Job Losses. Whisky Distilleries

Aktualisiert: vor 8 Stunden

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Updated October 2026
von Ernie Scheiner
Die Krise in der schottischen und irischen Whisky-Industrie setzt sich fort...der Horizont verdunkelt sich. Brennereien schließen, Konkurse nehmen zu, Mälzereien reduzieren die Produktion, die Landwirtschaft der Getreidebauern und die Transportunternehmen leiden am Niedergang der Whisky-Industrie.
Die Umsätze der Getränkekonzerne, Brennereien und Zulieferbetriebe sinken.
Aktuelle Fälle sind GlenWyvis und Holyrood.
Siehe hierzu ausführlich Kollabiert der Whisky-Markt?
Das schottische Whisky Loch erreicht ebenfalls die zum Crisp Konzern gehörige Mälzerei in Stellingen, Hamburg. Ein Schließung ist für März 2027 vorgesehen, da die Malz-Exporte nach Schottland stark zurückgingen.
Der populäre in der Whisky-Szene sehr geschätzte Bruichladdich Prestige Ambassador Ewald J. Stromer verliert seinen Wirkungsbereich bei Rémy Cointreau.
Mary McGregor musste im September 2026 - nicht altersbedingt - die am Loch Indaal gelegene Brennerei Bruichladdich verlassen.
Mitarbeiter verlieren ihr Jobs
In vielen Brennereien und Mälzereien verloren Operators und Mitarbeitende der Verwaltung, darunter insbesondere Diageo Unternehmen, ihre Arbeit.

Beispiel Bruichladdich
So hat kürzlich im Sommer das Bruichladdich Management Honorarteilzeit- und festangestellte Mitarbeitende entlassen und die Produktion zurückgefahren. Der allgemeine Umsatz- und Besucherrückgang bei schottischen Brennereien hinterläßt auch bei Bruichladdich schmerzliche Spuren. Die langjährige, seit 2003 so engagierte Shop Managerin, die tragende Säule und "Seele der Brennerei" Mary McGregor musste im September 2026 - nicht altersbedingt - die am Loch Indaal gelegene Brennerei verlassen. Im Englischen nennt man diese betriebsbedingte Kündigung: "She was made redundant." Kurz nach der Wiedereröffnung war Lynne McEwan, die Tochter Jim McEvans seit 2001 in verschiedenen Funktionen in der Verwaltung tätig, zuletzt als Global Marketing Manager. Sie scheint nach Andeutungen während des Feis Ile Festivals 2026 aus dem Glasgow Office ausgeschieden zu sein.
Im deutschsprachigen Raum verlor im Herbst 2026 der populäre Bruichladdich Botschafter Ewald J. Stromer seinen Verantwortungsbereich.

Stets warb er mit Kreativität und hohem Einsatz seit 2015 für die Bruichladddich-Produkte in der Schweiz, Österreich und in Deutschland. Stromers überzeugende Präsentationen und Messeauftritte waren stets mit viel Applaus begleitet. Ihm gelang es mit seinen kompetenten Ausführungen und Hintergrund-Stories immer wieder, die Zuhörenden von der Qualität des Bruichladdich-Portfolios emphatisch zu überzeugen.
Im November 2025 kürte das Whiskymagazin Der Whisky Botschafter Ewald J. Stormer zum Brand Ambassador of the Year 2026.
Kommentar
"Die Marketingverantwortlichen der Zentralen handeln heutzutage unter Sparzwang scheinbar eher kopflos, da sie aus der Ferne die nachhaltige Wirkung einer persönlichen, kundennahen Beratung nicht als wertvolle kundenbindende Maßnahme einschätzen…die Fachhändler benötigen eine kompetente Beratung, um im Verkaufsgespräch ihre Kunden mit Fakten, die über Marketing-Sprech hinausgehen, zu überzeugen. Es sind ja im Grunde die Local Shops, die mit Informationen und Tasting-Shows den Umsatz der Brennereien erst nachhaltig entfalten."
Ernie Scheiner
Kommentar
"Das passiert, wenn Wirtschaftsberater und Controller weder Markt noch Kunden wahrnehmen wollen. Sie kürzen das Geld, sparen ein und ziehen dann weiter zum nächsten Unternehmen. Traurig. Es geht doch gerade darum eine Marke wie Bruichladdich emotional am Markt zu platzieren! Die Bruichladdich-Nerds-Familie steht regelmäßig gut zusammen und identifiziert sich mit dem Personal. Die Besuche in der Brennerei vor Ort waren für mich im Laufe der Jahre fast schon Familienbesuche.
Ewald J. Stromer hat bei den ansonsten stetig nörgelnden Deutschen immer wieder für gute Stimmung und für eine positive Wahrnehmung der Marke insbesondere im Rahmen von Tastings und auf Messen gesorgt. Sehr enttäuschende Entwicklung … für Ewald und auch fürs Personal in der Brennerei vor Ort,"
schrieb Bruichladdich Sammler und Laddie Nerd Jens Freymuth in Facebook am 18. Oktober 2026.
Impressionen Bruichladdich in Frankfurt
Perfekt organisierte Ewald Stromer ein Presentation-Event mit Adam Hannett zusammen mit dem lokalen Fachhändler Frank Jerger von Whisky for Life in Frankfurt im Jahr 2020. Der Applaus der glücklichen Gäste war lang und kräftig.
Die aktuelle strategische Ausrichtung der Geschäftsleitung von Rémy Cointreau mag ein gutes Beispiel für die Auflösung von bewährten Methoden der Produktpräsentation sein.
Hintergrund. Der französische Getränkekonzern Rémy Cointreau, Eigentümer der Bruichladdich Distillery, verzeichnete im Geschäftsjahr 2025/26 einen erheblichen Gewinneinbruch von 35 % auf 78,7 Millionen Euro. Insbesondere schrumpfte der Umsatz im Cognac-Bereich in den Schlüsselmärkten USA und China, sodass das Management spontan weitreichende Umstrukturierungen im Konzern veranlasste. Sie betrafen ebenso die Whisky-Sparte.
Neben der Rodung von Weinbergen in der Region Cognac und dem Abbau von Personal wurde ebenfalls das Marketing sowie die Öffentlichkeitsarbeit neu definiert. Das weltweite kostenintensive Brand Ambassador Programm sowie die Veranstaltungskultur wurden gestrafft. Es kam in der Folge konzernweit zu Entlassungen.
Obwohl die Marke mit Rémy Martin Cognac einbrach, zeigten die Whiskies der Bruichladdich Distillery und der Gin Botanist erfreuliche Umsatzzuwächse, insbesondere in Asien.

Früher ein Blockbuster. Heute steht der Octomore oft wartend in den Regalen der Webshops und der Fachhändler. Die hohen Flaschenzahlen, die Preisstruktur sowie deren schnelle Taktung der Releases strapaziert die privaten Haushalte der Whisky-Fans erheblich. Eine nachlassende Whisky-Euphorie scheint u.v.a. ebenfalls einer der Gründe zu sein.
Bruichladdich Impressionen
Heute und früher
Fotos von Ernie Scheiner
Adam Hannett, Octomore Farm, früherer Lomond Still aus Dumbarton, Rotwein Barriques 225 l, Jim McEwan, Duncan McGillivray
Zum Autor
Ernie - Ernst J. Scheiner ist der Herausgeber des Portals The Gateway to Distilleries www.whisky-distilleries.net Er dokumentiert über 150 Destillerien fotografisch von innen und beschreibt detailliert die Produktion der Whiskies. Seit seinem Studium an der University of Edinburgh befasst er sich mit dem Thema Whisky und publiziert in Fachmagazinen

wie Das Irland Journal, die Kleinbrennerei, Whisky Passion und The Highland Herold. Features und Stories erschienen in den Blogs whiskyexperts, whiskyfanblog und whiskyintelligence. Als Leiter der VHS Ingelheim führte, und als Whisk(e)y-Botschafter leitete er Destillations-Kollegs, Studienreisen und Whisky-Kultouren zu den Quellen des Whiskys.





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