Deutschland von Arnold Holstein stammenden 450 Liter großen Brennblasen mit Verstärkern destillieren im dritten Brennvorgang innerhalb von 3,5 bis 4 Stunden sehr langsam und schonend einen New Make mit einer durchschnittlichen Alkoholkonzentration 78 % Vol.




West Cork. Ein Produzent der Vielfalt


Die im idyllischen Marktort rund 90 Km westlich von der Wirtschaftsmetropole Cork gelegene West Cork Distillery ist die fünftgrößte der irischen Insel und produziert ein breites Portfolio an Spirituosen wie Whiskey, Gin, Wodka sowie Apfel- und Fruchtweine. Rund um die Uhr wird 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche destilliert. Nicht genug, ab Herbst 2017 soll die Destillationskapazität verdoppelt werden.


„Wir möchten für die Zukunft größere Mengen zurücklegen, damit wir achtjährige, zwölfjährige und achtzehnjährige Whiskies anbieten können,
die Japaner mögen eben älter Whiskeys,“

klärt John O’Connell auf. 45 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen in Skibbereen und zählt damit zu den größten Arbeitgebern am Ort. (2019 waren es um die hundert Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen).



New at Marsh Road. Italian made Frilli Pot Stills and new vodka stills. Copyright West Cork Distillery.

Die jährliche Produktionskapazität soll von 1,9 Millionen auf 3,7 Millionen Liter im Jahr 2018 steigen.


„Davon sind annähernd 20 % Pot Still Spirits und jeweils rund 40 % Pot Grain- oder Malt Spirits.“


Die Destillate reifen derzeit in Lagerhäusern am Destillationsort, aber auch in Cork und Dublin zum Whiskey heran. Zukünftig sollen alle Whiskeys im Klima Skibbereens reifen.



„Das milde maritime Klima fördert die Reifung, es macht unsere Whiskeys besonders aromatisch und geschmeidig.
Hier sind die Whiskeys rund vier bis sechs Monate schneller reif als in den angemieteten Lagerhäusern in Dublin.
Das Klima ist eben anders,“

erklärt der Distiller seine Eindrücke.



In der Tat produziert die West Cork Distillery gute Whiskeys. Das haben nicht nur die irischen Bonder und nationalen und internationalen Lebensmittelketten, sondern auch die Verbraucher weltweit erkannt. In Irland war es schon immer Tradition, dass Destillerien Whiskeys im Lohnverfahren nicht nur für die Händler, die keine eigenen Brennereien betreiben, herstellen. Gleiches geschieht in der Brennerei in der Market Street.






Der Vorteil, es wird nicht nur der Blended Whiskey, Malt Whiskey, Pot Still Whiskey, Gin oder Wodka nach den Wünschen und Rezepten der Label-Inhaber hergestellt, sondern gleichzeitig am Ort in Flaschen abgefüllt, etikettiert und versandfertig palettiert. 60% der Produktion stellen mittlerweile die West Cork Distillery-Eigenmarken und 40 % die Private Labels. John O’Connell: „So mancher Markeninhaber liefert uns leere Barriques in denen französische Winzer ihren Wein ausbauten, die wir dann in seinem Auftrag mit unserem Spirit füllen.“



In Irland dürfen bei der Whisky-Produktion künstliche Enzyme eingesetzt werden.


„Mittlerweile exportieren wir die Whiskeys der West Cork Distillery in rund 35 Märkte Europas, Asiens, Nord Amerikas und Australiens,“ berichtet der dynamische Betriebsleiter John O’Connell. Rund 90 % des West Cork Portfolios gehen in das Ausland. Darunter sind ein in First-fill-Bourbon Cask gereifter Blend bestehend aus 75 % Grain Irish Whiskey und 25 % Irish Malt Whiskey, ein zehn Jahre alter in Pot Stills zweifach gebrannter Single Malt aus 100 % gemälzter irischer Gerste sowie zwölf Jahre alte Double Matured Whiskeys, die in Portwein-, Rum- oder Pedro-Ximenez-Fässern für 110 Tage nachreiften.



West Cork Distillery produziert ebenfalls Apfel-, Fruchtweine sowie Säfte.
Die weißen Tanks kamen von Kälterei Possmann aus Frankfurt.

 


Update Dezember 2021: Im Jahr 2020 entstanden die neuen Produktionshallen in der Marsh Road. Die gesamte Destillation wurde dorthin verlegt und erweitert. Mittlerweile fraktionieren acht Pot Stills, zwei Column Stills rund vier Millionen Liter reinen Alkohol. Drei weitere Stills produzieren Gin. In sieben Warehouses stapeln sich bis 55 000 Fässer. Pro Stunde können die fünf Bottling Lines 2 000 Flaschen abfüllen. Sie arbeiten rund um die Uhr sechs Tage in der Woche.



Photo Copyright West Cork Distillery.

Beautiful Frilli Pot Stills. Photo Courtesy of West Cork Distillery.

Frilli from Italy. Photo Courtesy West For Distillery.



 


Ausflammen des Bourbon-Fasses

Eine Besonderheit im Portfolio ist die Black Cask-Abfüllung, ein Verschnitt aus 66 % Grain Irish Whiskey und 33 % Malt Irish Whiskey, der in frischen Bourbon-Fässern für einige Zeit nachreifte, die jedoch in der West Cork Distillery mit einen speziellen Verfahren unter Gasfeuer bis zu vier Minuten ein zweites Mal kräftig ausgebrannt wurden. Intensive Bourbon-Aromen prägen daher diesen wohlschmeckenden milden Irish Whiskey. Es ist eine irische Spezialität und ein Verfahren, das schottische Brennereien mittlerweile nachahmen. Diese Methode geht auf Dr. Jim Swan zurück.



Recharring the Bourbon barrel makes for new aromas.

The Team im Jahr 2017

Mastermind und einer der Direktoren der West Cork Distillery John O’Connell (links), Master Distiller Patrick Harnedy und Quality Manager Shane Casey (beide ausgeschieden) sind verantwortlich für die Produktion der West Cork Whiskeys. Sie sind ein Beispiel für die neue Generation in der irischen Whiskey-Industrie. Akademisch bestens gebildet, bringen sie aktuelle Fähigkeiten und Kompetenzen in die Produktion des Wasser des Lebens hinein, die früher von Generation zu Generation allmählich




 

Pogues Special

Dieser Blended Whiskey aus der West Cork Brennerei ist zahlenmäßig eines der beliebtesten Produkte aus Skibbereen. Die Flasche und ihre schwarze Aufmachung faszinieren. Haptisch ist sie eine Wohltat. Schlicht und direkt, aber eindrucksvoll ist ihr prominenter Aufdruck: THE POGUES THE OFFICIAL IRISH WHISKEY OF THE LEGENDARY BAND.


“It’s been brilliant working with the team at West Cork Distillers in creating a whiskey that we all think reflects our spirit and energy, and that we all enjoy the taste of,” said Shane MacGowan along with Pogues band members, Jem Finer, Andrew Ranken, Spider Stacy,James Fearnley, Terry Woods, and Darryl Hunt. “It’s wonderful to add a product bearing our name to the ranks of great Irish whiskeys, and we think it will stand the test of time.”


John O’Connell hatte die geniale Idee, die populäre irische Folk-Punk-Band der 1980er Jahre als Namensgeber für seinen Whiskey zu gewinnen. Anrufen wollte er nicht, denn er glaubte dass man ihn mit seiner Idee am Telefon für verrückt erklärte. „Also fuhr ich zum Management und Rechteinhaber,“ erzählt John, „und kam mit einer Zustimmung zurück.“ Ihr rhythmischer Song Streams of Whiskey ist eine Homage an den irischen Umtrunk. „I am going, I am going where streams of whiskey are flowing, sang Shane MacGowan, if you bottle that, they said, so we did,“ erzählt John O’Connell den schlichten Auftrag.


Das erste Batch kam im Juli 2015 auf den Markt, ein Blend aus 50 % Single Malt Whiskeys und 50 % Grain Whiskies. Die first Release war ein Blend aus einem zehnjährigen Malt, der in Sherry-Fässern, einem sieben-jährigen Malt, der in Bourbon-Fässern reifte, sowie jungen Grain Whiskeys. „Wir wollten einen irischen Whiskey schaffen, der einen internationalen und globalen Touch vermittelt, das war für uns nicht einfach,“ bemerkt der Kopf der West Cork Distillery John O’Connor seine Absicht.


Die Pogues-Band-Mitglieder waren von der Idee begeistert, neben den Geist ihrer Songs, einen Whiskey-Spirit zu stellen, der ihnen auch schmeckte. Trinkerfahrung hatten sie alle ja reichlich. „Sie fühlten sich natürlich geschmeichelt, mit ihrem Band-Namen neben den großen irischen Whiskey-Marken in den Regalen zu stehen,“ sagt John. Entwickelt wurde der Blend von Master Blender Dr. h.c. Barry Walsh in Zusammenarbeit mit dem Schotten und langjährigen Springbank-Distillery Manager Frank McHardy. Die derzeitig auf dem Markt vertriebene Variante ist drei Jahre und ein Tag alt. Sie wurde zur farblichen Angleichung an frühere Batches mit Zuckerkulör E150a gefärbt, die Flaschenfüllstärke ist, wie bei vielen irischen Whiskeys üblich, 40 % Vol. Für alle, die mehr als die Weihnachtsglocken von The Pogues hören möchten, ist dieser milde, harmonische, malzige, nussige und aromatische Ire ein willkommener sanfter Begleiter. Ein typischer irischer Whiskey eben. Er kostet im deutschen Fachhandel um die 20 Euro je Flasche. Mittlerweile gibt es ebenfalls einen in der roten Flasche abgefüllten Pogues Single Malt.


The Pogues singen Streams of Whiskey



Copyright Halewood International


 


Skibbereen entdecken....The Great Hunger Catastrophy





Skibbereen. Gut zu wissen...

Der ehemalige Bischofsort Skibbereen mit der Saint Patricks Cathedral liegt landeinwärts an der südwestlichen Atlantikküste Irlands. Steilküsten und malerische Buchten suggerieren Touristen eine heile und beschauliche Welt in der es sich bestens verweilen lässt. Der 2600 Einwohner kleine Ort ist jedoch die Folge einer Katastrophe. Am 20. Juni 1631 erreichten zwei Schiffe mit algerischen Piraten den vorgelagerten Küstenort Baltimore, um 154 Einwohner, darunter 54 Kinder und Jugendliche, zu versklaven. Die von einer Galeeren- und Bordell-Gefangenschaft Verschonten zogen weiter landeinwärts den River Ilen hinauf und gründeten den Marktflecken, um sich so vor weiteren Piraten-Beutezügen zu schützen. Angezettelt hatte den größten Piraten-Angriff Irlands wohl der angesehene, einflussreiche, katholische Rechtsanwalt Sir Walter Coppinger aus Cork, um die lokalen Fischrechte der vorwiegend von englischen Siedlern bewohnten Enklave Baltimore zu ergattern.




Irish Famine: Steam Mill

Aus historischer Sicht ist An Sciobairín ein Synonym für The Great Hunger. Die grausame irlandweite Hungersnot wütete von 1845 bis 1852 am River Ilen am heftigsten, fast 10 000 Menschen starben qualvoll an Unterernährung, obwohl die Kornspeicher der feudalen Landbesitzer reichlich gefüllt waren. Die Kartoffelfäule raubte den Menschen ihre Lebensgrundlage. Geschätzte eine Million Iren verhungerten auf schrecklichste Weise. Eine weitere Million, die es sich leisten konnte, floh nach Amerika. In der Ballade „Farewell to Skibbereen“ sang wehklagend Ronny Drew von den Dubliners:


Oh son, I loved my native land with energy and pride

Till a blight came o'er the praties; my sheep, my cattle died

My rent and taxes went unpaid, I could not them redeem

And that's the cruel reason why I left old Skibbereen.


Dubliners singen Farewell to Skibbereen


In der Londoner Times wurde am Heiligen Abend 1846 ausführlich vom „Epizentrum des Schreckens“ berichtet. Ein Brief von Nicholas Cummings, Friedensrichter von Cork, an den Feldmarschall Duke of Wellington, damals Leader of the House of Lords, machte die Katastrophe erst in der englischen Gesellschaft öffentlich. Selbst Queen Victoria soll £2500 für eine Suppenküche gespendet haben.




In der Steam Mill an den Ufern des River Ilen wurde 1847 die erste Government Soup Kitchen Irlands eingerichtet. Geschätzte 9000 Menschen wurden täglich mit einer Soyers Soup gespeist, die nur 10% des täglichen Kalorienbedarfs eines erwachsenen Menschen abdeckte. Es war zu wenig zum Leben. Das kostensparende Rezept stammte vom Franzosen Alexis Bénoit Soyer, ein in der viktorianischen Feudal-Gesellschaft berühmter Küchenchef, der im Londoner Reform Club für die Society kochte.


"Die Soup Kitchens
wurden nach drei Monaten wieder geschlossen."

Die Folgen waren Unruhen und Widerstandsbewegungen gegen die englische Krone. Mehr als 16 000 British Troops wurden nach Irland verlegt, um die Menschen zu zügel und zu unterjochen.


Es wird berichtet, dass alleine im Jahre 1847 fast 500 000 Iren an Hunger starben. Siehe Jerry Mulvihill, The Truth Behind The Irish Famine. Die Dokumentation ist auch auf Deutsch erhältlich: Die Wahrheit hinter der Hungersnot. Double Click Foto:





 

Zum Autor

Ernie - Ernst J. Scheiner ist der Herausgeber des Portals The Gateway to Distilleries www.whisky-distilleries.net Er dokumentiert über 150 Destillerien fotografisch von innen und beschreibt detailliert die Produktion der Whiskies. Seit seinem Studium an der University of Edinburgh befasst er sich mit dem Thema Whisky und publiziert in Fachmagazinen

wie Das Irland Journal, die Kleinbrennerei, Whisky Passion und The Highland Herold. Features und Stories erschienen in den Blogs whiskyexperts, whiskyfanblog und whiskyintelligence. Als Leiter der VHS Ingelheim führte, und nun als Whisk(e)y-Botschafter leitet er Destillations-Kollegs, Studienreisen und Whisky-Kultouren zu den Quellen des Whiskys.


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