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St. Kilian. Tokaji Aszú Cask

  • Autorenbild: Ernie - Ernst Scheiner
    Ernie - Ernst Scheiner
  • vor 21 Stunden
  • 15 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Stunden



St. Kilians ungarische Rhapsodie




1 Kommentar zum Online-Tasting St. Kilian vom 2. April 2026


2 Erläuterungen zur St. Kilian Tokaji Aszú Edition. Produktion



von Ernie Scheiner




Vor Ostern 2026 stellten St. Kilian Gründer Andreas Thümmler und die Starnberger Webshop Whisky.de Betreiber Horst Lüning und sein Sohn Benedikt in einer Promotion-Plauder-Stunde St. Kilian Standards, Single Malt Sonderabfüllungen sowie einen Eierlikör vor.


Der Rüdenauer Investor Thümmler versprach in der Ankündigung der Facebook St. Kilian Distillers Gruppe ein "Hammer Line-up...". Das waren die Kilian Whisky-Highlights:


  • Neu: Single Cask, Ex Mugi Shochu. Sechs Jahre Full-Term Maturation, 55,5 % vol, 400 Flaschen, 0,5 l


  • Neu: Single Cask, Tokaji Aszú, Full-Term Maturation, rauchig, 58,8 % vol, 363 Flaschen, 0,5 l


  • Neu: Single Cask, Ex Apricot Brandy, vier Jahre Full-Term Maturation im 225 l Barrique aus französischer Eiche, 50,7 % vol,


  • Signature Edition Seventeen, rauchige Whiskies aus den Jahren 2018 bis 2021, abgefüllt 2025, 54,6 % vol, eine geniale Mario Rudolf Cuvée - Ausmischung - aus Spirits, die Rhum/Rum Fässer jeweils aromatisch in Voll-Reifung prägten, darunter 10 % Ex Rum Barbados 225 l, 17 % Ex Rum Mexico 200 l, 46 % Ex Rum Jamaica 190 l und 27 % Ex Rhum Agricole Martinique 190 l.


Tatsächlich kamen "Hammer" Whiskies auf den Tisch, die St. Kilians Master Blender Mario Rudolf gekonnt zu aromatisch brillanten Erscheinungen konzeptionell formte und für die Webshow auswählte. Die verschickten Proben - laut Thümmler 2 000 Päckchen - ermöglichten eine aromatisch-geschmackliche Begutachtung und Teilhabe. Somit konnten aktuell die Zuschauenden der Online-Show (rund 600 Aufrufe am Abend und 2200 am folgenden Tag) die jeweiligen Aromen und Geschmäcker diversifizierter für sich selbst entdecken und somit ihr eigenes Urteil vorurteilsfrei bilden.



Die Online-Show begann holprig. Thümmler, ein Liebhaber rauchiger Whiskies, unterhielt sich mit Benedikt Lüning in einem alten Video-Einspieler von 2019 über die St. Kilian Entstehungsgeschichte. Auffallend war damals die stets wiederkehrende Thümmler-typische Rhetorik von euphorischen Superlativen. Thümmlers Hang zum Superlativismus, des Grandiosen, des Übertreibens erschallte in seinen Äußerungen immer wieder während der gesamten Online-Show.


Die fortgeschrittene St. Kilian-Fan-Base war sicherlich enttäuscht, denn wiederum fehlte der in früheren Shows so agil, bodenständig und vertrauensvoll agierende Mario Rudolf. Die weithin in der nationalen und internationalen Whisky-Szene respektierte St. Kilian-Kompetenz hätte begeisternd mit vielen fachlichen Informationen die vorgestellten Preziosen wertig in ihrer aromatischen Qualität detailnah erläutert.


Es fehlten bei allen vorgestellten Whiskies die realistischen Anmerkungen zur Produktion, die Hinweise zur spezifischen Reifewirkung, der von Rudolf so zielgerichtet für eine optimale Prägung der Spirits eingesetzten Fasstypen, Angaben zu den Destillationsprozessen und die ihnen zugrunde liegenden Malzmischungen sowie deren Gerstensorten. So war es die St. Kilian Fan-Base eigentlich gewohnt. Viel Substantielles, wäre sachlich zu einem besseren Verständnis der Produkte und ihrer Wertschätzung zu sagen gewesen.


Diese vertrauensbildende Produkttransparenz gegenüber der breiten Öffentlichkeit, die St. Kilian seither in den Webshows modellhaft auszeichnete, fehlte fast vollständig. Die durch Mario Rudolfs Abwesenheit entstandene Lücke konnten Andreas Thümmler und seine Gäste nicht annähernd mit illustrierenden, fachlich fundierten Informationen zu den Whiskies schließen. Benedikts ältere Video-Dokumentation von 2019 führte zwar anschaulich in klarer Sprache erklärend in den St. Kilian Produktionsraum mit Läuterbottich, hölzernen Gärbottichen, die Pot Still Anlage ein. Doch ohne direkten Bezug zu den vorgestellten Whiskies trugen seine Kommentare nicht zu deren besseren Verständnis bei. Die Äußerungen im begleitenden Chat zeigten, dass einige Begrifflichkeiten, wie beispielsweise der für Kilian typische Reflux Condenser und seine Wirkung nicht von allen verstanden wurden. Der sich selbst als "Entrepreneuer und Tech Investment Banker mit einer Vorliebe für Whisky" [sic] bezeichnende Thümmler ging auf diese Chat-Äußerungen nicht ein.


Gewiss, einsteigende Whisky Nerds und Erstviewer mögen diese Show genossen haben. Sie entsprach allerdings nicht den bisherig visuell und inhaltlich so niveauvollen bis in alle Einzelheiten inszenierten und didaktisierten St. Kilian Web-Präsentationen zu den jeweils vorgestellten Whiskies. Die Ende 2025 gesendete König Ludwig Show mit Luitpold Prinz von Bayern markierte für viele Zuschauende den ersten Tiefpunkt. Damals fehlten St. Kilians Masterbrain Rudolf, der Schöpfer zahlreicher Goldmedaillen prämierter Kilian-Whiskies, und sein Kollege Brand Director Andreas Kreser. Sie waren diejenigen, die bei den perfekten früheren Webshows die Drehbücher in allen Einzelheiten, Schritt für Schritt didaktisch-methodisch geschickt schrieben. Entsprechende thematisch-authentische Einspieler erzeugten immer wieder eine transparente Atmosphäre und klärten Whisky-spezifische Sachverhalte zum besseren Verständnis anschaulich auf. Sie sind eben Profis, die sich ihrer Verantwortung gegenüber ihren Produkten und Zuschauenden bewusst waren. Eine exakte inhaltliche Vorbereitung deckte sich mit ihrem professionellen Selbstverständnis und den hohen Ansprüchen an sich selbst und ihre Shows (siehe St. Kilians YouTube Kanal). Das versierte Lichtblick Kamera-Team verstärkte mit kompetenter Kameraführung, Regie und Ton effektvoll die Online-Shows.


Ein großer Teil der Zuschauenden der unmittelbaren Show war darüber hinaus einmal mehr enttäuscht, zumal Frühbuchende 49,90 Euro für die Zusendung der acht Samples zahlten, während viele andere nur 19,90 Euro für das nachträglich spontan, rabattierte Probenpäckchen zahlten. Erst eine kritische Aussage im parallelen Chat offenbarte zufällig das Dilemma. Laut Thümmler sollen Rückerstattungen möglich sein, wenn die Betroffenen ihn dazu per Mail aufforderten. Das klang keineswegs nach einer ordnungsgemäßen kundenfreundlichen Buchführung und Organisation. Die Rückerstattung hätte bereits ohne Nachfragen, verbunden mit einer Entschuldigung, getätigt werden können.


St. Kilian Tokaji Aszú Fauxpas

Thümmlers, während des Online Tastings vorgetragenen Erklärungsversuche, was sich eigentlich hinter einem Tokaji Aszú Dessertwein verberge, waren für das St. Kilian Team zweifellos haarsträubend. Leider entbehrten sie jeglicher fachlichen Grundlage:


...es kommt quasi von Trauben, die so eine Art spezielle Reifung gemacht haben, aber sowas wie Eiswein oder
sowas gibt's ja bei den Ungarn nicht, weil die eher so ein sonniges Klima haben und ... von daher ist es was ganz Spezielles,
also so eine Art ungarische Eisweintraube ohne Eis.

Nichts davon stimmt! Es ist ein hanebüchener Unsinn.


Es fehlte scheinbar an der substantiellen Ernsthaftigkeit bei der inhaltlichen Vorbereitung der Show. Vorteilhafter wäre es freilich gewesen, einen Einspieler zur Oremus-Aszú-Weinverarbeitung zu zeigen. Damit wäre die spektakuläre Fass-Provenienz für die Zuschauenden deutlich geworden, in welch einzigartiger Süßwein-Holzqualität der rauchige St. Kilian Spirit eine aromatisch, komplexe Prägung erfuhr.


Full-Term Maturations in Tokaji Casks gibt es in der Whisky-Industrie eigentlich nur wenige, z.B. Benriach/Athrú, Dà Mhile, Milk & Honey oder Cotswolds, während doch öfters Finishings in ungarischen Süßwein-Gebinden in den Markt kamen, wie Glenmorangie The Nectar, Glen Moray Curiosty und ein Slyrs 12 Jahre.


Ein Kritiker* meinte abschließend zur Qualität der April-Online-Show:


Das ist ein "...Online Tasting, welches in der Tat einen weiteren Tiefpunkt in der jüngeren St. Kilian Geschichte markierte."

*namentlich der Redaktion bekannt.


Mit einer derart mangelhaften Performance Thümmlers und seiner Gäste wird der angestrebte Tasting-Weltrekord in eine weite Ferne rücken.


Kommentar Ende





Der Aufreger. Die St. Kilian Tokaji Aszú Edition 2026


Im Folgenden möchte ich nur einen, der vorgestellten Single Malts, den St. Kilian Tokaji Aszú, näher beschreiben, da sich während der Kommentare von Horst Lüning, seinem Sohn Benedikt sowie CEO Andreas Thümmler, der nach Jahren der Abstinenz sich wieder in das St. Kilian Tagesgeschäft einbringt, verwirrende Lücken auftaten.



Benedikt Lüning, Horst Lüning, Andreas Thümmler, v.l.r.              Leider ist die Wiedergabequalität der Webshow in YouTube  schlecht. Repro The Gateway to Distilleries.
Benedikt Lüning, Horst Lüning, Andreas Thümmler, v.l.r. Leider ist die Wiedergabequalität der Webshow in YouTube schlecht. Repro The Gateway to Distilleries.


Was verbirgt sich hinter Tokaji Aszú?

Gefallen hatte bereits vor zwei Jahren die Edition der fassstarken Sonderabfüllung Tokaji Aszú, die auf Anregungen des ehemaligen ersten St. Kilian Destillateurs, Zoltán Fódi, zurückgeht.



St. Kilians Whisky-Macher Mario Rudolf
St. Kilians Whisky-Macher Mario Rudolf

Zum Abschied des Master Distillers Fódi veröffentlichte Mario Rudolf im Februar 2024 eine auf 419 Flaschen limitierte rauchige Tokaji Aszú Selektion in natürlicher Fassstärke von 58,7 % vol.


Die Edition war eine Würdigung für den langjährigen Kollegen und Destillateur, der viele Spirits im Zusammenwirken mit Mario Rudolf zweifach nach schottischen Methoden in den Kilian Pot Stills brannte. Es war Marios Ausdruck einer respektvollen Dankbarkeit für eine kreative, vertrauensvolle Zusammenarbeit.


Auf Fodís Anregung geht die Verwendung von ungarischen Tokaji Aszú- Süßwein-Barriques bei St. Kilian zurück.


Rauchig und süß...die Magie eines Oremus-Fasses vereint sich mit einem bestgebrannten rauchigen St. Kilian Spirit aus schottischem getorften Gerstenmalz aus der Glenesk Mälzerei.


Mehr Informationen siehe hierzu in Whisky & Drinks


Der edelsüße Wein Tokaji Aszú formt einen köstlichen St. Kilian Single Malt. Diese Vollreifung faszinierte im Vorfeld privilegierte Gäste während der von Mario Rudolf und Zóltan Fódi durchgeführten Bunker Tastings in Hainhaus. Viele Lobeshymnen beschleunigten eine Veröffentlichung.




St. Kilian Special Edition zu Ehren von Zoltán Fódis Abschied 2024.        Viszontlátásra Zoltán
St. Kilian Special Edition zu Ehren von Zoltán Fódis Abschied 2024. Viszontlátásra Zoltán


Die derzeitige rauchige Version 2026 aus 100 % schottischem Rauchmalz ist in der Tat ein "Cracker". So würden es beeindruckte Schotten sagen, ein Meisterwerk der Destillierkunst und der Anwendung von effizienten Methoden der Fassreifung im idealen Klima der Lageräume der ehemaligen NATO-Bunker City in den bewaldeten Hügeln des Odenwalds. Das Fass wurde vom ehemaligen ungarischen Destillateur Zoltán Fódi mit einem von ihm gebrannten peated spirit befüllt. St. Kilian ist die einzige deutsche Brennerei, die exklusiv ein Glenesk Malz bezieht.


Der ehemalige Lead Guitarist der deutschen Metal Band Grave Digger 'Ironfinger' Axel Ritt schwärmte:


...der Gewinner des heutigen Tages...
Mit grünem Tee der echte Knaller

Stefan Feldmann meinte lobend:


Sehr gut. Extrem toll balancierte Süße, Karamell, Früchte
mit dem Mugi Socchi der beste heute

Diese Tokaji Aszú Einzelfassabfüllung reifte für sechs Jahre in einem Barrique aus ungarischem Eichenholz aus den Wäldern der heimischen Zemplén Bergen (laut St. Kilian 225 Liter groß), in dem zuvor Winzer, des renommierten nord-ungarischen Weingut Oremus, einen edelsüßem Tokaji Aszú ausbauten. Die dortigen Winzer lieben das sehr feinporige Eichenholz, das eine lange oxidative Reifung der edelsüßen Weine ermögliche. Der würzige Holzeintrag der getoasteten Dauben sei hingegen gering.




Edelsüße Weine. Feudale Weine

Der Medien-prominente Whisky-Verkoster Horst Lüning von whisky.de meinte, dass der Tokaji Aszú mit den Habsburgern während des österreichisch-ungarischen K.&K. Reichs (Doppelmonarchie seit 1867) populär wurde. Diese Annahme stimmte nur zum Teil.


Im Übrigen, waren die edelsüßen Weine stets in der europäischen feudalen Gesellschaft und den Königs- und Kaiserhäusern seit dem 16. Jhd. und früher als Tischweine sehr beliebt.


Die 'Getränke der Könige' schmückten die Bankette des Sonnenkönigs Ludwig XIV vorwiegend mit süßen Weinen aus Sauternes ebenso, wie die Hochzeit von King Richard Lionheart im Jahr 1191 in Limassol mit einem zyprischen sogenannten Commandaria Süßwein. Da war es kein Wunder, dass Commandaria-Weine die Royal Banquets in London versüßten. Selbst am russischen Zaren Hof tranken die Feudalen einen zuckersüßen Oremus oder gar Sauternes.


Sauternes Weine waren allerdings eher an westeuropäischen Höfen begehrt, während Tokaji Aszú Weine, wohl wegen ihrer geographischen Nähe, in Osteuropa oft den Vorzug erhielten.


Papst Pius IV wurde unversehens zum Promotor des Tokajer Süßweins, als ein ungarischer Bischof ihm diesen 1562 kredenzte. Eine Euphorie brach danach in den feudalen Kasten Europas aus. Jeder wollte diesen Tokajer. Die Habsburger liebten ihn. Kaiser Franz Josef I schenkte Queen Victoria zu ihrem Geburtstag so viele Flaschen Tokaji Aszú, wie sie ihrem erreichten Alter entsprachen.


In Italien war seit der Mitte des 15. Jhds. der edelsüße Vin Santo aus der Toskana in den feudalen Häusern verbreitet. Der englische Admiral Nelson liebte den süßen aufgesprittete sizilianischen Marsala Wein so sehr, dass er für seine Matrosen 1798 über 100 000 Liter orderte. Die ebenfalls aufgespritteten mediterranen süßen Weine von Banyuls, Rivesaltes und Maury erlangten seit dem 17. Jhd. gleichfalls als Luxusweine Zugang zum französischen Königshof. Was dort der Adel goutierte wurde zur Mode in ihren Schlössern.


Die Süßweine aus Ost- und Südeuropa wurden überdies von der aufstrebenden Bürgerlichkeit geschätzt, die das Leben der Feudalen imitierte, geschätzt.


Apropos Eiswein. Der deutsche Eiswein - erstmals in Dromersheim zwischen Ingelheim und Bingen gelegen - wurde seit 1830 von deutschen Winzern ab und an gezielt vinifiziert. Die gefrorenen Trauben werden bei mindestens Minus 7 Grad Celsius gelesen und im gefrorenen Zustand gepresst: "...also Trauben mit Eis."


Mehr Informationen Sauternes Weine siehe hierzu in Whisky & Drinks


Mehr Informationen zum Tokaji Aszú siehe folgende Texte und Fotos weiter unten.



Wie schmeckt der aktuelle St. Kilian Tokaji Aszú?


Das meint St. Kilians wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Heinz Weinberger:


"Aussehen Leuchtender Bernstein.


Aroma Süßer, an BBQ und saftigen Schinken erinnernder Torfrauch verschmilzt mit hellen Trauben, reifen Birnen und Pfirsichen und wird von goldenem Honig, cremiger Vanille sowie zarter Eichenwürze zu einem verführerisch ausgewogenen Bouquet abgerundet.


Geschmack Üppige Fruchtsüße von hellen Trauben, reifen Birnen, saftigen Aprikosen und Pfirsichen verbindet sich mit cremigem Honig, feiner Vanille und zartem Toffee, während sanfter, süßlicher Torfrauch, wärmende Eichenwürze und subtile Walnussnoten für Tiefe und Komplexität sorgen.


Nachklang Aschig-feiner Rauch legt sich wie ein Schleier über die cremig-süße Komposition aus hellen Früchten, Honig und Vanille und klingt mit wärmendem Eichenholz und eleganter Länge eindrucksvoll nach,"




Wahrnehmungen des Autors. Einschätzung


Dieser kraftvolle Single Malt, gebrannt aus einem schottischen 80 ppm Rauchmalz aus den Glenesk Maltings nahe Montrose, verbindet die Alkoholkonzentration von 58,8 % vol mit einer ausdrucksstarken und sehr komplexen Aromatik aus süßlichem, nicht medizinischen, angenehmen Torfrauch mit Noten von hellen Trauben, reifen Birnen und Quittensaft, Frühlingshonig sowie leicht adstringierenden Holznoten.


Der Rauchwhisky ist ein weiteres St. Kilian Masterpiece, das in seiner harmonischen Balance von Rauch- und Süße aromatisch und geschmacklich mehr als überzeugt. Der Single Malt ist süffig, leicht ölig charmierend in seinem lange nachhallenden rauchigen Auftritt. Dabei ist der Alkohol erstaunlich gut eingebunden und zeugt von einer exzellent ausgeführten, schonenden, leicht aufreinigenden doppelten Destillation in den beiden großvolumigen 6 000 Liter St. Kilian Forsyth Pot Stills.


Man sollte den Whisky vor dem Genuss allerdings für eine Weile im offenen Glase atmen lassen, denn so entfaltet sich sein gesamtes aromatisches vielschichtiges Potential. Die sensorischen Wahrnehmungen münden immer wieder in neue Interpretationen und individuellen Entdeckungen. Es gilt für Nase und Zunge vieles zu entdecken. Ein leichtes Wegblasen der nach Standzeit sich bildenden dichten Alkoholschicht öffnet die Zugänge zum tiefer liegenden Aromaprofil. Das Einreiben der Innenflächen der Hände mit etwas Whisky entbietet eine weitere intensivere Aroma-Palette.


Die Zugabe von Wasser erweitert die fruchtigen Impressionen wesentlich.


Der St. Kilian Tokaji Aszú Single Malt ist ein wohlschmeckender, ausgewogener und harmonischer Whisky. Seine Süße, Geschmeidigkeit und die stets präsenten Rauchnoten überzeugen. Die Komplexität der sensorischen Wahrnehmungen ist überwältigend.


In einer Blindverkostung wird Marios Meisterwerk durchaus zum Schotten, zu einem Islay Whisky ernannt.


Spannend wird die parallele und vergleichende sensorische Verkostung des St. Kilian Tokaji Single Malt mit einem Tokaji Aszú Dessertwein aus dem Weingut Oremus sein. Sie ist zu empfehlen.



Dr. Heinz Weinberger hat St. Kilian verlassen


Der in der nationalen und internationalen Whisky-Community sehr angesehene wissenschaftliche Berater, Dr. Weinberger, verließ überraschend das St. Kilian Team im Februar 2026 nach vier Jahren und sechs Monaten substantieller und effizienter Mitarbeit.


Der Chemiker und Whisky-Fachmann war bei St. Kilian Distillers für die Fachartikel, Newsletter, Pressemitteilungen, Broschüren, die Konzeption von Tastings u. v. a. mehr verantwortlich. Nicht nur seine feinsinnige Fähigkeit komplexe chemische Whisky-Inhalte so verständlich aufzubereiten, dass Nicht-Chemiker-innen sie verstehen und nachvollziehen können, war Industrie-beispielhaft. Das von ihm meisterhaft verfasste und lesenswerte St. Kilian Whisky ABC ist sein bleibendes Vermächtnis.


Weinberger begann seine Kilian-Tätigkeit im November 2021 bis Dezember 2022 als Honorary Malt Ambassador für St. Kilian und war anschließend von Januar 2023 bis April 2026 als Whisky Expert für Communication & Science festangestellt.



Dr. Heinz Weinberger beim Festival 2024. Von Whisky Nerds und Kollegen sehr geschätzt.
Dr. Heinz Weinberger beim Festival 2024. Von Whisky Nerds und Kollegen sehr geschätzt.



Dr. Weinbergers Whisky-Kompetenz wird der St. Kilian Brennerei zukünftig mehr als fehlen. Seine treffenden Tasting Notes und aufschlussreichen Analysen waren großartige Hilfestellungen für Händler und Verbraucher. Die 'wissenschaftlichen' Auftritte in den St. Kilian Webshows waren stets inhaltliche Highlights, die viele Kilianistis mit komplexen Wissen erfreuten. Heinz Weinbergers wertvollen Beiträge werden zukünftig in der St. Kilian Außendarstellung vollkommen fehlen.






Er hatte mit seiner kommunikativen Kompetenz, seiner klaren und ehrlichen Sprache die St. Kilian Produkte in der deutschen Whisky-Welt nicht nur populär, sondern auch mehr als respektabel werden lassen.



Fakten zum Tokaji Aszú Whisky 2026


In der ikonischen Kilian Flasche befindet sich ein "rauchiger Single Malt Whisky aus einem ex Tokaji Aszú Barrique Fass aus ungarischer Eiche," schreibt St. Kilian.


Der doppelt in schottischen Forsyths Pot Stills destillierte sechsjährige Whisky dokumentiert ein Stück der noch jungen zehnjährigen St Kilian Brenngeschichte, die 2012 mit der Gründung einer unterfränkischen Brennerei nahe Miltenberg begann und sich 2016 mit dem ersten New Make Spirit, bei dessen Brand Zoltán Fódi mitwirkte, mit phänomenalen Erfolgen fortsetzte.



  • Single Malt Whisky aus schottischem Torfrauchgerstenmalz von den Glenesk Maltings (80 ppm, HPLC) bei Montrose. Die Gerstensorte war die heute allgemein in Schottland übliche Laureate


  • die Spirit Distillation des peated malt verlief bei einem etwas niedriger eingestellten Reflux Condenser, als beim nicht-getorften Malz, der Nachlauf in der Spirit Still reichte bis zum unteren Wert von 59 % vol, was zu intensiveren Raucharomen führte


  • sechs Jahre Vollreifung in einem first-fill Weißwein Tokaji Aszú 225 Liter Barrique - Szerednyer Typ - aus ungarischer Eiche vom nord-ungarischen Weingut Oremus, eines der renommiertesten Weingüter Ungarns


  • der Tokaji Aszú ist ein nicht nur in Ungarn sehr populärer süßer Weißwein

    es ist ein sogenannter "Ausbruchwein", die Botrytis-Aszú-Trauben werden bei der Lese direkt einzeln ausgebrochen


  • Für die höchste Leistungskategorie, den Oremus Eszencia, sammeln erfahrene Erntehelfer streng selektiert pro Tag lediglich zwischen fünf und zehn Kilogramm Trauben


  • bei der Herstellung werden die Traubenmoste oder Grundweine aus rosinierten Trauben mit edelfaulen süßen Botrytis-Weintrauben vermischt und in Fässern mazerisiert


  • die Gärung mit natürlichen, wilden Hefen dauert bis zu sechzig Tage in 136 l Eichenholzfässern


  • in der Regel erfolgt die weitere Vinifikation 36 Monate in Gönc 136 Liter Eichenholzfässer und in Szerednye Eichenholzfässer (220 l oder 225 l)

    Beispiel Oremus Aszú 3 Puttonyos


  • 24 Monate Flaschen-Lagerung


  • zum Aroma: "Der feinfruchtige Geschmack und der Duft nach reifen, saftigen Birnen macht diesen Wein einzigartig und weltweit beliebt- eine sehr filigrane Komposition." Quelle Vincampo


  • Alkoholgehalt des St Kilian Whiskys ist 58,8 % vol, die natürliche Fassstärke


  • nur 363 Flaschen, 0,5 l, die Zóltan Edition 2024 erreichte 419 0,5 l Flaschen, der Angels' Share muss in zwei Jahren beträchtlich gewesen sein


  • nicht gefärbt und nicht kühlfiltriert




Die Herkunft der ungarischen Fässer

Ein Rückblick St. Kilian Tokaji Aszú Single Malt Zoltán Edition 2024.


Das 225 l Barrique mit der ST Kilian Nr. 4761 kam ursprünglich aus dem Weingut Oremus, wo es Winzer zum Ausbau des edelsüßen Weins einsetzten.

Vor der Entleerung des mit vierjährigem St Kilian Whisky befüllten Gebindes erfolgte von Zoltán Fódi eine abschließende olfaktorische Prüfung, die Feststellung des Gesamtgewichts, der Tara und der enthaltenen Alkoholmenge in Liter sowie der Alkoholkonzentration. Alle erhobenen Daten wurden im Lagersteuerbuch dokumentiert und mit Unterschrift beglaubigt. Zoltán Fódi war für diese Tätigkeit vom Zoll als Gehilfe vereidigt. Es war Zoltáns letzte Amtshandlung bevor er in seine Heimat nach Budapest zurückkehrte.


Mit der Entleeerung des Fasses in eine Wanne wurde der Whisky mit einem Metallfilter vorgereinigt, um so gröbere Partikel wie Weinstein, Holzfassabscheidungen und ähnliches abzutrennen. Vor der Flaschenfüllung entfernte ein Mikron-Zellulosefilter weitere Schwebeteilchen. Keine Kühlfiltrierung! Der 'klare' Whisky wurde in der nach einer vierjährigen Reifezeit verbliebenen natürlichen Alkohohlkonzentration ohne jegliche Zugabe von Wasser per Hand unter Vakuum in Flaschen abgefüllt. Die ursprüngliche Fassfüllstärke des doppelt gebrannten St Kilian Spirits betrug 63,5 % vol.


Der jährliche Angels' Share oder Schwund betrug 4 % des Fassfüllvolumens. Bei St. Kilian ist die Destillation Handarbeit, die Nase entscheidet über die Abtrennpunkte von Vor-, Mittel- und Nachlauf.


N.B.: Bei St Kilian wird der Vor-und Nachlauf im Tank gesammelt und beim folgenden Feinbrand mit dem neuen Rauhbrand vermischt und wieder gebrannt...und so weiter. So wie es die Schotten ebenfalls ausführen.

Fotos Copyright St Kilian Distillers





Zu den folgenden Fotos: Zoltán Fódi im Weingut Oremus im ungarischen Weinanbaugebiet Tokaji. Barriques und andere Gebindegrößen aus ungarischer Eiche prägen die Oremus Dessertweine.


Der Oremus ähnelt in seinem Charakter und den Ausbauformen der edelsüßen Sauternes Weine aus Bordeaux. Beide edelsüßen Weißweine, wie auch die Weingüter d'Yquem und Oremus gehören zur absoluten Weltspitze.


Seit dem 15. Jhd keltern die Tokaji-Winzer edelsüße Weine aus handselektierten edelfaulen weißen Aszú-Trauben (Furmint, Harslevelü, Muscat, Sárgamuskotály, Zeta u.a.). Der Tokaji ESZENZIA (höchste Qualitätsstufe in Ungarn, Restzucker um 450g, 12 % vol) reifte für mehrere Jahre in Fässern - Szerednye Typ mit 220 Liter Größe - aus einer sehr feinporigen ungarischen Eiche, die in den Wäldern der Karpaten wuchs. In den Kellern finden sich ebenfalls Barriques der Größen 210 l (Ungarn), 225 l (Bordeaux) wie auch 228 l (Burgund).

Die unterirdischen Keller gehen zurück bis ins 13. Jhd. und sind ein idealer Reifeort bei einer durchschnittlichen Temperatur von 12 Grad Celsius und extrem hoher Luftfeuchtigkeit mit Edelpilzbildung im Gewölbe.


Das aromareiche Bouquet der Weine wird mit Noten von Aprikosen, Birnen, Äpfeln, Quitten, Honig, Vanille, Nüssen und Gewürzen umschrieben.



Bild unten rechts: St. Kilians Master Blender Mario Rudolf prüft typische ungarische Eichenholzfässer im Hainhaus-Kilian Bunker. Das längliche, etwas schmale Gönci Hordó hat ein klassisches Maß von 136 Litern. In ihnen erfolgt eine sehr langsame Gärung wegen des hohen Zuckergehalts. Sie kann bis zu zwei Monate dauern, so lange bis die Hefe bei einer Alkoholkonzentration von rund 12 % abstirbt. Die anschließende oxidative Reifung von Aszú Weinen dauert bis zu drei Jahren.


Für den Sonnenkönig Ludwig XIV war der Aszú der angemessenen Tischwein: "Vinum Regum, Rex Vinorum" - Wein der Könige, König der Weine.

Fotos Copyright Mario Rudolf, St Kilian.


Ein Dream Team aus glücklichen Tagen: Mario Rudolf und Zoltán Fódi setzten die Fundamente des Erfolgs des St. Kilian Whisky-Portfolios.



Herstellungsverfahren der Oremus Weine


  • selektive Handlese der Rebsorten Furmint, Hárslevelú und Gelber Muskateller


  • die Weinlagen an den Ufern der Flüsse Bodrog und Theiß generieren ein morgendliches Mikroklima von dichten Bodennebeln, die durch die Weinberge ziehen (bei Château d'Yquem ist die klimatische Bodennebel-Situation durch den Fluss Garonne ähnlich)


  • die hohe morgendliche Luftfeuchtigkeit im September und Oktober fördert das Wachstum von Botrytis Pilzen in den Trauben


  • das Wechselspiel von feuchten zu trockenen, warmen Phasen verhindern eine voranschreitende Fäulnis der Trauben und bewirken deren Rosinierung


  • Wasser entzieht sich, der Zuckergehalt wie auch die Aromen der reifen Trauben verdichten sich


  • die Lese der Aszú Trauben erfolgt manchmal spät, sogar im November


  • in kleinen Körben erreichen nur die mit den Fingern ausgebrochenen Aszú Trauben die Kelterei des Weinguts


  • sogenannte Puttonyos oder Butten (standardisierte Maßeinheit) von jeweils 25 Kg Aszú-Trauben werden je Restsüße in die kleineren traditionellem 136 l Gönc-Fass, in dem ein Grundwein oder Most aus derselben Traube ohne Botrytis-Befall liegt, gegeben


  • die folgende Mazeration der Botrytis Trauben im Wein weicht diese innerhalb von zwölf bis sechzig Stunden auf, sie geben den Zucker und die Aromen an den Wein oder Most ab


  • eine einsetzende langsame Gärung bei einer natürlichen örtlichen Hefe dauert wegen der hohen Zuckerdichte bis zu zwei Monate, bei einer Alkoholkonzentration von 9 % bis 13,5 % vol stirbt die Hefe


  • nach Abschluß der Gärung wird der Wein mit moderater Zugabe von Schwefeldioxid stabilisiert und somit haltbar


  • ein Aufspritten mit Branntwein erfolgt grundsätzlich nicht (vgl. Sherry, Maury, Marsala, Port). Diese Methode ist nach dem ungarischen Bestimmungen bei Aszú-Weinen verboten


  • der hohe Zuckergehalt bei Oremus Dessertweinen führt zu den Klassen:

-drei Puttonyos 125 bis 130 g/l Restzucker

-fünf Puttonyos 150 bis 180 g/l Restzucker

-sechs Puttonyos 170 über 200 g/l Restzucker

-Eszensia, eine Art Traubensaftkonzentrat 500 g/l über 800 g/l

Restzucker


  • Reifung in 136 l Gönc oder 210 l bis 220 l Szerednye (auch 225 l und 228 l), ein Ausbau erfolgt sowohl in neuen Fässern, als auch in zweitbelegten Fässern


  • Lagerung in natürlichen Kellern, durchschnittliche Lagertemperatur 10 bis 12 Grad Celshius, extrem hohe Luftfeuchtigkeit 85 bis 95 %


  • die Flaschenreifung kann ohne weiteres mehrere Jahrzente dauern


Zum exquisiten Weinangebot und deren detaillierten Beschreibungen der Weine




Fotos Copyright Oremus


Preis-Beispiele:

Ein Oremus Tokaji Aszú 3 Puttonyos 2019 12 % vol kostet um die 45,00 Euro, der Oremus Tokaji Aszú 5 Puttonyos 2013 13,5 % vol liegt bei 70,00 Euro, ein Oremus Tokaji Eszenzia 2013 13,5 % vol kostet um die 710,00 Euro (alle in 50 cl Flaschen, Stand April 2026).



Die Vinifikation des Tokaji Aszú




Zum Autor

Ernie - Ernst J. Scheiner ist der Herausgeber des Portals The Gateway to Distilleries www.whisky-distilleries.net  Er dokumentiert über 150 Destillerien fotografisch von innen und beschreibt detailliert die Produktion der Whiskies. Seit seinem Studium an der University of Edinburgh befasst er sich mit dem Thema Whisky und publiziert in Fachmagazinen

Ernie
Ernie

wie Das Irland Journal, die Kleinbrennerei, Whisky Passion und The Highland Herold. Features und Stories erschienen in den Blogs whiskyexperts, whiskyfanblog und whiskyintelligence. Als Leiter der VHS Ingelheim führte, und nun als Whisk(e)y-Botschafter leitet er Destillations-Kollegs, Studienreisen und Whisky-Kultouren zu den Quellen des Whiskys.







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